Laufräder gelten als das beste Tuning fürs MTB. Doch stimmt das wirklich? Und was bieten aktuelle Nachrüstsätze? Einmal mehr haben uns pandemiebedingt nicht alle angefragten Hersteller einen Laufradsatz zur Verfügung stellen können. Dennoch konnten wir 13 Laufradsätze, acht mit Alu-Felge ab 430 Euro, fünf mit Carbon-Felge ab 1199 Euro, auf unsere Prüfstände stellen.
Dabei wählten wir keine speziellen Race-Modelle, sondern solche mit einem sehr breiten Einsatzspektrum von Tour über Trail und All-Mountain bis hin zu Enduro. Allen gemein sind daher grundsätzliche stabile Aufbauten und moderne Eckdaten: "Boost"-Achsen vorne/hinten, Freiläufe für 12-fach-Kassetten sowie Felgen mit rund 30 mm Maulweite - ideal für angesagte 2,35"-2,5" breite Reifen. Auch bei den Preisen haben wir uns bewusst nicht in die beiden Extreme begeben, sondern bei Alu wie bei Carbon die gehobene Mittel- bis Oberklasse gewählt. Wobei es Carbon-Laufräder eh nicht "in billig" gibt. Kein Hersteller käme (gottlob) auf die Idee, eine sündhaft leichte und teure Kohlefaser-Felge mit einer schweren Low-Cost-Nabe zu kombinieren.
Testsieger auf einen Blick
- Testsieger unter den Alu-Laufrädern werden die Veltec ETR Extradrei. Veltecs Satz ist perfekt aufgebaut, punktet mit niedrigem Gewicht und einem spitzen Wert bei der Trägheitsmessung.
- Bei den Carbon-Laufrädern sichern sich die Acros Enduro-Carbon-LSR 29" den Testsieg. Acros liefert ein superleichtes und klasse aufgebautes Paar Carbon Rundlinge. Toll für Nachrüster: der Satz ist auch für Non-Boost erhältlich!
- Den Kauftipp bei den Alu-Laufrädern holen sich die Race Face Aeffect R, dank grundsolidem Laufradaufbau, guten Steifigkeitswerten und ordentlichem Tempo.
- Die Newmen Advanced SL A.30 sichern sich den Kauftipp unter den Carbon-Laufrädern. Optisch machen die superleichten Sätze eine Menge her und auch die Beschleunigung kann voll punkten.
Die Alu-Laufräder im Detail
Crankbrothers Synthesis Enduro Alloy
Die Crank-Räder gehören zu den seiten- und torsionssteifsten im Test. Sie kamen vorne mit kleinem Höhenschlag (0,48 mm) aus der Box, sind sonst aber sehr solide aufgebaut. Trotz des hohen Gewichts erreichen sie bei der Trägheitsmessung gute Werte, da die recht leichte Alu-Felge die schweren Naben kaschiert.
- Preis pro Paar: 600 Euro
- Gewicht: 2024,5 g
- Material Felge/Speiche Maulweite v./h.: Alu/Stahl 31/29 mm
- Achsstandards vorne: 15 x 110 mm
- Achsstandards hinten: 12 x 148 mm
- Disc-Aufnahme/Freilauf: 6-Loch / MS, XD, HG
Testurteil: Gut
DT Swiss XM 1700 Spline
Die beliebten Mittelklasse-Laufräder der Schweizer sind - für Alu-Felgen - leicht und prima zu beschleunigen. Das Vorderrad überragt bei der Seitensteifigkeit die Konkurrenz, generell liegen die Steifigkeiten auf sehr gutem Niveau. Grundsätzlich DT-typisch seriös aufgebaut, aber mit etwas zu viel Höhenschlag vorne.
- Preis pro Paar: 719 Euro
- Gewicht: 1890 g
- Material Felge/Speiche Maulweite v./h.: Alu/Stahl 30/30 mm
- Achsstandards vorne: 15 x 110 mm
- Achsstandards hinten: 12 x 148 mm
- Disc-Aufnahme/Freilauf: CL / MS, XD, HG
Testurteil: Sehr gut
Mavic Crossmax XL S 29
Zuletzt war es um Mavic still. Das neue Crossmax- Laufrad kommt dezenter daher als früher - und ist rundum eine solide Wahl. Für ein Alu-Rad relativ leicht, glänzt die wie gehabt sehr gute Mavic-Aufbauqualität. Steifigkeitswerte sowie die Beschleunigung liegen im Mittelfeld des aber generell sehr starken Testfeldes.
