Ein korrekt eingestellter Sattel bringt dich nicht nur bequem und sicher ans Ziel, sondern beugt auch Verletzungen und gesundheitlichen Schäden vor. Die richtige Einstellung deines Mountainbikes ist entscheidend für Komfort, Performance und Gesundheit.
Warum ist die richtige Einstellung wichtig?
Eine falsche Sitzposition kann nicht nur zu Schmerzen und Ermüdung führen, sondern auch deine Gesundheit langfristig beeinträchtigen. Hier sind einige Gründe, warum du dein MTB richtig einstellen solltest:
- Vermeidung von Schmerzen und Beschwerden: Eine zu hohe oder zu niedrige Sattelhöhe kann zu Knie-, Rücken- und Handschmerzen führen.
- Effiziente Kraftübertragung: Eine korrekte Sitzposition ermöglicht eine optimale Kraftübertragung auf die Pedale.
- Bessere Kontrolle und Handling: Ein richtig eingestellter Lenker verbessert die Kontrolle über das Bike und erhöht die Sicherheit.
Schritt für Schritt zur optimalen Sattelposition
1. Sattelhöhe bestimmen
Die Sattelhöhe ist einer der wichtigsten Faktoren für ein komfortables Fahrerlebnis und effiziente Kraftübertragung. Die richtige Sitzhöhe ist das Maß für gute Kraftentfaltung. Sie ist entscheidend für eine effiziente Tretbewegung und um Knieprobleme zu vermeiden. So stellst du sie ein:
- Innenbeinlänge messen: Stelle dich ohne Schuhe mit dem Rücken an eine Wand und miss von der Sohle bis zum Schritt. Dies schaffst du am besten, indem du ein Buch zwischen den Beinen nach oben schiebst. Die Oberkante des Buches ist deine obere Messkante.
- Sattelhöhe berechnen: Multipliziere deine Beinlänge mit 0,883. Das Ergebnis ist die deine Sattelhöhe. Es gibt auch andere Formeln wie Innenbeinlänge x 1.09. Benannt nach dem berühmten Radfahrer Greg LeMond, der diese Formel mit seinem Coach in den 80ern entwickelt hat. Eine weitere Methode ist die Hügi-Methode, die ebenfalls auf einer Formel basiert: Schrittlänge x 0,885.
- Sattel einstellen: Stelle den Sattel so ein, dass der gemessene Abstand dem von der Mitte des Tretlagers zur Oberkante des Sattels entspricht. Auf unseren neuen Sattelmodellen wirst du die sogenannte Biomechanische Referenzlinie (BMR) finden. Sie bestimmt den Messpunkt auf der Oberfläche des Sattels.
Beginnen Sie die Annäherung an die optimale Sitzposition am besten von einer etwas zu hohen Sitzposition aus - erkennbar am unrunden Tritt und kippendem Becken. Tasten Sie sich abwärts mit der Sitzhöhe, bis der Tritt rund ist und das Becken nicht mehr mit jedem Tritt wegkippt.
Tipp: Die richtige Sitzhöhe ist das Maß für gute Kraftentfaltung.
2. Sattelneigung einstellen
Neben der Sattelhöhe spielt die Neigung des Fahrradsattels eine wichtige Rolle dabei, eine bequeme und gesunde Sitzposition auf dem Fahrrad zu finden. Die Sattelneigung beeinflusst die Druckverteilung auf dein Gesäß und deine Hände. Deshalb sollte der MTB-Sattel im Idealfall waagerecht sein. Am besten sollte der Sattel möglichst waagerecht eingestellt sein. Um die Problematik zu verstehen, müssen wir uns unseren Körper anschauen, besonders das Becken.
Tipp: Eine Wasserwaage ist zu empfehlen, um die Neigung des Fahrradsattels einzustellen.
Viele Biker stellen bewusst die Sattelnase etwas nach unten, um den Dammbereich zu entlasten. Das führt jedoch zu mehr Druck und Haltearbeit in Armen, Händen und Schultern.
3. Horizontale Sattelverstellung
Anschließend geht es noch darum die richtige Sattelposition zu finden. Damit ist der Abstand vom Sattel zum Lenker gemeint. Die horizontale Position des Sattels beeinflusst deine Position im Verhältnis zum Tretlager und zum Lenker. Verschiebe den Sattel so lange nach vorne oder hinten, bis diese Position erreicht ist.
