Die Olympischen Sommerspiele sind für viele Athleten das Highlight ihrer Karriere. Bei den Radrennen in Paris geht es nicht nur ums Dabeisein, sondern auch um die Medaillen.
Straßenrennen der Olympischen Spiele in Paris
Die Straßenrennen in Paris sind in mehrfacher Hinsicht besonders. Zum einen führen die Strecken mitten durch die Stadt, zum anderen sind die Rennen der Männer und der Frauen länger als alle olympischen Straßenrennen jemals zuvor. Nur je 90 Fahrer und 90 Fahrerinnen werden bei den Rennen an den Start gehen.
Die Events starten im Schatten des Eifelturms, ehe das Peloton die Stadt in südwestliche Richtung verlässt. Nach 210 Kilometern kehrt der Tross wieder ins Stadtgebiet zurück. Ein 18,4 Kilometer langer Rundkurs mit einem Anstieg - der Côte de la Butte Montmartre am Fuße der weltberühmten Pariser Kirche Sacré-Cœur - wird dann im Finale zweieinhalbmal umfahren, bevor es hinunter zum Ziel am Trocadero geht. Die Frauen fahren auf demselben Rundkurs in Paris. Die Daten ihres Rennens: 158 Kilometer mit insgesamt 1700 Höhenmetern.
Die Entscheidungen der Straßenrennen finden am zweiten Olympia-Wochenende statt. Eine Woche vorher fahren jeweils 35 Männer und 35 Frauen um olympisches Edelmetall im Einzelzeitfahren. Der Kurs ist derselbe: 32,4 Kilometer, fast tellerflach, mit nur 150 Höhenmetern.
Maximal zwei Zeitfahrer können pro Nation starten. Die männlichen deutschen Athleten haben sich aber nur für einen Startplatz qualifiziert. Auch im Straßenrennen dürfen nur zwei Männer im deutschen Trikot starten.
Zu den Favoriten muss man vor allem die Klassiker-Spezialisten zählen. Somit sind die „üblichen Verdächtigen“ vorne zu erwarten: etwa Mathieu van der Poel und Wout van Aert. Wout van Aert gehört auch im Zeitfahren zu den Favoriten - neben den Spezialisten Filippo Ganna, Joshua Tarling und dem amtierenden Weltmeister Remco Evenepoel.
Titelverteidiger ist Primož Roglič, während Tadej Pogačar bei jedem Rennen ein Top-Favorit ist. Auch endschnelle Klassiker-Spezialisten wie Mads Pedersen zählen zu den Favoriten.
Mit der Maximalanzahl von vier Startplätzen gehen bei den Männern Belgien, Dänemark, Frankreich, Großbritannien und Slowenien an den Start - bei den Frauen Belgien, Italien, die Niederlande, Polen und die Schweiz. Die deutschen Männer haben wohl nur Außenseiterchancen, auf die Medaillenränge zu fahren, da sie sich nur für zwei Startplätze qualifiziert haben. Dabei sein werden bei den Männern Maximilian Schachmann und Nils Politt. Bei den Frauen treten Antonia Niedermaier, Franziska Koch und Liane Lippert an.
Lippert und Co. werden sich vor allem gegen die Niederländerinnen „zur Wehr setzen“ müssen, denn diese treten mit Top-Fahrerinnen wie Demi Vollering, Lorena Wiebes, Shirin van Anrooij oder Marianne Vos an. Auch die amtierende Weltmeisterin Lotte Kopecky aus Belgien ist zu den großen Favoritinnen zu zählen.
Bahn-Wettbewerbe
Bei den Bahn-Wettbewerben zählen einige deutsche Athleten zu den Medaillen-Kandidaten. Dies gilt vor allem für die Sprinterinnen und die Team-Verfolgerinnen. Bei den Spielen von Tokio fuhren Lisa Brennauer, Franziska Brauße, Lisa Klein und Mieke Kröger mit Weltrekordzeiten ins Finale und dann zur Gold-Medaille. Auch diesmal will das deutsche Quartett aufs Podium. „Die Bronzemedaille ist unser Ziel“, sagt Mieke Kröger, und dies erscheint auch als realistisch.
