MTB Hinterrad Lager wechseln: Eine detaillierte Anleitung

Irgendwann ist jedes Mountainbike-Lager am Hinterbau einmal am Ende. Dreckbeschuss und Wettereinflüsse stressen jeden Punkt eines Bikes, den Hinterbau jedoch am meisten. Egal wie oft und wie gut Sie ihn pflegen, irgendwann gibt jedes Lager "den Löffel ab". Ein Lagertausch ist daher oft nur eine Frage der Zeit - weswegen wir uns um dieses Thema in dieser Ausgabe gründlich kümmern wollen.

Vorbereitung ist alles

Die Prozedur ist generell, wie schon die große Lagerpflege in der Ausgabe zuvor, kein Hexenwerk. Größter Faktor ist die Zeit. Je nach Hinterbau-Art, Dämpferposition und Grad des Lagerdefekts muss man mit mindestens zwei Stunden für diese Operation rechnen - wir empfehlen jedoch, etwas mehr Zeit einzuplanen, da zum Beispiel der Ausbau festgegammelter Lagerschalen dauern kann. Für Härtefälle geben wir deshalb noch einmal zusätzliche Tipps und Tricks aus unserer Werkstatt. Neben Freizeit brauchen Sie zudem Konzentration und Geduld. Denn geht bei dieser Reparatur etwas am Hinterbau kaputt, kann es richtig teuer werden.

Werkzeug und Material

Apropos teuer: Das benötigte Werkzeug ist leider alles andere als billig. Während ein Lagereinpresser wie das von uns eingesetzte Cyclus Tools-Set mit 200 Euro für Vielschrauber noch argumentierbar ist, kosten die besonders bei Carbon-Rahmen empfehlenswerten Lageraustreiber ein Vielfaches mehr. Unser Tipp: Das Einpresswerkzeug kann man mit einem Tool der Marke Eigenbau aus einer Gewindestange, passenden Muttern und einer Nuss durchaus adäquat ersetzen. Lager können Sie entsprechend vorsichtig mit einem Gummihammer und einem passenden Rohr entfernen - bei Carbon-Rahmen ist jedoch wie gesagt maximale Vorsicht geboten. Wer sich unsicher ist oder schon am ersten Lager (hoffentlich nicht krachend) scheitert, sollte den Gang zum Fachhändler antreten, der natürlich über die entsprechenden Spezialwerkzeuge verfügt.

Das brauchen Sie:

  • Eintreiber
  • Lagerpresse
  • Kettenreiniger
  • Inbus/Torxset
  • Lagerfett
  • Hammer

Wo bekomme ich neue Hinterbaulager her?

Der einfachste Weg ist über den Bike-Hersteller selber; viele bieten dazu Kits auf ihrer Webseite oder über den Fachhandel an. Kostenpunkt: in der Regel zwischen 20 und 40 Euro für ein komplettes Hinterbau-Lager-Set. Wer seinem Bike etwas richtig Gutes tun möchte oder nur einzelne Lager sucht, findet bei SKF und Enduro Bearings teurere, aber auch hochwertigere (weil in der Regel besser verarbeitete und gedichtete) Alternativen. Online-Grossisten wie kugellager-express.de bieten für schmales Geld einzelnen Ersatz an.

Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Lagertausch am Hinterbau

Wenn es knackt und knarzt, kommen Sie oft um einen Lagertausch nicht herum. Mit Geduld, Geschick und Vorsicht ist dies kein Problem.

  1. Dämpfer ausbauen

    Lassen Sie die Luft aus dem Dämpfer und schrauben Sie ihn mittels Torx- oder Inbus-Tool aus der Wippe heraus. Notieren Sie sich idealerweise die Reihenfolge bzw. die Position jeder Schraubverbindung, damit Sie beim Rückbau keine Zeit verlieren.

  2. Wippe vom Hinterbau lösen

    Trennen Sie Stück für Stück die Wippe vom nun komplett entlasteten Hinterbau. Achten Sie darauf, dass - sofern vorhanden - keine Unterlegscheiben verloren gehen, und notieren Sie sich auch hier unbedingt deren Position.

