Mountainbiken stand bisher nicht sehr weit oben auf meiner Liste, obwohl ich sonst sehr viele Bergsportarten betreibe. Nun ergab sich aber die Möglichkeit, an einem Bikecamp in Sölden teilzunehmen. Da ich sehr gerne Gravelbike fahre, kam mir das Techniktraining ganz gelegen. Und hey, es ist wichtig, sich immer wieder aus der eigenen Komfortzone herauszubewegen.
An einem verregneten Wochenende Anfang Juli geht es zu meinem ersten Bikecamp in den Bikepark Sölden - im Winter ein großes Skigebiet, im Sommer ein Ort zum Mountainbiken. Die zahlreichen Lifts dienen in der warmen Jahreszeit als Transport für Räder und Radler:innen, die auf den Trails ihr Können ausprobieren.
Organisiert wird das Bikecamp von Sunlight - ein Spezialist für den Ausbau von Abenteuer-Campern. Alle Teilnehmer:innen schlafen also im Camper Van. Trotz des Regens ist die Stimmung entspannt - den Abend vor dem Ride sitzen wir gemütlich beisammen und grillen.
Die Bike Republic Sölden: Ein Paradies für Mountainbiker
Sölden ist vor allem Skifahrern ein Begriff. Doch innerhalb kürzester Zeit hat sich die selbsternannte Bike Republic Sölden zu einem Eldorado für Mountainbiker entwickelt. Ein riesiges Netz an Naturtrails, angelegten Freeride-Strecken unterschiedlichster Schwierigkeitsgrade und eine große Tourenvielfalt lassen das Bikerherz höher schlagen.
Die 2015 gegründete Bike Republic Sölden lässt alle Mountainbiker- und Downhillerherzen höher schlagen und hat eine BIKE-Kultur vom Tal bis in den Berg geschaffen. Die Bike Republic Sölden besteht aus einem riesigen Netz an Naturtrails und ökologisch gebauten Lines in den unterschiedlichsten Schwierigkeitsgraden sowie zig Touren, Enduro-Routen und zwei Pumptracks im Tal.
Abfahrten, welche auf bis zu 2.600 Höhenmetern starten sind im wahrsten Sinne des Wortes atemberaubend und laden dazu ein, unter die Stollen genommen zu werden. An diesem Wochenende werden wir uns an das Fahren im Bikepark herantasten und Zeit nehmen, ausgiebig unsere Fahrtechnik zu verbessern.
Dabei werden wir die Gipfel nicht nur per Lift erklimmen, sondern uns auch auf Touren begeben, um durch eigene Muskelkraft zu entlegenen Trails zu gelangen. Begeisterte Biker kommen bei uns im Ötztal besonders auf ihre Kosten. Die Beschaffenheit des gesamten Tales ermöglicht traumhafte Panoramatouren, wobei Sie zusätzlich trainieren und Ihre konditionellen Grenzen austesten können.
Die flowigste Nation der Alpen: Die BIKE REPUBLIC SÖLDEN ist der wahr gewordene Traum für alle, die Biken lieben: 14 Shaped Lines, 16 Naturtrails und 2 Pumptracks samt Skill-Center. Eingebettet in die grandiose Kulisse der Ötztaler Alpen, nachhaltig gebaut und von den weltbesten Traildesignern entwickelt.
Und dazu noch eine Bike-Szene, die Anfänger wie Profis gleichermaßen willkommen heißt. 95 km Trails & Lines, nachhaltiger Trailbau und Spaß für die ganze Familie zeichnen den Bike-Park in Sölden aus.
Ausrüstung und Vorbereitung
Nachdem die komplette Ausrüstung - Helm, Knie- und Ellenbogenschützer - angelegt ist, geht es zum Übungsparcours - ein leicht geneigter Hang mit drei geschlängelten Übungsstrecken. Die Kurven wirken auf mich recht eng, der Untergrund besteht aus festem Sandboden mit einem feinen Schotterüberzug. Meine Anspannung nimmt ab, als uns Janek - unser Trainer für den Tag - die Basics zum Mountainbiken erklärt.