- Preis pro Paar: 750 Euro
- Gewicht: 1891 g
- Material Felge/Speiche Maulweite v./h.: Alu/Stahl 30/30 mm
- Achsstandards vorne: 15 x 110 mm
- Achsstandards hinten: 12 x 148 mm
- Disc-Aufnahme/Freilauf: 6-Loch, CL / MS, XD, HG
Testurteil: Gut
Newmen Evolution SL A.30
Leicht und flott! Die Newmen-Alu-Räder sind nur minimal schwerer als die von Testsieger Veltec, lassen sich aber genauso prima (für einen Alu-Satz) beschleunigen. Der Aufbau ist gelungen mit minimalem Seiten-, aber quasi null Höhenschlag. Keine besonders hohen, aber unter dem Strich gute bis sehr gute Steifigkeiten.
- Preis pro Paar: 680 Euro
- Gewicht: 1802 g
- Material Felge/Speiche Maulweite v./h.: Alu/Stahl 30/30 mm
- Achsstandards vorne: 15 x 110 mm
- Achsstandards hinten: 12 x 148 mm
- Disc-Aufnahme/Freilauf: 6-Loch / MS, XD, HG
Testurteil: Sehr gut
Race Face Aeffect R
Auf der Habenseite der Alu-Laufräder aus Kanada steht ein grundsolider Laufradaufbau samt sehr guter Steifigkeitswerte. Trotz des stattlichen Gewichts von fast zwei Kilo für den Satz macht die Felge Tempo: In Sachen Beschleunigung gehört das Race-Face-Rad zu den besten im Alu-Testfeld. Auch daher ein Kauftipp!
- Preis pro Paar: 600 Euro
- Gewicht: 1993,5 g
- Material Felge/Speiche Maulweite v./h.: Alu/Stahl 30/30 mm
- Achsstandards vorne: 15 x 110 mm
- Achsstandards hinten: 12 x 148, 12 x 157 mm
- Disc-Aufnahme/Freilauf: 6-Loch / MS, XD, HG
Testurteil: Sehr gut (MOUNTAINBIKE-Kauftipp)
Shimano Deore XT WH-M8120
Günstig, aber gut! Shimanos XT-Laufradsatz schlägt sich trotz preislichem Respektabstand zur Konkurrenz wacker. Der Aufbau der Laufräder ist sehr gut, die Steifigkeitswerte sind mit Crankbrothers die besten im Test. Lediglich bei der Trägheitsmessung und dem Gewicht fällt das XTRad zurück.
- Preis pro Paar: 430 Euro
- Gewicht: 2012 g
- Material Felge/Speiche Maulweite v./h.: Alu/Stahl 30/30 mm
- Achsstandards vorne: 15 x 110 mm
- Achsstandards hinten: 12 x 148 mm
- Disc-Aufnahme/Freilauf: CL / MS
Testurteil: Gut
Spank 350 Vibrocore
Die Spank-Räder besitzen eine Schaumstoff-Schicht in der Felge, die Vibrationen dämpfen soll. Generell eher schwerer, "nur" gut zu beschleunigender Satz, dessen Hinterrad die schlechtesten Seitensteifigkeiten im Test zeigt. Per se sehr gut aufgebaut, aber mit etwas zu viel Seitenschlag vorne und hinten nach Belastung. Knapp "gut".