  3. Lager öffnen

    Wie beim Lager-Service öffnen Sie anschließend per Torx oder Inbus den Lagersitz. Haben Sie die Wippe nun lose in der Hand, reinigen Sie deren Kontaktpunkte gründlich. Im Anschluss gehört natürlich auch die Wippe selbst penibelst gesäubert.

  4. Lagerlauf überprüfen

    Unsicher, ob das Lager getauscht gehört? Machen Sie die Fingerprobe: Läuft es rau, hakelig oder gar nicht mehr, dann kommen Sie um einen Tausch nicht mehr herum. Andernfalls können Sie nun wunderbar die Lagerpflege durchführen.

  5. Lager ausschlagen

    Nun ist eine ruhige Hand und viel Gefühl gefragt: Haben Sie keinen Lageraustreiber zur Hand, können Sie mit Vorsicht das Lager mit einem Gummihammer, einer Hülse und einer Buchse zum Auflegen ausschlagen.

  6. Lager einpressen

    Reinigen Sie den Lagersitz gründlich und fetten Sie die Lagerschale und den Sitz besonders bei Alu-Rahmen etwas ein, um Korrosion zu verhindern. Dann können Sie mit dem Einpresswerkzeug Umdrehung für Umdrehung das Lager sanft und plan einpressen.

  7. Einbau

    Nun schmieren Sie die Kontaktpunkte wie Rahmen und Auflagefläche des Bolzens mit etwas Lagerfett ein. Das macht sie unempfindlicher gegen Schmutzbeschuss und schützt zumindest kurzfristig vor eindringendem Wasser.

  8. Lager schließen

    Beträufeln Sie die Schraube zunächst mit etwas Schraubenkleber, anschließend ziehen Sie das Lager mit einem passenden Torx- oder Inbus-Schlüssel händisch fest.

Wichtige Hinweise und Tipps

  • Das richtige Fett: Nicht jedes Fett ist für den Gebrauch an Carbon-Rahmen geeignet, einige Hersteller untersagen sogar das Fetten von Kontaktflächen zum Carbon. Fette können unter Umständen das Carbon zum Aufquellen bzw. Delaminieren bringen und den Lagersitz so beschädigen. Einige Hersteller geben ihr Fett jedoch für Carbon-Rahmen frei. Vorsicht beim Einpressen der Lager: auf keinen Fall Montagepaste verwenden.
  • Lager finden: Oft bieten Hersteller für den jeweiligen Rahmen ein passendes Lager-Kit mit allen Ersatzteilen an. Ist das nicht der Fall, steht auf jedem Industrielager eine Nummer (auf der Gummidichtung), mit der das Industrielager im Metallhandel oder im Internet nachbestellt werden kann. Achten Sie beim Kauf auf das Kürzel 2RS für eine doppelte Gummidichtung.
  • Spezielle Lager bei Santa Cruz Bikes: Santa Cruz Bikes haben an Ihren VPP Hinterbauten spezielle Lager verbaut, die sich durch Schmiernippel relativ unkompliziert nachfetten lassen, sollten sie trocken laufen. Sind die Lager jedoch komplett verschlissen und haben Spiel oder machen Geräusche, so wird es Zeit, diese zu erneuern. Jeder Erstbesitzer bekommt lebenslang kostenlos neue Lager.

Die Fahrradnabe: Ein wichtiger Bestandteil

Die Fahrradnabe ist eines der wichtigsten Teile am Fahrrad. Bei einer Fehlfunktion läuft das Hinterrad nicht rund oder blockiert sogar. Die Fahrradnabe sitzt in der Mitte des Laufrads. Sie besteht grundsätzlich aus drei Bestandteilen: Hauptteil ist das Nabengehäuse, in dem sich die Achse und das Kugellager befinden. Wenn sich das Rad bewegt, drehen sich die Nabenlager um die Achse. Diese ist fest im sogenannten Ausfallende verankert. Zusammengefasst ist die Fahrradnabe für die Stabilität des Laufrads verantwortlich. Zudem stellt die Nabe eine Verbindung zwischen dem Rad und dem Rahmen her und sorgt dadurch für den Antrieb.

