Eine Prise Abenteuer bei der Tourenplanung gefällig? Alpine Erfahrung ist nötig, um sich in eine Mehrtages-Tour im Gebirge zu stürzen. Stimmt - allerdings fällt die nicht vom Baum. Irgendwann muss man also anfangen, genau diese Erfahrungen zu sammeln.
Das Gute an all dieser Planungsarbeit ist: In Gedanken kurbelt man bereits los, die Erholung beginnt. Außerdem verschafft man sich damit das Überblickswissen, das während der Tour lebensrettend sein kann.
Für all diejenigen, die bereits für mehrere Tage mit ihrem Bike ins Abenteuerland abgetaucht sind und wissen, wie man nur mit dem Nötigsten aus dem Rucksack klarkommt, haben wir ein paar spannende, neue Routen samt GPS-Tracks herausgesucht. Damit spart man sich die Tourenplanung, aber alles andere muss selbst organisiert werden.
Tourenplanung für deine 3-Tage MTB-Hüttentour
Die Suche nach der optimalen Route hängt von verschiedenen Faktoren ab. Doch selbst Einsteiger müssen nicht zu Hause bleiben.
Einsteiger schließen sich daher auf ihrem ersten langen Ausritt am besten einer geführten Tour an. So spart man sich sämtliche Tourenplanung, genießt den Service von Gepäcktransport und Rücktransfer, kann sich ganz auf sich selbst konzentrieren und lernt ganz nebenbei von erfahrenen Guides dazu. Oder man wählt eine Mittelgebirgs-Route, auf der im Notfall Handy-Empfang gewährleistet ist (z. B. Stoneman Arduenna).
Routen-Vorschläge
Hier sind einige inspirierende Routen, die sich ideal für eine 3-Tage MTB-Hüttentour eignen:
- Stoneman Arduenna: Wälder, Wiesen, Weiden - und: Berge! Auf der 176 Kilometer langen Riesenrunde durch Belgiens Hochland sammeln sich insgesamt sogar 3900 Höhenmeter an. Wer sich zwei oder drei Tage Zeit lässt, bekommt eine Silber- bzw. Bronze-Auszeichnung, hat aber mehr von der Natur Ostbelgiens und kann den neuen Gepäcktransport nutzen.
- Erzgebirge-Durchquerung: Das Erzgebirge gehört zu Deutschlands abenteuerlichsten und Trail-haltigsten Mittelgebirgen. Vor allem, wenn man seine steil abfallenden südlichen Hänge auf tschechischer Seite in die Tour integriert. Wer diese Tour nachfahren möchte, sollte einen hohen Trail-Anteil zu schätzen wissen und entsprechend gute Fahrtechnik-Skills mitbringen. Am dritten Tag dieser Tour dreht die Route wieder gen Norden über die Grenze nach Deutschland, folgt dort dem Malerweg zur Burg Königstein und anschließend der Elbe bis in die sächsische Landeshauptstadt Dresden.
- Mittelbünden, Graubünden: Mittelbünden gilt als die unbekannte Schönheit Graubündens. Auf der dreitägigen Mountainbike-Hüttentour durch die alpine Bergwelt Mittelbünden werden zwei der aussergewöhnlichsten Berghäuser angefahren: das Berghaus Heimeli im Walserdorf Sapün und das Berghaus Sulzfluh, das lieblich in die beindruckende Landschaft unterhalb der Sulzfluh eingebettet ist. Dank dem Abschnitt von Medergen nach Sapün, dem Durannapass mit der Abfahrt noch Küblis und der Strecke vom Stelser See hinab ins Prättigau stehen drei ganz grosse, aber wenig bekannte Trail-Highlights Graubündens auf dem Plan.
Die richtige Vorbereitung
Und da Ihr letzter Mountainbike-Trip vielleicht ein halbes Jahr zurückliegt, haben wir die wichtigsten Check-Punkte noch mal zusammengetragen.
Der richtige Zeitpunkt
Die schneefreie Hochgebirgssaison ist von Juni bis Mitte September relativ kurz. Dazwischen sollte man die Wetterlage im Auge behalten.
Erfahrene Alpinisten meiden solche Situationen, indem sie nicht den lokalen Wetterbericht des Startorts abfragen, sondern bereits Wochen vorher die Großwetterlage ihres gesamten Touren-Gebietes beobachten. Kündigen sich entlang der geplanten Strecke Tiefdruckgebiete an, sollte man die Tour möglichst verschieben, weil sie als breite Wand mit heftigen Gewittern, Temperaturstürzen und tagelangem Regen übers Gebirge walzen. Aufpassen sollte man auch im Frühjahr (Schnee auf den hohen Pässen) und im Herbst, weil die Tage deutlich kürzer werden.
Temperaturstürze sieht der Wetterdienst zuverlässig 6-10 Tage im Voraus. Top-Prognosen für alle Gebirgsgruppen bietet die Webseite alpenvereinaktiv.com, das gemeinsame Tourenportal von Deutscher Alpenverein (DAV), Österreichischer Alpenverein (ÖAV) und Alpenverein Südtirol (AVS).
Im Notfall: Hilfe rufen
Abenteuer bedeutet loslassen und schauen, was passiert. Aber es kann zu ernsten Situationen kommen - darauf muss man vorbereitet sein.
