MTB Enduro Griffe Test Vergleich: Die besten Mountainbike-Griffe im Test

Mountainbike-Griffe sollen dem Fahrer den besten Halt bieten und keine Schmerzen an der Hand verursachen. Kaum zu glauben, wie viele Details in so einem kleinen Bauteil stecken. Form. Struktur. Dicke. Klemmung. Wer folgende Punkte beachtet, fährt garantiert besser.

Warum gute MTB-Griffe wichtig sind

Mountainbike-Griffe sind entscheidend für Kontrolle und Komfort auf dem Trail. Sie bieten sicheren Halt und absorbieren Vibrationen, was die Handgelenke schont. Die meisten Modelle bestehen aus Gummi oder Silikon und sind ergonomisch geformt.

Klassisch rund oder ergonomisch geformt?

Auf der Suche nach einem neuen Griff für sein Mountainbike stellt sich vielleicht die Frage, ob die Neuen klassisch rund oder doch ergonomisch sein sollen, sowie aus welchem Material. Runde Griffe bieten maximale Kontrolle über das Bike, wohingegen ergonomische Griffe in der Regel hauptsächlich auf ausgedehnten oder sogar mehrtägigen Touren komfortabler sind. Je nachdem, welche Mountainbike-Disziplin man bevorzugt, macht der ein oder andere Griff mal mehr, mal weniger Sinn.

Dass Ergonomie ein zweischneidiges Schwert ist, weiß auch Simon Schumacher, Griffentwickler bei Ergon. Je ergonomischer ein Griff geformt sei, desto wichtiger sei die richtige Positionierung, erklärt der Experte. Sitzt die unterstützende Fläche an der falschen Stelle, bewirkt sie im schlechtesten Fall genau das Gegenteil, und es entstehen neue Druckstellen. Mit dieser zylindrischen Bauweise komme eigentlich jeder gut zurecht, weiß Schumacher. Und wer keine Probleme mit tauben Fingern oder stechenden Handballen hat, der kann auch ruhig einen klassischen, runden Griff wählen.

Sportliche Cross-Country-Racer bevorzugen meist einen leichten und runden Griff aus Moosgummi. Auch bei den Disziplinen Enduro oder Downhill finden meist runde Griffe mit guter Klemmung Anwendung. Bei ausgedehnten All-Mountain- oder Trail-Touren, Marathons oder auch beim Bikepacking, also bei all jenen Disziplinen, bei denen man viele Stunden im Sattel sitzt, macht ein ergonomischer Griff Sinn. Diese vergrößern um bis zu ca. 30 Prozent die Handauflagefläche, was das Handgelenk stützt und den Karpaltunnel und den Ulnarnerv entlastet. Dazu kann der Biker zwischen leicht ergonomisch geformten MTB-Griffen wie dem Ergon GA3 oder auch auch stark ergonomischen Griffe wie dem SQlab 710 wählen.

Die richtige Dicke

Die Dicke des Griffs sollte analog zur Handgröße gewählt werden. Ist der Griff zu dick, braucht man mehr Kraft, um den Lenker festzuhalten, die Hände ermüden schneller. Ist der Griff zu dünn, stoßen die Finger an die Handballen, und man kann den Lenker nicht mehr sicher umgreifen. Ein dicker Griff verfügt in der Regel auch über mehr Gummi und kann so Stöße besser dämpfen als ein dünnes Exemplar, das dafür ein direkteres Griffgefühl vermittelt.

Einen an der Waffel?

Die meisten Griffe sind nicht einfach rund und glatt, sondern verfügen über eine Art Struktur. Besonders das Waffel-Design an der Unterseite, wie man es bei Lizard Skins, Odi oder DMR findet, gibt den Fingern guten Halt in der Abfahrt und beim Klettern. Lamellen oder erhabene Strukturen an der Oberseite helfen, Stöße besser zu absorbieren.

Montage von MTB-Griffen

Gerade Griffe aus Gummi weißen meist eine strukturierte Oberfläche auf, welche für Komfort und Grip sorgen soll. Bei der Montage der Griffe kann so manches schiefgehen. Deshalb sollte man eine gewisse Sorgfalt walten lassen, damit die Griffe nicht ständig am Lenker verrutschen oder den Lenker gar beschädigen. Ergonomische MTB-Griffe erfordern zudem etwas Geduld beim Einstellen der richtigen Neigung.