Die Hinterradnabe sticht jedoch mit weiteren Funktionen hervor. Sie ist nicht nur wesentlich breiter als die Fahrradnabe am Vorderrad, sondern kann auch ein Zahnkranzpaket aufnehmen. In diesem Fall wird eine Kettenschaltungsnabe als Hinterachse eingebaut. Es gibt davon zwei Varianten: die Schraubkranznabe oder die Kassettennabe. Auf den ersten Blick sehen beide Formen für den Laien sehr ähnlich aus. Wer genauer hinschaut, erkennt jedoch den Unterschied.

Wartung und Pflege der Fahrradnabe

Regen, schlammiger Untergrund oder Streusalz im Winter setzen deinem Drahtesel ordentlich zu. Die regelmäßige Wartung ist wichtig, damit einzelne Komponenten am Fahrrad oder Ersatzteile nicht gleich wieder verschleißen. Äußere Einflüsse wie das Wetter greifen naturgemäß das Material an und können daher sogar zu Brüchen führen. Unterschätze also keinesfalls dieses Unfallrisiko. Der zweite Grund für die Pflege des Fahrrads ist die langfristige volle Funktionalität. Verschleiß kann diese nach und nach einschränken.

Die Fahrradnabe zählt zu den sensiblen Komponenten am Rad und benötigt deshalb viel Pflege. Leider wird sie oft bei der Durchsicht vergessen, weil ein Ausbau oder Wechsel der Nabe etwas mühsam ist. Nasses Wetter begünstigt die Rostbildung im Nabenlager. Das führt zu einem schweren Lauf des Rades oder im schlimmsten Fall zu einer Hinterrad Blockierung. Es ist daher empfehlenswert, durch einen Fachmonteur rechtzeitig die Fahrradnabe wechseln zu lassen oder selbst die Nabe auszutauschen.

Grundsätzlich gilt beim Basteln und Schrauben am Fahrrad immer folgende Regel: Sicherheit geht vor! Falsche Ersatzteile, unpassende Werkzeuge oder der fehlerhafte Umgang damit erhöhen das Unfallrisiko.

Schrittweise Anleitung zum Wechseln der Fahrradnabe

  1. Überprüfe die Nabe und den Leichtlauf des Rads.
  2. Baue das Hinterrad aus und das Zahnkranzpaket ab.
  3. Löse die Bremsscheibe.
  4. Baue den Freilauf aus.
  5. Nimm die Nabenachse heraus.
  6. Reinige das Nabengehäuse und schmiere es mit speziellem Fett ein.
  7. Tausche bei Bedarf das Nabengehäuse aus.
  8. Setze die neue Fahrradnabe wieder ein.

Achte vor dem Neukauf auf die Einbaubreite und den Fahrradtyp.

Ursachen und Folgen von Lagerschäden

Ein endlos scheinender Winter geht nun zu Ende und endlich steht der Frühling vor der Tür. Zeit, um die Schäden zu begutachten, die der Dauerbeschuss aus Schmutz und die oft darauf folgende Reinigung mit dem Dampfstrahler angerichtet haben. Wahrscheinlich rennt niemand sofort los und tauscht ein Lager aus, nur weil es etwas Spiel aufweist. Nicht selten werden solche Reparaturen auf die lange Bank geschoben, oft mit fatalen Folgen für Rahmen und Geldbeutel, denn eines ist klar: Ein künstliches Verlängern der Serviceintervalle ist Sparen am falschen Ende.

Die Folgen können sogar äußerst gravierend sein. Nicht selten müssen wir ein festgelaufenes Außenlager aufwändig mit dem Dremel entfernen, was schnell mal eine Stunde Arbeit bedeutet, pro Seite, wohl gemerkt. Und anschließend müssen wir uns dann für den hohen Arbeitsanteil auf der Rechnung rechtfertigen. Es kann den zeitl. Aufwand sogar verdoppeln. Normalerweise brauche ich für das Tauschen von Lagern, die noch nicht völlig verschlissen sind, insgesamt anderthalb bis zwei Stunden. Sind die Lager komplett verschlissen oder defekt, kann dies schonmal bis zu vier Stunden dauern.

