Egal ob Laufrad, Roller oder Fahrrad: Kinder sollten bei jeder Fahrt stets einen Helm tragen. Da gibt es keine zwei Meinungen. Aber wie sieht es eigentlich mit einer Mütze unterm Helm aus? Schließlich wird es immer kälter draußen und der Fahrtwind lässt die Ohren noch mehr frieren. Aber schränkt eine Mütze die Sicherheit eines Fahrradhelmes nicht massiv ein? Wir haben uns für euch schlau gemacht.
Dicke Wintermütze - ein No-Go!
"Eine dicke Wintermütze unterm Fahrradhelm ist ein No-Go!", stellt Micha Gebhardt vom ADAC fest. "In der Tat sollte man unter dem Helm keine normale, dicke Mütze tragen. Hier besteht die Gefahr, dass der Helm verrutscht und nicht mehr optimal schützt."
Das befürwortet auch Dunja Schenk. Aus eigener Erfahrung. Seit einem dramatischen Unfall ihres Sohnes engagiert sie sich als sogenannte Helmfluencerin für die Stiftung savemybrain. Ihr kleiner Moritz ist vor zwei Jahren, ganz ohne Fremdverschulden, ins Schlingern geraten und mit ganz viel Pech auf die Straße gestürzt. Die Folgen: ein schweres Schädelhirntrauma, Hirnblutungen, Koma.
Heute geht es Moritz zum Glück wieder bestens, mit nahezu keinen Folgeschäden. Das richtige (!) Tragen eines Helmes hat ihm das Leben gerettet. Dunja berichtet, dass sie leider immer noch viel zu viele Kinder ohne Helm auf den Straßen sieht - und jetzt im Winter mit einer viel zu dicken Mütze drunter. Der Helm sitzt dann zu weit weit über dem Haaransatz: "Das ist natürlich kontraproduktiv!" so die Helm-Aktivistin und Zweifach-Mama.
Spezielle Fahrradmützen sind empfehlenswert!
Dabei gibt es spezielle Radmützen, die genau für diese winterlichen Einsätze konzipiert wurden. René Filippek vom ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club e.V.) rät zu solchen Mützen - aber ergänzt: "Wichtig ist, dass die dünne Mütze den Kopf eng umschließt, sodass der Helm trotzdem noch gut sitzt. Wenn der Helm nur noch gerade so auf den Kopf passt und das Verstellsystem schon ohne Mütze ganz offen ist, ist wahrscheinlich auch eine dünne Mütze schon zu viel."
Der Fahrrad-Experte ermutigt zu diesem Test: Helm ohne Mütze aufsetzen. Einstellsystem schließen und versuchen, den Helm auf dem Kopf zu verschieben. Sitzt der Helm korrekt, geht das gar nicht oder nur mit viel Kraftaufwand. Dann wiederholt man den Versuch mit Mütze unterm Helm. Lässt sich der Helm nun leichter verschieben und bewegen, ist das ein schlechtes Zeichen und man sollte es lieber lassen.
Auch Dunja Schenk rät zu Radmützen, am besten von den Helmherstellern selbst. "Die sind dünn genug und so geschnitten, dass der Helm dennoch drauf passt und die Ohren warm bleiben." Auch sie betont, wie wichtig es sei, danach nochmal anzuprobieren: "Der Helm muss mit Radmütze neu angepasst bzw. eingestellt werden, damit er weiterhin schützt."
Die Experten sind sich also einig. ADAC-Sprecher Gebhardt befürwortet die speziellen, dünnen und atmungsaktive Unterziehmützen auch: "Außerdem gibt es - in der Regel passend zum jeweiligen Helm - Überzüge, die vor Wind und Regen schützen, und bedenkenlos benutzt werden können."
Eine gewöhnliche dicke Wintermütze hat unter dem Fahrradhelm nichts verloren. Bei Eis und Schnee ist es damit zwar schön warm - allerdings steigt auch die Gefahr, dass der Helm auf dem Kopf verrutscht. Darauf weist der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) hin. „Wenn der Helm nicht richtig sitzt, schadet er eventuell mehr, als er nutzt“, warnt ADFC-Sprecher René Filippek. Thront der Helm zum Beispiel nur locker oben auf dem Kopf, landet er schnell im Nacken. Bei einem Unfall können seine Kanten dann die Wirbelsäule verletzen.