Bevor die neuen Griffe aufgezogen werden können, sollte der Lenker sauber sein. Einfache Griffe aus Gummi lassen sich mit einem Spritzer Isopropanol oder Bremsreiniger gut über den Lenker ziehen. Der Vorteil: Die flüchtige Flüssigkeit verdampft innerhalb von wenigen Sekunden und die Griffe sitzen unmittelbar fest am Lenker. Von dem Tipp, Seifenwasser zu verwenden, würden wir abraten. Ein dünner Seifenfilm bleibt dann zwischen Lenker und Griff zurück, und wenn es regnet, kann Wasser dank des Kapillareffekts eindringen. Die Griffe können sich so leichter wieder lösen bzw.

Ohne Klemmung

Um Gewicht zu sparen, kommen Race-Griffe meist ohne Klemmung. Das erschwert die Montage. Sprüht man den Griff zuvor mit alkoholischen Lösungen wie Glasreiniger ein, lässt er sich leicht auf den Lenker schieben. Der Alkohol ist schnell verdampft, und der Griff sitzt bombenfest. Bremsenreiniger ist hier weniger zu empfehlen, weil er aggressiv ist und die Oberflächen angreifen kann. Spüli-Wasser hinterlässt oft einen rutschigen Schmierfilm am Lenker, und reines Wasser oder Spucke trocknet nur langsam zwischen Lenker und Griff ab. Runter geht’s am besten, wenn man mit einer Spritze etwas Wasser zwischen Griff und Lenker verteilt. Dann kräftig drehen und ziehen.

Mit Klemmung

Die meisten aktuellen Griffe werden an der Lenkerinnenseite geklemmt. Das erweitert nicht nur die Griff-Fläche nach außen, sondern verhindert auch Druckstellen am harten Klemmring. Somit ist ein „Übergreifen“ des Griffes möglich. 3-mm-Inbus-Schrauben sind inzwischen Standard, die drehen weniger schnell aus als die früheren 2er- oder 2,5er-Inbus-Schrauben. Beim Festziehen sollte man das angegebene Drehmoment von meist 2 bis 3 Nm nicht überschreiten, vor allem Carbon-Lenker reagieren empfindlich auf zu hohe Klemmkräfte.

Bei Lock-On-Griffen ist es wichtig zu beachten, dass diese vollständig auf den Lenker gesteckt werden müssen, bevor man sie mit dem richtigen Drehmoment anzieht. Bei Carbonlenkern sollte vorher geprüft werden, ob die Lock-On-Griffe dafür geeignet sind. Zwischen der Metallschelle und dem Lenker muss ein Plastikschutz vorhanden sein. Dies ist in der Regel bei allen namhaften Herstellern der Fall. Günstige No-Name Griffe sollten hier genau geprüft werden. Uns ist aufgefallen, dass teilweise kein ausreichender Schutz vorhanden war und die Schellen scharfe Kanten aufwiesen. Einmal am Lenker angezogen, kann der Lenker beziehungsweise die Carbonfaser Schaden nehmen, was im schlimmsten Fall zu einem Lenkerbruch während der Fahrt führen kann.

Die besten MTB-Griffe im Vergleich

Um Ihnen schmerzende Hände auf der Tour erspart zu bleiben, haben wir verschiedene MTB-Griffe miteinander verglichen. Dazu haben wir nicht nur die Shore-Härte gemessen, also den Härtegrad des Gummis, sondern alle Griffe ausgiebig in der Praxis auf Griffigkeit und Komfort hin untersucht.

Testsieger: Ergon GA3

Die Ergon GA3 haben es zum Testsieger geschafft. Durch die Flügelform, die Verarbeitung und dank des guten Grips auch bei feuchten Händen sind sie nicht nur für lange Touren ideal, sondern auch All-Mountain-Biker kommen mit dem Griff auf ihre Kosten. Im Lieferumfang sind neben den beiden MTB-Griffen noch jeweils eine Lenkerendkappe sowie eine kurze Anleitung enthalten. Die Verarbeitung ist ausgezeichnet. Hier gibt es weder unschöne Überbleibsel am Gummi durch die Herstellung noch scharfe Kanten an den beiden innenliegenden Metallschellen. Die Montage ist sehr einfach. Den Griff auf den zuvor geputzten Lenker stecken, die gewünschte Neigung einstellen und die Schraube mit dem entsprechenden auf der Schelle abgebildeten Drehmoment anziehen. Am Ende noch die Lenkerendkappe aufstecken, sollte diese beim Aufstecken herausgefallen sein, und fertig.

