Deutsche Mountainbike Marken: Ein Überblick

Welche Mountainbike Marken gibt es?" oder "welche Mountainbikes sind die besten?" - solche Fragen tauchen sehr häufig auf, sobald es mit dem Kauf eines MTB konkreter wird. Generell kann man sagen, dass man mit Mountainbike-Marken, die sich im Profi-Sport engagieren, nichts falsch macht. Die meisten Erkenntnisse während einer Wettkampfsaison fließen in die nächste Generation der Herstellermodelle ein. Auch wenn die meisten der im Profisport eingesetzten Bikes sehr teure Räder sind, so sind doch die Grundmodelle in ihrer Rahmengeometrie identisch. So werden die günstigeren Modelle lediglich aus Aluminium statt aus Carbon gefertigt.

Wenn man sich die einzelnen Bauteile an einem Mountainbike mal genauer anschaut, dann wird man feststellen, dass im Prinzip der MTB-Hersteller nur den Rahmen und im Falle von Fullys (vollgefederte MTBs) die Hinterbaukonstruktion stellt. Alle anderen Anbauteile wie Schaltwerk, Bremsen und Federsysteme kommen von Zulieferern wie Shimano, SRAM, Magura, FOX oder RockShox. Man kann es also so formulieren: Wenn ein Hersteller einen guten Rahmen baut, dann wird daraus in der Regel ein ganz gutes Mountainbike. Dies verdeutlicht, dass die Komponenten letztendlich einen maßgeblichen Anteil an der Qualität des Komplettrads haben.

Mountainbike-Marken im Überblick

Hier ist eine Liste an Top-Mountainbike Marken zusammengestellt, mit der du stets den Überblick behältst!

BERGAMONT Mountainbikes

Bergamont wurde 1993 im Herzen Hamburgs gegründet. Die Hanseaten schreiben Performance groß. Eng verbunden mit der Technischen Universität Hamburg entwickeln die Ingenieure permanent Fahrräder nach höchsten technologischen Standards. Die Marke Bergamont ist besonders für seine Mountainbikes bekannt. Die Fahrräder zeichnen sich durch ein hochwertiges Rahmendesign mit perfekt abgestimmter Geometrie, leichtem Gewicht und erhöhter Haltbarkeit aus. Die Bikes von Bergamont sind treue Begleiter für jedes Offroad-Abenteuer.

CANNONDALE Mountainbikes

Die amerikanische Marke Cannondale wurde 1971 in Bedford im Bundesstaat Pennsylvania gegründet. Das erste Aluminiumrad stammt aus dem Hause Cannondale und wurde 1983 produziert. Durch die vielen innovativen Produkte gehört Cannondale heute zu einer der führenden Marken im Bereich Mountainbike. Die wohl bekannteste Erfindung der Marke ist die 2000 vorgestellte Einbeinfederung "Lefty". Sie polarisiert bis heute die Mountainbike-Welt und fasziniert neben dem Design auch mit ihrer überragenden Funktion.

CARVER Mountainbikes

Die deutsche Marke Carver setzt seit 1999 Standards in der Entwicklung von Fahrrädern. “Made in Germany” und Nachhaltigkeit sind in den Firmenrichtlinien tief verankert. Entwickelt und „engineered“ werden die Hardtail und Fullys in Frankfurt am Main. Mit modernsten Produktionsverfahren entstehen Hightech-Rahmen, die den höchsten Anforderungen entsprechen. Geringes Gewicht, Langlebigkeit der Rahmen und exzellente Fahreigenschaften zeichnen die MTBs von Carver aus. Jeder Carver-Rahmen besitzt eine Herstellergarantie von zehn Jahren.

CUBE Mountainbikes

Mit Sitz im bayerischen Waldershof gehört Cube zu den führenden Fahrradmarken Deutschlands. 1993 gegründet, verkauft die Marke weltweit in über 50 Ländern Bikes. Die Mountainbikes von Cube zeichnen sich durch eine hochwertige Ausstattung, niedriges Gewicht und eine topaktuelle Designsprache aus - egal in welchem Preissegment. Top-Athleten treiben die Technologie der Cube-MTBs an. Cube ist besonders im Bereich der Freizeiträder sehr beliebt und zählt zu einer der meistgekauften Mountainbike-Marken in Deutschland.