- Preis pro Paar: 699 Euro
- Gewicht: 2036 g
- Material Felge/Speiche Maulweite v./h.: Alu/Stahl 30/30 mm
- Achsstandards vorne: 15 x 110, 20 x 110 mm
- Achsstandards hinten: 12 x 148, 12 x 150/157 mm
- Disc-Aufnahme/Freilauf: 6-Loch / MS, XD, HG
Testurteil: Gut
Veltec ETR Extradrei
Veltecs Satz ist perfekt aufgebaut und zeigt das geringste Gesamtgewicht im Alu-Testfeld. Auch der Wert bei der Trägheitsmessung ist im Vergleich Spitze. Die Seitensteifigkeiten sind ebenfalls bar jeder Kritik, nur die (weniger wichtige) Torsionssteifigkeit ist nicht top. Preiswert, auch in alten Standards erhältlich!
- Preis pro Paar: 549 Euro
- Gewicht: 1792 g
- Material Felge/Speiche Maulweite v./h.: Alu/Stahl 30/30 mm
- Achsstandards vorne: QR, 15 x 100, 15 x 110, 20 x 110 mm
- Achsstandards hinten: QR, 12 x 142, 12 x 148 mm
- Disc-Aufnahme/Freilauf: 6-Loch / MS, XD, HG
Testurteil: Sehr gut (MOUNTAINBIKE-Testsieger)
Die Carbon-Laufräder im Detail
Acros Enduro-Carbon-LRS 29"
Acros liefert mit dem Enduro-Laufradsatz ein mit 1550 g superleichtes und klasse aufgebautes Paar Carbon-Rundlinge. Die Steifigkeiten liegen ebenso in allen Bereichen auf sehr gutem Niveau. Toll für Nachrüster: Der auch preislich äußerst attraktive Satz aus Baden-Württemberg ist auch für Non-Boost erhältlich.
- Preis pro Paar: 1199 Euro
- Gewicht: 1550 g
- Material Felge/Speiche Maulweite v./h.: Carbon/Stahl 29/29 mm
- Achsstandards vorne: 15 x 100, 15 x 110 mm
- Achsstandards hinten: 12 x 142, 12 x 148 mm
- Disc-Aufnahme/Freilauf: 6-Loch, CL / MS, XD, HG
Testurteil: Überragend (MOUNTAINBIKE-Testsieger)
Crankbrothers Synthesis Enduro Carbon
Die Synthesis sind die schwersten und "langsamsten" Kohlefaser-Räder im Test. Dafür sind die Crankbrothers rundherum sehr gut aufgebaut, und sie glänzen dank massiver Bauweise mit nahezu perfekten Seitensteifigkeiten. Vorne mit breiterer Maulweite als hinten, dort dafür mit 32 Speichen extra stabil aufgebaut.
- Preis pro Paar: 1699 Euro
- Gewicht: 1846 g
- Material Felge/Speiche Maulweite v./h.: Carbon/Stahl 31/29 mm
- Achsstandards vorne: 15 x 110 mm
- Achsstandards hinten: 12 x 148 mm
- Disc-Aufnahme/Freilauf: 6-Loch / XD, HG
Testurteil: Sehr gut
DT Swiss XMC 1501 Spline One
Die Schweizer punkten bei ihrem Carbon-Modell mit perfektem Aufbau und niedrigem, wenn auch nicht superleichtem Set-Gewicht. Die Steifigkeiten liegen auf sehr gutem Niveau, und wie (fast) alle Carbonis im Test beschleunigen die DTs super. Gibt es auch als XRCVariante für Cross-Country und als EXC (Enduro).
- Preis pro Paar: 1599 Euro
- Gewicht: 1629 g
- Material Felge/Speiche Maulweite v./h.: Carbon/Stahl 30/30 mm
- Achsstandards vorne: 15 x 110 mm
- Achsstandards hinten: 12 x 148 mm
- Disc-Aufnahme/Freilauf: CL / MS, XD, HG
Testurteil: Überragend
Newmen Advanced SL A.30
Optisch macht Newmens superleichter Carbon-Satz mit den silbern glänzenden Naben eine Menge her. Die Laufräder beschleunigen nur minimal schlechter als Testsieger Acros, auch beim Aufbau gibt es keinen Grund zur Kritik. Aufgrund der etwas schlechteren, aber immer noch sehr guten Steifigkeiten "nur" Zweiter.
