Kalkhoff Entice 5B Move im Test: Erfahrungen und Bewertung

Man muss nicht immer nach dem Außergewöhnlichen suchen. Auch das Normale kann durchaus und im besten Sinne des Wortes sehr gut sein. Und weil das so ist, spielt das Kalkhoff Entice 5B Move in der Klasse der E-All-Terrain-Bikes eine gute Rolle.

Bewährte Leistung und Antrieb

Schon im vergangenen Jahr hatte uns das Produkt aus Cloppenburg in Niedersachsen überzeugt. Und in diesem neuen Test hat das Entice seine Leistungen sowohl auf dem Prüfstand der Dekra als auch während unserer ausgiebigen Testfahrten bestätigt. Ein Wunder ist das nicht, vertraut man in Cloppenburg wie auch bei anderen Herstellern auf die Qualitäten des Bosch Performance Line CX - eine Bank!

Der Bosch Performance Line CX arbeitet auch beim Entice im Zentrum des Bikes.

Fahreigenschaften und Komfort

Die Sitzposition ist neutral, sie sollte viele Freunde finden. Das Pedelec lässt sich durchaus sportlich bewegen, und die Ergon-Griffe am 70 Zentimeter breiten Lenker sind eine Wohltat.

Nicht ganz vorn mitspielen kann das Entice bei den Bremswerten. Das kann an der relativ glatten Reifenlauffläche liegen, die sich nicht wie ein Stollenreifen in den Untergrund krallt, dafür aber auf Asphalt oder gut befestigten Schotterwegen hervorragend abrollt.

Technische Daten im Überblick

Merkmal Details
Rahmen Aluminium
Federgabel Suntour Mobie25 Air, 75 Millimeter
Motor Bosch Performance Line CX
Akku Bosch Powertube, 625 Wattstunden
Schaltung Shimano Deore, 1x10 Gänge, 38/11-42 Zähne
Bremsen Shimano MT420, hydraulische Scheibenbremse 180/180 Millimeter
Bereifung Schwalbe Hurricane Performance, 57 Millimeter, Reflex
Gewicht 25,8 Kilogramm
Zulässiges Gesamtgewicht 170 Kilogramm
Preis 3.899 Euro

Hohe Zuladung und Stabilität

Der Hammer ist die Stabilität des Entice und seine damit verbundene Fähigkeit, große Lasten zu tragen. Bis zu 170 Kilogramm Systemgewicht (Fahrrad plus Fahrer plus Gepäck) sind hier erlaubt - so beladen können Satteltaschen fast nicht sein, dass man das Kalkhoff-Bike damit in Schwierigkeiten beziehungsweise an den Rand des Erlaubten brächte. Beispiel: Wiegen ein Fahrer 95 Kilogramm und das Pedelec rund 25, dann sind bei einigen Wettbewerbern nur noch 10 oder 20 Kilogramm Zuladung möglich. Das wird mitunter eng. Kräftige Fahrer finden in dem Kalkhoff-Bike darum einen stabilen und treuen Begleiter.

Preis-Leistungs-Verhältnis

In dieser Klasse ein Bike für unter 4000 Euro zu finden, ist eh nicht leicht. Kalkhoff schafft die Konfektionierung indes mit Bravour.

Der E-Bike-Markt im Überblick

Die E-Bike-Branche erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit. Insgesamt hat der Fachhandel in Deutschland im vergangenen Jahr 3,85 Millionen Fahrräder und Elektrofahrräder verkauft - das waren nach Angaben des ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club e. V.) 2,53 Prozent weniger als 2023. Der Markt für E-Bikes ist entsprechend groß und unübersichtlich, das Produktportfolio ist riesig. Unterschiedliche Modelle konkurrieren mit unterschiedlichen Antriebskonzepten. Wir haben bislang insgesamt 36 E-Bikes für Sie getestet.

Alternativen von Kalkhoff

Viel mehr E-Bike als das Kalkhoff Endeavour 5+ Move kann man in dieser Preisklasse kaum bekommen. Das Zweirad eignet sich perfekt für Kurztrips und längere Ausflüge in der Stadt, auf Landstraßen und Feldwegen. Kalkhoff selbst verlangt für sein Velo knapp 4.000 Euro, bei anderen Anbietern ist es jedoch weit mehr als 1.000 Euro günstiger, wodurch es für uns das beste Preis-Leistungsverhältnis darstellt und sich knapp vor das etwas teurere Gazelle Ultimate T10 HMB schiebt.