Bei den Männern wird man sich aus deutscher Sicht in den Ausdauerdisziplinen mit Roger Kluge und Theo Reinhardt vorrangig auf das Madison konzentrieren - und mit dem jungen Tim Torn Teutenberg wahrscheinlich auf das Omnium. Die Chancen der amtierenden Madison-Europameister und auch die von Teutenberg auf eine Medaille sind größer als jene des Vierers.
Die größten Medaillenchancen haben definitiv die Sprinterinnen. Als amtierende Welt- und Europameisterinnen sind Emma Hinze, Lea Sophie Friedrich und Pauline Grabosch die Fahrerinnen, die es in Paris wohl zu schlagen gilt. Doch die Konkurrenz hat aufgeholt. Vor allem die Britin Emma Finucane zählt zu den Top-Favoritinnen.
Mountainbike XCO (Cross Country Olympische Rennen)
Neben dem Straßenradsport findet auch das Cross-Country-Rennen im Mountainbike statt. Hier konnten sich die deutschen Männer für ein zweites Olympia-Ticket qualifizieren. Neben Luca Schwarzbauer darf Julian Schelb mit nach Paris. Bei den Frauen erhielt Nina Benz das Ticket.
Die Top-Favoriten der Männer
- Tom Pidcock (Großbritannien)
- Nino Schurter (Schweiz)
- Mathias Flückiger (Schweiz)
- Victor Koretzky (Frankreich)
- Jordan Sarrou (Frankreich)
- Alan Heatherly (Südafrika)
- Luca Schwarzbauer (Deutschland)
Die Top-Favoriten der Frauen
- Pauline Ferrand-Prévot (Frankreich)
- Loana Lecomte (Frankreich)
- Alessandra Keller (Schweiz)
- Sina Frei (Schweiz)
- Puck Pieterse (Niederlande)
- Anne Terpstra (Niederlande)
- Jenny Rissveds (Schweden)
- Nina Benz (Deutschland)
Der Austragungsort der Cross-Country-Rennen ist der Hügel Élancourt nahe der Stadt Saint-Quentin-en-Yvelines. Die Rennen finden am Sonntag, 28. Juli (Frauen) und am Montag, 29. Juli (Herren) statt.
Die Olympischen Sommerspiele gehören auch in Sachen TV-Übertragung und Zuschauerzahlen zu den wichtigsten Sportevents der Welt. Das Cross-Country-Rennen der Damen wird in der ARD in voller Länge im Stream übertragen. Auch das Rennen im Schweizer Fernsehen SRF 2 übertragen. ORF (Österreich) bietet abseits der Berichterstattung aller Disziplinen auf ORF 1 keinen kompletten Online-Livestream an (so auch bei den Herren am Tag darauf). Zu guter Letzt versorgt Pay-TV-Dienstleister Eurosport 2 sowie Discovery+ uns mit einem Livestream.
Ergebnisse in Paris
Die beiden deutschen Mountainbiker Luca Schwarzbauer und Julian Schelb sind im Olympia-Rennen am Montag weit abgeschlagen ins Ziel gekommen. Der Rückstand auf die Medaillenränge betrug knapp drei Minuten. Trotz eines zwischenzeitlichen Reifendefekts gewann Pidcock Gold. Schelb wurde bei seiner olympischen Premiere 15., Schwarzbauer belegte Platz 16.
Schwarzbauer sagte: "Ich bin auf jeden Fall enttäuscht. Es ist einfach schade." 2016 in Rio war Schwarzbauer bei seinem Olympia-Debüt Siebter geworden.
Schelb fand sich im Rennen gleich zu Beginn im hinteren Viertel des 36-köpfigen Fahrerfelds wieder. Doch je länger das Rennen dauerte, desto besser wurden die Platzierungen von Schelb: Von Position 32 bei der ersten Zwischenzeit schob er sich noch weit nach vorne.
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