Mountainbike-Pionier Gary Fisher hatte damals den richtigen Riecher. Er war einer der Ersten, der konsequent auf 29-Zoll-Laufräder setzte und hielt auch daran fest, als sich kurzzeitig die 27,5-Zöller auf die Bühne drängten. Heute ist 29 Zoll der unangefochtene Standard bei den Laufradgrößen, nur in wenigen Bereichen rollen Bikes noch auf 27,5 Zoll oder dem sogenannten Mullet-Setup aus 29 Zoll vorne und 27,5 Zoll hinten. 29-Zöller rollen besser über Hindernisse und bieten mehr Sicherheitsreserven auf anspruchsvollen Pfaden. Superbreite Fatbike-Laufräder spielen nur noch im Reich der Exoten eine Rolle - bei Spezialeinsätzen auf Sand oder Schnee.
Warum sind Laufräder so wichtig?
Neben der Größe steht das Gewicht im Mittelpunkt. Laufräder und Reifen zählen zu den effektivsten Möglichkeiten, das Bike auf mehr Vortrieb zu trimmen. Bikes mit leichten Laufrädern, insbesondere vorne, fahren sich quirliger und lassen sich besser beschleunigen. Diese Spritzigkeit hängt aber nicht alleine von der rotierenden Masse ab, sondern auch davon, wie sie innerhalb des Laufrades verteilt ist. Außenliegende Teile - also vor allem Reifen und Felge - beeinflussen das Beschleunigungsverhalten mehr als innenliegende Teile wie die Nabe. Je leichter, desto sprintfreudiger das Laufrad. Deshalb sind Carbon-Laufräder so begehrt.
Carbon vs. Aluminium: Ein Vergleich
Ein Laufradsatz aus Kohlefaser hat aber noch einen zweiten Vorteil: Carbon ist sehr steif, wodurch sich die Laufräder sehr präzise steuern lassen. Was aber nicht heißt, dass man keine steifen Alu-Laufräder bauen könnte. Ein guter Teil der Stabilität hängt nämlich von den Speichen und der Art des Einspeichens ab. In der Praxis ist ein Unterschied zwischen guten Alu-Laufrädern und Carbon-Laufrädern für Durchschnitts-Biker kaum festzustellen.
Die Vorteile von Carbon-Laufrädern
- Leichtgewicht
- Hohe Steifigkeit
- Präzise Steuerung
Die Vorteile von Aluminium-Laufrädern
- Günstiger
- Robust
- Reparierbar
Felgenbreite und Tubeless-Technologie
Einen Einfluss auf die Fahrqualitäten hat auch die Felgenbreite. Seit dem Einzug der Tubless-Technologie (schlauchlos) geht der Trend zu breiteren Felgen. Damit lassen sich die Reifen mit weniger Druck fahren - ohne instabil zu werden oder bei radikalen Kurvenmanövern von der Felge zu springen. Zusätzlich verbessert ein größerer Felgenquerschnitt auch die Laufradsteifigkeit.
Lohnt sich die Investition in Carbon-Laufräder?
Für viele Biker sind Carbon-Laufräder die ideale Ergänzung zu den fast schon selbstverständlich gewordenen Rahmen aus Carbon. Leichte Laufräder aus Kohlefaser spuken vielen als Objekt der Begierde durch den Kopf. Doch nicht wenige zögern aufgrund der hohen Preise. Für einen kompletten Laufradsatz aus Carbon liegt der Preis schnell mal einen Tausender über dem von vergleichbaren Modellen aus Aluminium.
Lohnt sich diese Investition? Schon mehrmals haben wir in unseren Labor- und Praxistests die Probe aufs Exempel gemacht. Das Ergebnis: ein spannendes Unentschieden. Auf dem Papier haben Carbon-Laufräder die Nase vorn, doch erfühlen lässt sich der Unterschied weniger deutlich. Die Messungen im BIKE-Testlabor zeigen: Bei identischem Aufbau (32-Loch, 3-fach gekreuzt) und mit gleicher Speichenspannung besitzt der Carbon-Laufradsatz eine um immerhin 15 bis 20 Prozent höhere Steifigkeit. Seitliche Belastungen werden gleichmäßiger abgeleitet, und auch kurze Lastspitzen, wie sie etwa bei unsauberen Landungen auftreten, werden mit geringerer Verformung aufgenommen.