Am einfachsten gibt man das Bike dazu in einem Montageständer, baut Hinterrad und Dämpfer aus und simuliert mit dem Hinterbau eine Einfederbewegung. Sind die Lager bereits angegriffen, so kann man den rauen Lauf damit gut erfühlen. Häufig muss man aber auch enorme Kraft aufwenden, damit sich der Hinterbau überhaupt bewegt.

Wann sollte man die Lager wechseln?

Die Antwort hängt von vielen weiteren Faktoren ab: Wieviel fährst du pro Woche, fährst du nur bei trockenem Wetter oder auch im Winter, pflegst du dein Bike mit Liebe oder mit dem Hochdruckreiniger, etc. Im Normalfall würden wir alle 12 bis 18 Monate neue Lager empfehlen. Wir haben aber auch schon Lager gesehen, die innerhalb von 6 Monaten kaputt waren und welche, die drei Jahre und länger gehalten haben.

Generell sollte man sich an eine Werkstatt wenden, der man auch vertraut. Wenn sich bei uns eine Reparatur aufwändiger erweist, als ursprünglich angenommen, so heben wir die defekten Teile meist in einem Plastikbeutel auf, damit der Aufwand für den Kunden transparenter wird. Die Aufklärung unserer Kunden ist für uns oberstes Gebot, schließlich macht er mit seinem Bike ja nur das, wofür es gedacht ist: Er bewegt es.

Wenn man sich entschließt, den Lagerwechsel selbst vorzunehmen, sollte man sich seiner Sache hundertprozentig sicher sein und das richtige Werkzeug zur Hand haben. Ist dies nicht der Fall, so sucht man besser eine Werkstatt auf und überlässt die Angelegenheit den Profis vor Ort.

Werkzeug-Eigenbau-Konstruktionen für Radreisen

In diesem Artikel verraten wir dir, wie Fahrrad Nabenlager zerlegt und gewartet werden, welches Werkzeug du dazu benötigst und wie du die einzelnen Komponenten austauschst oder reparierst. Wenn du all diese Arbeiten selber beherrschst, kannst du viel Geld sparen, denn der Service im Fahrradladen ist sehr teuer. In diesem Rahmen stellen wir auch unsere Gewichts-reduzierten Werkzeug-Eigenbau-Konstruktionen vor, mit denen wir auf unseren Radreisen an den Nabenlagern herumschrauben.

Aufbau der Hinterradnabe

Die Hinterradnabe besteht im Wesentlichen aus:

  • Nabenkörper
  • zwei Kugellagern mit Dichtungen
  • Freilauf
  • Kassette
  • Hohlachse
  • Schnellspannachse

Die Wälzlager sitzen links außen im Nabenkörper und rechts außen an der Stirnseite des Freilaufs. Dabei befindet sich die äußere Lauffläche im Nabenkörper bzw. Freilauf und die innere Lauffläche auf den sogenannten Konen. Diese Konen werden über ein Innengewinde von der Hohlachse aufgenommen. Über dieses Gewinde wird auch das Lagerspiel grob eingestellt.

Auf der rechten Seite nimmt die Hinterradnabe den Freilauf auf. Dieses Bauteil ist nichts anderes als ein Mitnehmer, der in Fahrtrichtung die Zugkraft der Kette überträgt, in die entgegengesetzte Richtung jedoch quasi durchrutscht („frei läuft“). Dadurch brauchst du nicht pedalieren, wenn das Fahrrad rollt.

Die Kassette (das Ritzelpaket) wird axial auf den Freilauf aufgesteckt und mit einem Abschlussring über ein Feingewinde verriegelt. Mit der Schnellspannachse wird die Hinterradnabe dann im Fahrrad-Rahmen fixiert.

