MTB Brille Sehstärke Test: Klare Sicht auf dem Trail

Um die Augen vor Dreck, Staub und UV-Licht zu schützen, ist eine MTB Brille auf dem Trail unverzichtbar. Was aber, wenn man eine optische Brille braucht? Gibt es eine Lösung, die zugleich MTB-Brille mit Sehstärke und Sonnenbrille ist?

Ich war auf der Suche nach einer neuen Sportbrille zum Biken und Rennradfahren. Da ich schon seit Jahren mit einer Korrekturbrille fahre und Kontaktlinsen kein Thema für mich sind, fiel meine erste Wahl auf die adidas evil eye evo pro S. Hier besteht die Möglichkeit, mit einem Adapter, genannt RX-Clip, oder mit Direktverglasung zu arbeiten.

Zusammen mit unserem Optikermeister Peter Knopik, der selber auch Mountainbike fährt, haben wir dann beide Optionen durchgespielt.

Die verschiedenen RX-Clip-Optionen

Den RX-Clip gibt es in 2 Ausführungen: mit Rand und ohne Rand. Ich habe ich mich für die randlose Variante entschieden. Somit kann man die Glasform und Größe noch etwas beeinflussen und ist nicht auf die feste Geometrie der Variante mit Rand festgelegt. Der Sichtbereich kann dadurch noch vergrößert werden.

Die Ausführung mit Rand hätte dem Korrekturglas zwar noch einen zusätzlichen Schutz geboten, doch mir war das größere Sichtfeld wichtiger. Ein großer Vorteil des RX-Clips ist, dass man später nochmal Wechselgläser in anderen Farben einsetzen kann.

Einsetzen des adidas RX-Clips

Als die Gläser für den RX-Clip fertig waren, kam der erste Praxistest. Das Einsetzen erfordert allerdings etwas Fingerspitzengefühl.

Hierzu auch ein Tipp des Optikers: Am besten erst mal nur eine sauber polierte Außenscheibe einsetzen. Dann die Korrekturlinsen polieren und vorsichtig den RX-Clip in die Aufnahme drücken. Im Anschluss wird die 2. saubere Außenscheibe eingesetzt.

Wichtig ist, dass die Innenseite der Außenscheibe und die Außenseite der RX-Clip-Scheibe sehr sauber sind, da man sie nach dem Zusammenbau nicht mehr so einfach säubern kann.

Das erste Mal auf der Nase: Beim ersten Aufsetzen empfand ich den Durchblick als sehr gut. Die Schärfe der Gläser war genau richtig. Die Passform der Brille ist auch super. Vorne und an der Unterseite des Rahmens sind Belüftungsöffnungen. Zusätzlich ist noch ein Schweißpad an der Oberseite angebracht.

Die grey-red mirror Gläser machen auf den ersten Blick einen recht dunklen Eindruck.

Die erste Ausfahrt mit RX-Clip

Die erste Fahrt erfolgte auf dem Rennrad. Ich brauchte dann doch etwas Eingewöhnungszeit. Sofern man gerade durchschaut, ist es gut. Zu den Seiten hin verschwimmt es leicht und das Auge reagiert minimal langsamer.

Das liegt an der starken Krümmung der Gläser und am doppelten Brechungsindex, da hier 2 Scheiben aufeinanderliegen. Auf dem Rennrad wechseln die Fokuspunkte nicht so schnell wie im Wald auf einem Trail, deshalb kann ich sagen, dass man mit der RX-Clip-Lösung für den Straßen- und Toureneinsatz auf Forstwegen ganz gut zurechtkommt.

Auf dem Trail kann es sein, dass das Auge etwas zu langsam reagiert und die Hindernisse nicht so schnell erkennen kann. Die dunklen grey-red mirror Gläser sind bei starker Sonneneinstrahlung sehr gut.

Auch bei bedecktem Himmel und Nieselregen kamen die roten Gläser zum Einsatz und ich kam damit sehr gut zurecht.

Test der Direktverglasung

Im zweiten Test kam dann die Direktverglasung zum Einsatz. Hier habe ich mich für die LST active silver Gläser entschieden. Diese sind selbsttönend je nach Sonneneinstrahlung. Somit wird der Einsatzbereich noch viel größer als mit einer festen Tönung. Bei dunklen Bedingungen und sogar nachts funktioniert das tadellos.

Einzig bei sehr starker Sonneneinstrahlung würde ich eine feste Tönung bevorzugen. Im Wald hat man aber häufiger wechselnde Lichtverhältnisse, wo die active Gläser schon ihre Stärken ausspielen können. Der Kontrast ist im Vergleich zum grey-red mirror Glas nochmals verbessert, so dass man Hindernisse und Unebenheiten noch besser und schneller erkennen kann.