Die Vor- und Nachteile im Überblick
| Eigenschaft | Carbon-Laufräder | Aluminium-Laufräder |
|---|---|---|
| Steifigkeit | Sehr hoch | Etwas geringer |
| Gewicht | Gering | Höher |
| Preis | Hoch | Niedriger |
| Robustheit | Hoch (durch moderne Technologien) | Gut |
| Reparatur | Schwierig, bricht | Leicht, verbiegt |
In der Theorie bedeutet das ein präziseres Fahrgefühl und höhere Belastbarkeit. Bei der Beschleunigung liegen die beiden Kontrahenten aber auf gleichem Niveau. In der Praxis fühlen sich auch die Alu-Laufräder ordentlich steif an. Sie fahren sich nahezu identisch. Echte Unterschiede konnte auf den Trails keiner der Tester feststellen. Bei der Robustheit hat Carbon durch moderne Verarbeitungstechnologien deutlich zugelegt. Einziger, gravierender Unterschied: Eine verbogene Alu-Felge lässt sich notfalls noch zurechtbiegen. Nachteil des Leichtmetalls: schwerer und etwas weniger steif als Carbon.
Aktuelle Laufradsatz 29 Zoll MTB Modelle im Vergleich (Stand: 08/2025)
Hier ist ein Vergleich aktueller 29-Zoll-MTB-Laufradsätze, basierend auf Testergebnissen und Kundenbewertungen:
Vergleichstabelle
| Modell | Vergleichsergebnis | Kundenwertung bei Amazon | Felgenart | Felgenbreite (Innenkanal) | Einbaubreite (vorne | hinten) | Gewicht (vorne | hinten) | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Shkj MTB Laufräder | Sehr gut | 1 Bewertung | Doppelwandfelge | Keine Herstellerangabe | 110 mm | 148 mm | 2.250 g | 2.250 g | Mit Schnellspannern, für Scheibenbremsen, robustes Material | Ohne Felgenbänder |
| Pmp Nitro Carbon Race Set | Sehr gut | 2 Bewertungen | Hohlkammerfelgen | Keine Herstellerangabe | 100 mm | 135 mm | 655 g | 655 g | Aus Carbon, besonders leicht, mit Flachspeichen, für Tubeless-Reifen geeignet, mit Felgenbändern, zahlreiche Personalisierungen | Ohne Schnellspanner |
| Hjrd Mountainbike-Laufradsatz 29 | Sehr gut | 3 Bewertungen | Hohlkammerfelgen | 29 " | 29 " Innenkanal 27 mm | 100 mm | 135 mm | Keine Herstellerangabe | Für Scheibenbremsen, mit Schnellspannern, mit Felgenbändern | Keine Flachspeichen |
| Lsrryd MTB Radsatz | Sehr gut | 1 Bewertung | Hohlkammerfelgen | 29 " | 29 " Keine Herstellerangabe | 110 mm | 148 mm | Zusammen 2.200 g | Für Scheibenbremsen geeignet, Ersatzspeichen im Lieferumfang enthalten, mit Felgenbändern | Keine Flachspeichen |
| Nbtrxwafr MTB-Laufradsatz | Sehr gut | 6 Bewertungen | Hohlkammerfelgen | 29 " | 29 " Innenkanal 22 mm | 100 mm | 135 mm | 1.000 g | 1.100 g | Mit Schnellspannern, für Scheibenbremsen, in weiteren Farben erhältlich | Nicht für Tubeless-Reifen |
| Lyycx AuroraXQ | Sehr gut | 2 Bewertungen | Doppelwandfelge | 29 " | 29 " Innenkanal 19 mm | 100 mm | 135 mm | 870 g | 1.016 g | In verschiedenen Farben erhältlich, mit Schnellspannern, geringes Gewicht | Ohne Felgenbänder |
| Bärwinkels Laufradbau Black Dingo Laufradsatz | Sehr gut | 7 Bewertungen | Hohlkammerfelgen | 28 " | 29 " Innenkanal 25 mm | Keine Herstellerangabe | gesamt 2.150 g | Robuste Hohlkammerfelgen, mit Schnellspannern, für Tubeless-Reifen geeignet | Ohne Felgenbänder |
| Wcyscore Mountainbike Laufradsatz | Sehr gut | Noch keine Bewertungen | Hohlkammerfelgen | 29 " | 29 " Keine Herstellerangabe | 100 mm | 135 mm | 980 g | 1.100 g | Mit Schnellspannern, mit Felgenbändern | - |
Tune Cross-Country-Laufradsatz: Ein Beispiel
Tune liefert mit dem neuen Cross-Country-Laufradsatz den optimalen Kompromiss aus Gewicht und Stabilität. Optisch elegant verbinden 32 Edelstahlspeichen die Kingkong- bzw. Kong-Nabe mit der 29-Zoll- Carbonfelge und tragen so satte 115 Kilogramm Systemgewicht. Unser Testergebnis zeigt: Das Rezept geht auf. Der Blackburner 23 ist steif und erreicht gute Beschleunigungswerte, wie die verschiedenen Prüfstandtests ergeben. Die Reifenmontage stellte sich als etwas widerspenstig heraus, ist jedoch mit etwas Geschick ohne Reifenheber machbar.
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