- Preis pro Paar: 1450 Euro
- Gewicht: 1579,5 g
- Material Felge/Speiche Maulweite v./h.: Carbon/Stahl 29/29 mm
- Achsstandards vorne: 15 x 110 mm
- Achsstandards hinten: 12 x 148 mm
- Disc-Aufnahme/Freilauf: CL / MS, XD, HG
Testurteil: Überragend (MOUNTAINBIKE-Kauftipp)
Race Face Next R31
Wie Crankbrothers setzt auch Race Face eher auf Stabilität denn auf ausgewiesenen Leichtbau. Dafür überzeugt der Aufbau der breiten Felgen, auch die ermittelten Steifigkeitswerte des teuren Next-R-Satzes sind durch die Bank sehr gut. Lässt sich zudem Carbon-typisch prima beschleunigen.
- Preis pro Paar: 1699 Euro
- Gewicht: 1728 g
- Material Felge/Speiche Maulweite v./h.: Carbon/Stahl 31/31 mm
- Achsstandards vorne: 15 x 110 mm
- Achsstandards hinten: 12 x 148, 12 x 157 mm
- Disc-Aufnahme/Freilauf: 6-Loch / MS, XD, HG
Testurteil: Sehr gut
Warum Laufräder das ideale Tuning sind
Aber warum sind Laufräder das ideale Tuning? Weil sie, wenn hochwertig, nur positive Effekte bringen. Sie sparen Gewicht und damit Massenträgheit, was das Bike leichter, agiler im Handling und spurtfreudiger macht. Gleichzeitig gehen sie in Sachen Steifigkeit und Langlebigkeit keinerlei Kompromisse ein. So zumindest das Versprechen.
Tatsächlich: Die getesteten Laufräder weisen zumeist attraktive Gewichte auf, die deutlich unter denen eines "08/15-Satzes" in einem 3000-Euro-Fully liegen dürften. Logo, die Carbonis wiegen dabei weniger als die Alu-Modelle: im Schnitt 265 g pro Satz. Wobei die beiden Kohlefaser-Wheels von Acros und Newmen mit unter 1600 g Paargewicht echte Traumwerte erreichen - bei voller Enduro- und hoher Gewichtsfreigabe (Acros nennt gar keine Beschränkung). Dass auch Alu leichte Laufräder erlaubt, zeigen Newmen und Veltec, deren Sätze auf je rund 1800 g kommen - klasse. Mit den Alu-Rädern von Crankbrothers, Shimano und Spank überbieten drei Sätze jedoch die kritische Zwei-Kilo-Marke. Das passt zur jeweiligen Philosophie der Hersteller (robust, komfortabel, langlebig ...), geht aber kaum als Gewichts-Tuning durch und hat entsprechend Punktabzüge zur Folge.
Leicht und mit viel Speed
Je leichter, desto beschleunigungsfreudiger? In der Regel trifft dies zu. Aber auch sehr schwere Laufräder können eine vergleichsweise geringe Massenträgheit aufweisen. Denn es kommt vor allem auf das Gewicht der Felge an, da diese bei der Rotation den längsten Weg zurücklegt. Eine schwere (robuste) Nabe fällt buchstäblich nicht so sehr ins Gewicht. Beispiel: Der Race-Face-Aeffect-Satz wiegt fast zwei Kilo, rollt aber dennoch bei den Alu-Modellen am drittschnellsten durch die Lichtschranke und ist damit flotter a...
Alu vs. Carbon - die Referenztests
Um zu überprüfen, wie sich ein Alu-Laufrad und eine schwerere Carbon-Felge schlagen, haben wir zwei Referenz-Laufräder mit in den Test gepackt. Der Newmen-Beskar-Light-Laufradsatz wiegt 1680 Gramm und verfügt über Alu-Felgen, die ebenfalls eine Maulweite von 30 Millimetern besitzen. Im Vergleich zum leichtesten Laufradsatz in diesem Test bringen die Alu-Räder damit mehr als 500 Gramm zusätzlich auf die Waage, kosten dafür aber auch nur 680 Euro. Im Antritt macht sich die um bis zu 35 Prozent höhere Trägheit deutlich bemerkbar. Bei der Seitensteifigkeit erzielen die Alu-Laufräder den zweithöchsten Wert hinter den Roval-Control-SL-Laufrädern. Das Fahrgefühl zwischen diesen beiden Laufrädern unterscheidet sich dennoch grundlegend. Beim Crashtest schlagen sich die Alu-Laufräder bestens.
