Dieser Artikel erschien erstmals im März 2022 und wurde im Juni 2024 überarbeitet. Glücklich ist, wer bereits ein perfekt passendes Exemplar gefunden hat. Für alle anderen haben wir langstreckentaugliche Bib Shorts für Frauen und Männer getestet.
Viel Entwicklung bei modernen Radhosen
Dass sich die aktuellen Radhosen-Modelle enorm von den oft labbrigen Pellen früherer Tage unterscheiden, wird schon bei der ersten Anprobe klar.
Vielleicht erinnert sich der ein oder andere noch an den Hosenstandard von vor wenigen Jahren: Schmale, klebrige Silikon-Beinabschlüsse drückten unangenehm auf die Muskulatur, reizten die Haut und rutschten dennoch hoch. Dünne Träger mit dicken Nähten rollten sich auf den Schultern zusammen. Und das Material der Radhosen hatte schon mal die Spannkraft der Haut eines chinesischen Faltenhundes.
Was zur Folge hatte, dass das Sitzpolster zwischen Sattel und Hintern wanderte, statt stützend unter den Sitzknochen zu liegen.
Dagegen sind aktuelle Bib Shorts wahre Luxusartikel. Selbst die günstigeren Modelle von Gonso, Protective oder Sportful sind mit nahtlosen Trägern ausgestattet, die sich bequem auf den Schultern breitmachen und den Druck großflächig verteilen, statt punktuell einzuschneiden.
Auch die Spannkraft der Träger hat sich geändert und ist in der Regel ausreichend straff, um den Rest der Radhose sauber in Position zu halten. Auch die Schnitte der Hosen haben sich über die Jahre verändert. Es findet sich keine Bib Shorts mehr im Test, bei der wir tatsächlich vom Kauf abraten würden.
Und dennoch gibt es klare Unterschiede bei den getesteten Radhosen für Männer und Frauen.
Dünnes oder dickes Hosenpolster - was ist besser?
Beim Hosenpolster - dem eigentlich elementaren Bestandteil der Radhose - findet sich vom bildhaft gesprochenen Plüschsofa bis zur harten Bierbank eine immense Bandbreite an Dicken und Härten.
Während Gelegenheitsfahrer gerne zum weichen „Sofakissen“ greifen, das sich aber auf lange Sicht leicht durchsitzen kann, sollten Langstrecken-Biker lieber die straffere Polsterung wählen.
Ihre Sitzknochen sind durch das regelmäßige Training an den Druck des Körpergewichts auf den Sattel in der Regel gut gewöhnt. Zudem birgt ein dünnes, hartes Polster weniger die Gefahr, dass Druckstellen im Dammbereich entstehen und dort Gefäße abgeschnürt werden.
Passt dann auch noch die Polsterbreite zum Sitzknochenabstand, rollt man selbst nach vielen Stunden im Sattel noch entspannt über die Ziellinie der großen Marathon-Runde.
Die Radhosen für Herren im Einzeltest
Dos Caballos DC34-2 Evo
Die halten die Hosenbeine gut in Position, können an dicken Schenkeln aber etwas spannen. Besonders bequem ist das luftige Wabenmaterial an der Frontpartie. An der Hüfte kann die hoch geschnittene DC34-2 aber etwas einengen. Dort sitzt sie so stabil, dass die etwas lascheren Träger fast schon überflüssig erscheinen.
Das breite Polster passt zwar zu vielen Fahrertypen, gibt aber auf längere Sicht etwas mehr Druck an den Körper weiter als so manches Konkurrenzprodukt. Die Nähte tragen teilweise etwas dick auf.
BIKE-URTEIL gut 49 Punkte
Everve Me Hose
Bei der Me Hose lassen sich Polster und Schnitt auf die eigenen Bedürfnisse anpassen. Im Konfigurator stehen neun Polsterhärten sowie ein etwas erhöhter Bund zur Auswahl. So deckt die Everve einen breiten Einsatzbereich ab. Die sehr leichte Hose sitzt eng und geschmeidig.
Trotz kleiner Silikon-Dots tendieren die eher kurzen Hosenbeine leicht zum Hochrutschen. Das erneute Ausrichten ist fummelig. Die kleinen Polster lassen wenig Positionsänderung zu. Über eine spezielle Konstruktion mit kleinen Taschen lassen sich die Polster tauschen. Sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und Made in Germany!
