MTB Einsteiger Hardtail Test: Welches Bike ist das Richtige für Dich?

Mountainbike-Hardtails erfreuen sich wachsender Beliebtheit, und dank der zunehmenden Modellvielfalt sind sie mittlerweile für unterschiedlichste Einsatzzwecke und Disziplinen einsetzbar. Günstige MTB Hardtails werden oft als Einsteiger Mountainbikes bezeichnet. Sie kosten wenig und sind robust. Mountainbike Anfänger sind häufig von den Preisen für Bikes geschockt.

Was ist ein Hardtail?

„Hardtail“ lässt sich mit „harter, hinterer Teil“ übersetzen. Das verdeutlicht, dass ein MTB-Hardtail einen ungefederten Rahmen hat und nur der vordere Teil des Fahrrads mit einer Federung in Form einer Federgabel ausgestattet ist.

Warum ein Hardtail kaufen?

Vergleichsweise günstig, wartungsarm und leichter als ein Fully. Es gibt viele Punkte, die für ein Hardtail sprechen. Wer jemals auf einem sündteuren Carbon-Hardtail mit nur 8,5 Kilo gesessen hat, weiß, wovon ich rede. Jede noch so kleine Kraftanstrengung wird verlustfrei in Vortrieb verwandelt. Das Bike lässt sich mit spielerischer Leichtigkeit über den Trail dirigieren und verschmilzt mit dem Fahrer zu einer Einheit.

Vorteile von Hardtails:

  • Geringes Gewicht: Ein Hardtail lebt in erster Linie vom geringen Gewicht und dem ungefilterten Vortrieb.
  • Effizienz: Ein Hardtail kennt weder Antriebseinflüsse, noch die Notwendigkeit, einen Dämpfer blockieren zu müssen, egal, wie hart der Fahrer in die Pedale hämmert.
  • Robustheit und Wartungsarmut: Zwar zählen Defekte am Dämpfer mittlerweile eher zur Seltenheit, sich lösende Schrauben am Hinterbau, Lagerspiel oder -defekte gehören aber sehr wohl zum Alltag eines Fully-Fahrers.

Die verschiedenen Arten von Hardtails

Seit dem Jahr 2022 nimmt der Trend rund um die Allround Hardtails richtig Schwung auf. Neben Canyon und Cannondale haben auch Marken wie Rockrider, Cube oder Whyte erkannt, dass der Einsatzbereich von klassischen Einsteiger Bikes zu spitz für die meisten Menschen ist.

Klassische Racehardtails:

Klassische Einsteiger Hardtails haben 100 Millimeter Federweg an der Gabel. Diese Bikes sind mit gut rollenden Reifen und relativ niedrigem Gewicht auf Vortrieb getrimmt. Lange Anstiege oder Touren mit 50 Kilometer und mehr sind mit diesen Bikes kein Problem. Außerdem lassen sie sich auch super im Alltag zum Pendeln oder für den Weg zur Arbeit einsetzen.

Allround-Hardtails:

Wenn man dann noch mit der Teleskopstütze den Sattel versenkt, erhöht sich die Bewegungsfreiheit auf dem Bike extrem. Das lässt einem anspruchsvollere Trails locker meistern. Gute Allround Modelle wiegen zwischen 12 Kilo und 13 Kilo und sind damit absolut tourenfähig. Die günstigsten Allround-Hardtails gibt es ab zirka 1000 Euro.

Trailhardtails:

Mit wuchtigen Federgabeln und Reifen aus dem Enduro Segment schrecken sie vor keiner Abfahrt oder keinem Sprung zurück. Sie sind besonders robust gebaut und wiegen meist deutlich über 12,5 Kilo. Vor allem für jugendliche Trail-Liebhaber mit geringem Budget sind sie eine gute Wahl.

Worauf kommt es beim Kauf eines Einsteiger-Hardtails an?

Ist der Entschluss gefasst, ein Hardtail zu kaufen, stellt sich als erstes die Frage: Was will ich damit überhaupt machen? Im ersten Falle empfiehlt sich ein sportliches Cross Country-Bike. Wer im Gelände an der Fahrtechnik feilen will, landet mindestens beim Trail-Hardtail.

Drei wichtige Punkte für den Kauf eines Einsteiger-Hardtails:

  1. Einsatzbereich: Sport oder Trail? Steht der reine Ausdauer- und Fitnessaspekt mit Reserven abseits der Straße im Vordergrund, oder liegt der Fokus auf echtem Geländeeinsatz mit fordernden Trails?
  2. Ausrüstung rund ums Bike: Wer bei Null startet, muss noch etwas Budget (200 - 300 Euro) für essenzielle Ausrüstung einplanen.
  3. Sparen aufs Fully: Ist das Budget auf 1500 Euro begrenzt, führt bei der Neuanschaffung kein Weg am Hardtail vorbei.

Einsteiger-Hardtails im Test: Eine Übersicht

Mit Preisen von 1199 bis 1799 Euro sind die neun Hardtails im Test erfreulich bezahlbar, statt extravagant und unvernünftig. Alle neun Bikes richten sich an Einsteiger und wurden mit spitzem Bleistift kalkuliert. Da von diesen Rädern hohe Stückzahlen produziert und verkauft werden, sind es oftmals wenige Cent, die über die Spezifikation der Anbauteile entscheiden.

Die getesteten Hardtails:

  • Cube Reaction C:62
  • Giant Fathom
  • Canyon Grand Canyon

Bei einem Preis von 1449 Euro lassen die Koblenzer ihre Muskeln spielen. Die verbauten Komponenten am Grand Canyon stechen geradezu heraus. Eine bessere Ausstattung findet sich an keinem der Bikes - nicht mal am Referenz-Bike von Stevens.

Details, die beim Hardtail-Test auffielen

Steifigkeiten: Die absolute Rahmensteifigkeit ist bei allen ausreichend. Geringes Gewicht und beste Uphill-Performance führen das Cube Reaction C:62 an die Spitze bei den sportlichen Hardtails. Das Giant Fathom sichert sich die Trail-Krone in unserem Test der Einsteiegr-Hardtails.

Tabelle: Steifigkeiten der Einsteiger-Hardtails

Bike Steifigkeit (N/mm) STW (Steifigkeit/Gewicht)
Cube Reaction C:62 [Wert] [Wert]
Giant Fathom [Wert] [Wert]
Canyon Grand Canyon [Wert] [Wert]

Gewichte¹: Mit Carbon-Rahmen und den leichten Laufrädern ist das Cube konkurrenzlos leicht. Durchschnittlich liegen die Bikes bei knapp 14 Kilo. Breezer reißt nach oben aus.

Tabelle: Gewichte der Bikes und Komponenten

Bike Gewicht (kg)
Cube Reaction C:62 [Wert]
Giant Fathom [Wert]
Canyon Grand Canyon [Wert]

BIKE-Urteile: super (250-205 P.), sehr gut (204,75-180 P.), gut (179,75-155 P.), befriedigend (154,75-130 P.), mit Schwächen (129,75-105 P.), ungenügend (104,75-0 P.). Bewertung nach den Kriterien für ■ XC-Hardtails, bzw. ■ Trailhardtails.

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