Die Komponenten eines Laufrads
Ein Fahrradlaufrad besteht aus vier Hauptkomponenten, die alle einen Einfluss auf das Gewicht, die Leistung und die Haltbarkeit haben. Eine Verbesserung (oder Verschlechterung) dieser Komponenten kann sich auf die Fahrqualität, deine Kraftanstrengung (Geschwindigkeit), die Bremsleistung und sogar darauf auswirken, wie gut dein Fahrrad auf das Gelände reagiert.
- Felge: Die Felge befindet sich an der Außenseite des Laufrads und hat bei den meisten Mountainbike-Laufrädern die Aufgabe, den Reifen zu halten. Die Breite der Felge wirkt sich auf die Reifenbreite aus, was sich erheblich auf die Kontrolle des Fahrers und den Grip auf dem Trail auswirken kann.
- Nabe: Die Nabe befindet sich in der Mitte des Rades und bildet die Drehachse. In jeder Nabe, vorne und hinten, befindet sich die Achse, die das Rad mit dem Fahrrad verbindet. Am Hinterrad verfügt die Nabe über eine Verzahnung, in die eine Kassette eingreift. Die Kette des Fahrrads wickelt sich um die Ritzel der Kassette und bildet zusammen mit der Kurbelgarnitur und den Schalthebeln den Antriebsstrang des Fahrrads, der es vorwärts bringt. Alle Mountainbike-Laufräder verfügen über eine Hinterradnabe mit einem Freilaufmechanismus, der es dem Rad ermöglicht, im Leerlauf zu fahren.
- Speichen: Das Material, das Nabe und Felge miteinander verbindet. Die Anzahl der Speichen variiert zwischen Vorder- und Hinterrad, wobei das Hinterrad oft mehr Speichen hat, um die Festigkeit und Steifigkeit zu erhöhen. Mehr Speichen bedeuten in der Regel ein stärkeres Laufrad, was jedoch mit einem Gewichtsnachteil einhergeht. Die Speichen von Mountainbike-Laufrädern bestehen in der Regel aus Stahldraht, können aber in Form und Durchmesser stark variieren.
- Nippel: Die Speichen werden mit einer speziellen Mutter, dem Nippel, am Laufrad befestigt. Nippel sind wichtig, um die Speichenspannung zu regulieren, die ein Laufrad "ausrichtet", d. h. es gerade macht, wenn es sich dreht.
Felgen-Material
Die meisten Einsteiger- und Mittelklasse-Laufräder sind mit Aluminium-Felgen unterschiedlicher Qualität ausgestattet, während hochwertige Laufräder in der Regel Felgen aus Carbon haben, die das Gewicht reduzieren und gleichzeitig die Steifigkeit erhöhen.
- Aluminium: ist das beliebteste Felgenmaterial für Mountainbike-Laufräder der Einstiegs- und Mittelklasse. Das liegt vor allem daran, dass es viel billiger in der Herstellung ist. Obwohl es die günstigere Alternative ist, gibt es immer noch eine Reihe von Vorteilen, die mit der Verwendung dieses Materials einhergehen, vor allem die Nachgiebigkeit oder der Komfort, den Leichtmetallfelgen auf dem Trail bieten.
- Carbon: Auf der anderen Seite erfreuen sich Laufradsätze aus Carbon in allen Mountainbike-Disziplinen immer größerer Beliebtheit. Das liegt vor allem an den sinkenden Preisen und dem besseren Verhältnis zwischen Steifigkeit und Gewicht sowie der höheren Festigkeit, die sie bieten. Das bedeutet, dass ein Laufrad supersteif und gleichzeitig leicht sein kann, was besonders hilfreich ist, wenn man bedenkt, dass beim Mountainbiken die Komponenten stark beansprucht werden. Der Nachteil dieser erhöhten Steifigkeit ist, dass sie in der Regel auf Kosten des Komforts geht und die Fahrer gezwungen sind, die Einstellungen von Reifen und Federung entsprechend zu ändern.