BIKE-URTEIL: sehr gut - 51 Punkte
Gonso SQlab Go Bib
Auch wenn die Gonso beim Schnitt nicht ganz mit den besten Hosen im Test Schritt halten kann, ist sie ein absoluter Preis-Leistungs-Tipp. Das dünne, straffe Polster bleibt selbst auf längsten Strecken druckstabil, verlangt aber gut eingesessene Sitzknochen. Für Einsteiger ist die Gonso daher nicht die optimale Wahl.
Der Stoff sitzt bequem, wenn auch manchmal minimal kratzig. Die nahtlosen Träger sind ausreichend straff und halten die Hose sauber in Position. Gut gefallen haben uns auch die etwas längeren Hosenbeine, deren breite, nahtlose Abschlüsse ein Hochrutschen effektiv verhindern.
BIKE-URTEIL: gut - 50 Punkte
Assos Mille GTO Bib Shorts C2
Mit der Mille GTO findet Assos den perfekten Kompromiss aus Komfort und Kompression. Die Hose sitzt straff, ohne einzuengen. Sämtliche Bündchen kommen ohne Nähte aus. Silikon-Dots fixieren die Hose unauffällig am Oberschenkel. Die nahtlosen und am Rücken kreuzenden Träger halten das Polster optimal in Position.
Fühlt man sich im Stand noch wie in eine Windel gepackt, spenden das extrem dicke Polster und der flauschige Einsatz im Schritt auch nach Stunden noch Komfort. Kleine Kritik gibt es für die leicht kratzigen Trägeransätze. Die Verarbeitung ist top, das Geld aus Erfahrung für Jahre gut investiert.
BIKE-URTEIL: super - 58 Punkte
Café du Cycliste Mathilde Bib
Die Mathilde kommt am Oberschenkel mit nur einer Naht aus, was sehr bequem ist, die Abschlüsse werden von langen Silikonstreifen gut in Position gehalten. Dafür ist die Passform nicht optimal. Das schmale Polster passt nicht zu jedem Fahrer und kann in Aktion schon mal etwas verrutschen.
Die etwas old-schooli-gen Mesh-Träger umschließen den Körper fast wie ein Body, sind aber gewöhnungsbedürftig. Zwar tragen sie sich angenehm luftig, ihre Nähte sind aber während der Fahrt ständig spürbar, das Material zwickt etwas. Für die Langstrecke ist das Polster nur bedingt geeignet und lässt früh spürbar Druck an die Sitzhöcker.
BIKE-URTEIL gut - 48 Punkte
Castelli Premio Black Bibshort
Die Castelli ist der absolute Minimalist und voll auf Race getrimmt. Sie besteht aus nur drei Bahnen und verzichtet nahezu vollständig auf Nähte. Extrem leichtes, gleichzeitig aber straffes Material kühlt und stützt die Muskulatur. Gummierte Nähte halten Beinabschlüsse und Träger sehr gut in Position.
Das Ausrichten beim Anziehen ist jedoch ein kleines Geduldsspiel, die Träger rollen sich stark ein. Das Polster fällt etwas schmal aus, ist aber an der richtigen Stelle in der Hose platziert und bietet mit seinem Gel-Einsatz auch auf langen Ausfahrten sehr guten Komfort. In der Hüftbeuge können beim Treten Falten entstehen.
BIKE-URTEIL: sehr gut - 54 Punkte
SQlab SQ-Short One12
Auf den ersten Blick ist die SQlab eine hochwertige Standard-Bib - breite, luftige und nahtlose Beinabschlüsse, komfortable, ausreichend straffe Träger, die die Hose noch gut in Form halten. Das Spannende enttarnt erst der Blick ins Innere.
Die Ergo-Experten setzen auf ein vier Millimeter dünnes und sehr straffes Polster, das auch auf langen Touren formstabil bleibt und sich nicht durchsitzt. Gut eingesessene Fahrer empfinden diese Art Polster als sehr angenehm. Die breite Bauweise bietet Platz für Positionswechsel, vorne im Schritt bleibt etwas wenig Platz.
Die vielen Nähte sind aber nicht immer optimal platziert, die Hose fällt zudem sehr klein aus. Luftige Mesh-Beinabschlüsse sorgen für Kühlung und halten auch ohne Silikon die Stellung. Die straffen Mesh-Träger lassen sich dagegen nur schwer ausrichten. Cordura-Gewebe schützt die Oberschenkel im Fall eines Sturzes.