FOCUS Mountainbikes

Focus ist eine deutsche Marke, die 1992 in Cloppenburg gegründet wurde. Entstanden ist Focus um den ersten deutschen Mountainbike-Weltmeister Mike Kluge. Schnelle und hochwertige MTBs sind das Kernprodukt der Marke. Entwickelt werden die Bikes in enger Zusammenarbeit mit Profisportlern. Modernste Materialien und hochwertige Komponenten zeichnen die Hochleistungsräder für Wettkampfsportler oder Radfahrer mit hohen Ansprüchen aus.

GHOST Mountainbikes

Ghost wurde 1993 in Waldsassen in Bayern gegründet. Spezialisiert ist die Marke auf Mountainbikes mit Front- und Vollfederung. Heute ist Ghost für seine leichten und schnellen Sporträder bekannt, die weltweit wettkampferprobt sind. Die Offroad-Bikes überzeugen mit einer tadellosen Funktion und geringem Gewicht. Moderne Materialien und beste Komponenten garantieren eine hochwertige Qualität.

GIANT Mountainbikes

Giant zählt zu den größten Fahrradherstellern weltweit. Die taiwanesische Fahrradmarke verkauft neben robustem City- und Trekkingrad oder leichtem Rennrad auch hochwertige Mountainbikes. Die Worldcup erprobten Fully-Bikes genießen schon seit vielen Jahren einen ausgezeichneten Ruf bei Einsteigern und Profis. Das hervorragende Preisleistungsverhältnis der Qualitätsräder überzeugt auch Sparfüchse unter den Zweirad Liebhabern. Jedes Rad wird vor dem Verkauf bis ins kleinste Detail getestet, damit beste Qualität garantiert werden kann.

HAIBIKE Mountainbikes

Haibike wurde 1996 in Schweinfurt in Bayern gegründet. Die Erfolgsgeschichte der Marke geht seit der Gründung steil bergauf. Insbesondere die hochwertigen Sporträder im Bereich Mountainbike, Rennrad und E-Bike sind sehr beliebt. Haibike ist eine der ersten Marken, die Motoren in Fullys integrierte und somit jedem einen Zugang zum Mountainbiken ermöglichte. Heute gilt Haibike als Vorreiter im Bereich E-MTB. Alle Räder von Haibike überzeugen mit absoluter Hochwertigkeit und bester Ausstattung.

KTM Mountainbikes

KTM ist ein österreichisches Unternehmen, das zunächst auf die Herstellung von Motorrädern spezialisiert war. Ab 1964 widmete es sich darüber hinaus der Produktion von Fahrrädern. Heute liegt einer der Schwerpunkte des Unternehmens auf der Fertigung von Mountainbikes. Dabei ist bei jedem einzelnen Bike die Auswahl der Komponenten essentiell, sodass ein perfektes Zusammenspiel aller Teile für ein gutes Fahrgefühl garantiert ist. KTM setzt seine Expertise auch mit eigenen Teams im MTB-Weltcup sowie bei Marathon-Welt- und Europameisterschaften ein.

LIV Mountainbikes

LIV ist die erste Radsportmarke, die speziell auf die Bedürfnisse von Frauen zugeschnitten ist. Die Marke bietet eine einzigartige Sammlung an hochwertigen Fahrrädern an. Zusätzlich finden Frauen bei Liv schöne Kleidung, die den Fahrspaß erhöhen. Liv-Bikerinnen sind angetrieben von der Freude am Fahren ihres Rades. Dabei spielen Hochwertigkeit und die bestmögliche Symmetrie des Fahrrads eine große Rolle.