Der Verschleiß am Fahrrad Nabenlager

In diesem Verbund gibt es gleich mehrere Teile, die einem Verschleiß unterliegen:

  • Die Wälzlager: Sie müssen richtig eingestellt sein, sonst werden die Laufflächen und auch die Kugeln beschädigt. Und sie müssen immer gut gefettet sein, damit sie ihre Laufeigenschaft behalten. Dringt durch die Dichtungen Wasser ins Lager, wird das Fett mit der Zeit ausgewaschen und das Lager läuft möglicherweise trocken. Es bildet sich Rost auf den Laufflächen und den Kugeln. Auch Schmutz wird über eintretendes Wasser ins Lager verschleppt. Dadurch werden die Laufflächen beschädigt. Wenn es im Lager knackt, ist es oft schon zu spät für eine Wartung.
  • Der Freilauf: Der Freilauf ist im Inneren ein filigraner Mechanismus mit Sperrklinken, die über einen Federring unter Spannung gehalten werden und im Fahrbetrieb über Sprungstufen rutschen. Durch übermäßige Belastung und mangelhafte Robustheit verschleißen die Sperrklinken im Freilauf derart stark, dass es zum Bruch der Sperrklinken oder zum Verlust der Federspannkraft kommen kann. Dann blockiert der Freilauf oder er rutscht durch.
  • Die Kassette: Die Kette überträgt die durch Pedalieren aufgebrachte Zugkraft auf die Ritzel der Kassette. Durch die einwirkenden Kräfte verschleißen mit der Zeit die häufig benutzten Ritzel. Die Zahn-Zwischenräume werden mit der Zeit größer und die Kette hat mehr Spiel. Irgendwann rutscht die Kette dann auf diesen Ritzeln durch.

Der Verschleiß an den einzelnen Bauteilen am Fahrrad Nabenlager vollzieht sich in der Regel schleichend. Und durch regelmäßige Wartung und bedachtes Fahrverhalten kannst du diesen Verschleiß auch minimal halten und somit einen notwendigen Austausch einzelner Teile hinauszögern.

Lagerspiel einstellen

Im Groben stellst du das Lagerspiel über den linken Außenkonus ein. Der rechte Außenkonus verbleibt immer fest montiert auf der Hohlachse. Die Feineinstellung des Lagerspiels erfolgt später über den Schnellspanner, wenn du das Laufrad im Rahmen fixierst.

• Die Grobeinstellung der Fahrrad Nabenlager

Zum Lösen der Kontermutter auf der linken Seite der Nabe ist der Ablauf wie folgt: Staubkappe abziehen, mit einem 17er Konusschlüssel (ein besonders flacher Maulschlüssel) in die Nut des Konus greifen, mit einem Inbusschlüssel 5 mm die außen liegende Kontermutter ergreifen und die Verbindung lösen (Rechtsgewinde). Das Lagerspiel veränderst du nun über eine andere Position des Konus auf der Hohlachse. Mit der neuen Einstellung ziehst du nun die Kontermutter wieder fest. Jetzt prüfst du das Lagerspiel durch Kippeln an der Achse gegenüber dem Nabengehäuse und durch Drehen der Achse. Meist musst du dich hier über mehrere Wiederholungen an die richtige Position des Konus herantasten, weil sich das Lagerspiel durch das Festziehen der Kontermutter schon wieder verändert. Die Achse sollte sich am Ende leicht drehen lassen und ein minimales Spiel haben, dann sind die Lager für die Feineinstellung perfekt vorbereitet.

