Groß gewachsene Biker haben es oft schwer, passende Ausrüstung zu finden, die ihren Proportionen und Anforderungen entspricht. Bei einem Körpergewicht von 100 Kilo und mehr wird die Wahl des Materials bei einem Risikosport, wie Mountainbiken, schnell zur Sicherheitsfrage.
Längst nicht alle MTB-Teile sind für die entsprechend hohen Belastungen ausgelegt. Ein genereller Tipp für Schwergewichte lautet: Haltbarkeits- statt Gewichtstuning! Trotzdem wählen schwere Fahrer lieber Teile aus einer Einsatzkategorie höher.
Heißt: Wer viele Pfunde auf die Waage bringt und ein Allmountain-Fully fährt, tut gut daran, dieses mit Enduro-Teilen, wie extra stabilen Lenkern und steifen Federgabeln aufzurüsten. Eine saubere Fahrweise schont das Material. Schwere Biker sollten deshalb auch an ihrer Fahrtechnik arbeiten.
XXL-Laufräder im Fokus
Abgesehen davon, dass lange Körpergrößen besser mit großen Laufrädern von 29 oder gar 36 Zoll harmonieren, müssen MTB-Laufräder bei hohen Systemgewichten besonders stabil sein. Filigrane Tuning-Laufradsätze besitzen nicht selten ein Gewichtslimit von 90 Kilo oder weniger.
In den Angaben der Hersteller sind Körpergewicht und Systemgewicht, also das komplette Gewicht von Bike, Fahrer und Ausrüstung, zu unterscheiden. Um Schäden an Mensch und Material zu vermeiden, sollten sich schwere Biker an die Beschränkungen halten und lieber auf stabilere Laufräder setzen.
Beispielsweise verbaut Syntace im Gegensatz zu den weit verbreiteten Kugellagern mit 26 Millimetern Durchmesser größere 30-Millimeter-Modelle, um diese statt für Lasten bis 130 Kilo sogar bis 250 Kilo auszulegen. Das maximal zulässige Systemgewicht beträgt trotzdem “nur” 130 Kilo.
Viele Laufräder sind mit 32 oder weniger Speichen aufgebaut. Die Stabilität eines Laufrades ist keineswegs nur eine Frage der Speichenzahl, sondern vielmehr der Konstruktion der Einzelteile sowie deren Zusammenspiel. Bei einer höheren Anzahl an Speichen kann sich das Gewicht von Bike und Fahrer aber oft besser im Laufrad verteilen. Hope bietet zum Beispiel Laufräder mit 36 Speichen je Rad an.
Seitdem sich schwergewichtige E-Bikes am Markt etabliert haben, gibt es auch zahlreiche hochwertige Laufradsätze für den MTB-Einsatz mit hoher Gewichtsfreigabe. So ist der DT Swiss HXC 1501 Spline One Carbon-Laufradsatz beispielsweise bis 140 Kilo Systemgewicht freigegeben.
Weitere wichtige Komponenten für schwere Fahrer
Neben den Laufrädern gibt es auch andere Komponenten, die für schwere Fahrer von Bedeutung sind:
- XXL-Federgabeln: 38-Millimeter Standrohre sind besonders steif und nehmen es auch dauerhaft mit einer hohen Belastung auf.
- XXL-Dämpfer: An Trail-, Allmountain- und Endurobikes sind schwere Fahrer deshalb oft mit einem Stahlfederdämpfer besser beraten.
- XXL-Bremsen: Schon für Fahrer ab 90 Kilo sollten hydraulische Vierkolben-Scheibenbremsen Pflicht sein.
- XXL-Bremsscheiben: An der Front sind für schwere Jungs deshalb Scheiben mit mindestens 200 Millimetern Durchmesser Pflicht.
- XXL-Reifen: Breite Reifen können nicht nur trotz hohem Fahrergewicht mit weniger Luftdruck gefahren werden, sondern bieten auch eine bessere Dämpfung als Modelle unter 2,4 Zoll Breite.
- XXL-Griffe: Mit dem GA2 Fat haben auch die Ergonomie-Experten von Ergon extra Griffe mit 33 Millimetern Durchmesser für große Hände im Programm.
- XXL-Pedale: Für Radfahrer mit großen Füßen empfehlen sich Klickpedale mit zusätzlichem Käfig.
Laufrad-Test: Alu- und Carbonlaufräder ab 600 Euro
Laufräder gelten als das beste Tuning fürs MTB. Doch stimmt das wirklich? Und was bieten aktuelle Nachrüstsätze? Ein Test von 13 Modellen ab 430 Euro gibt Aufschluss.
Die Gewinner im Überblick
- Testsieger Alu-Laufräder: Veltec ETR Extradrei
- Testsieger Carbon-Laufräder: Acros Enduro-Carbon-LSR 29"
- Kauftipp Alu-Laufräder: Race Face Aeffect R
- Kauftipp Carbon-Laufräder: Newmen Advanced SL A.30
Einzelne Modelle im Test
Im Folgenden werden einige der getesteten Laufräder detaillierter betrachtet:
Alu-Laufräder
- Crankbrothers Synthesis Enduro Alloy: Hohe Steifigkeit, aber auch hohes Gewicht.
- DT Swiss XM 1700 Spline: Leicht, prima zu beschleunigen, sehr gute Steifigkeiten.
- Mavic Crossmax XL S 29: Solide Wahl, relativ leicht, gute Aufbauqualität.
- Newmen Evolution SL A.30: Leicht und flott, minimal schwerer als der Testsieger.
- Race Face Aeffect R: Grundsolider Aufbau, sehr gute Steifigkeitswerte, macht Tempo.