Radabmessungen: Größe, Breite und Tiefe
Größe
Es gibt drei Hauptgrößen von Mountainbike-Laufrädern, die an den meisten neuen Mountainbikes zu finden sind, und darüber hinaus noch weitere Optionen für spezielle Fahrräder. Die Laufräder werden durch Nummern bezeichnet, die ihre Größe angeben.
- 26-Zoll-Laufräder waren die ursprüngliche Laufradgröße für Mountainbikes und werden auch heute noch häufig verwendet, da sie wendig und leicht sind. In den letzten Jahren hat sich der Trend hin zu größeren Laufrädern entwickelt, die mehr Traktion, ein besseres Überrollverhalten und eine bessere Fahrqualität bieten, so dass 26-Zoll-Laufräder nur noch selten an neuen Mountainbikes zu finden sind.
- 27,5-Zoll-Laufräder, die auch als 650B-Laufräder bezeichnet werden, haben in den letzten Jahren die 26-Zoll-Laufräder im Wesentlichen als Norm abgelöst und bieten etwas bessere Überrollfähigkeiten, Traktion und Luftvolumen als 26-Zoll-Laufräder. 27,5-Zoll-Laufräder sind leichter, stabiler und in der Regel wendiger als 29-Zoll-Laufräder, so dass sie je nach Art des Fahrens eine gute Wahl sein können.
- 29-Zoll-Laufräder, auch "29er" genannt, bieten dank ihrer größeren Größe und ihres größeren Luftvolumens mehr Traktion, ein besseres Überrollverhalten bei technischen Hindernissen und ein ruhigeres Fahrgefühl. 29er-Laufräder sind in vielen Mountainbike-Disziplinen die beliebteste Wahl geworden. Ihre höhere Stabilität bedeutet auch, dass sie gut für die Abfahrt sind. Allerdings wiegen sie mehr als die kleineren Laufradgrößen, können bei kleinen Rahmengrößen sperrig sein und sind in der Menge der Federung, die um sie herum eingebaut werden kann, etwas eingeschränkt. Aus diesem Grund werden 29er-Räder am besten für Cross-Country- und Trail-Fahrten verwendet, bei denen in der Regel kein großer Federweg benötigt wird. Dies ändert sich jedoch schnell, da viele der weltbesten Enduro- und sogar Downhill-Rennfahrer ebenfalls auf 29-Zoll-Laufräder umsteigen.
Breite
Der Trend geht zu breiteren Felgen, was den Komfort durch ein größeres Luftvolumen im Reifen erhöht. Dies geht einher mit der Umstellung auf größere Reifen, die das Überrollverhalten, die Traktion und die Kontrolle verbessern sollen, da sie mit einem niedrigeren Druck gefahren werden können.
Die Felgenbreite kann entweder von innen oder von außen gemessen werden, was zu einigen verwirrenden Zahlen führen kann. Traditionell war 17 mm eine beliebte Innenbreite für Mountainbike-Laufradsätze, doch in letzter Zeit hat sich der Trend hin zu breiteren Felgen verschoben, da sie mehr Stabilität, Aufstandsfläche und Luftvolumen bieten. Nach heutigen Maßstäben ist eine schmale Felge, wenn sie innen gemessen wird, alles unter 19 mm, eine moderne Standard-Innenfelgenbreite liegt typischerweise zwischen 21 und 25 mm, während eine breite Felge als alles über 28 mm angesehen wird.
Obwohl die äußere Felgenbreite eng miteinander zusammenhängt, beeinflusst sie vor allem die Aerodynamik des Rades, während die innere Felgenbreite den Komfort, die Rollleistung oder die Reifenform beeinflusst.
Speichen
Die Gesamtzahl, die Form und das Material der Speichen an einem Laufrad variieren. Eine hohe Speichenanzahl (viele Speichen) erhöht die Robustheit und Langlebigkeit des Laufrads, bringt aber auch einen Gewichtsnachteil mit sich.
