MTB Lenkererhöhung: Vor- und Nachteile

Als Radsportler macht man sich traditionell Gedanken zur Ergonomie und probiert häufig verschiedene Lenkervorbau-Längen und -Höhen. Wie sieht es beim Motorrad aus?

Grundlagen der Lenkeranpassung

Es geht selbstredend darum Abmessungen und Winkel zwischen Gerät und Mensch zu optimieren. Das ist beim Mountainbike o.Ä. nichts anderes. Ob jemand nur Straße, Gelände, oder sonst wo fährt, ob stehend, sitzend, oder liegend, ist halt individuell. Da gibt es keine Norm.

Im Fahrrad Laden meines Vertrauens gibt es einen Bereich, wo mir das Bike mittels Bike-fitting vermessen und angepasst wird. Ähnliches sollte beim Motorradkauf auch möglich sein. Und das ist wichtiger, als die Auswahl der Brülltüte.

So ist es. Bei meinen Bikes (Fahrrädern) optimiere ich die Lenker-Sattel-Position in 0,5cm Schritten, bis es passt. So macht es auch der gute Fahrradladen. Aber bei Motorrädern probieren die meisten "halt so rum". Wenn man dann hier die vielen Threads zu Sitzbeschwerden, Rückenschmerzen, Hoch- und Tieferlegungen etc. liest, gibt es bei den Händlern wohl noch einen großen Nachholbedarf an Beratung in Sachen Ergonomie.

Vorteile einer Lenkererhöhung

Eine Lenkererhöhung höher und zum Fahrer geneigt, verringert den Beugewinkel der Beine am Becken. Vor allem bei größeren Fahrern. Da machen 2cm in Fahrerrichtung schon ne Menge aus.

Ich (185cm gross) habe mir eine Lenkererhöhung eingebaut, welche nicht nur ein paar cm höher ist, sondern den Lenker auch näher an mich heranbringt. Scheint nicht viel zu sein, macht für mich aber einen grossen Unterschied. Seither habe ich weniger Schmerzen bei langen Tagesetappen in der Schulter, und ich sitze entspannter (aufrechter) auf dem Bike.

Bin 1,72 und für mich hat sich die Sitzposition damit deutlich verbessert. Ich sitze erheblich entspannter, und viel lockerer.

Natürlich bringt es was im stehen. Aber auch beim sitzen habe ich eine deutliche Entspannung in den Schultern gespürt, weil die Arme nun etwas weiter oben waren.

Nachteile und Überlegungen

Vielleicht stehe ich auf der Leitung, aber ich verstehe es nicht. Wenn ich groß bin, habe ich lange Arme, da ist es doch OK (oder gar besser), wenn der Lenker weiter weg ist? Als Großer sitze ich doch sowieso schon aufrechter, mit wenig Beugung im Becken?

Körperlänge und Armlänge hängen nur bedingt zusammen. Wie bei Sitzriesen. Und lange Menschen haben auch lange Beine.

Für mich macht eine Lenkererhöhung nur abseits befestigter Strassen Sinn. Auf Asphalt ergibt sie für mich eine viel zu inaktive Sitzposition mit nochmal deutlich weniger Feedback vom Vorderrad, als ohnehin schon. Ganz schlimm wirds für mich, wenn dann noch eine tiefe Sitzbank dazu kommt. Ist dann schon fast das Gefühl, nen Chopper zu fahren…

Ich fühle mich auf der Strasse am wohlsten, mit hoher Sitzbank in hoher Stellung und ohne Erhöhung.

Arten von Vorbauten und ihre Auswirkungen

Die hauptsächliche Aufgabe des Lenkervorbaus ist die Verbindung zwischen Fahrradlenker (Lenkerbügel) und Fahrradgabel herzustellen. Außerdem bestimmt er durch seine Länge den Abstand zwischen Sattel und Lenker und hat damit einen nicht unbeträchtlichen Einfluss auf die Sitzposition.

Neben den "starren" Vorbauten bieten die Hersteller auch die sogenannten winkelverstellbaren Lenkervorbauten als Ahead-Vorbau und Schaftvorbau an. Hierbei handelt es sich um einen Vorbau, der praktisch aus 2 Teilen besteht, die mit einem Gelenk miteinander verbunden sind. Dieses Gelenk lässt sich mit einer Einstellschraube lösen und somit mit sehr feiner Justierungsmöglichkeit ein anderer Winkel einstellen.