Das Schöne bei dem GA3 ist, dass nicht nur der äußere Handballen aufliegt, sondern auch die Handmitte. So verteilt sich das Gewicht auf einen breiten Bereich, wodurch ein punktuell starker Druck auf die Hand vermieden wird. Somit ist, dank der im Vergleich zu anderen MTB-Griffen im Test eher schlanken Flügelform, kein unangenehmes Gefühl zu spüren und das auch bei langen Touren. Aufgrund der Form liegt der Griff gut in der Hand, wodurch die Kontrolle erhöht wird und er vermittelt selbst bei technischen oder schnellen Abfahrten ein sicheres Gefühl. Die Dämpfung des Griffes ist ebenfalls hervorragend. Er ist weder zu weich und schwammig noch zu hart. Auch der Grip ist gut. Mit Handschuh ist kein Verrutschen zu spüren, aber auch ohne Handschuh liegt der GA3 fest in der Hand und das sowohl bei Nässe als auch nach einem anstrengenden Uphill und schwitzigen Händen. Alles in allem können wir den Ergon GA3 wirklich jedem Biker empfehlen, egal ob Tourenfahrer, Racer oder All-Mountain-Biker.

RaceFace Chester

Die Lock-on-Griffe RaceFace Chester sind leicht konisch und bieten somit eine ergonomische Form. Dank der weichen, parallel zur Fahrtrichtung verlaufenden Lamellen und einer gewissen Dämpfung bieten die Chester auch auf langen Touren Komfort. Die Chester Griffe haben einen guten Grip und wirken trotz Komfort nicht schwammig. Somit vermitteln sie ein direktes Fahrgefühl und eignen sich für nahezu jede Mountainbike-Disziplin.

Die Montage ist sehr simpel. Die Griffe werden auf den zuvor gesäuberten Lenker bis zum Anschlag aufgesteckt und die Schraube in der Schelle mit zwei Newtonmeter angezogen. Die Endkappen sind bereits an den Griffen integriert. Die RaceFace Chester sind leicht konisch geformt und weißen somit eine leicht ergonomische Form auf. Im Daumenbereich ist der Durchmesser des Griffkörpers etwas kleiner und vergrößert sich um zwei Millimeter bis zum Lenkerende. Im Daumenbereich sind außerdem die Lamellen leicht erhöht. Durch die daraus resultierende leicht ergonomische Form bietet der Griff nicht nur guten Komfort, sondern auch eine für diese Griff-Klasse recht gute Dämpfung. Hier hat die kanadische Firma einen guten Kompromiss gefunden.

Während der Testfahrten sind der Komfort und das Fahrgefühl spürbar, und der Chester ist für einen klassisch runden Griff recht komfortabel und macht Spaß. Laut RaceFace soll die parallel in Fahrtrichtung verlaufende Lamellenstruktur für guten Grip sorgen. Bei trockenen Fingern oder mit Handschuhen ist der Grip sehr gut, bei feuchten Händen werden die Lamellen schnell rutschig. Genau dies soll laut Hersteller die Lamellenstruktur jedoch verhindern, da sie die Feuchtigkeit ableiten soll.

Mit den RaceFace Chester bekommt man sehr gute und klassische Griffe. Sie bieten erstaunlich viel Komfort, ein direktes Fahrgefühl und sind recht griffig, zumindest bei Trockenheit. Auch die Verarbeitung stimmt. Die Griffe sind unserer Meinung nach gut für alle Mountainbike-Disziplinen geeignet, egal ob im Bikepark oder auf einer ausgedehnten Allmountain-Tour.

Ergon GP3

Die Ergon GP3 sind die komfortabelsten MTB-Griffe im Test. Durch die verwendeten Materialien, der breiten Auflagefläche und den in der Neigung unabhängig vom Griff verstellbaren Barends ist dieser Griff besonders für lange Touren geeignet. Teilweise gibt es eine Kombination aus Griff und Barend, umgangssprachlich auch Lenkerhörnchen genannt, wie die Ergon GP3.