Kalkhoff bietet das Endeavour 5+ Move in den drei Rahmen-Konfigurationen »Diamond«, »Trapez« und »Wave« an. »Wave« ist ein komfortabler Tiefeinsteiger, während es sich bei der von uns getesteten Variante »Diamond« um ein klassisches Herrenrad mit Querstrebe handelt. »Trapez« ist eine Mischung aus beiden Versionen. Für nahezu jeden Radler gibt es das E-Bike in der passenden Größe.

Ausstattung und Komponenten

Das 5+ Move ist auf 29 Zoll großen Rädern und universellen Schwalbe-Reifen unterwegs. Diese eignen sich gleichermaßen für glatten Asphalt wie auch für holprige Wald- und Feldwege. Längere Strecken legt man mit dem Kalkhoff-Bike bequem zurück.

Vorne hat Kalkhoff eine Teleskopgabel mit einem Federweg von 80 Millimetern verbaut. Ganz wichtig, gerade für größere Radler: Das Endeavour 5+ Move ist mit einem verstellbaren Lenkervorbau ausgestattet. So lässt sich der Lenker perfekt in der Höhe und in der Neigung anpassen - je nachdem, ob man lieber aufrecht oder in gekrümmter Haltung fährt. Die Kunststoffgriffe sind zudem angenehm ergonomisch geformt und erlauben eine optimale Verteilung des Drucks auf die Hände. Das vordere LED-Licht leuchtet ausreichend hell, es lässt sich genauso wie das Rücklicht über den Bordcomputer einschalten.

Der Alurahmen zeichnet sich durch sehr hohe Stabilität und Verwindungssteifigkeit aus, hier klappert und vibriert nichts. Mit 27 bis 29 Kilo je nach Rahmengröße ist das Kalkhoff kein Leichtgewicht, wer sein Velo jeden Tag in die Wohnung im dritten Stock tragen will, sollte sich nach einer leichteren Alternative umschauen. Die meisten Kabel sind sauber in den Rahmen integriert.

Ausgeliefert wird das Endeavour 5+ Move inklusive Ständer und robustem Gepäckträger. Dieser hat eine Traglast von bis zu 27 Kilo und eignet sich damit problemlos für die alltäglichen Einkäufe.

Motor und Akku

Beim Motor bedient sich Kalkhoff im Bosch-Sortiment: Zum Einsatz kommt der Motor der Bosch Performance Line mit 75 Newtonmetern. Der Mittelmotor ist mit Tretkraftsensor, Rotationssensor und Geschwindigkeitssensor ausgestattet. Der Bosch-Motor stellt vier Unterstützungsstufen und eine Schiebehilfe zur Verfügung. Im »Turbo«-Setting bekommt das Kalkhoff Flügel und schiebt den Fahrer wie von Geisterhand nach vorne. Auch stärkere Steigungen sind so überhaupt kein Problem.

Der Lithium-Ionen-Akku (Typ Bosch PowerTube 625) leistet 625 Wattstunden (Wh). Mit einer Ladung sollen im Zusammenspiel mit der geringsten Tretunterstützung Reichweiten von bis zu 115 Kilometer drin sein. Der Akku ist bündig in den Rahmen integriert.

Bremsen und Display

Vorne und hinten hat das Kalkhoff jeweils 180 Millimeter große Bremsscheiben verbaut. Mit der Bremsleistung sind wir im Test sehr zufrieden. Die Bremsen lassen sich gut dosieren, sie sind ab Werk nicht zu weich und nicht zu hart eingestellt. Das Display Kiox 300 stammt ebenfalls aus dem Hause Bosch. Der Bildschirm ist auch im Hellen gut ablesbar.

Bedient wird das Kalkhoff über eine kleine Steuereinheit. Über diese ist es unter anderem sehr komfortabel möglich, durch die Menüs auf dem Display zu blättern, das Licht einzuschalten und die Fahrmodi zu wechseln.

Smartphone-Integration

Besitzer eines Apple- oder Android-Smartphones können die eBike Flow-App installieren. So steuert man per Smartphone sämtliche E-Bike-Funktionen, außerdem nutzt man Navigation und Routenplanung, schützt das Velo vor Langfingern und ruft diverse Tour- und Fitnessdaten ab. Wichtig: Die App kann man als nette Spielerei nutzen, man braucht sie aber nicht.

Fazit

Das Kalkhoff Endeavour 5+ Move schnürt ein tolles Gesamtpaket: Es fährt sich ungemein entspannt und sicher, ist hochwertig verarbeitet, hat einen kraftvollen Motor und einen ausdauernden Akku, lässt sich unkompliziert bedienen und ist auf unterschiedlichen Terrains zu Hause. Das Kalkhoff ist der perfekte Allrounder für alle, die gerne in der Stadt und auf dem Land unterwegs sind.

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