Dieses hat einen ganz erheblichen Einfluss auf die Lenkerposition und Sitzlänge und damit auf die Körperhaltung beim Fahrradfahren. Sie können durch ein Verstellen des Winkels am Vorbau z.B. die Entfernung zum Lenker, aber auch die Höhe des Fahrradlenkers beeinflussen. Steht der Lenker höher, sitzen Sie aufrechter, setzen Sie ihn durch den winkelverstellbaren Vorbau tiefer, sitzen Sie tiefer, also weiter nach vorne gebeugt und somit sportlicher und windschnittiger.

In diesem Fall lastet weniger Gewicht auf dem Sattel und Hinterrad und mehr auf den Schultern, Armen und Händen und somit auf dem Bike-Lenker und Vorderrad.

Ein weiterer Vorteil bei den winkelverstellbaren Vorbauten liegt darin, wenn verschiedene Personen dasselbe Bike fahren, kann mit einem Handgriff die passende Sitzposition bzw.

Normal werden die Lenker-Vorbauten mit verstellbarer Winkelfunktion für Bikes mit einem Innensechskantschlüssel (Größe 4 oder 5) verstellt. Es gibt aber auch verstellbare Vorbauten mit Schnellspanner, die ohne Werkzeug justiert werden können.

Je höher der Fahrradlenker im Vorbau also eingestellt wird, umso näher kommt er auch an den Fahrer bzw.

In der Regel sind die Winkel bei den Vorbauten im Bereich 0-60 Grad verstellbar. Außerdem können Sie die meisten Ahead-Vorbauten auch umgedreht montieren und damit wiederum völlig andere Lenkereinstellungen erreichen.

Reicht Ihnen die maximale Lenkerhöher des Vorbaus nicht aus, können Sie beim Ahead-System auch einen sogenannten Höhenadapter montieren. Hier können Sie dann mit einem Schnellspanner den Fahrradlenker deutlich höher positionieren.

Die Bedeutung des richtigen Lenkers

Die Hebel sind perfekt eingestellt, die Züge sauber verlegt und die Lieblingsgriffe montiert - das perfekte Cockpit, oder?

Fast! Wer die Wahl des richtigen Lenkers vernachlässigt, lässt viel Fahrspaß liegen. Was ist mitunter das Beste an einem „New Bike Day”? Die edlen Parts perfekt auf sich einzustellen!

Erst wenn sich alles satt anfühlt, ist das Rad wirklich unseres. Und vieles spüren wir in unseren Händen.

Am Bremshebel optimieren wir den Abstand zum Griff, die Position am Lenker und den Druckpunkt ganz nach Gusto. Schon der Trockentest zeigt, was sich gut anfühlt und was gar nicht geht. Auch bei den Griffen erkennt man sofort, welche gut in der Hand liegen.

Ist das Cockpit damit schon perfekt? Nicht ganz.

Was ist eigentlich mit dem Lenker, dieser offensichtlich notwendigen, aber doch irgendwie leidenschaftslosen Verbindung zwischen Griffen, Vorbau und den Hebelchen dazwischen?

Hier tunen? Oh ja! Und zwar längst nicht nur für ein paar Gramm Gewichtsersparnis. Der Einfluss des Lenkers auf das gesamte Handling unseres Mountainbikes ist schwer in Zahlen zu fassen, aber im Gelände deutlich zu spüren.

Im besten Fall überträgt er Lenkimpulse unmittelbar auf den Trail, gibt uns dabei Rückmeldung vom Untergrund und gleichzeitig Dämpfung in der Hand, versetzt uns in eine gute Körperhaltung und lässt uns den ganzen Bike-Tag schmerzfrei durchziehen. Ach ja, und schön anzusehen, leichtgewichtig und erschwinglich darf er auch sein. Alles klar, oder?

Ähm … Wer sich an die Suche nach dem perfekten MTB-Lenker herantraut, braucht etwas Geduld, wird aber mit Fahrspaß belohnt. Klar passt der Lenker, der jetzt gerade auf eurem Bike montiert ist - so lange, bis ihr einen ausprobiert, der besser passt.

