Radfahren ist eine ausgezeichnete Ausdauersportart, die gelenkschonend die Fitness verbessert. Allerdings haben schwere und übergewichtige Menschen oft eine eingeschränktere Auswahl an geeigneten Fahrrädern. Daher ist es wichtig, beim Kauf von Fahrrädern und insbesondere Laufrädern auf bestimmte Aspekte zu achten, um sicherzustellen, dass das Fahrrad dem höheren Gewicht standhält.
Gewichtslimits und ihre Bedeutung
Fast alle Hersteller geben Gewichtslimits für ihre Laufräder und Fahrradteile an. Je größer und schwerer der Fahrer ist, desto stärker wirken Hebel, Kraft und Gewicht auf den Rahmen, die Felgen, die Reifen, die Federgabel, das Tretlager und allgemein das Laufrad. Eine recht überschaubare Anzahl an Herstellern bietet passende Fahrräder für kräftige und schwerere Radfahrer.
Wird das zulässige Gewicht überschritten, kann es zu Speichenbrüchen oder im schlimmsten Fall zu einem Bruch oder Riss der Felge kommen. Hersteller geben bei ihren Bikes das zulässige Gesamtgewicht an, das sich aus dem Gewicht des Fahrrads selbst, des Fahrers inklusive Kleidung und des Gepäcks zusammensetzt.
Die Bedeutung der Speichen
Besonders stabile und robuste Laufräder weisen verstärkte Speichen auf. Es gilt die Faustregel: Mehr Speichen bedeuten mehr Stabilität. 36 Speichen sind bei Rennrad-Felgen von über 130-140 kg und bei MTB-Felgen von über 120-130 kg notwendig. Bei Trekking- und Reiserad-Felgen bis rund 120 kg Systemgewicht sind 32 Speichen ausreichend.
Das Binden und Verlöten der gekreuzten Speichen kann zusätzliche Stabilität ins Laufrad bringen.
Felgenauswahl für schwere Fahrer
Verstärkte, schwere und breite Felgen halten mehr aus. Wer dennoch etwas (Fahrrad-)Gewicht sparen will, verbaut hinten eine stabile Felge und vorne eine leichtere der gleichen Marke.
Die Hohlkammerfelge besitzt im Querschnitt ein besonders hohes Profil und ist damit deutlich robuster als normale Felgen. Sie weist ein hohes Widerstandsmoment auf.
DT Swiss bietet stabile und robuste Felgen für E-Bikes oder Tourenräder. Die stabile Bauweise erlaubt bei vielen Felgen der Marke ein maximales Systemgewicht von 140 kg. Ryde, ehemals Rigida, stellt mit der Ryde Andra 40 eine Fahrradfelge mit maximalem Systemgewicht von 180 kg bereit. Sie ist ideal für E-Bikes, aber auch Lastenfahrräder oder Reisefahrräder mit viel Gepäck.
Systemlaufräder vs. Klassisch gespeichte Laufräder
Kompletträder nahezu aller Leistungsklassen und Fahrradtypen werden in der Regel von Haus aus mit Systemlaufrädern ausgestattet. Diese sind jedoch aber auch bei Laufradherstellern ab rund 200 EUR separat erhältlich. Systemlaufräder sind in ihren Komponenten (Felgen, Naben, Speichen) bestens aufeinander abgestimmt und daher sehr stabil. Für ein hochwertiges Systemlaufräder muss mit etwa 400 EUR gerechnet werden.
Klassisch gespeichte Laufräder wiederum gelten als unschlagbar in puncto Haltbarkeit und Stabilität. Sie werden nach Maßgabe des Fahrergewichts sowie des Einsatzzwecks von einem Fachmann zusammengebaut, wobei auch Einfluss genommen werden kann auf die verwendeten Materialien. Klassisch gespeichte Laufräder besitzen meistens 32 oder 36 Speichen, weswegen sie für schwere Fahrer eine gute Alternative zu einem Systemlaufrad darstellen. Aber auch Vielfahrer schwören häufig auf diesen Laufradtyp. Obwohl die Bauweise prinzipiell sehr leichte Laufräder zulässt, sind klassisch gespeichte Laufräder meistens etwas schwerer als Systemlaufräder. Außerdem sollte bedacht werden, dass die Anschaffungskosten proportional zum Gewicht ansteigen. Gute Modelle sind jedoch schon ab rund 300 EUR zu haben.
Leichtbauweise und ihre Grenzen
Je nach Anspruch kann ein Systemrad aber auch mit einem vierstelligen Bertrag zu Buche schlagen, insbesondere dann, wenn es nicht nur gut abgestimmt und stabil, sondern auch noch besonders leicht sein soll. Die Leichtbauweise mit oftmals nur 16 oder 20 Speichen ist allerdings nicht nur teurer. Sie führt auch dazu, dass sich die Laufräder weniger gut für schwere Fahrer eignen. Nachteilig kann sich unterwegs wiederum auswirken, dass Ersatzteile nur schwer oder gar nicht zu bekommen sind, und dass sich das Zentrieren recht schwierig gestaltet.
Aluminium und Carbon Laufräder
Noch leichter und noch teurer sind Laufräder aus Carbon beziehungsweise aus Aluminium und Carbon. Außer durch ein extrem geringes Gewicht zeichnen sie sich durch eine hohe Steifigkeit aus. Die Anschaffungskosten liegen im vierstelligen Bereich - der Kundenstamm ist dementsprechend relativ klein. Carbon-Laufräder können nur mit Schlauchreifen gefahren werden und haben auch eine gewichtige, technisch bedingte Schwäche: Die Bremsleistung lässt bei Nässe signifikant nach. Darüber hinaus haben sich Carbonlaufräder in Tests als sehr wartungsanfällig herausgestellt - für den Alltag empfehlen sich Carbonräder also (bislang jedenfalls) nicht unbedingt.