Das Einsetzen einer beschliffenen Direktverglasung ist aber nur innerhalb bestimmter Dioptrie-Werte möglich. In meinem Fall hat der Optiker etwas tricksen müssen, da ich mit meinen -3,0 und -3,5 Dioptrie im Normalfall nicht für die Direktverglasung geeignet gewesen wäre.

Das Problem bei höheren Werten und stark gebogenen Gläsern ist, dass die Gläser zu den Außenrändern sehr dick werden. Da sind dann einfach Grenzen, ab denen sich kein Glas mehr herstellen lässt. Im konkreten Fall wurde eine dunkle Basisscheibe genommen, in die dann etwas verkleinerte adidas Korrektions-Direktgläser mit dem LST active Filter eingesetzt wurden.

Wenn man durchschaut, merkt man den grauen Rand der Basisscheibe nahezu nicht. Mit besseren Dioptrie-Werten ist dann auch ein komplettes Direktglas möglich, was vom Design noch ansprechender ist.

RX-Clip gegen Direktverglasung

Die Performance der direktverglasten Brille ist im Vergleich zur Clip-Version ein gutes Stück besser. Es fühlt sich genauso an wie meine normale Korrektionsbrille, nur dass ich hier selbsttönende Gläser habe und sie natürlich für den Sport optimiert ist.

Kein Verschwimmen, die Fokuspunkte sitzen sofort, alles super scharf und durch den super Kontrast macht es gerade auf Trails noch mehr Spaß.

Ich würde den Brillen auf einer Skala von 1-10 folgende Wertung geben:

  • RX-Clip: 7 von 10
  • Direktverglasung: 9 von 10 (einziger Kritikpunkt ist die kleine Sonderlösung mit dem Einarbeiten in ein Basisglas, was für das Design einen Abzug bringt).

Der Preis

Ein wichtiger Aspekt ist natürlich der Preis. Bei der RX-Clip-Version zahlt man die Brille und den Clip regulär: in meinem Fall 210,00 € für die Brille, 40,00 € für den Clip. Hinzu kommen noch die eingeschliffenen Gläser für den RX-Clip: 100,00 €. Zusammen 350 €.

Die direktverglaste Brille ist mit 450 € ca. 100 € teurer.

Meine Empfehlung

Sofern es also möglich ist, würde ich eine Direktverglasung empfehlen. Das wird zwar teurer, bietet aber das beste optische Ergebnis. Man muss sich wohl zuvor nur klar darüber sein, für welche Glasfarbe man sich entscheidet. Denn bei Direktverglasung macht man sich wahrscheinlich nicht gleich 2 oder noch mehr Farboptionen.

Alternativen und weitere Optionen

Die Firma Silhouette will mit den Evil Eye Sportbrillen eine hochwertige Lösung für jedes Auge bieten. Hier werden in eine durchgängige Scheibe zwei optische Adapterscheiben eingearbeitet. Das geht auch mit dickeren Gläsern, da die Fläche kleiner ist.

Somit hat man eine durchgehend glatte Fläche, fast wie bei einer Direktverglasung. Ein Nachteil ist, dass es leichte Farbabweichungen zwischen dem Adapterglas und dem eingesetzten optischen Glas geben kann.

Dann sieht man schon von außen, dass die Sehschärfe korrigiert wurde, was style-optisch stören kann.

Hinter das Brillenglas werden die optischen Gläser einzeln eingeclipst. Vorteil: Man kann die Clip-in-Gläser mit verschiedenen Brillenmodellen des Herstellers, auch fürs Bergsteigen, Rennradfahren usw. nutzen. Nachteil: Durch das aufgesetzte Clip-in ist zwischen Brille und Auge weniger Platz vorhanden, das kann zu Wimpernkontakt führen und ggf. als störend empfunden werden. Außerdem muss man 2 Gläser mehr putzen.

Da eine Brille mit optischen Gläsern eine hohe finanzielle Investition ist, lohnt sich hier die Beratung bei einem Fachmann.

Die Bügel der Traileye ng können in drei unterschiedlichen Positionen einrasten und somit lässt sich die Brille optimal an Kopfform und Kopfneigung anpassen.

Die zweifach verstellbare Nasenauflage lässt sich auf verschiedene Nasengrößen abstimmen.

Die MTB Brille mit Sehstärke kann mit verschiedenen Glastechnologien kombiniert werden.

Die Gläser der Traileye ng bestechen durch Kontrastfreude, Klarheit und eine fast unglaubliche Schärfe. Die Brille stellt sich durch die Vario-Technologie auf die verschiedenen Helligkeiten ein und absorbiert das Licht um bis zu 62%.

Die MTB Brille mit Sehstärke sitzt auch bei ruppigeren Trails fest auf dem Kopf, sämtliche Evil Eye-Modelle werden aus dem extrem robusten PPX-Material gefertigt und sind damit ultraleicht und rutschfest.