Im Lieferumfang sind die Griffe, die Barends, die Lenkerendkappen und eine kurze Anleitung enthalten. Die Montage ist einfach, aber von allen MTB-Griffen im Test am langwierigsten. Auf den zuvor gereinigten Lenker werden die Griffe einschließlich der Barends gesteckt und die gewünschte Neigung eingestellt. Das Schöne an den GP3 ist, dass die Neigung der Barends unabhängig eingestellt werden kann. Ist alles in Position, können die Schrauben mit dem abgebildeten Drehmoment angezogen und die Endkappen aufgesteckt werden.

Durch die große Auflagefläche sind die MTB-Griffe auch nach langer Fahrt sehr angenehm, und von einem tauben Gefühl oder Schmerzen fehlt jede Spur. Dank der Barends kann die Handposition am Lenker geändert werden, was einem Ermüden der Handmuskulatur weiter entgegenwirkt. Allerdings sind die breiten GP3 für All-Mountain- oder Enduro-Biker eher ungeeignet, da sie eben aufgrund der breiten Bauform nicht mit den ganzen Händen umschlossen werden können. Dies ist wichtig um maximale Kontrolle über das Bike zu besitzen, auch in brenzlichen Situationen. Die GP3 bieten zu jeder Zeit eine griffige Auflagefläche.

Weder bei Nässe noch bei schwitzigen Händen sind die Griffe rutschig. Letztlich sind die Ergon GP3 sehr komfortabel und gerade bei sehr langen oder mehrtägigen Tour zu empfehlen, kosten aber ihren Preis.

SQlab 7OX

Der SQlab-7OX zeigt bereits beim ersten Anfassen, dass er für anspruchsvolle Einsätze entwickelt wurde. Die Kombination aus harter Innenstruktur und weicher Außenschicht sorgt für Stabilität und guten Grip. Das Design ist funktional und bietet eine griffige Oberfläche mit klaren Strukturzonen für verschiedene Handbereiche.

Besonders auffällig: Der Gummi fühlt sich griffig an, ohne klebrig zu wirken - ein Problem, das bei vielen günstigeren Griffen auftritt. Beim ersten Greifen fällt die leicht taillierte Form positiv auf. Sie unterstützt eine natürliche Handhaltung und verbessert die Kontrolle, besonders auf ruppigen Trails. Insgesamt macht der SQlab-7OX einen sehr professionellen Eindruck und vermittelt direkt das Gefühl, dass hier Performance und Komfort vereint wurden.

Die leicht gepolsterte Außenschicht reduziert den Druck auf die Handballen, ohne das direkte Fahrgefühl zu beeinträchtigen. Besonders auf Wurzelpassagen und felsigem Untergrund fällt auf, dass Vibrationen effektiv gedämpft werden. Wer oft lange oder technisch anspruchsvolle Strecken fährt, profitiert von dieser Kombination aus Grip und Komfort.

Dank der Innenklemmung bleibt die gesamte Grifffläche nutzbar, ohne störende Schellen an der Außenseite. Die Klemmschraube lässt sich mit wenig Kraft sicher anziehen, sodass der Griff fest am Lenker sitzt. Selbst unter hoher Belastung verdreht er sich nicht - ein klares Plus für aggressive Trail- und Enduro-Fahrer.

Die Markierung auf den SQlab-7OX-Griffen zeigt die richtige Montageposition. So wird eine optimale Ergonomie gewährleistet. Ein weiterer Vorteil zeigt sich in schnellen Richtungswechseln. Die feste, aber nicht zu harte Gummimischung ermöglicht präzise Steuerimpulse, ohne dass zu viel Griffkraft nötig ist. Dadurch lassen sich Kurven sauber anfahren, ohne die Hände übermäßig zu belasten. Gerade in anspruchsvollem Gelände kommt dieser Vorteil stark zur Geltung.

Auch bei längerer Nutzung bleibt der Grip stabil. Die Oberfläche fühlt sich auch nach intensiver Beanspruchung noch griffig an, ohne Anzeichen von Abrieb. Der Gummi verklebt nicht durch Handschweiß, was besonders an warmen Tagen ein wichtiger Faktor ist. Fahrer, die auf lange Haltbarkeit und gleichbleibenden Grip setzen, bekommen hier eine solide Lösung.

Fifty-Fifty MTB Griffe

Der Fifty-Fifty-MTB-Griff wird schlicht in einer Plastikverpackung geliefert. Hier steht Funktion über Präsentation, was den Fokus klar auf das Produkt legt. Kein übertriebenes Design, sondern ein klassischer Lock-On-MTB-Griff ohne auffällige Extras.