Es gibt einige deutliche Anzeichen dafür, dass ein Wechsel sinnvoll sein könnte. Dazu zählen taube Finger, schmerzende Handflächen oder Schultern, Armpump, das Bedürfnis, die Hände auszuschütteln, oder häufiges Umgreifen auf der Suche nach einer komfortablen Position. Dass ein Lenkerwechsel hilfreich wäre, ist aber nicht immer so offensichtlich, weil man sich an vieles gewöhnt. Doch habt ihr den richtigen Lenker in der Hand, werdet ihr den Unterschied merken!

Dieser gewisse Aufwand schreckt viele Rider bereits vom Testen ab - leider! Diese oberflächliche Checkliste kann für einige Rider zum Erfolg führen, viele andere liegen damit aber kapital daneben. Der häufigste Fehler, den wir und auch die von uns befragten Experten draußen auf dem Trail beobachten, sind zu breite Lenker.

Wichtige Lenker-Eigenschaften

  • Breite: Zu breite Lenker können das Handling beeinträchtigen, besonders für kleinere Fahrer.
  • Material: Carbon-Lenker können leicht und komfortabel sein, aber auch teuer. Aluminium ist eine günstigere und robustere Alternative.
  • Sweep: Upsweep und Backsweep beeinflussen die Handgelenkposition und den Komfort.
  • Rise: Der Rise beeinflusst die aufrechte Position auf dem Rad und die Sicherheit in steilen Abfahrten.

Lenkerbreite und ihre Auswirkungen

Vor allem kleinere Rider, die sich nicht ans Kürzen des Lenkers herantrauen, nehmen dadurch echte Handling-Nachteile in Kauf. Doch den Lenker abzusägen, kann wiederum andere Probleme mit sich bringen.

Vorsicht ist außerdem bei dicken Lenkern mit 35 mm Klemmmaß am Vorbau geboten! Die sehen fett aus und machen optisch mehr her als die dünnere 31,8-mm-Alternative, könnte man zwar urteilen. Doch ein größerer Durchmesser bedeutet tendenziell mehr verbautes Material und damit mehr Steifigkeit.

Carbon vs. Alu

„Aber Carbon ist besser als Alu, oder?” Darauf ein klares „Jein”. Aufgrund ihres mehrlagigen Aufbaus, ihres ganz spezifischen Lay-Ups also, können Carbon-Parts wie Lenker je nach Konstruktion von butterweich über genau richtig bis hin zu knüppelhart so ziemlich alles sein - ähnlich wie Aluminium, das je nach Materialeinsatz und Wandstärke ebenso unterschiedliche Steifigkeitswerte bietet.

Wie steif perfekte MTB-Parts tatsächlich sein sollten, haben wir schon in diesem Artikel besprochen. Einen eindeutigen Werkstoff-Sieger kann man bei Lenkern nicht benennen. Was wir aber wissen, ist, dass hochwertige Carbon-Lenker leichter, aber auch deutlich teurer sind als Metall-Alternativen. Testet daher lieber preiswert mit Alu und greift erst dann zur Kohlefaser, wenn ihr eine Vorstellung davon habt, welche Maße und Specs euer Wunschlenker haben sollte.

„Schön breit, schön dick und möglichst aus Carbon” sind also gefährliche Ratgeber bei der Kaufentscheidung.

Sweep und Rise

Ein Lenker ist viel mehr als nur seine Breite, seine Dicke und sein Werkstoff. Zu seinen Eigenschaften gehört außerdem, in welchem Winkel seine Enden vertikal nach oben (Upsweep) und horizontal zum Fahrer hin abgewinkelt sind (Backsweep).

Diese Werte werden in Grad angegeben und das Optimum ist stark von persönlicher Vorliebe abhängig. Viele Modelle bewegen sich aber bei ähnlichen Sweep-Maßen. Der populäre FatBar von Renthal kommt beispielsweise mit 5° Upsweep und 7° Backsweep. Der ebenfalls oft anzutreffende Race Face Next R 35 wählt die Geo mit 5° Upsweep und 8° Backsweep ganz ähnlich.

Beim 3OX-Lenker der Ergonomie-Fetischisten SQlab sind es 4° Upsweep und je nach Modell 9°, 12° oder extreme 16° Backsweep. Letztere Variante richtet sich vor allem an XC-Racer, die trotz dynamisch gestreckter Sitzposition einen ergonomischen Übergang vom Unterarm zum Handgelenk finden sollen.

Solange ihr ohne Schmerzen oder auffällige Ermüdung in Händen, Armen oder Schultern unterwegs seid, müssen euch die Sweep-Werte eures Lenkers keine Sorgenfalten bereiten.