Die Alpen sind zwar dichter besiedelt als etwa das Simien-Gebirge in Äthiopien, doch auch wenn das nächste Dorf im Tal bereits zu sehen ist, sind die Berge kein Spielplatz. Mit einem folgenschweren Unfall muss man leider immer rechnen, und dann sollte man sich zu helfen wissen.
Im Optimalfall ist man mindestens zu dritt auf Tour unterwegs, hat ein Erste-Hilfe-Set griffbereit und weiß, was bei welcher Verletzung als Erstversorgung zu tun ist (zur Not mit Hilfe der DRK-App „Erste Hilfe“). Ab einer Höhe von 1400 Metern reißt der Empfang im Gebirge meist ab. Allerdings hat jedes Handy eine Notruf-Funktion, die auch ohne Empfang und Entsperrung funktioniert.
Direkter ist der Alpen-Notruf über die kostenlose App SOS-EU-ALP, die der Alpenverein mitentwickelt hat. Auch hier werden bei der Aktivierung automatisch die Positionsdaten übermittelt.
Das alpine Notsignal lautet: Sechs Signale pro Minute absetzen (z. B. mit der Pfeife an der Rucksackschnalle, Blinken mit der Taschenlampe, oder durch Winken mit einem Stück Stoff. Wurden Sie erhört, wird der Empfänger mit drei Signalen antworten - dann ist Hilfe unterwegs.
Rücktransport organisieren
Wer von A nach B fährt, muss irgendwie auch wieder zurückkommen. Um den Rücktransfer kümmert man sich am besten rechtzeitig.
Ansonsten gibt es in beide Richtungen Zugverbindungen und Veranstalter, die in den Shuttle- Bussen ihrer Gruppen noch freie Plätze anbieten. Gerade bei größeren Gruppen lohnt sich auch die Buchung bei einem der vielen Transalp-Shuttle-Unternehmen, wie zum Beispiel: Bike Shuttle oder Transalp Shuttle (auch in beide Richtungen).
Route überprüfen
Auch eine noch so akribisch aufgezeichnete Tour kann bereits am nächsten Tag ganz anders aussehen. Gerade im Gebirge sind die Wege Naturgewalten ausgesetzt: Murenabgänge, Stürme und Platzregen können wichtige Routen-Abschnitte von einem Tag auf den anderen unpassierbar machen. Deshalb sollte man sich niemals einfach einen GPS-Track herunterladen und auf gut Glück losfahren.
Vor allem auf Sinnhaftigkeit: Ist die Route lückenlos aufgezeichnet? Führt ein Anstieg vielleicht einen steilen Trail bergauf, statt auf den fahrbaren Schotterserpentinen daneben? Sind alle geplanten Wege intakt? Über Hochgebirgsabschnitte, Passagen durch enge Täler und Regionen, die über Herbst und Winter zuvor von starkem Schneefall oder Stürmen betroffen waren, sollte man sich genau erkundigen. Entweder über den Alpenverein oder den Tourismusverband vor Ort.
Achten Sie beim Kartenstudium für die Tourenplanung auch gleich auf diese Punkte, die unterwegs wichtig werden könnten: Gibt es Unterstellmöglichkeiten in Hochgebirgspassagen oder sinnvolle Umfahrungen bei schlechtem Wetter? Wasserauffüllmöglichkeiten? Sie werden sehen: Am Ende kennen Sie die Route besser als Ihr GPS-Gerät.
Im Gebirge aber reißt die Verbindung schon mal ab - dann sind die eigenen Instinkte gefragt.
Packliste für MTB-Mehrtagestouren
Eine gute Vorbereitung auf einen Mountainbike Urlaub oder deine Alpencross macht deine MTB Tour erst so richtig perfekt. Einerseits konditionelle Vorbereitung, und andererseits was die Ausrüstung betrifft. Die Balance zwischen “nur das notwendigste” mitnehmen und “auf alles vorbereitet” zu sein, kann dabei oft schwer zu finden sein.
Ähnlich zu der Packliste für Tagestouren, gliedere ich die Packliste für mehrere Tage in 4 Kategorien:
- Reparaturpaket
- Energiezufuhrpaket
- Kleidung & Wärmepaket
- Navigation & Sicherheit
Reparaturpaket
- Ersatzschlauch
- Flickzeug
- Fahrradwerkzeug
- Luftpumpe
Energiezufuhrpaket
- Tabs für dein Wasser
- Notfall Riegel
- Geld
Kleidung & Wärmeschutz
- 2 Trikots
- 2 Radinnenhosen + 1 Kurze Überhose und 1 Lange Überhose
- 2 paar Fahrradsocken
- dünne Regenjacke
- dicke Fahrradjacke
- 1 paar Wärmesohlen
- Winddichter Schal
- Handschuhe
- Kopfbedeckung
- Sonnenbrille
Zusätzlich für die Hütte / das Hotel: Reiseflaschen-Set, Medikamente, Sonnenschutz, Schlapfen, warme Socken, Unterhose und ein T-Shirt.
Navigation und Sicherheit
- Handy-Navigation (z.B. Bergfex-App)
- Akkupack
- Kartenmaterial
- Desinfektionsmittel
- Pflaster und Pinzette
- Trillerpfeife
- Notfall-Schlafsack
Alles was ich geschrieben habe ist nur meine Empfehlung, die Dinge mit denen ich gut durchkomme. Wenn du alles beisammen hast, steck alles in Tiefkühlbeutel (am besten einen für Gewand, einen für Nahrung, einen für Werkzeug, etc). Das schützt deine Sachen vor Regenwasser!
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