Das Sitzpolster ist eines der weichsten im Testfeld und auf längeren Ausfahrten schneller durchgesessen. Das Mesh am Oberschenkel ist nicht blickdicht, was gewöhnungsbedürftig ist.
BIKE-URTEIL: gut - 50 Punkte
Velocio Luxe Bib Short
Angenehmer als die Velocio trägt sich keine andere Hose im Test. Der Stoff umschmeichelt förmlich die Haut, Nähte sind nur sichtbar vorhanden, aber nicht spürbar. Selbst die am Rücken kreuzenden Träger liegen geschmeidig auf den Schultern, besitzen aber trotzdem ausreichend Spannkraft, um die Hose während der Fahrt in Position zu halten.
Die kann auch gerne länger dauern, denn das mittelharte Polster ist gut platziert und bietet ausreichend Komfort. Ansonsten ist die stylische Velocio eher schlicht gehalten, dafür aber in vielen schicken Farben erhältlich und sauber verarbeitet, das Material aber wenig abriebfest.
BIKE-URTEIL: sehr gut - 54 Punkte
Isadore Gravel Bib Shorts
Der Exot im Test kommt mit wasserabweisender Behandlung und keramikbeschichteter Oberfläche damit ist die Isadore bestens für den Geländeeinsatz gerüstet. Tatsächlich gibt sich das Material erstaunlich robust, allerdings auch extrem straff. So greift man bei der eh schon eng sitzenden Gravel Bib besser zu einer Nummer größer.
Sonst schneidet das Material beim Treten in der Hüfte ein. Beinab- schlüsse und Träger sind nahtlos gefertigt und sitzen solide. Praktisch ist die große Rückentasche. Das dünne Polster ähnelt dem der Gore-Hose, ist aber auf lange Sicht nicht ganz so druckstabil.
BIKE-URTEIL: gut 50 - Punkte
Gorewear Long Distance Bib Shorts+
Die Gore ist ein echter Hautschmeichler, das Material weich und anschmiegsam, die wenigen Nähte kaum spürbar. Trotz des dünnen Silikon-Bands rutschen die Beinabschlüsse nicht hoch, solange die Oberschenkel kräftig genug sind. Das Material könnte etwas mehr Spannkraft vertragen.
Trotz Gummierung halten die Träger die Hose nicht optimal in Position, zudem rollen sie beim Anziehen stark ein. Auch Gore setzt auf ein dünnes, eher hartes Polster, welches das Gewicht des Fahrers gut aufnimmt und auch für lange Fahrten geeignet ist. Windstopper im Schritt schützt auf langen Abfahrten vor Auskühlung.
BIKE-URTEIL: sehr gut - 52 Punkte
Protective P-Traverse Bib
Die P-Beyond ist in 3D-Technologie rundgestrickt und besitzt ein ebenfalls nahtloses 3D Sitzpolster. Das komplex aufgebaute innovative P-Tec Icon Polster ist so konstruiert, dass es durch seine Flexibilität und gezielten Abstufungen zwischen Sitzbereich und weichem Randbereich den optimalen Support für alle Körperbewegungen und Einsatzbereiche bietet.
Großzelliger Schaumstoff mit hoher, langlebiger Stauchhärte bei gleichzeitiger Luftdurchlässigkeit und effizientem Feuchtigkeitstransport sorgt für optimalen Komfort am Bike.
Angenehme, weich zu tragende Bikeunterhose, mit einem sehr komfortablen mittelharten Polster, damit sind auch längere Touren kein Problem. Durch das etwas festere Material ist die Hose bestens für Schlechtwetterfahrten und kühlere Temperaturen geeignet. Aufgefallen ist unseren Testern zudem die extrem hohe Verarbeitungsqualität.
MTB-Unterziehshorts im Detail
Endura Engineered Boxer Short
Da das Material etwas dicker ist, ist die Unterziehshorts auch für kalte Tage am Bike gut geeignet. Das klassische Polster mit etwas dickerer Auflage sorgt für sehr hohen Tragekomfort. Die Unterziehshorts kann mittels Druckknöpfen fest mit der Endura-Short verbunden werden. Jedenfalls der Preis/Leistungs-Sieger im Test.