MERIDA Mountainbikes

Merida wurde vor mehr als 25 Jahren in Taiwan gegründet und hat sich schnell auf dem weltweiten Fahrradmarkt integriert. In den Achtzigern kam das Unternehmen MERIDA Germany hinzu und fabriziert in dieser Kombination ausgesprochen hochwertige Fahrräder, die für ihre Qualität bekannt sind. Vor allem im MTB-Bereich unterstützt MERIDA erfolgreiche Profisportler. Die sehr enge Zusammenarbeit von erfahrenen Ingenieuren und leidenschaftlichen Profisportlern ermöglicht höchst wertvolle Erkenntnisse, die dann direkt für neue Projekte genutzt werden.

SCOTT Mountainbikes

Die Erfolgsgeschichte von Scott begann im Jahre 1986, als das Unternehmen sein erstes Mountainbike auf den Markt brachte. Mit viel Mut zur Innovation schaffte es Scott schnell, sich einen Namen im Bereich der Sport-Bikes zu machen. Nach diversen Weltcup- und Olympiasiegen zählt das Unternehmen mittlerweile zu den bekanntesten Fahrradherstellern weltweit. Neue Rahmentechniken, ultraleichte Bauweise, erstklassige Qualität - dies sind bis heute die Erfolgssäulen des Unternehmens.

SPECIALIZED Mountainbikes

Specialized ist bekannt für wegweisende und führende Innovationen. 1961 in den USA gegründet, erlebte Specialized einen raschen Aufschwung. Heute ist Specialized eine der führenden Marken weltweit und überzeugt seit Jahren mit starken Bikes für jeden Einsatzbereich. Zudem kann die Marke regelmäßig mit interessanten Neuerungen überraschen. Im MTB-Bereich gilt Specialized als Vorreiter. Neben den top ausgestatteten Fahrrädern setzt sich die Marke für Nachhaltigkeit ein: Faire Bezahlung und Respekt vor der Umwelt an den Produktionsstandorten sind gelebte Werte.

TREK Mountainbikes

Bei Trek handelt es sich um ein US-amerikanisches Unternehmen, das zu den größten Fahrradherstellern der Welt zählt. Innovation und Fortschritt sind seit jeher die Markenzeichen der Firma, gerade in den Sparten Rennrad und MTB. Im Bereich MTB-Technologie ist Trek weltweit führend. Es ist daher keine Überraschung, dass das Unternehmen die technologisch fortschrittlichsten Mountainbikes der Welt baut.

Weitere Mountainbike-Marken

  • Bulls: Eigenmarke der ZEG in Köln, bekannt für sportliche und preiswerte Räder.
  • Conway: Deutsche Marke, entwickelt Räder ausschließlich in Deutschland.
  • Marin: Kalifornische Marke, bekannt für Bikes mit exzellenter Ausstattung.
  • Mondraker: Spanischer Hersteller, spezialisiert auf Highend-Mountainbikes.
  • Orbea: Größter Radhersteller in Spanien, mit breiter Modellpalette.
  • Rocky Mountain: Kanadische Marke, bekannt als MTB-Pionier.
  • Santa Cruz: Kalifornischer Hersteller, Fokus auf Highend-Fullys.

Neue Deutsche Welle: MTB-Träume aus dem Heimatland

Neben vielen Entwicklungsbüros internationaler Radmarken gibt es in Deutschland Firmen, die wahre MTB-Träume im Heimatland fertigen. Was treibt sie an, wie sehen sie die Zukunft des Produktionsstandorts? Und wie fahren sich ihre Bikes?

Als Mitte der Neunziger der MTB-Virus aus den USA nach Europa schwappt, ist die Euphorie auch hierzulande groß. Eine schrille Szene formt sich und mit ihr Marken, hinter denen echte MTB-Visionäre stehen. Einer der bis heute bekanntesten ist Karl-Heinz Nicolai. "Kalle" ist mit der Fertigung erst in einer Doppelgarage, dann in einem niedersächsischen Viehstall zu Hause. Von dort aus macht sich Nicolai einen Namen, kommt mit echten Klassikerbikes auf den Markt, viele fahren noch heute. Während andere bekannte Marken wie Cyclecraft, Votec und Bergwerk aufgekauft werden oder in die Pleite rutschen, mausert sich Nicolai zu einem Hightech-Industrieunternehmen mit Schweißrobotern und etlichen CNC-Fräsen. Auch ein gewisser Jürgen "Jü" Schlender lässt in den Anfangstagen seiner Firma Alutech bei Nicolai Rahmen fertigen.