Helm und passende Brille (!), sowie Schoner für Knie und Ellenbogen und einen Rückenprotektor sind essentiell. Dort könnt ihr auch Ausrüstung wie Bike, Helm, Knie- und Ellenbogenschoner ausleihen.
Erste Schritte auf dem Mountainbike
In der Theorie habe ich die Tipps verstanden, nun folgt der praktische Part auf dem Übungsparcours. Zunächst fahren wir den Hang nach oben - es lohnt, den Gang nach unten und den Sitz nach oben zu stellen. Oben angekommen schiebe ich vorerst das Bike, doch Janek nimmt meinen Vorderreifen zwischen die Beine und hält den Lenker fest.
»Stell dich mal hin, Pedale in 90-Gradstellung«, sagt er. Wackelig schiebe ich mich nach oben - mein Stand hält. Mein Körpermittelpunkt befindet sich über dem Sattel, meine Zeigefinger berühren die Bremsen, die restlichen Finger meiner Hand umschließen die Griffe.
Nun geht es los. Langsam lasse ich das Fahrrad anrollen, gehe in meine eben geübte Mountainbike-Stellung. Die Kurve kommt näher, ich probiere, sie möglichst weit oben anzufahren, aber meine Angst vor dem Schotter lässt mich bremsen. Dennoch meistere ich die erste, schon relativ steile Kurve. Ganz ehrlich - sicher habe ich mich noch nicht gefühlt.
Ich wiederhole die Abfahrt noch einige Male, spüre langsam meine Oberschenkel, weil wir immer wieder nach oben treten müssen. Doch auch das Bergabfahren strengt mich an, weil ich viel Körperspannung aufbringen muss - was aber genauso gut an meiner Anspannung liegen kann.
Die Trails der Bike Republic
Immer wieder unterbrechen wir das Training, weil Kinder im halsbrecherischen Downhill von oben angebraust kommen - der eigentliche Übungstrail setzt weiter oben an. Janek fragt, wie wir uns fühlen und ob wir es wagen wollen, ebenso nach oben zu fahren.
»Klar, warum nicht«, sage ich. Meine Gedanken sagen etwas anderes, aber ich will mich heute mal herausfordern. Mit der Bahn geht es hoch, der Trail beginnt harmlos an einer Straße.
Die Streckenvielfalt in der BIKE REPUBLIC SÖLDEN ist enorm - und wird kontinuierlich erweitert. Hier ist für jeden etwas dabei: von der leichten Einsteiger-Strecke bis hin zur doppelschwarzen Profi-Tour. So besonders wie die Lines sind auch deren Namen. Denn der Ötztaler Dialekt fließt in die Bezeichnung mit ein und beschreibt deren Eigenschaften.
Zunächst fahren wir einen Single-Trail nach unten. Damit habe ich kein Problem, auch Wurzelgelände und Steine finde ich okay. Nur steil und kurvig sollte es nicht sein. Selbst der als Anfänger-Trail ausgewiesene Weg kommt mit scharfen Kurven und Schotter daher.
Janek fährt direkt hinter mir und gibt mir Anweisungen: »Gewicht über den Pedalen, stell dich aufrechter hin, versuche flüssiger zu fahren.« Auf gerader Strecke klappt das prima - vor, in und nach den Kurven bremse ich leicht.
Das suggeriert mir Sicherheit, aber eigentlich gewinnt man beim Mountainbiken durch Geschwindigkeit an Fahrsicherheit dazu. Die letzten Kurven verlaufen auf Holzblanken, was schlimmer aussieht, als es schlussendlich ist. Mein Puls ist auf 180, als wir wieder unten ankommen.
