Immer mehr abfahrtsorientierte Biker wünschen sich auf ihren Trail-Jagden etwas mehr Schutz. Bisher gab es nur zwei Möglichkeiten: Entweder ein leichter, luftiger Helm, die klassische “Halbschale”, oder ein dicker, schwerer und stickiger Integralhelm mit massivem Kinnbügel, der klassische Fullface. Inzwischen gibt es jedoch mehrere Optionen, wie Jethelme oder Vollvisierhelme mit Kinnbügel.
Die Vorteile von Helmen mit abnehmbarem Kinnbügel
Als Alternative hat die Industrie auch an den klassischen Vollvisierhelmen mit Kinnbügel getüftelt. Mit geringerem Gewicht und besserer Belüftung sollen Produkte wie der IXS Trigger FF deutlich komfortabler sein und so auch abseits von Bikepark oder Downhill-Rennstrecke punkten. Der Trigger FF Mips besticht dabei mit besonders niedrigem Gewicht. Gerade einmal 660 Gramm bringt er in Größe ML auf die Waage. Nur etwa 250 Gramm mehr als eine durchschnittliche Trail-Halbschale. Damit hat IXS einen der leichtesten Helme seiner Art im Portfolio.
IXS Trigger FF Mips im Detail
Der IXS Trigger FF Mips bietet mit seinem geringen Gewicht und der guten Belüftung einen hohen Tragekomfort. Hier sind die Fakten:
- Preis: 279 Euro
- Gewicht: 660 Gramm (Größe ML)
- Farben: Neun zur Wahl
- Größen: XS / SM / ML
- Visier: Verstellbar (drei Stufen) mit Goggle Parkplatz
- Verschluss: Magnetverschluss
- Sicherheit: Mips Rotationssystem, Drehrad zur Feineinstellung, ASTM-zertifizierter Kinnbügel
Im Gegensatz zu klassischen Downhill-Helmen setzt der leichte Trigger FF auf ein Ratschensystem am Hinterkopf, mit dem der Helm am Kopf fixiert wird. Das kennt man von normalen Bike-Helmen. Das Kinnband wird mit einem praktischen Magnetverschluss fixiert.
Einsatzbereich des IXS Trigger FF
Wieviel Schutz und Sicherheit Biker auf dem Trail brauchen oder wollen, ist absolut individuell. Klar, bei einem Tag im Bikepark mit Liftbetrieb geht nichts über einen dicken Fullface. Maximaler Schutz für sorgenfreien Fahr- und Sprungspaß. Und im Lift oder der Gondel dürfen Kopf und Fahrer frische Luft schnappen und sich vom schweren Gerät erholen. Doch mit modernen Enduro-Bikes oder E-MTBs werden krasse Strecken immer mehr selbst erstrampelt. Und genau hier ist der Trigger FF ideal.
Er bietet deutlich mehr Schutz als Halbschale oder Jethelm, sorgt aber nicht nach den ersten 30 Minuten für einen steifen Nacken oder glühenden Kopf. Und selbst im reinen Bikepark-Einsatz haben die Leichtgewichte Vorteile. Denn das geringere Gewicht entlastet die Nackenmuskulatur. Der Trigger FF wurde nach der Prüfnorm ASTM F1952-15 zertifiziert. Das bedeutet: Auch der Kinnbügel wurde getestet und entspricht den Sicherheitsstandards für Fullface-Helme. Das ist nicht bei allen Helmen der Fall, insbesondere, wenn der Kinnbügel abnehmbar ist.
Sicherheit und Schutzwirkung
Neben dem besseren Puffer bei harten Einschlägen, ist vor allem die größere Schutzfläche (Hinterkopf, Schläfen, Kinn) ein enormer Vorteil gegenüber klassischen Bike-Helmen. Außerdem ist die Gefahr, dass der Helm beim Aufprall verrutscht, deutlich geringer. Das Rotationssystem Mips ist aus der Helmwelt nicht mehr wegzudenken. Insgesamt 27 Belüftungsöffnungen beherbergt die Helmschale des IXS Trigger FF.
Fahreindruck des IXS Trigger FF
Im Vergleich zu einem massiven Downhillhelm wiegt der Trigger FF nahezu die Hälfte. Das spürt man beim Fahren deutlich. Er fühlt sich nicht unangenehm schwerer an, als eine Halbschale. Auch die Belüftung ist richtig gut. Durch die Polster an den Wangen sitzt der Trigger satt auf dem Kopf und vermittelt guten Halt und subjektiv ein hohes Sicherheitsempfinden. In schweißtreibenden Anstiegen wird es unter dem Integralhelm wärmer, als mit einer Halbschale. Völlig klar. Doch für Fullface-Verhältnisse bleibt der Kopf erstaunlich kühl und angenehm belüftet. Ein kleines Manko, das auch der luftigste Integralhelm nicht umgehen kann: Der Kinnbügel versperrt den Weg für die Trinkflasche zum Mund.
Alternativen und Vergleich
Bei ambitionierten Trailfahrern sind leichte Fullface-Helme oder solche mit abnehmbarem Kinnschutz begehrter als das neue iPhone X. Die neueste Generation an Helmen mit abnehmbarer Kinnpartie behauptet, dasselbe Maß an Schutz zu erreichen wie ein Fullface-Helm, in Kombination mit einer dramatisch verbesserten Ventilation für mehr Komfort auf Anstiegen.