Leatt Short Liner MTB 3.0 V22
Sehr fein verarbeitete Unterhose mit einem eher dünnen und sehr atmungsaktiven Polster. Die zwei Seitentaschen für Handy und Geld haben sich als ausgesprochen praktisch erwiesen, ebenso der originelle Hosenschlitz, wenn es schnell gehen muss. Die Leatt Short ist am Bein etwas schmal geschnitten, daher gerne eine Größe größer nehmen als üblich.
Patagonia Nether Bike Liner Short 7
Die Bikeunterhose mit dem kürzesten Hosenbein sitzt ausgezeichnet, das kurze Bein rutscht nicht nach oben. Das Sitzpolster empfanden unsere Tester als etwas dick, allerdings auch sehr komfortabel. Die Shorts fällt insgesamt etwas klein aus, daher lieber eine Nummer größer wählen. Großes Plus: Das sehr atmungsaktive Material.
Schöffel Skin Pants 8h
Sehr komfortable Bikeunterhose mit hohem Tragekomfort für lange Ausfahrten. Das Material der Hose ist sehr atmungsaktiv, selbst bei hohen Temperaturen wird es in der Hose nicht zu warm. Das Polster ist nicht zu dick und trotzdem kommt es zu keinen Druckstellen. Die Schöffel Skin Pants überzeugten im Test außerdem mit der besten Atmungsaktivität.
SQlab Short ONE10
Die Short ONE10 ist der Mercedes der Bikeunterziehhosen. Hoher Tragekomfort zeichnen die Hose aus. Mit einem eher dünneren Polster kommt es zu keinerlei Druckstellen und auch zu keinem Pampersgefühl. Die Atmumgsaktivität ist gut, bei sehr heißen Tagen wird es aber doch etwas warm.
Clou der SQ-Short-Innenhose ist das straffere, dünne 8-mm-Polster, das sich toll an den Körper anpasst, beim Treten nicht unangenehm nach innen rutscht.
Super bequem waren diese weit geschnittenen MTB-Hosen dafür nicht allzu sehr. Halleluja: Seitdem hat sich viel getan! Aktuelle Offroad-Bikehosen sind leicht, glänzen mit athletisch-körperbetontem Schnitt.
Der an allen 16 Testhosen eingesetzte Nylon-/Polyester-Elasthan-Mix beschert viel Bewegungsfreiheit, top Pedalierbarkeit und ein oft luftiges Tragegefühl. Weiterer Pluspunkt: Die 16 Hosen kleiden für viele Aktivitäten gut. Gymnastik, Yoga, Mountain-/Gravelbiken, Wandern?
Unbedingt! Und getrost lassen sich die MTB-/Trail-Hosen ebenso auf Trekkingbike-Touren oder Pendlerstrecken fahren. Nutzen lassen sich die 16 getesteten, langen Bikehosen grundsätzlich im Frühjahr, Sommer und Herbst.
MTB Hose Kurz von Hiauspor
Die Hiauspor MTB-Hose ist eine günstige Option für alle, die nach einer atmungsaktiven und schnelltrocknenden Fahrradhose suchen. Diese Hose eignet sich besonders für diejenigen, die nicht viel Geld für ein neues Modell ausgeben möchten. Sie hat uns gefallen, da sie sowohl beim Atmen der Haut als auch beim Trocknen nach schweißtreibenden Fahrten gut funktioniert. Diese Hose ist eine sinnvolle Wahl für Gelegenheitsfahrer oder für diejenigen, die gerade erst mit dem Mountainbiken beginnen möchten.
MTB-Shorts von Sportneer
Die Sportneer MTB-Hose ist ein äußerst empfehlenswertes Produkt für alle, die eine hochwertige Hose fürs Mountainbiking suchen. Ihr robustes Material und der angenehme Tragekomfort machen sie zu einer ausgezeichneten Wahl. Zusätzlich beeindruckt die Hose mit ihrer schnellen Trocknung und dem geringen Gewicht. Uns gefällt, dass die Sportneer MTB-Hose besonders geeignet ist für anspruchsvolle Fahrer, die Wert auf Langlebigkeit und Funktionalität legen.