Zugegeben, ich bin stolz auf mich und freue mich sehr, dass ich mich überwunden habe. Am Nachmittag entscheide ich mich, mein Bike gegen meine Trailschuhe einzutauschen. Mit meinem Seilbahnticket, das eigentlich für mich und das Bike gedacht ist, fahre ich zur Mittelstation und laufe von dort aus los.
Trails für Einsteiger:
- Schtirggar Line: Die Beginner-Strecke ist direkt aus dem Ort mit dem kostenlosen Zentrum Shuttle erreichbar. Länge: ca. Perfekt für Anfänger und Kinder!
- Broate Line: Diese Line begeistert mit diversen Fun-Elementen. Länge: ca. 1,6 km / 189 Hm / Schwierigkeit: leicht
- Eebme Line: Der ideale Warm-Up-Ride und perfekte Einsteiger-Trail, der fast eben dahinfließt. Länge: ca. 2,3 km / 214 Hm / Schwierigkeit: leicht
- Ohn Line: Die Ohn Line ist die Fortsetzung der Eebme Line. Die abwechslungsreiche Line wird von vielen Fahrern als ihr Liebling gefeiert. Länge: ca. 3,6 km / 377 Hm / Schwierigkeit: leicht
- Harbe Line: Die Harbe Line ist spielerisch, spaßig und spannend - hat aber auch steile Kurven. Länge: ca. Länge: ca. Länge: ca. 1,6 km / 73 Hm / Schwierigkeit: leicht
Trails für Könner:
- Gahe Line: Die Gahe Line schlängelt sich auf 7,4 km auf der Giggijochseite von Sonnblick bis nach Grünwald. Die flowige Strecke verbindet zudem die Harbe mit der Lettn Line. Länge: ca. 7,4 km / 620 Hm / Schwierigkeit: mittel
- Schlender Trail 6060: Die oft gewünschte Verbindung zwischen den Gampe Almen und der Hühnersteign. Ein super spaßiger Trail, der nun die zwei idyllischen Almen verbindet. Länge: ca. 0,7 km / 28 Hm / Schwierigkeit: mittel
- Teäre Line: Die Ikone unter den Lines. Sie ist die erste, gebaute Line der Bike Republic und bis heute der Flow-Ride schlechthin. Mit 130 Kehren, viele Wellen, Wallrides und der legendären Holzschnecke. Länge: ca. 5,2 km / 575 Hm / Schwierigkeit: mittelschwer
- Ollweite Line: Ein Must-Do für alle Biker mit guter Fahrtechnik! Die Line startet unterhalb der Langegg-Bergstation auf 2.600 m, endet an der Hühnersteign und gehört zu den längsten Lines der Republic. Länge: ca. Tipp: Gleich zum Auftakt wartet mit dem See einer der besten Foto-Spots.
Trails für Profis:
- Zaahe Line: Wie der Name schon verspricht, handelt es sich bei der Zaahe Line um eine zähe Challenge mit Drops, Roller und Steilkurven. Länge: ca. 0,7 km / 78 Hm / Schwierigkeit: schwer
- Olm Volle Line: Die doppelschwarze, extrem anspruchsvolle Line ist nur für Pros geeignet. Die wettkampftaugliche Endurostrecke führt durch steiles, forderndes Gelände und ist gespickt mit Wallrides, wilden Wurzeln und Steinpassagen, Step-Ups, Step Downs, Drops und Sprüngen bis zu 14 m! Länge: ca. 1,5 km / 367 Hm / Schwierigkeit: sehr schwer
Long Lines:
- Long Line Giggijoch: Die längste Route der BIKE REPUBLIC SÖLDEN! Die Long Line Giggijoch verknüpft 5 Trails und bietet spektakuläre 16 km und einen Abstieg von 1.300 m hinab ins Tal. Länge: ca. 16 km / 1313 Hm / Schwierigkeit: mittelschwer
- Long Line Gaislachkogl: Da ist jedes Level dabei: Blau, Rot, Grün (und wer möchte auch Schwarz). Länge: ca. 7,4 km / 811 Hm / Schwierigkeit: mittelschwer
- Long Line Rotkogl: 3 Lines, 12,5 km und 1.300 Tiefenmetern! Länge: ca. 12,5 km / 1.300 Hm / Schwierigkeit: mittelschwer
Naturtrails:
- Kleble Alm Trail: Das Highlight auf Söldens stiller Seite.
