Bremsen, Schalten, Lenken und Halten: Nur wenn alle Tätigkeiten am Lenker ohne Probleme reibungslos ineinandergreifen, haben wir das Rad unter voller Kontrolle. Fein ausgeklügelte Kontaktflächen an Schalt-, Bremshebel und Griff spielen dabei eine elementare Rolle. Handschuhe verbessern den Kontakt, weil ein Rutschen durch feuchte oder nasse Handinnenflächen stark unterbunden wird.
Vorteile von Langfinger-Handschuhen
Langfinger-Handschuhe haben aber auch noch zwei andere, praktische Vorteile: Sie zählen neben Helm und Brille auch zur Schutzausrüstung, weil sie im Falle eines Sturzes Abschürfungen an Fingern und Handflächen verringern oder gar ganz unterbinden. Und sollte ein technischer Defekt die Tour stören, bleiben die Finger bei einer Reparatur deutlich sauberer.
Als Nachteil nennt mancher Sonnenanbeter Bräunungsstreifen am Handgelenk oder eine schlechte Belüftung. Aber mal ganz ehrlich: Kontrolle und Sicherheit sollten deutlich höher gewichtet werden!
Um den bestmöglichen Vergleich aktueller Handschuhe zu ermöglichen, haben wir bei den Herstellern leichte, dünne Langfingermodelle für den Sommer angefragt. Wenn möglich, sollten die Muster ohne Handpolster für einen möglichst direkten Kontakt zum Griff geliefert werden.
Testkriterien und Gewichtung
Damit alle Handschuhe direkt miteinander vergleichbar sind, haben wir Überpunkte bewertet und gewichtet. So bekommen die Passform 35, Kontrolle 25, Belüftung 20, das An- und Ausziehen 10 sowie Details und Verarbeitung je 5 Prozent zugesprochen.
Um den Handschuhen alles abzuverlangen, werden sie von mehreren Personen auf etlichen Ausfahrten gefahren und in verschiedenen Einsatzbereichen getestet.
Passform und Komfort
Großvolumige Hände, lange oder schlanke Finger: Jede Hand ist so individuell wie der Mensch dazu. Deshalb sollten Handschuhe vor dem Kauf anprobiert werden. Sinnvollerweise greift man dabei auch um einen Griff und überprüft, ob beim Greifen zu Schalt- und Bremshebeln störende Details wie drückende Nähte oder sich spannender Stoff auftreten.
Langfinger-Handschuhe sollten auf keinen Fall zu groß angeschafft werden, da sich die Stoffe im Einsatz oft noch etwas weiten und die Hand dann umherrutschen kann. Das erhöht die Haltearbeit der Unterarmmuskulatur oder kann auch zu Blasen führen. Andererseits sollten sie auch nicht zu klein ausfallen, um die Bewegung der Finger nicht einzuschränken.
Die Hersteller im Test bieten im Schnitt fünf bis sechs Größen an, decken damit einen großen Bereich ab. Ein besonderes Lob geht an den Ergonomie-Spezialisten SQlab: Die Münchner bieten jeden Handschuh in zwei Volumina an.
Vorgeformte Handschuhe erkennt man leicht: Sie hängen nicht so lasch wie ein Waschlappen gerade nach unten, sondern weisen im Bereich der Finger und Handfläche eine leichte Krümmung auf. Dabei ist die Innenfläche etwas kürzer als der Handrücken gestaltet, wodurch der Handschuh später weniger Falten wirft. Vor allem bei Ergon und Vaude ist dieser Effekt recht deutlich ausgeprägt.
Bei der Gestaltung des Bundes ist es egal, ob Klett oder Stretch eingesetzt wird. Am Ende muss der Abschluss bequem sein und darf nicht drücken. Im Detail wird dann die Passform an den Fingern überprüft. So sollte das Volumen, gerade im Bereich der Fingerkuppen passen und dort auch keine Nähte unangenehm stören. Das Problem: Oft laufen hier drei Materialen von unten, der Seite und oben zusammen. Eine umlaufende Konstruktion, bei der das Material der Handinnenfläche nach oben gezogen wird, reduziert Nähte und Material. Das ist beim Greifen deutlich spürbar.
Ein weiterer Problempunkt ist die Daumenbeuge. Hier entsteht beim Umgreifen des Griffs eine starke Krümmung, laufen verschiedene Materialien zusammen und sind teils Verstärkungen angebracht. Hier gilt es intelligent und sauber zu arbeiten, damit in der Praxis bester Komfort vorhanden ist.
Nähte und Verarbeitung
Ein wichtiger Punkt sind Nähte: Hier spielen Art, Positionierung und Ausführung eine erhebliche Rolle. Im Greifbereich sollten Flachnähte eingesetzt werden, damit das Material nicht stark aufträgt und stören kann. Nach außen verlegte Nähte wie bei SQlab sehen ungewohnt aus, bringen aber spürbar mehr Komfort. Im besten Fall werden aber möglichst wenige Nähte eingesetzt. Wo nichts ist, kann eben auch nichts stören! Gerade in der Handfläche ist das für den Tragekomfort zuträglich.