Heiß diskutiert wird aktuell der Rise von MTB-Lenkern, also der absolute Höhenunterschied von Klemmung zum Griffende. Wie auch beim Stack von MTB-Rahmen, also der Höhendifferenz zwischen Tretlager und dem oberen Ende des Steuerrohrs, ist auch bei Lenkern ein Trend zu mehr Rise zu erkennen. Je höher das Cockpit, desto aufrechter ist die Position auf dem Rad und desto weiter verschiebt sich der Körperschwerpunkt in Richtung Hinterrad.

Das entlastet zum einen strapazierte Handflächen, zum anderen kann mehr Rise Sicherheit auf steilen Abfahrten bringen, weil er uns tendenziell hinter statt über dem Lenker aka dem Abgrund platziert. Der Pro-Downhiller Dakotah Norton machte im Worldcup von sich reden, als er einen Lenker mit gewaltigen 75 mm Rise montierte und sein Cockpit dadurch sichtbar erhöhte - was ihm in der Szene den Spitznamen „Stackotah” einbrachte.

Mehr Rise bringt vor allem in steilen Trail-Passagen zusätzliche Sicherheit. Wird es flacher, kann dieser Vorteil in einen Nachteil umschlagen. Denn ein sehr hoher Lenker bringt auch die Gefahr mit sich, nötigen Druck und damit Reifengrip am Vorderrad einzubüßen. Das macht sich vor allem auf flacheren Trail-Sektionen und in offenen Kurven bemerkbar.

Übrigens: Die von uns für diesen Artikel befragten Experten haben sicherlich Schlüssel zum Materiallager und damit freie Auswahl. Sie fahren an ihren eigenen Bikes Lenker mit 25 bis 40 mm Rise, wie ihr in der folgenden Tabelle seht. An den Mountainbikes des Branchenriesen MERDIA finden sich heute serienmäßig oft Lenker mit 30 mm Rise, wo bis letztes Jahr noch 18-20 mm Standard waren. Auch SQlab, Orbea und Race Face sehen Vorteile und bieten Optionen mit maßvoll erhöhtem Rise. Es brauchen ja nicht gleich Extreme sein.

Die richtige Lenkerbreite finden

Ja, eine breite, bullige Position der Hände am Lenker vermittelt zunächst Stabilität. Doch wer zu breit greift, verlässt den Bereich der optimalen Kraftentfaltung, belastet seine Handgelenke auf ergonomisch kritische Weise und riskiert sogar, dass sich Hände und Knie auf engen, technischen Trails in die Quere kommen.

Außerdem verlangt ein längerer Lenker mehr Bewegung am Griff, um den gewünschten Lenkimpuls am Vorderrad zu erzeugen. Das Resultat ist, je nach eigener Empfindung und Fahrstil, ein angenehm stabiles oder aber ein unangenehm träges Lenkgefühl.

Ein Extrembeispiel: Setzt ein BMXer oder Slopestyler zum Barspin an, greift er seinen Lenker weit innen, weil der Bewegungsimpuls seiner Hand über den kürzeren Hebel effektiv mehr Rotation bringt, als dieselbe Bewegung weit außen am Griff.

Ein zentraler Schritt auf dem Weg zum perfekten Lenker ist, die für sich richtige Breite herauszufinden. Das braucht ein paar simple Tests, die aber kein Geld kosten, sondern nur einen vorhandenen Lenker und etwas Entschlossenheit erfordern. Ballert ihr am liebsten schnell und hart in der Falllinie, dann denkt euch ein paar Millimeter für mehr Stabilität dazu. Tänzelt ihr lieber verspielt durch enge Waldtrails, dann startet ein bisschen kürzer für extra Agilität.

Simulieren einer kürzeren Lenkerbreite

Next Step: kürzeren Lenker simulieren! Versetzt die Hebel eurer aktuellen Cockpit-Einstellung mitsamt den Griffen exakt um den Wert nach innen, den ihr als Kürzung des Lenkers simulieren wollt. Wenn eure Lock-On-Griffe das nicht mitmachen, ersetzt sie für die Testphase durch ein anderes, vielleicht schon abgenutztes Paar, das ihr an den Enden kappt, sodass ihr sie beliebig weit nach innen schieben könnt.