Auch im Winter gilt daher: Der Helm muss fest sitzen. Damit Fahrradfahrer trotzdem keinen kalten Kopf bekommen, legen sie sich idealerweise eine sogenannte Helmmützen zu. „Die ist zwar sehr dünn, aber trotzdem sehr warm“, sagt Filippek. Um Hals und Nase vor eisigem Fahrtwind zu schützen, können Radler die Helmmütze mit einem Schlauchtuch kombinieren. Wer unbedingt seine reguläre Mütze nutzen will, sollte sich einen passenden Helm anschaffen. „Wer sonst Größe M hat, nimmt dann L“, so Filippek. Die Kombination aus Helmmütze und Schlauchtuch ist in der Regel aber günstiger und auch sinnvoller.
Alternativen zur Mütze
- Dünne Stirnbänder: Können auch eine gute Alternative sein.
- Schlauchtücher: Vielseitig einsetzbar, schützen Hals und können über die Nase gezogen werden oder als Kopftuch dienen.
- Helmüberzug: Schützt vor Regen und hält den Wind ab.
Sicherheitstipps fürs Fahrradfahren im Winter
Micha Gebhardt gibt außerdem folgende Tipps, um mit Fahrrad und Helm sicher durch den Winter zu kommen. Die gelten übrigens nicht nur für Kinder!
Vor allem im Winter ist Sichtbarkeit von besonderer Bedeutung. Am besten reflektiert schon der Helm oder der Überzug, aber auch an der Kleidung und am Rad sollten reflektierende Elemente angebracht sein.
Ganz wichtig, nicht nur im Winter, ist auch der richtige Sitz des Helms. Am besten man setzt zuerst die Unterziehmütze auf und richtet den Helm dann gerade auf dem Kopf aus. Mit dem Rädchen wird dann der Kopfring so fest eingestellt, dass der Helm nicht verrutscht.
So stellen Sie den Fahrradhelm richtig ein:
- Mütze oder Stirnband aufsetzen.
- Fahrradhelm gerade auf den Kopf des Kindes setzen.
- Auf der Rückseite des Helms den Ring solange drehen, bis er fest auf dem Kopf sitzt. Er sollte aber nicht drücken!
- Den Kinnriemen öffnen und ihn jeweils rechts und links verkleinern oder vergrößern, bis er wie ein Dreieck das Ohr umrahmt. Riemen wieder schließen.
- Bei Bedarf den Kinnverschluss anpassen. Er sollte das Kinn locker berühren, aber keinesfalls einschneiden.
- Macht den Anti-Rutsch-Test: Rutscht der Helm auf dem Kopf leicht hin und her, müsst ihr an den Einstellungen nachjustieren.
Sitzt alles fest, steht dem sicheren Fahrradfahren mit Helm und Mütze nichts mehr im Weg.
Die Fahrradmütze: Mehr als nur ein Accessoire
Die Fahrradmütze - früher ein unverzichtbares Ausrüstungsstück für jeden Radprofi, heute vor allem in den kälteren Monaten unter dem Fahrradhelm getragen. Aber kann sie an heißen Tagen ein ebenso funktioneller Teil des Radsport-Outfits sein? Auf jeden Fall!
Die besten Fahrradmützen schützen wirksam vor den schädlichen Auswirkungen der Sonnenstrahlen, verringern das Unbehagen, das mit übermäßigem Schwitzen einhergeht, und ermöglichen es Ihnen, bei praller Sonne oder plötzlichem Regen eine ausreichende Sicht zu behalten.
Für manche Radsportler ist es jedoch unangenehm, nur einen Helm zu tragen, und mit einer Mütze erhalten sie einen zusätzlichen Schutz, der alle Arten von Unannehmlichkeiten im Zusammenhang mit dem direkten Kontakt des Protektors mit der empfindlichen Kopfhaut reduziert. Darüber hinaus transportiert eine hochwertige Fahrradmütze Feuchtigkeit effektiv ab und bietet einen angemessenen Wärmekomfort.