Fahrradhose gepolstert von Santic
Die Santic Parni Fahrradhose hat uns mit ihrer innovativen Schwamm-Polsterung beeindruckt, die einen effektiven Schutz der Sitzknochen und eine Linderung von Hüftschmerzen beim Radfahren gewährleistet. Die Größenauswahl gestaltet sich einfach, wenn man die angegebene Größentabelle beachtet. Diese hochkomfortable Fahrradhose eignet sich ideal für Damen, die lange Radtouren unternehmen möchten. Die herausragende Qualität und die bequeme Passform machen sie zu einem empfehlenswerten Produkt.
SQ-Short ONE OX von SQlab
Der SQ-Short ONE OX von SQlab sieht man an, dass sie die Sommer-Version der SQ-Pants One10 ist. Das Material der Hose ist sehr leicht, atmungsaktiv und dehnfähig. Außerdem sind die MTB-Shorts im Neuzustand extrem schmutz- und wasserabweisend, aber auch nach einigen Wäschen bleibt Staub oder Matsch nicht gleich hängen, was sie sehr unempfindlich macht. Auf der Innenseite des Hosenbunds sorgt zum Beispiel ebenfalls Silikon für Halt.
Vor allem aber die Elektrosmog-reduzierende, rechte Fronthosentasche mit wasserdichtem Reißverschluss kennen wir schon aus unserem Wintertest. Ja, das Handy hat tatsächlich fast keinen Empfang in der mit Silberfäden gearbeiteten Innentasche.
Zusammen - so viel schon an dieser Stelle - trägt sich das SQlab-Sommer-Ausstattungspaket aus Shorts und Unterziehhose sehr angenehm, auch bei 27 Grad und voller Sonne. Nur der Preis von knapp 180 Euro allein für die MTB-Shorts lässt einen nicht ganz so cool.
Die SQ-Short ONE OX von SQlab ist eine qualitativ hochwertige, kurze MTB-Hose mit einem normalen Schnitt. Sie sitzt gut, rutscht nicht dank Silikon-Bereichen und Klettverschlüssen am Bund.
SQ-Short ONE10 von SQlab
Das Material der SQ-Short ONE10 ist super-leicht, perforiert und dadurch extrem atmungsaktiv und auch dehnfähig. Der erste Eindruck beim Anziehen: Es zieht! Aber Durchlüften ist ja bei heißen Außentemperaturen durchaus erwünscht. Das Gesäßpolster, SQ-Pad10 genannt, hat eine dünne Schicht orthopädisches TPE-Gel. Dieses Gel wurde speziell dazu entwickelt, um im medizinischen Bereich Scherkräfte aufzunehmen, etwa in Prothesen.
Daher ist das ganze Polster nur 8 Millimeter dünn und recht straff. Aber auch das trägt zum Eindruck beim Tragen bei, keine schwitzige “Windelhose” am Hintern zu haben.
Auffällig ist auch, dass das SQ-Pad dafür recht breit geschnitten sind. SQlab sagt dazu, sie seien für jeden Sitzknochenabstand universal geeignet. Anders als bei den Sätteln des Herstellers, wo es ja explizite Unterschiede in der Breite gibt. Die leichte Überbreite soll dafür sorgen, dass sich beim Treten das Polster nicht nach innen schiebt.
Diesen Eindruck belegt auch unser Test: Es bildet sich kein “Knubbel” im Dammbereich. Unsere anfängliche Skepsis gegenüber Bike-Hosen ohne Träger - denn die SQ-Short ONE10 gibt es nur ohne - hat sich nicht bestätigt. Die Hose sitzt dank gutem Schnitt und festen Bund auch nach vielen Kilometern im Sattel dort, wo sie hingehört.
Allerdings gibt SQlab das Einsatzgebiet mit Tour & Travel an. Aber auch hier: knapp 120 Euro für eine Radhose sind zunächst viel Geld. Aber die sehr gute Lüftung, sogar Kühlung, die andere Hosen so nicht bieten zusammen mit der Reparatur-Möglichkeit relativieren den Preis.
Die SQ-Short ONE10 von SQlab ist eine sehr leichte gepolsterte Innenhose, die auch ohne Träger recht stabil sitzt und sich durch die Perforation extrem luftig anfühlt. Das Polster ist dünn und straff, funktioniert aber - wie von SQlab bekannt - auch auf langen Distanzen sehr gut.