- Shimano Deore XT WH-M8120: Günstig, aber gut, sehr guter Aufbau, beste Steifigkeitswerte im Test.
- Spank 350 Vibrocore: Schaumstoff-Schicht in der Felge, die Vibrationen dämpfen soll, generell eher schwerer.
- Veltec ETR Extradrei: Perfekt aufgebaut, geringstes Gesamtgewicht im Alu-Testfeld.
Carbon-Laufräder
- Acros Enduro-Carbon-LRS 29": Superleicht, klasse aufgebaut, Steifigkeiten auf sehr gutem Niveau.
- Crankbrothers Synthesis Enduro Carbon: Schwerste und "langsamste" Kohlefaser-Räder im Test, sehr gut aufgebaut.
- DT Swiss XMC 1501 Spline One: Perfekter Aufbau, niedriges Set-Gewicht, Steifigkeiten auf sehr gutem Niveau.
- Newmen Advanced SL A.30: Optisch ansprechend, beschleunigen nur minimal schlechter als der Testsieger.
- Race Face Next R31: Eher auf Stabilität denn auf ausgewiesenen Leichtbau ausgelegt, sehr gute Steifigkeitswerte.
Warum Laufräder ein ideales Tuning sind
Laufräder können positive Effekte bringen, wenn sie hochwertig sind. Sie sparen Gewicht und damit Massenträgheit, was das Bike leichter, agiler im Handling und spurtfreudiger macht. Gleichzeitig gehen sie in Sachen Steifigkeit und Langlebigkeit keinerlei Kompromisse ein.
Weitere Erkenntnisse aus dem Laufrad-Test
Einige weitere Erkenntnisse aus dem Laufrad-Test sind:
- Es kommt vor allem auf das Gewicht der Felge an, da diese bei der Rotation den längsten Weg zurücklegt.
- Sehr schwere Laufräder können eine vergleichsweise geringe Massenträgheit aufweisen.
E-MTBs und Laufräder: Was ist zu beachten?
E-MTBs stellen durch zusätzliche Motorpower große Anforderungen an das Material. Die Beanspruchungen des Laufrades im E-MTB-Bereich sind deutlich höher. Hohe Gewichte von Bikes, Fahrern sowie die geänderten Fahrgewohnheiten benötigen deutlich höhere Sicherheitsreserven.
Die Hersteller heben deshalb die Systemgewichte an. Aus den genannten Gründen ist ersichtlich, dass Laufräder am E-MTB speziellen Bedürfnissen unterliegen, welche die Hersteller bei der Konstruktion berücksichtigen.
Wichtige Aspekte bei E-MTB Laufrädern
- Freilaufkörper: Die Lösung ist die Fertigung aus gehärtetem Stahl, vor allem bei Shimano HG Freiläufen.
- Eingriffswinkel: Ein kleiner Eingriffswinkel ist wünschenswert, steht aber im Widerspruch mit einer hohen und sicheren Kraftübertragung.
- Achse: Die Achse beim E-Bike verbiegt sich unter der Spitzenleistung von gut 1800 Watt und einem Drehmoment von bis zu 180 Newtonmetern stark.
- Lager: Bei Lagern spielt die Traglast eine wichtige Rolle.
- Speichen: Die Speichen werden beim E-Bike gerade im Speichenkopf, -bogen und -gewinde mehr belastet.
- Nippel: Bezüglich Nippel gibt es ein Comeback der Messingnippel.
- Felgen: Der starken Beanspruchung des Felgenbodens durch hohe Antriebs- und Bremslasten begegnen die Hersteller mit mehr Wandstärke, optimierten Auflageflächen sowie Austrittswinkeln für den Speichennippel.
Carbon- und Aerolaufräder: Ein Upgrade-Traum?
Tiefe Carbonlaufräder am neuen Rennrad - und dank perfekter Felgen- und Reifenkombination auch noch schneller? Kaum ein anderes Update verspricht so viel wie ein Satz begehrter Laufräder. Doch auch keine anderen Komponenten kosten so viel.
Laufräder bestimmen das Fahrgefühl und Feeling des Bikes wie kein anderes Bauteil am Rad. Um die Unterschiede im Handling und Fahrgefühl bestimmen zu können, wurden die Laufräder unter einer Vielzahl an Bedingungen getestet.
Erkenntnisse aus dem Test
- Ein steifes Laufrad bedeutet vor allem ein reaktives und agiles Rad, das auf Lenkimpulse und Antritte flink reagiert und den Input direkt umsetzt.
- Je tiefer die Felgen werden, desto höher ist die Anfälligkeit bei Seitenwind.
Windkanal-Ergebnisse
Die Ergebnisse aus dem Windkanal zeigen, wie schnell die Räder wirklich sind und ob die hochlobenden Marketing-Versprechen der Realität entsprechen. Räder mit geringer Felgentiefe schneiden tendenziell am schlechtesten ab.
Laufrad-Testsieger
Der Laufrad-Testsieger Syncros Capital SL Aero kann auf ganzer Linie überzeugen. Als modernstes Laufrad mit One-Piece-Konstruktion, innovativen Aero-Reifen und 60 mm Felgen erfüllt es sämtliche Punkte auf der Wunschliste mit Bravour.
Fazit
Die Wahl der richtigen Laufräder für schwere Fahrer ist entscheidend für Sicherheit, Fahrkomfort und Performance. Es gilt, die individuellen Bedürfnisse und Anforderungen zu berücksichtigen und die passenden Komponenten auszuwählen.
Ob Alu oder Carbon, E-MTB oder klassisches Mountainbike - der Markt bietet eine Vielzahl an Optionen, die es zu entdecken gilt.
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