Mit einer Fahrradmütze schützen Sie auch Ihr Gesicht und Ihre Augen vor ungünstigen Einflüssen durch Sonnenstrahlen, Schmutz oder Insekten. Das spezielle Design garantiert auch bei Regen ein uneingeschränktes Sichtfeld und verhindert, dass Schweiß in die Augen tropft.
Die Radkappe kann auch auf dem Rücken getragen werden und verringert so das Risiko eines Sonnenbrands im Nacken, der bei stundenlangem Sitzen im Sattel entstehen kann.
Arten von Fahrradmützen
Auf dem Markt gibt es verschiedene Arten von Fahrradmützen, die sich durch ihre spezifischen Eigenschaften und ihre Verwendung unterscheiden. Die am häufigsten erhältlichen sind:
- Fahrradmützen mit Visier
- Dünne Mützen unter einem Fahrradhelm
- Wintermützen
Die kultigen Radmützen
Die kultigen Radmützen (aus dem Französischen „La casquette“, was einfach „Baseballmütze“ bedeutet), die die meisten vor allem mit der Ehrung von Radrennsiegern oder einem ungewöhnlichen, lässigen Styling in Verbindung bringen, waren früher ein unverzichtbarer Teil des Radfahreroutfits. Mit ihrem charakteristischen kurzen Visier, der stromlinienförmigen Form und dem minimalistischen, aber einzigartigen Design funktioniert sie sowohl unter einem Helm als auch als eigenständige Kopfbedeckung erfolgreich. Das spezielle Design des Visiers passt leicht unter einen Helm und garantiert Schutz vor Sonne oder Regen, während die dehnbare Rückseite eine individuelle Passform gewährleistet. Die meist aus thermoaktiven Materialien hergestellte Mütze wird sich beim Radfahren vom Frühling bis zum Herbst als nützlich erweisen.
Dünne Mütze unter dem Fahrradhelm
Eine dünne Mütze unter einem Fahrradhelm aus synthetischen Materialien wie Polyester leitet Feuchtigkeit perfekt ab, trocknet schnell, sorgt für eine hohe Atmungsaktivität und ermöglicht es gleichzeitig, eine optimale Temperatur zu halten. Eine Beimischung von Elastan sorgt für ausreichende Dehnbarkeit, was eine genaue Anpassung an die Form und Größe des Kopfes fördert. Diese Art von Radmütze hat kein Visier.
Winterradmütze
Eine Winterradmütze soll den Kopf vor den Auswirkungen von Fahrten bei niedrigen Temperaturen und kaltem Wind schützen, d. h. vor Erkältung, Schnupfen, Grippe usw. Sie wird meist aus warmen, strapazierfähigen Fasern hergestellt, die eine ausreichende Wärmeisolierung bieten (z. B. Mikrofaser, eine Kombination aus Polyester und Merinowolle oder Merinowolle und Tencel/Lyocell). Unterstützt von einer wasserdichten und atmungsaktiven Membran, leitet das Material Feuchtigkeit effektiv ab und schützt so vor Auskühlung, aber auch vor starkem Niederschlag.
Eine Wintermütze kann mit einer speziellen Windstopperschicht im Stirn- und Ohrenbereich oder einem verlängerten Rücken ausgestattet sein, um die am stärksten dem Wind ausgesetzten Bereiche besser zu schützen. Sie ähnelt einer Kombination aus einer Mütze und einem Schornstein. Die Mütze ist mit einem speziellen Kragen ausgestattet, der den Hals vor kaltem Wind und Regen oder Schneefall schützt.
Worauf Sie beim Kauf einer Fahrradmütze achten sollten
- Atmungsaktivität und Feuchtigkeitstransport: Achten Sie auf leichte, atmungsaktive Materialien, die die Kopfhaut trocken halten.
- Dehnbarkeit: Ein dehnbarer Stoff, der in 4 Richtungen gedehnt werden kann, sorgt für eine präzise Anpassung an die Kopfform.
- Flache Nähte: Vermeiden Sie Reizungen und Scheuerstellen.
- Passform: Eine optimal passende Größe sorgt dafür, dass die Mütze gut auf dem Kopf sitzt und unter den Helm passt.