• Die Feineinstellung der Fahrrad Nabenlager

Die Feineinstellung erfolgt danach per Schnellspanner. Und durch genau diesen Stauchdruck beeinflußt du das Lagerspiel in den beiden Nabenlagern. Setze das Hinterrad in den Fahrradrahmen ein und spanne es mit der Schnellspannachse leicht fest. Je nach Bedarf veränderst du jetzt die Spannung beim Schließen des Schnellspanners und prüfst dabei immer wieder durch Kippeln am Laufrad, ob die Lager noch Spiel haben oder nicht. Das Fahrrad Nabenlager ist perfekt eingestellt, wenn es gerade eben kein Spiel mehr hat und das Laufrad sich nach dem Ausrollen selbständig wieder in die andere Richtung bewegt. Denn zu stramm bedeutet Pressung der Kugeln im Laufbetrieb und zu locker führt zu unkontrolliertem Abrollen der Kugeln. Und beides zerstört die Laufflächen im Lager. Erreichst du mit dem Schnellspanner keine perfekte Einstellung, musst du an der Hinterradnabe die Kontermutter wieder lösen und die Einstellung des linken Konus entsprechend verändern. Man tastet sich also mit mehreren Wiederholungen an die korrekte Einstellung heran. Die Prozedur kann etwas Zeit kosten, aber das Lager dankt es dir.

Kassette ausbauen / austauschen

Um die alte Kassette von der Hinterradnabe zu entfernen, musst du mit einem Spezial-Werkzeug die Abschlussscheibe lösen. Zur Auswahl stehen hier mehrere verschiedene Werkzeug-Ausführungen.

Fahrrad Nabenlager zerlegen, reinigen und neu fetten

Der Ablauf Schritt für Schritt:

  • auf der rechten Seite die Kassette entfernen,
  • auf der linken Seite der Nabe die Staubkappe abziehen,
  • mit 17er Konusschlüssel und 5er Inbusschlüssel die Kontermutter lösen,
  • den linken Konus abschrauben,
  • die Achse nach rechts aus dem Nabenkörper ziehen, dabei aufpassen, dass auf der rechten Seite keine der 13 Kugeln verloren geht (die 11 Kugeln auf der linken Seite sitzen in einem Käfig)
  • danach die Kugeln aus den Lagerschalen entfernen.

Auf der rechten Seite musst du hierfür zunächst ganz vorsichtig die flache Dichtungsscheibe entfernen, die von oben das Lager abdeckt. Für die Entnahme der Kugeln sind dann eine Pinzette und/oder ein kleiner Magnet sehr nützlich.

Nun reinigst du die Lagerschalen, Kugeln und Konen und prüfst vor allem die Laufflächen auf den Konen auf Verschleiß. Weisen sie Beschädigungen auf, müssen die Konen ausgetauscht werden.

Neben den Konen prüfst du aber auch die Kugeln und die Lagerschalen auf Macken oder Riefen. In der Regel zeigt sich auf den Konen der erste Verschleiß. Doch auch die Kugeln können schon Abnutzungs- oder Korrosionserscheinungen aufweisen. An den äußeren Lagerschalen hatten wir bisher noch nie Schäden.

Sind alle Teile unbeschädigt, fettest du die Lagerschalen, legst die Kugeln mit der Pinzette in das Fettpolster in der Lagerschale und baust alles wieder zusammen.

Tipp zum richtigen Fett: Aus meiner Erfahrung ist Castrol LMX das mit Abstand beste Wälzlagerfett für die Nabenlager. Es ist sehr resistent gegen alle äußeren Einflüsse und hat beste Laufeigenschaften.

Freilauf ausbauen / austauschen

Der Zugang zum Freilauf erfordert zunächst die Demontage der Kassette, der Hohlachse und der beiden Lager.

Tabelle: Werkzeug für den Lagertausch am Hinterbau

Werkzeug Zweck Optional
Eintreiber Zum sanften Einpressen der Lager Gewindestange, Muttern, Nuss
Lagerpresse Für gleichmäßigen Druck beim Einpressen -
Kettenreiniger Reinigung der Lager und Umgebung -
Inbus/Torxset Lösen und Festziehen von Schrauben -
Lagerfett Schmierung der Lager und Sitze Castrol LMX (empfohlen)
Hammer Ausschlagen der alten Lager (vorsichtig!) Gummihammer (empfohlen)
Konusschlüssel Einstellen des Lagerspiels -
Kassettenabzieher Demontage der Kassette Kettenpeitsche

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