- Leiterberg Trail: Der Trail führt wunderschön durch den Wald der Bike Republic Sölden. Technisch teils anspruchsvoll.
- Fernar Trail: Die härteste Strecke in der Bike Republic.
E-Biken im Ötztal
E-Biken ist der Trend im Radsport. Mit relativen geringem Kraftaufwand und Dank Mithilfe eines kleinen Elektromotors lassen sich selbst anspruchsvolle Steigungen bequemer und einfacher bezwingen. So bleibt Ihnen mehr Zeit die wundervolle Natur des Ötztales zu genießen. Keine Berghütte und keine Alm bleibt so mehr unerreichbar.
Der Genussradler kann seinen Akku von Ötz bis Obergurgl an allen E-Bike Stationen völlig unkompliziert aufladen.
Weitere Aktivitäten und Informationen
Direkt bei uns in Sölden beginnt am 26. Weiter nach Ötz führt die 238 km lange Strecke über Kühtai nach Innsbruck über den Brenner nach Sterzing und über den Jaufenpaß nach St. Leonhard im Passeiertal. Von St. Leonhard geht es dann aufs Timmelsjoch und von dort aus wieder abwärts Richtung Sölden.
Nur 200 Meter entfernt und somit fußläufig erreichbar befindet sich die Gondelbahn Gaislachkogl. Diese öffnet Ihnen das Tor in eine atemberaubende Bergkulisse.
Als Biker ist mir das sichere Verwahren des Bikes wichtig. Dies ist absolut gegeben.
Mit den 30 Kilometer langen Trails ist für Anfänger bis Profi etwas dabei. In Sachen Bikeverleih & Bikeservice empfehlen wir Ihnen unseren Partnerbetrieb Sporthütte Fiegl , welcher sich direkt an der Gondelbahn "Gaislachkogl" und somit nur 200 Meter vom Campingplatz entfernt befindet.
Auf jedem der Trails gibt es die Möglichkeit, einen Stempel zu sammeln, der jeweils für ein Visa steht. Wenn Du genug Visa gesammelt hast, warten coole Goodies auf Dich.
Für Verpflegung ist auch ausreichend gesorgt. Auf den über 30 Almhütten und Berg Restaurants kannst Du nach Deinen Trails neue Energie Tanken. Tickets für die Bergbahn gibt es schon ab einem halben Tag.
Eine Besonderheit, die es sonst noch nirgends auf der Welt gibt, ist die Bikeschaukel. Die Lines und Trails am Gaislachkogl sind somit leicht von der Giggijochseite erreichbar und umgekehrt. Außerdem gibt es über den Sommer verteilt viele verschiedene Bike Events, wie zum Beispiel das große Bike Opening oder die Singletrail Schnitzeljagd, bei denen Du Dich mit anderen Bikern austauschen und messen kannst.
Events in der Bike Republic Sölden:
- Sommer Kickstart Bike Opening: 06. bis 09.
- BRS Birthday Party: 19. bis 22.
- BRS Rallye: 21.
- Saturday Bike Fever: 26.
- BRS Festival mit Swatch Nines: 12. bis 14.
- BRS Nationalfeiertag: 03. bis 05.
Bike Feierabend Jeden Freitag vom 04. Juli bis 22. August 2025 sind ausgewählte Lines und Trails bis 20.00 Uhr in Betrieb.
Kommentar schreiben