An- und Ausziehen
Beim Anziehen eines Handschuhs ergibt sich oft schon die erste Kritik: Die Öffnung ist äußerst knapp geschnitten und trotz offenem Klettverschluss oder vermeintlich dehnbarem Saum will die Hand nur zögerlich in den Handschuh rutschen. Vor allem bei 100 % und Leatt, aber auch bei Bluegrass, GripGrab, Mavic, O’Neal und Specialized ist durchaus Vorsicht geboten, will man nicht schon beim Anziehen manche Naht überdehnen oder sprengen. Dabei ist es am Ende unerheblich, ob der Hersteller dann auf Klett (9) oder einen flexiblen Bund setzt (16).
Beim Ausziehen dann ein ähnliches Bild: Oft zieht man den Handschuh von hinten her auf links, um ihn dann abstreifen zu können. Danach muss er allerdings wieder auf rechts gedreht werden, was teils eine echte Fummelei ist. Einfacher geht es, wenn man den Handschuh über die Finger abzieht. Dazu ist es aber wichtig, dass man die Fingerkuppen ordentlich greifen kann. Ein cleveres Design mit verstärkten Enden erleichtert den Vorgang, ist vor allem bei Ion, IXS, Kinetixx, Oakley, O’Neal, Pearl Izumi, Smartwool und Vaude zu finden.
Belüftung
Gute Belüftung? Möglichst dünnes, offenporiges Material lässt Wärme und Schweiß schnell entweichen. Das kühlt und ist vor allem in den warmen Sommermonaten enorm wichtig! Im Detail splitten wir die Wertung und betrachten Finger, Innen- und Oberhand separat. Generell gilt: Dichte Materialien, Verstärkungen, Kunststoff- oder Gummiapplikationen schränken die Luftzirkulation ein (100%, Oakley).
Bei Fingern wird oft im seitlichen Bereich Mesh eingesetzt. Das bringt vor allem bei 100%, Gore, Mavic, Oakley, O’Neal, Specialized und Vaude Vorteile. Eine dünne, flexible und stark perforierte Innenfläche bieten etwa Dynafit, Lizard Skins, O’Neal, Poc und Roeckl. Die luftigsten Materialien an der Oberhand sind indessen bei Bluegrass, Endura, Ergon, GripGrab, Lizard Skins, Poc, Prologo und Troy Lee Designs zu finden. In Summe waren am Ende dann Bluegrass, Gore, Lizard Skins, Poc und Troy Lee Designs am luftigsten.
Kontrolle und Griffigkeit
Beim Betätigen von Brems- und Schalthebel sollte die Bewegungsfreiheit an Zeige-, Mittelfinger und Daumen nicht limitiert werden. Dünne und flexible Materialien verhelfen zu einem positiven Griffgefühl und direktem, ungefilterten Feedback. Wer viel schwitzt oder auch bei Nässe unterwegs ist, sollte auf gummierte Handinnenflächen und Fingerenden setzen (Dynafit, Endura, Ion, Kinetixx, Prologo, Shimano, Troy Lee Designs, Vaude).
Dickere Polster (Kinetixx, Shimano, Smartwool) entlasten teils zwar die Nerven, stören aber gerade beim Mountainbiken, weil direkter Kontakt und Feedback sehr hoch gewichtet werden. Wenn der Schweiß wie ein Wasserfall von der Stirn fließt, freut man sich über großflächige wie saugstarke Abstreifer (Endura, O’Neal, Poc, Prologo, Shimano).
Werden Smartphone oder GPS-Geräte genutzt, sollte vor allem der Zeigefinger touch-sensitiv ausfallen. Wir empfehlen, das jeweilig genutzte Modell zum Kauf mitzubringen und auszuprobieren, da es im Test starke Unterschiede im Zusammenspiel gab.
Wer viel fährt, freut sich über verstärkte Stellen im Bereich der Handballen oder der Daumenbeuge. Hier überzeugen vor allem 100%, GripGrab, Oakley und Smartwool. Wer dann auf Farbe setzen will, findet im Schnitt pro Modell vier bis fünf Farben.
Verarbeitung und Pflege
Bei der Verarbeitung achten wir auf Materialwahl, Details und Nähte in Ausführung und Platzierung. Das Niveau erfreut, weil es sehr hoch ausfällt und die Unterschiede am Ende nur gering sind. Größere Unterschiede gibt es beim Gewicht. So liegt die Range zwischen federleichten 31 Gramm (Gore) und knapp doppelt so schweren 63 Gramm (100%).