Der Fahrtwind weht ins Gesicht, aber nicht in die Augen, gleichzeitig ist die Brille dank des dynamischen Belüftungssystems super angenehm zu tragen.

Der Preis ist zwar hoch, aber die Evil Eye Traileye ng bietet viele Möglichkeiten und eine hochwertige Lösung für alle Anforderungen an eine MTB-Brille mit Sehstärke: optische Korrektur, inklusive Gleitsichtmöglichkeit, Schutz vor UV und Wind, einstellbare Brillenbügel, gutes Belüftungssystem.

Voraussetzung dafür ist jedoch eine umfassende Beratung beim Optiker, denn jedes Auge ist anders und braucht eine entsprechende Anpassung.

Sportbrillen mit Sehstärke - Anfangs ungewohnt

Der erste Durchblick auf der Fahrrad-Proberunde dagegen war ungewohnt. Es schien, als passten Kopf- und Augenbewegungen nicht mehr richtig zusammen.

Neigte sich der Kopf mit neuer Brille in gewohnter Manier in Richtung Radcomputer, blieb das Display unscharf - die Folge „eingeschliffener“ Bewegungsmuster, von der alle Brillenträger berichten, die erstmals eine Gleitsichtbrille tragen.

Günstige Alternativen zu Radbrillen mit Sehstärke

Wer zu den Weitsichtigen gehört, die das Computer oder Smartphone-Display nicht mehr scharf sehen, für den gibt es kostengünstige Angebote in Form von Radbrillen mit Lesezone oder flexible Linsen zum Einkleben in die eigene Sportbrille.

Experten empfehlen beide Varianten als Übergangs- oder Ersatzlösung. Aufgrund der nicht optimalen optischen Güte und der nicht exakt an die individuelle Fehlsichtigkeit angepassten Korrektur, beispielsweise bei ungleicher Fehlsichtigkeit auf dem linken und rechten Auge, beurteilen sie die dauerhafte Verwendung solcher Sehhilfen mitunter kritisch.

Rad-Sportbrillen mit Schliff oder Clip - 10 Marken

Im Folgenden werden einige Marken und Modelle für Rad-Sportbrillen mit Sehstärke vorgestellt:

Adidas

  • Modelle: SP-Modelle, alle ACTV-Modelle
  • Vorteile: Viele Modelle, günstig bei Einstärkengläsern, Korrekturbereich, Optik-Clips
  • Nachteile: Keine Infos auf Webseite, keine Infos zu Filtern, kleiner Dioptrienbereich
  • Fazit: Viele Adidas-Modelle eignen sich für geschliffene Gläser, Optik-Clips gibt es ab 190 Euro; frei zugängliche Infos auf der Webseite sind dürftig, dafür besteht ein großes Händlernetz. Zahlreiche Modelle lassen sich auch für andere Sportarten verglasen.

Bollé

  • Modelle: Nahezu alle Modelle
  • Filter, Tönungen: Alle Tönungen von Kat. 1 bis 4
  • Dioptrienbereich / Zylinder / Kurve: -8,00 bis +6,00 / 4,00 / bis 8
  • Vorteile: viele Modelle, alle Filter und Tönungen, großer Korrekturbereich
  • Fazit: Sehr breites Sortiment an korrekturtauglichen Modellen, zudem sind alle Filtervarianten und Tönungen möglich. Informative Webseite (Stichwort „Verglasungs-Programm“), je nach Einsatzschwerpunkt für Sport oder Alltag ist der Schliff angepasst.

Evil Eye

  • Modelle: Alle Modelle außer Shield-Brillen
  • Filter, Tönungen: Alle Filter aus „Space“
  • Dioptrienbereich / Zylinder / Kurve: -6,00 bis +6,00 / 4,00 / bis 8
  • Vorteile: Viele Modelle, wenig Einschränkungen bei Filtern, Produktion in Österreich, verschiedene Rahmengrößen
  • Fazit: Evil Eye bietet viele Möglichkeiten der optischen Korrektur, neben der Direktverglasung auch Optik-Clips und die sogenannte Adapterverglasung, die auch die Korrektur trendiger Shield-Brillen erlaubt; Informationen dazu auf der Webseite.

Julbo

  • Modelle: Ultimate, Rush, Modelle der Aero-Serie
  • Filter, Tönungen: Reactiv- und Spectron-Filter; 13 Grundtönungen
  • Dioptrienbereich / Zylinder / Kurve: -6,00 bis +4,00 / 3,00 / bis 8
  • Vorteile: Große Modellauswahl, viele Filter und Tönungen, ebenfalls Optik-Clips für viele Modelle
  • Fazit: Informative Webseite; die Auswahl an Modellen, Filtern und Tönungen der Franzosen ist breit gefächert; für viele Modelle sind auch Optik-Clips erhältlich, wie sie beispielsweise der weitsichtige Radprofi David Gaudu von Groupama-FDJ benutzt.