In den 00-Jahren beginnt dann die goldene Zeit deutscher Radgiganten wie Radsport Arnold (heute besser bekannt als Canyon), Ghost und Cube. Deren Fokus auf Wachstum und Volumen jedoch klar "asiatisch" ist. Wie auf dem Weltmarkt üblich übernehmen Dienstleister in Fernost die Produktion der Rahmen und Anbauteile. Lediglich die Endmontage der Räder findet teils in Europa, auch in Deutschland statt.

So verwundert es nicht, dass in den 2010er Jahren einige Marken aus der Wettkampfszene heraus neu entstehen: Aus dem Enduro-Rennsport kommen etwa Kevin Dewinski und Chris Reichling von Crossworx, die sich mit ihrer eigenen Radmarke einen lang gehegten Traum erfüllen. Auch Mathias Reichmann als begnadeter Downhill-Racer zückt das Konstruktionspapier, um sich ein Sportgerät nach seinem Gusto zu kredenzen. Nachdem immer mehr Kumpels seinen Rahmen ergattern wollen, legt er den Baustein für die eigene Marke.

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie

Als dann die Corona-Pandemie über die deutsche Wirtschaft hereinbricht, ergeben sich für die Kleinserienhersteller à la Crossworx und Kavenz plötzlich ungeahnte Möglichkeiten: "Automotive Zuliefererbetriebe standen auf einmal ohne die riesigen Aufträge da, diese Lücken konnten wir für uns nutzen, um Rahmenteile in Deutschland zu fertigen. So gesehen war Corona für uns die Möglichkeit durchzustarten. Um unser eigenes Bike in Deutschland zu fertigen, konnte wohl keine bessere Chance kommen. Also haben wir uns getraut, diesen Schritt zu gehen, und der Mut wurde belohnt", so Giacomo Großehagenbrock von Kavenz. Auch die Lieferfähigkeit spielt den Herstellern mit deutscher Heimat in die Karten.

Carbon-Fertigung in Deutschland

Wie schnell man in der Branche Fuß fasst, zeigt auch Christian Gemperlein. Der Gründer und Geschäftsführer von All Ahead Composites forschte für sein Studium im Bereich der Faserverbundwerkstoffe. Seine Diplomarbeit? Das als Leichtbauikone bekannte Biturbo-Monocoque-Laufrad mit sechs Speichen. Auch er wagt den Schritt zum Unternehmer, der Start der Komponentenmarke Bike Ahead folgt - und die Leichtbauparts schlagen voll ein.

Das lokale Bewusstsein der Kunden sei größer geworden - so beschreibt es auch Kevin Dewinski, Mitbegründer von Crossworx Cycles. "Nicht nur uns begeistert der lokale Fertigungsbezug: Der Großteil der Arbeitsschritte unserer Rahmen - von Kartonagenherstellung über Lackierarbeiten bis hin zum Fräsen der Bauteile - findet im Umkreis von circa 30 Kilometern um unseren Firmensitz statt." Natürlich spielt auch die Nachhaltigkeit eine große Rolle, wenn es um die Überzeugung geht, in der Heimat zu produzieren.

Schließlich spielen gesellschaftspolitische Aspekte bei der Standortauswahl pro Europa oder Deutschland eine Rolle: "Wir haben die Verantwortung, in Ländern und mit Partnern zu produzieren, bei denen wir gute Arbeitsbedingungen vorfinden und das politische System Freiheit und Rechtssicherheit für jeden Einzelnen garantiert", sagt Jochen Forstmann von Last.

Fazit

Auch wenn nach und nach der Tüftler-Charme aus den MTB-Schmieden verschwinden wird: Dank all der Visionäre, die für ihre eigenen Mountainbikes Feuer und Flamme sind, aber auch dank der "neuen" Lage auf dem Weltmarkt wird der Standort Deutschland in Zukunft wichtiger werden denn je.

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