Das Material fühlt sich angenehm an, weder zu weich noch klebrig. Die feine Riffelstruktur sorgt für soliden Grip, ohne sich unangenehm in die Hand zu graben. Wer ein dezentes Profil bevorzugt, das sich auch ohne Handschuhe angenehm anfühlt, wird hier gut bedient. Zudem ist der MTB-Griff angenehm leicht. Verarbeitung und Befestigung machen einen soliden Eindruck. Keine unsauberen Kanten oder Gussnähte, stattdessen eine schlichte, saubere Konstruktion. Die Dual-Lock-On-Klemmringe versprechen eine einfache Montage und einen festen Sitz am Lenker. Ein funktionaler Griff ohne große Überraschungen, aber mit einer grundsoliden Basis.

Die Montage der Fifty-Fifty-Griffe ist unkompliziert. Dank der Lock-On-Klemmen lassen sie sich schnell befestigen und bieten einen sicheren, rutschfesten Sitz. Beim ersten Anfassen fällt die geschmeidigere Gummimischung auf. Die feine Riffelung sorgt für soliden Halt, allerdings fehlt das aggressivere Profil, das man bei stärker strukturierten Griffen findet.

Mit Handschuhen ist die Haptik angenehm, ohne störendes Kleben oder übermäßige Reibung. Ohne Handschuhe bleibt das Gefühl neutral - ausreichend Grip, aber kein extra „Biss“. Der große Unterschied zeigt sich auf ruppigem Terrain. Die weichere Mischung absorbiert spürbar mehr Vibrationen, was auf langen Touren eine Wohltat für die Hände ist. Dafür fehlt die direkte Lenker-Rückmeldung, was in technischen Passagen oder schnellen Kurven auffällt. Wer eine präzise Steuerung gewohnt ist, muss sich etwas mehr anstrengen.

Beim Fahren überzeugen die Fifty-Fifty-Griffe durch ihre gelungene Mischung aus Komfort und Kontrolle. Das Material dämpft Vibrationen, ohne das Fahrgefühl zu schwammig zu machen. Besonders auf längeren Touren oder ruppigen Trails sorgt die griffige Struktur für sicheren Halt - mit oder ohne Handschuhe.

Reetee Fahrradgriffe

Ergonomische Finger-Einkerbungen machen sofort klar: Diese Griffe setzen auf Komfort und unterscheiden sich deutlich von klassischen Rundmodellen. Die Formgebung unterstützt eine entspannte Handhaltung, was vor allem auf längeren Touren spürbar sein dürfte. Auch die Verarbeitung hinterlässt einen ordentlichen Eindruck. Sauber gegossenes Material ohne störende Kanten oder Gussnähte sorgt für ein angenehmes Griffgefühl. Die Gummimischung fällt spürbar weicher aus als bei härteren Performance-Griffen, was eine bessere Dämpfung verspricht.

Beim ersten Greifen fällt die angenehme Haptik auf. Die Oberfläche bietet Führung, ohne die Hand zu fixieren, wodurch ein neutrales, komfortables Fahrgefühl entsteht. Wer einen griffigen, tourenfreundlichen MTB-Griff sucht, dürfte hier gut aufgehoben sein.

Die ergonomische Form der Reetee-MTB-Griffe entlastet Handgelenke und beugt Taubheitsgefühlen vor. Besonders auf längeren Touren sorgt die größere Auflagefläche für mehr Komfort und weniger Belastung auf den Handflächen.

Beim Grip zeigt sich eine differenzierte Leistung. In trockenen Bedingungen bieten die Einkerbungen eine gute Führung, ohne die Hand unangenehm einzuschränken. Mit Handschuhen bleibt das Gefühl neutral, während ohne Handschuhe weniger direkter Grip vorhanden ist als bei stärker profilierten Modellen. Besonders auf anspruchsvolleren Trails fehlt die bissige Haftung eines SQlab oder Fifty-Fifty-Griffs.

In Sachen Dämpfung überzeugt das weiche Material. Stöße und Vibrationen werden spürbar abgefedert, was vor allem auf Schotter- und Waldwegen angenehm ist. Allerdings geht dadurch auch etwas direkte Lenker-Rückmeldung verloren, was sich auf technische Passagen auswirkt. Wer absolute Kontrolle über den Untergrund sucht, könnte das als Nachteil empfinden.