Helmmützen im Test: Komfort und Funktion
Da zwischen Schädel und Schale kaum Raum bleibt, sollte die Helmmütze idealerweise dünn sein und nicht auftragen. Möglichst wenige und flache Nähte sind dafür von Vorteil; Nahtkreuzungen oder Verdickungen können auf Dauer ebenso unangenehm drücken wie umlaufende Nähte genau auf Höhe der Ohren.
Ob man eine Mütze mit oder ohne Schirm bevorzugt, ist, wie so oft, eine Frage persönlicher Vorlieben. So ein kleines Mützendach kann einerseits die Brille vor Regen und Dreck abschirmen, andererseits aber auch das Sichtfeld einengen. Grundsätzlich darf der Schirm nicht zu steif sein, sonst entsteht am Übergang zur Mütze eine Kante, die insbesondere unter engen Helmen schmerzhaft auf Stirn und auf Schläfen drücken und rote Striemen hinterlassen kann.
Zum Tragekomfort gehört ebenfalls, ob eine Helmmütze mehr oder weniger Windgeräusche am Ohr verursacht. Beeinflusst wird das sowohl durch den Schnitt beziehungsweise den Sitz der Mütze über den Ohren als auch vom verwendeten Material.
Welche Radmütze für den Winter?
Witterung, die Belastungsintensität auf dem Rad und individuelles Kälteempfinden entscheiden darüber, welche Helmmütze die richtige ist. Die leichtesten Modelle wiegen etwa 20 Gramm, haben lediglich vorn im Stirnbereich eine winddichte Membran, während der Rest aus großporigem und dampfdurchlässigem Material besteht, das Ohren und Nacken knapp bedeckt. Kappen dieser Machart sind beliebt bei Radlern, die weniger kälteempfindlich sind und auch während der kalten Jahreszeit gerne intensiv trainieren. Diese leichten Mützen schützen vor Zugluft, verhindern aber, dass man nach einiger Zeit einen durchgefeuchteten Lappen unterm Helm trägt, mit dem es erst recht kalt am Kopf wird.
Wer’s kuscheliger mag oder auch leichter friert, findet seine Lieblingsmütze wahrscheinlich bei den etwas dickeren und schwereren Modellen ab 30 Gramm. Bei diesen Kandidaten ist das winddichte Material teils in Stirnband-Form verarbeitet, sodass Schweiß nach oben abdampfen kann; angerautes Roubaixmaterial im Inneren dient dabei als dünne Isolationsschicht. In Summe bieten diese Mützen einen guten Kompromiss für ein breites Einsatzspektrum.
Bei den wärmsten und dichtesten Mützen sind Windschutz und Polster rundherum großflächig verarbeitet, sie halten mollig warm und Fahrtwind zuverlässig fern. Allerdings kann es darunter schon bei leichter Anstrengung fast zu warm werden.
Der beste Allrounder nach unseren Erfahrungen ist die Haube von Velocio, die sehr gut schützt, sehr bequem unter den Helm passt und die wenigsten Windgeräusche verursacht.
Die Helmmützen im Test - So testet TOUR
Tragekomfort (50%): Jede Testmütze wurde zusammen mit dem Lieblingshelm der Testfahrer ausprobiert und gefahren. Dabei haben die Tester eventuelle Druckstellen dokumentiert. Auf einer schnellen Abfahrt wurden auftretende Windgeräusche subjektiv erfasst und ebenfalls dokumentiert.
Wetterschutz (40%): Wichtig ist, dass Stirn, Schläfen und Ohren effektiv vor Fahrtwind geschützt werden.
Zusammenfassend lässt sich sagen:
Eine dicke Wintermütze unter dem Fahrradhelm ist ein Sicherheitsrisiko. Verwenden Sie stattdessen spezielle Fahrradmützen, dünne Stirnbänder oder Schlauchtücher. Achten Sie auf den richtigen Sitz des Helms und passen Sie ihn bei Bedarf an.
| Mützenart | Empfehlung | Hinweis |
|---|---|---|
| Dicke Wintermütze | Nein | Kann die Sicherheit des Helms beeinträchtigen |
| Spezielle Fahrradmütze | Ja | Dünn, eng anliegend, für Helme konzipiert |
| Dünnes Stirnband | Ja | Bedeckt die Ohren |
| Schlauchtuch | Ja | Vielseitig einsetzbar |
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