Polsterhosen im Vergleich
7mesh Foundation Bike Boxer Brief
Mit ihrem kurzen Schnitt, dem superflexiblen Stoff und dem minimalistischen Pad setzt die Short auf maximale Bewegungsfreiheit. Ein besonderes Detail ist die Aussparung vorne in der Mitte des Pads. Dadurch befindet sich weniger Polster zwischen den Beinen, was das Laufen deutlich angenehmer macht - so könnt ihr locker durch die Straßencafés streifen, ohne Windel-Gefühl! Wenn ihr vom Rad absteigt, merkt ihr kaum, dass ihr eine Polsterhose tragt.
Fox Linershorts Tecbase Lite
Die Linershorts Tecbase Lite ist die günstigste Polsterhose im Test (45 €) und bietet mit ihrem dünnen Pad eine minimalistische Polsterung. Die Shorts sitzen angenehm, ohne einzuengen. Die Beine sind kürzer als bei Troy Lee, aber länger als bei 7mesh. Eine Gummierung fehlt, wodurch sie etwas leichter hochrutschen kann, doch in unserem Test hat sie auch auf langen Rides sicher gesessen. Die flachen, gut verarbeiteten Nähte verhindern Druckstellen und das weiche Material fühlt sich angenehm an.
Troy Lee Designs MTB Pro Liner Short
Mit 70 € ist die Troy Lee Designs MTB Pro Liner Short die teuerste trägerlose Polsterhose im Test. Sie setzt auf das TMF 6 Hour Pad, das nach einer Ansage für lange Rides klingt. Die dicke der Polsterung liegt bei der MTB Pro Liner Shorts etwa auf dem Niveau vieler Trägerhosen. Die Shorts bietet mit ihrem TMF 6 Hour Pad das dickste Polster unter den trägerlosen Modellen im Test und eignet sich gut für lange Touren. Der Stoff fühlt sich etwas rauer an als bei anderen Modellen, ist aber angenehm zu tragen. Praktisch: Der gummierte Stoff an der Beininnenseite verhindert ein Hochrutschen.
Canyon Enduro-Bibshort
Nicht nur optisch sticht die Canyon-Enduro-Bibshort hervor, auch ihre Features sind besonders. So verfügt sie über zwei Beintaschen, in die ihr locker Riegel oder Gels für den Trail verschwinden lassen könnt, und über eine große Rückentasche, die Platz für eine Trinkblase mit bis zu 2 Liter Fassungsvermögen bietet. Die Bib-Short ist fast schon ein kompletter Anzug, allerdings bringt das Konzept einige Einschränkungen mit sich.
GORE Fernflow Liner Short
Die GORE Fernflow Liner Short setzt auf eine minimalistische, leichte Konstruktion mit einem hochwertigen Elastic Interface-Polster, das für hohen Sitzkomfort auch auf langen Rides sorgt. Neben zwei kleinen Rückentaschen für kleine Essentials wie Riegel und Co. gibt es eine große Tasche, die zu beiden Seiten offen ist - ideal, um eine dünne Jacke oder eine zusätzliche Schicht zu verstauen. Das superdünne, leichte Mesh-Material sorgt für eine hervorragende Atmungsaktivität, die spürbar besser ist als bei POC oder Canyon.
POC MTB Air Layer Bib Short
Die POC MTB Air Layer Bib Short kombiniert hohen Komfort mit maximalem Stauraum. Mit 4 Rückentaschen und 2 kleinen Beintaschen bietet sie mehr Platz für Snacks, Werkzeug oder andere Essentials als jede andere Hose im Test. Das VPDS Catalyst-Pad ist bei ähnlicher Dicke fester als das der anderen Bibs im Test und bietet langanhaltenden Sitzkomfort, da es sich auch auf extra langen Touren nicht durchsitzt.
Specialized Prime SWAT Bib Short
Die Specialized Prime SWAT Bib Short kombiniert herausragenden Tragekomfort, durchdachte Features und viel Stauraum. Die Hose sitzt wie eine zweite Haut und fühlt sich dank breiter, elastischer Schultergurte super angenehm an - nichts verrollt oder schneidet ein. Alle Nähte sind außen platziert - top, denn so werden Druckstellen verhindert und es sorgt für ein besonders weiches Tragegefühl. Dazu kommt eine hervorragende Belüftung, die auf einem Level mit der POC Bib Short liegt und verhindert, dass ihr auf schweißtreibenden Climbs Saunagefühle bekommt.
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