Speichen gibt es aus verschiedenen Materialien wie Stahl, Aluminium, Kohlefaser und Titan, wobei Stahlspeichen bei weitem am häufigsten verwendet werden. Die Speichenanzahl von Vorder- und Hinterrad variiert, wobei Hinterräder oft mehr Speichen haben, da mehr Kräfte wirken (Antriebskräfte und zusätzliche Gewichtsbelastung). Typischerweise hat ein leichtes Vorderrad zwischen 24-28 Speichen, während das Hinterrad zwischen 28-32 Speichen hat.
Mit der Verbesserung der Materialien und Herstellungsverfahren, insbesondere im Cross-Country-Rennsport (XC), ist die Anzahl der Speichen gesunken, was das Gewicht reduziert.
Normale Stahlspeichen sind entweder "straight pull" oder "J-bend". Speichen mit geradem Zug haben keine Biegung am Kopf und erfordern spezielle Naben. Speichen mit J-Biegung sind die traditionellere Variante mit einer 90-Grad-Biegung am Nabenende, die wie ein "J" aussieht.
Naben
Die Naben sind ein wichtiger Bestandteil. Sie sind der Ankerpunkt für die Speichen und ermöglichen das Drehen der Räder. Während Vorderradnaben in der Regel recht einfach sind, sind Hinterradnaben komplexer und verfügen über eine Freilaufnabe. Die Freilaufnabe erfüllt zwei Funktionen: Sie treibt das Hinterrad an und ermöglicht den Freilauf.
Moderne Mountainbike-Hinterradnaben haben in der Regel eine Breite von 135 mm, 142 mm oder 148 mm. 142 mm ist der Standard bei vielen Mountainbikes in einer Reihe von Fahrdisziplinen, 148 mm (auch Boost-Spacing genannt) wird jedoch immer beliebter. Das liegt vor allem daran, dass die größere Nabenbreite die Verwendung eines breiteren Reifens und/oder kürzerer Kettenstreben ermöglicht, als dies bei einem normalen Rahmen der Fall ist.
6 Loch vs. Center Lock
Die beiden Designs der Scheibenbremsscheiben sind weitgehend identisch und erfüllen die gleiche Funktion, aber es ist die Art und Weise, wie sie an der Nabe befestigt werden, die die beiden Designs voneinander unterscheidet. Wie der Name schon sagt, werden die 6-Loch-Rotoren mit sechs Schrauben an der Nabe befestigt, während die Center Lock-Rotoren direkt an einer Verzahnung der Nabe befestigt und mit einem speziellen Sicherungsring gesichert werden.
Während Center-Lock-Naben ursprünglich vom Branchenführer Shimano auf den Markt gebracht wurden, haben sie sich inzwischen durchgesetzt, und viele Laufradmarken (und Bremsen) sind in diesem Design erhältlich. Es ist auch möglich, 6-Loch-Rotoren mit Centre-Lock-Naben zu verwenden, wenn man einen Adapter verwendet.
Tabelle: Zusammenfassung der getesteten Laufräder
| Laufrad | Material | Gewicht (Paar) | Preis (ca.) | Testurteil | Besonderheiten |
|---|---|---|---|---|---|
| Veltec ETR Extradrei | Aluminium | 1792 g | 549 Euro | Sehr gut (Testsieger) | Geringstes Gewicht im Alu-Testfeld |
| Acros Enduro-Carbon-LRS 29" | Carbon | 1550 g | 1199 Euro | Überragend (Testsieger) | Superleicht, auch für Non-Boost erhältlich |
| Race Face Aeffect R | Aluminium | 1993,5 g | 600 Euro | Sehr gut (Kauftipp) | Grundsolider Aufbau, gute Steifigkeit |
| Newmen Advanced SL A.30 | Carbon | 1579,5 g | 1450 Euro | Überragend (Kauftipp) | Superleicht, optisch ansprechend |
| DT Swiss XM 1700 Spline | Aluminium | 1890 g | 719 Euro | Sehr gut | Leicht, prima zu beschleunigen |
| Crankbrothers Synthesis Enduro Carbon | Carbon | 1846 g | 1699 Euro | Sehr gut | Sehr gute Seitensteifigkeiten |
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