Laufräder für Rennräder und Mountainbikes
Laufräder für Rennräder und Mountainbikes machen im Handel das Gros unter den Laufrädern aus. Es gibt sie in allen Bauarten, wobei Mountainbike-Laufräder abhängig von den an sie gestellten Anforderungen in puncto Stabilität mitunter breiter sind. Laufräder mit mittelhohen Felgen vereinen viele Tugenden: Sie bewegen sich preislich im moderaten Bereich, achten aufs Gewicht und erzielen auch im Windkanal saubere Ergebnisse, ohne bei Seitenböen gleich davon zu segeln wie ihre hochgebauten Aero-Verwandten. RennRad hat den Markt der „goldenen Mitte“ einmal abgeklopft.
Empfehlungen und Testberichte
Das Ranking berücksichtigt nur aktuelle Fahrrad-Laufräder. Zu den Produkten in der Liste gibt es Meinungen von Kunden und Kundinnen sowie in der Regel auch Tests von Magazinen. Wir arbeiten unabhängig und neutral. Wenn Sie auf ein verlinktes Shop-Angebot klicken, unterstützen Sie uns dabei. Wir erhalten dann ggf. eine Vergütung.
Im Folgenden werden einige Laufräder und ihre Eigenschaften aus verschiedenen Tests zusammengefasst:
Hunt Sub 50 Limitless UD Carbon Spoke
- Gefahrene Kilometer: 6119
- Testermeinung: Leichtfüßig, schnell, fahrstabil.
- Besonderheiten: Carbon-Speichen, hakenlose Felgen (Tubeless-Modelle).
- Kritik: Hinterrad außermittig zentriert, lauter Freilauf.
Fulcrum Sharq
- Gefahrene Kilometer: 1102
- Testermeinung: Funktional unauffällig, optisch extravagant.
- Besonderheiten: 25 mm Maulweite, geeignet für breite Reifen.
- Einsatzbereich: Endurance, Allroad, Gravel.
- Kritik: Aufwendige Reinigung der Felgenoberfläche.
Black Inc 28/33
- Gefahrene Kilometer: 920
- Defekt: Bruch einer Carbon-Speiche.
- Eigenschaften: Leicht, steif, agiles Handling.
- Kritik: Herstellerkommunikation, Speichenbruch.
Scope Cycling Artech 4
- Gefahrene Kilometer: 1857
- Besonderheiten: Carbon-Speichen, Schuppenprofil, 3D-gedruckte Naben.
- Gewicht: 1124 Gramm (Satz).
- Kritik: Leichtes Lagerspiel (verschwindet bei Montage).
DT Swiss ARC 1100 Dicut 38
- Gefahrene Kilometer: 1857
- Eigenschaften: Aero, leicht, 38 mm Felgenhöhe.
- Gewicht: 1324 Gramm (Satz).
- Kritik: Raue Keramiklager, geringe Maulweite (20 mm).
Newmen Streem Allround Vonoa
- Gefahrene Kilometer: 967
- Besonderheiten: Carbon-Speichen, Streem Aero-Ventil-Kit.
- Gewicht: 1305 Gramm (Satz).
- Eigenschaften: Spritziger Antritt, hohe Lenkpräzision.
Laufradtest für Gravel-Bikes
Ein Test von zehn Gravel-Laufrädern im Windkanal zeigt, dass aerodynamische Hochprofil-Laufräder Gravel-Bikes schneller machen können. Die niedrigsten Werte erzielten die Leeze CC40 Allroad Evo mit 15,6 Watt, gefolgt von DT Swiss und Swiss Side mit jeweils 16,3 Watt.
Die Seitensteifigkeit ist ein weiterer wichtiger Parameter, insbesondere für schwere Fahrer und Bikepacker. Die Mavic-Allroad-SL-Laufräder bieten mit einem maximal zulässigen Systemgewicht von 135 Kilogramm den höchsten Wert im Test.
Günstige Rennrad-Laufräder im Test
Ein Test von sieben Rennrad-Laufrädern mit breiten Felgen um 500 Euro zeigt, dass man für dieses Budget solide Laufräder bekommt, die stabil und langlebig sind. Der DT Swiss CR 1600 Spline ist Testsieger mit einem hohen zulässigen Fahrergewicht und breiter Felge für Gravel- und Crossbereifung.
Die Laufräder im Testfeld sind allesamt Tubeless-tauglich und auch fürs Gelände ausgelegt. Mavic und Fulcrum weisen einen geschlossenen Felgenboden auf, was im Hinblick auf Tubeless-Reifen ein Vorteil ist.
Tuningpotential und Aspekte beim Kauf
Hochwertige Laufräder bieten enormes Tuningpotential. Beim Kauf sollte man sich genau über den Einsatzbereich der Laufräder bewusst sein: Berge oder Ebene? Die Varianten mit halbhohen Felgen sind ein sehr guter Kompromiss zwischen Gewicht und Geschwindigkeit. Sie sprechen also eine sehr große Zielgruppe an. Vor allem dann, wenn die Felge auf Drahtreifen ausgelegt ist. Damit erhöht sich die Alltagstauglichkeit. Die Schlauchreifenversion macht dagegen eher im Renneinsatz Sinn.
Fazit
Die Wahl der richtigen Laufräder für schwere Fahrer hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter das Gewichtslimit, die Anzahl der Speichen, die Felgenart und der Einsatzzweck. Es ist ratsam, sich von einem Fachmann beraten zu lassen, um die optimalen Laufräder für die individuellen Bedürfnisse zu finden.
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