Das erreichst du, indem du ein Lot von der Kniescheibe nach unten fällst. Das Lot sollte durch die Pedalachse fallen. Das kann am besten von einer anderen Person kontrolliert werden. (Ein Lot findest du übrigens auch in unserer Fitting Box, mit du dein Rad für dich ergonomisch einstellen kannst.)
Nun sollte der Fußballen auf Höhe der Pedalachse stehen und das Knie sollte am tiefsten Punkt leicht angewinkelt sein. Die Kniescheibe sollte nun im besten Fall durch die vordere Pedalachse laufen. Um diesen Punkt zu erreichen kannst du den Sattel leicht nach vorne bzw.
4. Lenkerhöhe und -position einstellen
Die Lenkerhöhe und -position beeinflussen deine Sitzhaltung und den Fahrkomfort. So stellst du den Lenker richtig ein:
- Lenkerhöhe: Die Höhe des Lenkers sollte so eingestellt sein, dass deine Arme leicht gebeugt sind. Ein höherer Lenker sorgt für eine aufrechtere Sitzposition, ein niedrigerer Lenker für eine sportlichere Haltung.
- Lenkerbreite: Die Lenkerbreite sollte zu deiner Schulterbreite passen. Ein breiterer Lenker bietet mehr Kontrolle, ein schmalerer Lenker weniger Luftwiderstand. Guter Indikator: Die Handgelenke knicken seitlich nicht ein. Zu breite Lenker verursachen (bei schmalen Schultern) oftmals Schmerzen in den Handgelenken, da diese stark abgeknickt werden. Zu schmale Lenker vermindern ein freies Atmen und vermindern die Kontrolle im technischen Gelände.
- Lenkerneigung: Stelle den Lenker so ein, dass deine Handgelenke in einer neutralen Position sind, um Überlastungen zu vermeiden. Wenn du unsicher bist, beginne zuerst so, dass du die Griffstück waagerecht einstellst. Nach Bedarf kannst du dann den Winkel der Griffe, beziehungsweise deren Neigung so einstellen, das nur ein sehr feiner Winkel vom Arm zum Handrücken entsteht.
Um eine Kompression der Handnerven zu vermeiden, sollte der Bremsgriff in Verlängerung mit dem Unterarm stehen - in Fahrposition versteht sich. Der Zeigefinger liegt dabei in einer Linie mit dem Unterarm am Ende des Bremshebels.
5. Cleat-Position: Pedalplatten korrekt einstellen
Zur Findung der Grundposition sollte das Cleat über Ihrem Großzehengrundgelenk (der dicke Teil hinter dem großen Zeh) sitzen. Schrauben Sie das Cleat mittig unter den Schuh. Mit einem Fall-Lot testen Sie (angesetzt in der Mitte des Kniegelenks außen), ob das Lot über die Pedalachse fällt. Dafür steht die Kurbel in einer 90-Grad-Tretstellung. Schieben Sie nun den Sattel vor oder zurück, um das Lot auszurichten.
Weitere Tipps und Hinweise
- Kurze Testfahrten: Mache nach veränderten Einstellungen eine kurze Testfahrt und überprüfe, ob du dich wohlfühlst.
- Kleine Anpassungen: Verändere die Einstellungen in kleinen Schritten und teste die Wirkung. Mache dir am besten vorher Notizen von den aktuellen Einstellungen, um diese Anpassungen im Bedarfsfall rückgängig zu machen.
- Individuelle Bedürfnisse: Berücksichtige deine individuellen Bedürfnisse und Vorlieben.
Experten-Interview: Entscheidend ist die Sattelbreite
Viele Sportler denken, dass Schmerzen oder Taubheitsgefühle zum Biken dazugehören. Mit der richtigen Sattelbreite kommt das Aha-Erlebnis. Viele fragen sich: Wieso hab’ ich das nicht früher gemacht?
Im Grunde ja. Wie haben wenige Kunden, die auf einen Standardsattel passen. Mit der Messung des Sitzknochenabstands wird allen klar, wie breit der Sattel sein sollte. Oftmals sitzen Sportler aber auf dem Damm, was schmerzhaft ist. Dadurch verpulvert man zudem Kraft, da die eingeleitete Energie aufs Pedal nicht das nötige Widerlager, den Sitzknochen, hat. Der Sportler schiebt sich förmlich nach links und rechts.
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