Oakley

  • Modelle: Flak 2.0, Plazma, Radar EV, weitere Modelle auf Anfrage
  • Filter, Tönungen: Beratungsabhängig
  • Vorteile: Jahrelange Erfahrung mit dem Verglasen von Brillen, viele Partneroptiker
  • Nachteile: Lange Lieferzeit
  • Fazit: Die Auswahl an Modellen und Filtern ist groß, erfordert jedoch eine präzise Absprache mit dem Partneroptiker. Auf diese Weise sind sehr individuelle Lösungen möglich, weshalb Oakley keine pauschalen Angaben zum Korrekturbereich macht.

Weitere Marken

Weitere Marken, die Sportbrillen mit Sehstärke anbieten, sind Gloryfy, Rudy Project, Swisseye und Uvex.

Wieso sollte ich eine Fahrradbrille tragen?

Während sie im Sommer das Sonnenlicht absorbieren und die Augen vor Insekten und Staub schützen, halten sie im Herbst und Winter Wind, Schmutz und Schnee aus den Augen.

Wenn du eine Radbrille mit Sehstärke benötigst, um sicher und stylish auf dem Bike unterwegs zu sein, dann bist du bei Mister Spex genau richtig. In unserem Online-Shop findest du zahlreiche Modelle namhafter Marken wie Oakley, Adidas, Alpina, Puma oder Nike. Bestelle noch heute dein Wunschmodell ganz bequem von zuhause aus und genießen eine klare Sicht und Komfort bei der nächsten Fahrradtour.

Welche Eigenschaften zeichnen eine gute Fahrradbrille aus?

  • UV-Schutz: Schutz vor schädlicher UV-Strahlung.
  • Tragekomfort: Leicht, perfekter Sitz, rutschfest.
  • Rahmenmaterial: Bruchfester Kunststoff (Polycarbonat).
  • Tönung: Unterschiedliche Tönungen für verschiedene Lichtverhältnisse.
  • Belüftung: Lüftungsschlitze zur Reduzierung des Beschlagens.

Die beste Lösung für sportliche Brillenträger?

Für viele Brillenträger dürfte dies auch zutreffen, wenngleich man jedoch auch hier nicht ganz ohne Kompromisse auskommt. Die Auswahl an Herstellern und Modellen, die eine Verglasung ihrer Sportbrillen anbieten ist zwar nicht klein, dennoch bei weitem nicht so groß wie bei „regulären“ Sportbrillen.

Man geht zu einem der zahlreichen Oakley Optiker, der sämtliche entsprechenden Messungen vornimmt, ebenso wie die entsprechende Beratung (hier geht’s zur Händlersuche). Dort kann man die Brille dann nach ihrer Fertigstellung auch wieder abholen.

In der Praxis ist es die für uns beste Wahl für Brillenträger, selbst für diejenigen, die ansonsten ganz gut mit Kontaktlinsen zurechtkommen.

Meine Empfehlung: Setze auf Direktverglasung und investiere in eine Beratung bei einem erfahrenen Optiker. Probiere verschiedene Modelle aus und finde die Brille, die perfekt zu dir passt. Mit der richtigen Brille steht deinem nächsten Abenteuer nichts mehr im Weg!

Testberichte zu verschiedenen Modellen

Naked Optics The Volt

Individualisierbare Brille mit klarer Formsprache, gutem Halt und fairem Preis. Die Volt von Naked Optics zeichnet hauptsächlich eines aus: Sie lässt sich so individuell gestalten wie keine andere Brille im Test.

Bollé C-Shifter

Die Bollé C-Shifter hat uns insbesondere mit ihrer technischen Eleganz überzeugt. Mit dieser leichten, sehr geradlinigen Brille fällt man auf unauffällige Weise auf.

Julbo Intensity Spectron HD

Die filigrane und sehr leichte Julbo Intensity Spectron HD deckt einen breiten Einsatzbereich ab. Egal ob sportlich orientierte Rennradler oder Langstreckenläufer: Julbo empfiehlt die Brille bewusst als Multisport-Modell.

Evil Eye Roadsense

Die Evil Eye Roadsense kostet ein stolzes Sümmchen - doch die Glastechnologie sucht innerhalb des Testfelds ihresgleichen. Die Anpassungsfähigkeit der Gläser ist verblüffend, sie passen sich den unterschiedlichsten Lichtverhältnissen schnell an.

Alpina Turbo HR

Günstige Brille für Einsteiger mit technischem Look, anständiger Belüftung und solider Bauweise. Wer nicht gleich an die hundert Euro oder mehr ausgeben will, findet in der Alpina Turbo HR eine kompetente Begleiterin.

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