Weitere getestete MTB-Griffe

  • Lizard Skins DSP Grip
  • SQlab 711
  • SQlab 710
  • ODI Longneck
  • Aaron Fit Fahrradgriffe
  • Hasagei Fahrradgriffe
  • Ergon GDH Team-Griffe

Revolution Suspension Grips: Eine Alternative?

Die innovativen Revolution Suspension Grips sind die ersten „schwebenden“ Griffe, die eure Hände mit einer speziellen abfedernden Technik vor Vibrationen des Lenkers schützen - bei gleichzeitig verbessertem Kontakt. Die in den USA gefertigten RevGrips zielen auf MTB-, ATV- und BMX-Fahrer ab und verfolgen einen neuen Ansatz, was die Dämpfung von Stößen angeht.

Die Technik hinter den Griffen ist elegant und einfach zugleich: Die äußere Griffschale wird nicht direkt auf dem Lenker montiert, sondern ist schwebend auf einer Gummi-Einlage gelagert, die wiederum sicher von maßgefertigten Aluminium-Klemmen gehalten wird. Diese Konstruktion erlaubt es den Griffen, zu „schweben“ und um einige Grad zu rotieren.

Dadurch ist die Griffschale vom Lenker isoliert - das reduziert die Vibrationen, die an die Hände weitergegeben werden. Die RevGrips sind in den Größen Small, Medium und Large erhältlich, jeweils mit einem Außendurchmesser von 31, 32,5 und 34 mm, und sowohl in Half-Waffle als auch in einer ultra soften Gummimischung. Die Klemmen sind mit jeder Griffschale kompatibel. Sobald ihr euch das System zugelegt habt, könnt ihr die Größe der Griffschalen wechseln und seid für die Zukunft gewappnet.

Um herauszufinden, wie sinnvoll die RevGrips tatsächlich sind, hat unser UK-Redakteur Trev einen RevGrips parallel zu einem Standard-Griff (einem dünnen DMR Deathgrip Waffle-Griff) getestet. Das Resultat fiel ziemlich überraschend aus: Mit Handschuhen war kaum ein Unterschied spürbar, doch am Ende einer langen Fahrt fühlten sich Hand und Unterarm auf der RevGrips-Seite weniger erschöpft und frischer an. Trev fiel außerdem auf, dass sich die RevGrips bei schnell aufeinanderfolgenden Bodenunebenheiten und felsigem Untergrund gedämpfter und komfortabler anfühlen.

Durch den erhöhten Kontakt und die reduzierten Bewegungen unter den Handinnenflächen fiel es ihm leichter, einen lockeren Griff beizubehalten, was Arm-Pump natürlich enorm reduziert. Der Grad der Beweglichkeit der Griffe ist anpassbar und fürs Fein-Tuning lassen sich Unterlegscheiben hinzufügen, um die Rotationsbewegung zu erhöhen.

Die RevGrips Pro Series Half-Waffle-Griffe bieten mehr Grip, besseren Komfort und reduzieren noch dazu Arm-Pump.

Tabellarische Übersicht der getesteten Griffe

Griff Hersteller Typ Besonderheiten
Ergon GA3 Ergon Ergonomisch Flügelform, guter Grip
RaceFace Chester RaceFace Lock-on Leicht konisch, komfortabel
Ergon GP3 Ergon Ergonomisch Barends, große Auflagefläche
SQlab 7OX SQlab Performance Taillierte Form, guter Grip
Fifty-Fifty MTB Griffe Fifty-Fifty Lock-on Komfortabel, dämpfend
Reetee Fahrradgriffe Reetee Ergonomisch Finger-Einkerbungen, komfortabel
Lizard Skins DSP Grip Lizard Skins Polymer Guter Grip, feuchtigkeitsabsorbierend
SQlab 711 SQlab Ergonomisch Dicker am Ende, vergrößerte Auflagefläche
SQlab 710 SQlab Ergonomisch Ausgeprägte Form, rutschig bei Schweiß
ODI Longneck ODI Gummi Komfortabel, schwammig
Aaron Fit Fahrradgriffe Aaron Fit Ergonomisch Hartes Gummi, rutschig
Ergon GDH Team-Griffe Ergon Gravity Dreiteiliger Aufbau, maximaler Grip

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