Es sieht beknackt aus, wenn die Lenkerenden wie bei abgerockten Kinderrädern aus den Gummis herausragen? Oh ja, das tut es! Wenn ihr jetzt mit unterschiedlichen Settings ein paar Testfahrten auf dem Trail macht und Buch führt, seid ihr auf einem verdammt guten Weg, die wirklich passende Lenkerbreite für euch herauszufinden - stark!

Okay, Test abgeschlossen und 750 mm Breite fühlten sich am besten an? Das ist eine geniale Erkenntnis!

Das Kürzen des Lenkers

Einfach abschneiden wäre ein einfacher Job für jeden, der eine Metallsäge und eine Schneidehilfe im Werkzeugkoffer liegen hat - oder sogar einen Rohrschneider. Doch eine Kürzung des Lenkers verändert auch dessen Flex - das wird umso deutlicher spürbar, je weiter man von der ursprünglichen Länge abweicht.

Labortests von MERIDA mit Lenkern verschiedener Brands haben gezeigt, dass die Steifigkeit mit jeder Kürzung um 20 mm recht gleichmäßig um jeweils 10 % zunimmt. Das gilt für Alu ebenso wie für Carbon. Das ist ungefähr vergleichbar mit einem Sprung auf ein Bett ohne Matratze (übrigens nicht Teil der Testergebnisse von MERIDA). Aus genau diesem Grund sind Lenkerkürzungen um mehr als 20 mm bereits kritisch.

Mit Strichmarkierungen suggerieren manche Hersteller zwar, dass ihre Lenkstangen auch deutlich kürzer abgeschnitten werden können, doch das treibt deren Steifigkeit auf dem Trail in die Höhe.

Um nicht nur die Länge, sondern auch das Fahrgefühl und den Flex eines Lenkers perfekt zu erwischen, ist es ratsam, ihn möglichst nahe an der Breite zu kaufen, in der er nach dem Zuschnitt auch tatsächlich gefahren wird.

Wer sich die Erkenntnisse zu idealer Breite, Flex und Klemmmaß zu Herzen nimmt und bereit ist für einige Testfahrten, hat gute Chancen, für sich einen Lenker zu finden, der wirklich passt. Vielleicht ist es das Modell, das bereits auf dem Bike montiert ist und nur geringfügig gekürzt werden muss. Vielleicht wird es aber auch eine Neuanschaffung.

Der Lenker hat einen enormen Einfluss auf die Körperhaltung, das Handling und den Komfort auf dem Mountainbike. Carbon-Lenker wie auch Alu-Modelle werden durch Kürzen deutlich steifer. Superlative wie „möglichst breit und dick“ sind beim Kauf meist schlechte Ratgeber und ein Grund, warum viele Rider Fahrspaß auf der Strecke lassen. Doch wer zu ein paar Tests bereit ist, kann im Lenker-Dschungel voller Falschannahmen das perfekte Setup für sich finden.

Zusammenfassung der wichtigsten Punkte

Hier ist eine Zusammenfassung der wichtigsten Punkte, die bei der Auswahl und Anpassung eines MTB-Lenkers zu beachten sind:

Eigenschaft Beschreibung Auswirkungen
Breite Abstand zwischen den Lenkerenden Beeinflusst Stabilität, Handling und Komfort. Zu breit kann zu Schmerzen in den Handgelenken führen, zu schmal kann die Kontrolle im technischen Gelände beeinträchtigen.
Material (Carbon vs. Alu) Carbon ist leichter, kann aber teurer und empfindlicher sein. Aluminium ist robuster und günstiger. Carbon kann Vibrationen besser dämpfen, während Aluminium widerstandsfähiger gegen Stürze ist.
Rise Höhenunterschied zwischen Lenkermitte und Griffbereich Beeinflusst die aufrechte Position auf dem Rad und die Sicherheit in steilen Abfahrten. Höherer Rise kann das Fahrgefühl komfortabler machen.
Backsweep Biegung des Lenkers nach hinten Beeinflusst die Handgelenkposition und den Komfort. Ein größerer Backsweep kann eine natürlichere Handposition fördern.
Upsweep Biegung des Lenkers nach oben Beeinflusst die Ellbogenposition und den Komfort.
Klemmdurchmesser Übliche Durchmesser sind 25,4 mm, 31,8 mm und 35 mm Größerer Durchmesser kann mehr Steifigkeit und Kontrolle bieten, während kleinere Durchmesser mehr Flex und Komfort bieten können.

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