Wie beim Rad auch, wird die Pflege bei Handschuhen häufig unterschätzt. Vor der ersten Nutzung empfehlen wir die Oberflächen mit einem Imprägniermittel zu behandeln. So nimmt das Material weniger Feuchtigkeit auf und lässt auch Dreck weniger Angriffsfläche. Bei leichten Verschmutzungen reicht es, wenn die Oberfläche mit einem feuchten Tuch abgewischt wird. Ist der Handschuh aber stark verschmutzt oder müffelt, hilft nur noch eine gründliche Hand- oder Maschinenwäsche. Dabei sollte man unbedingt die Herstellervorgaben im Etikett beachten! So dürfen die meisten Handschuhe nur bei geringer Temperatur und niedrigem Schleudergang in die Maschine. Zusätzlich sollte spezielles, flüssiges Waschmittel für Funktionsbekleidung eingesetzt werden.
Wichtiger Tipp: Nasse Handschuhe sollten nur ausgedrückt werden, weil beim kräftigen Auswringen Nähte und Material Schaden nehmen können! Zum Trocknen legt man sie auf eine flache, luftige Oberfläche oder hängt sie an die Wäschespinne.
Der O'Neal AMX-Glove im Detail
Der AMX-Glove von O'Neal besteht an der Oberseite fast komplett aus luftigem Mesh. Die griffige Innenhand ohne Polster gibt einem viel Kontrolle am Lenker. In die Finger sind Silberfäden eingearbeitet, somit gibt es keine Ausrede mehr, warum man während der Tour den Anruf der Freundin nicht annehmen konnte. Der Aufdruck an der Oberseite löste sich seit der ersten Fahrt kontinuierlich ab. Macht nichts, ohne ist der Handschuh noch mal besser belüftet.
Funktionalität ***** Haltbarkeit ***
O'Neal Winter Glove im Test
Der O’Neal Winter Glove ist ein Winterhandschuh mit Anleihen an die Optik eines MX-Handschuhs. Für knapp 35 Euro ist der Winter Glove in schwarz, abgesetzt mit weiß und grau, erhältlich. Die Handinnenfläche wird durch ein synthetisches Leder geschützt, während auf der Oberhand Neopren und Elasthan Verwendung finden. Im Innern des Handschuhs ist eine muckelige und kuschelige Dämmung aus Fleece eingearbeitet.
Der Handschuh bietet ein sehr gutes Griffgefühl und durch die warmen Finger gehen auch Schalt- und Bremsvorgänge wie gewohnt locker von der Hand - im wahrsten Sinne des Wortes. Sehr positiv zu bemerken sind die aufgesetzten Fingerkuppen im Bereich der Fingernägel. Das Ärmelbündchen ist länger als bei herkömmlichen MX-Handschuhen, ist aber ebenso eng anliegend und lässt sich auch wie bei MX-Handschuhen typisch per Klett verschließen.
Nachteil des eng anliegenden Ärmelbündchens ist natürlich, dass der Handschuh nicht über die Ärmel der Jacke reicht und dadurch eine Angriffsfläche für Wind und Wasser geboten wird. Aufgesetzte Protektoren besitzt der O’Neal Winter Glove 2011 nicht. Die Bremsfinger weisen einen Dehnbereich und einen Silikonbesatz für eine bessere Griffigkeit der Bremshebel auf. Die Verarbeitung ist top, der Handschuh bietet ein sehr gutes Griffgefühl und einen sehr hohen Tragekomfort.
Worauf Sie beim Kauf von ONEAL Fahrradhandschuhen achten sollten
Egal, ob Sie ein professioneller Radfahrer oder nur ein Wochenendausflügler sind, Sie brauchen den richtigen Radhandschuh, um Ihre Fahrt zu erleichtern.
Als Erstes sollten Sie sich fragen, welche Ziele Sie mit einem Handschuh verfolgen. Wenn Sie es bequemer haben wollen, dann suchen Sie wahrscheinlich einen Handschuh, der gut sitzt und Ihre Fingerfertigkeit nicht einschränkt. Wenn Sie etwas suchen, das Sie in den kalten Wintermonaten warm hält, dann brauchen Sie einen Handschuh, der warm ist und eine Isolierschicht bietet.
Das richtige Handschuhmaterial wählen
Eine der wichtigsten Überlegungen bei der Auswahl des richtigen Handschuhmaterials ist der Tragekomfort des Materials. Die meisten Handschuhe auf dem Markt sind heute aus Leder, aber viele Unternehmen stellen jetzt immer mehr Handschuhe aus Nylon oder anderen synthetischen Materialien her. Lederhandschuhe sind oft der Standard, weil sie haltbarer und leichter zu reinigen sind, aber Nylon und andere synthetische Materialien sind meist weicher und flexibler.
Die richtige Größe finden
Als Erstes müssen Sie die Größe Ihrer Handschuhe bestimmen. Die meisten ONEAL Fahrradhandschuhe sind so konzipiert, dass sie locker genug sind, um über die Hand zu passen, aber eng genug, um sich beim Fahren bequem zu fühlen. Wenn Sie einen Handschuh finden, der Ihren beiden Händen perfekt passt. Außerdem sollte ein Handschuh eng um die Handgelenke anliegen, damit er nicht von der Hand rutscht.
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