Wir besorgten uns sechs der beliebtesten New-School-Fullface-Helme, um herauszufinden, welcher den besten Kompromiss zwischen Belüftung und Schutz bietet. Obwohl alle Helme größere Belüftungsöffnungen, einen größeren Gesichtsausschnitt und ein allgemein geringeres Gewicht haben als DH-Fullface-Helme, sind ihre Konzepte sehr unterschiedlich.
Die getesteten Helme im Überblick:
- Fox Proframe
- MET Parachute
- Bell Super 3R MIPS
- Giro Switchblade MIPS
- Uvex Jakkyl Hde
- Lazer Revolution FF MIPS
Wir haben dieses Testfeld auf dem Trail auf Herz und Nieren geprüft, an kalten und heißen Tagen, auf kurzen und langen Ausfahrten. Dabei haben wir die Helme nach Komfort, Gewicht, Sicht, Benutzerfreundlichkeit und Belüftung bewertet und außerdem Brillen und Goggles benutzt, um eventuelle Kompatibilitätsprobleme zu entdecken.
Sicherheitsstandards und Tests
Die Norm, der alle Helme genügen müssen. Die Helme müssen zahlreiche Stürze auf die Helmoberseite aushalten, aber der Test PRÜFT NICHT den Schutz, den der Kinnbügel bietet. Testet die Helme mit größeren Kräften als die Norm EN 1078. Von den hier getesteten Helmen erfüllen nur der Fox Proframe, der Giro Switchblade, der Lazer Revolution FF MIPS und der MET Parachute die strengere ASTM-F1952-DH-Norm, also die Norm, nach der auch die Helme der DH-Weltcup-Szene zertifiziert sind.
Wichtige Sicherheitsnormen:
- EN 1078 CE (EU-Norm für Fahrradhelme)
- ASTM F1952 (Amerikanische Norm für Downhill-Helme, inkl. Kinnbügel)
- NTA 8776 (Niederländische Norm für E-Bikes bis 45 km/h)
Systeme wie MIPS sollen beim Sturz diese Rotationskräfte ableiten und dem Fullface Helm so eine bessere Schutzwirkung geben.
Fullface-Helme für Kinder
Ein Fullface-Helm mit Kinnschutz sorgt dafür, dass Kinder beim Mountainbiken oder Skaten geschützt sind. Doch bei Kinder-Integralhelmen steht Sicherheit im Vordergrund. Worauf es zu achten gilt und welche MTB-Helme für Kinder unsere Community empfiehlt.
Unsere Favoriten für Kinderhelme mit Kinnschutz
- MTB-Helm „YouDrop FF“ von Abus
- Fullface-Helm für Kinder von Eulant
- Fullface-Helm mit abnehmbarem Kinnschutz von Rockbros
- Fullface-Helm „Rupi“ von Alpina
- Angebot Kinder-Fullface-Helm von Lixada
Checkliste für Kinder-Fullface-Helme:
- Größe: Der Helm muss genau passen, um optimalen Schutz zu bieten.
- Gewicht: Ein leichter Integralhelm verringert die Belastung für Nacken und Schultern.
- Belüftung: Ausreichende Belüftungsöffnungen sind wichtig, um Überhitzung zu vermeiden.
- Sicherheit: Der Helm sollte alle geltenden Sicherheitsstandards erfüllen (z.B. EN 1078).
- Design: Auch das Design spielt eine Rolle, damit der Helm gerne getragen wird.
Konvertierbarer Helm vs. fester Kinnbügel
Ob ein konvertierbarer Helm oder einer mit festem Kinnbügel die bessere Wahl ist, kommt ganz darauf an, wie ihr ihn einsetzen wollt. Ein konvertierbarer Helm ist eine gute Wahl, wenn ihr in den allermeisten Fällen mit Halbschale fahrt, aber doch hin und wieder in den Bikepark geht oder einen harten Enduro-Trail bestreiten möchtet. Für diese gelegentlichen Einsätze reicht er komplett aus und ihr habt einen Helm für alles.
Die Qual der Wahl
Auch wenn die Fullface Helme auf dem Papier alle sehr ähnlich sind, gibt es in der Praxis doch große Unterschiede. Kein Helm im Test saß so fest und hat so viel Sicherheit vermittelt wie der Giro Insurgent. Das stark gepolsterte Innenleben gibt ihm einen sehr sicheren Sitz und auch wenn einige der leichten Konkurrenten nah herangekommen sind, so hat es keiner geschafft, diesen Halt zu geben.
Der Bluegrass Vanguard Core Edition macht bereits auf dem Papier eine sehr gute Figur: Mit einem Preis von 330 € gehört er zu den günstigsten Helmen im Test, ist aber gleichzeitig mit 771 g einer der leichtesten. Doch auch auf dem Trail kann kein Modell dem Vanguard das Wasser reichen: Er bietet eine top Passform für eine Vielzahl von Kopfformen, gute Belüftung und ein Sicherheitsgefühl, das kein anderer Fullface Helm im Test überbieten kann.
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