Shimano Alfine 11 Nabenschaltung: Test und Erfahrungen

Die Shimano Nabenschaltungen sind vielfältig und unterscheiden sich spürbar voneinander, besonders in der Qualität für Viel- und Schnellfahrer. Es gibt die Shimano 8-Gang Nabenschaltung Nexus Premium, die Nexus Standardvariante, Alfine 8-Gang, Alfine 11 Gang, Nexus mit Rücktritt oder für Roller- oder V-Brakes und eine diffuse Serienstreuung mit verschiedensten Qualitätsaussagen im Netz.

Offen dokumentiert wurden die Unterschiede der Shimano Naben leider so gut wie nie. Egal welche an Shimano Nabenschaltung eingebaut ist, der Radhändler wird sie Ihnen als problemlos, pflegeleicht und völlig komfortabel unterjubeln. Millionenfach verkauft, Sie können eigentlich damit gar keinen keinen Fehler machen.

Qualität und Anfälligkeit

Leider ist genau diese Version recht anfällig, man hört oft Klagen in den Fahrradforen: „Die Nabe mit Rücktritt hielt keine 500 Kilometer“, „China-Schrott durch billige Produktion“, usw. … glaube ich persönlich alles. Viele ehrliche Radhändler bestätigen, dass die Naben ganz unterschiedlich leicht laufen und bestreiten nicht, dass es bei Shimano zeitweise „Problemnaben“ gab bzw. immer noch gibt. Probleme gibt es vor allem, wenn ein Rad wirklich sportlich gefahren wird.

Erfahrungen mit Shimano Nexus

2005 kaufte ich ein Stevens City-Flyer mit einer Shimano Nexus 8-Gang Premium Nabenschaltung und bin bis heute begeistert. Die Nabe hat bei mir ca. 18.000 km gehalten, danach habe ich das innere Getriebe einfach komplett ausgetauscht, weil es teigiger wurde. Das ist die Shimano Nexus Premium-Freilauf-Version ohne Rücktritt, äußerlich erkennbar am roten Streifen.

2011 kaufte ich ein Dahon Bullhead Faltrad (zum ersten und letzten Mal ein Rad aus dem Internet) mit einer Shimano Nexus 8-Gang Standard Nabenschaltung und war von der Schaltung enttäuscht. Im Gegensatz zur Premium-Version fehlen der optisch identischen Nabe (äußerlich ohne roten Streifen) die leichtgängigen Nadellager. Diese wurden durch billige Gleitlager ersetzt und erzeugen ca. 2-3% mehr innere Reibung. Dies ist z.B. spürbar an den Pedalen, die sich im Freilauf beim Rollen ständig mitdrehen wollen.

Eine weitere Anfrage 2015, was ein ganz neues 20″ Hinterrad mit einer neuen Shimano Nexus Premium Nabe kosten würde: Unglaubliche 380-420,- EUR! So muss ich mir wohl oder übel eine neue 36-Loch-Felge und neue Speichen kaufen, um mir selbst ein 20″ Nexus- Premium 8-Gang Hinterrad einzuspeichen.

Shimano Alfine im Detail

Sehen wir uns neben der Shimano Nexus die Alfine-Nabe näher an. Sie sieht hochwertiger aus, ist aber gegenüber der Nexus vielleicht nur einfach schwarz lackiert. Hier gibt es keine Premiumversion mehr, dafür aber eine 11-Gang Alfine Nabe, die sehr viel teurer als die 8-Gang Alfine ist. Laut Fachhändler sollen beide Alfine-Versionen besser laufen, als die günstigeren Nexus-Varianten, die Shimano mittlerweile ebenfalls auf Wunsch in Schwarz (-matt) lackiert. Den roten Streifen der älteren Nexus-Premiumversion gibt es seit 2014 nicht mehr. Die Shimano Naben können jetzt nur noch über die aufgedruckte Serien-Nr. erkannt werden.

Es ist von Shimano nie genau gesagt worden, wie sich die Alfine- und Nexus Premium- Nabe voneinander unterscheiden. Zwei klare Unterschiede werden gern unter den Tisch gekehrt: Die Alfinenabe konnte auch vor ein paar Jahren schon mit einer Scheibenbremsaufnahme geliefert werden, das gab es bei der Nexus früher nicht - jetzt aber schon (Stand Februar 2025). Um die höheren Kräfte einer Scheibenbremse an der Nabe aufnehmen zu können, ist die Alfine-Achse anfangs etwas stabiler konstruiert worden.

Außerdem der „schicke Rapid-Fire-Hebel“ besteht bei der Alfine aus einem Daumenschalter, mit dem man pro Hub immer nur 2 Gänge herauf- oder herab schalten kann. Was sich nach einem kleinen Detail anhört, ist bei der günstigeren Nexus besser gelöst: Man bremst an einer roten Ampel aus hoher Geschwindigkeit ab und kann mit einem Drehschalter mit einer mühelosen Bewegung vom 8. in den 1. Gang schalten. Das ist ein echter Vorteil.

3 Gänge mehr spreizen den Wirkungsgrad einer Nabe natürlich immens, aber es gibt leider eine kleine Tücke: Die 3 Gänge liegen alle über dem 5. Gang. Im Normalfall sind Nabenschaltungen also so konstruiert, dass die Durchschnittsgeschwindigkeit möglichst in einem 1:1 Gang ohne Getriebe gefahren werden kann. Die 11-Gang Alfine-Version verschenkt dadurch meiner Ansicht nach ihr eigentliches Potenzial, denn Ihre zusätzlichen 3 Gänge liegen alle über dem reibungsarmen 5. Gang der Nexus-Naben. Heißt auf Deutsch: Der ehemals leichte, fünfte Gang fehlt bei der Alfine 11. Ich fahre mit der 11-Gang-Alfine also im 6. oder 7. Gang von 11 Gängen und muss ständig das Planetengetriebe mit all den Reibungsverlusten bewegen.

Der große Vorteil der Alfine 11-Gang-Nabe, liegt für mich nicht in den 3 Gängen mehr, sondern in ihrer leichtgängigen Perma-Ölfüllung, die dadurch ein leichteres Treten ermöglicht, als alle Nexus-Versionen samt der Alfine 8. Es gibt genau aus diesem Grund sogar Fahrrad-Freaks, die eine Shimano 8-Gang-Nexus-Schaltung auf Ölfüllung umgebaut haben: Nabe auseinander nehmen, Loch in die Trommel bohren, Ölnippel reindrehen, alles peinlich säubern, wieder zusammenbauen und eine leichtgängige Öl-Füllung á la Rohloff genießen.

Deshalb empfiehlt Shimano regelmäßig einen Ölwechsel bzw. bei den geschlossenen Naben-Versionen ein regelmäßiges Tauchen der Innereien in einem Ölbad. Details zur Wartung der Shimano Nexus gibt es hier.

Probleme und Besonderheiten

Die Ölfüllung der Alfine 11-Gang ist theoretisch sehr reizvoll. Praktisch (er)fuhr ich bei einer Probefahrt auf einem teurem Cannondale BadBoy mit Shimano 11-Gang Alfine allerdings, dass sich auch hier die Pedalen im Freilauf gerne mitdrehen wollen, weil die innere Reibung der Nabe wohl doch relativ hoch ist. Bei einer Kettenschaltung passiert das jedenfalls nicht.

Die 2018 vorgestellte Inter 5E-Nabe von Shimano wurde speziell für E-Bikes bzw. Pedelecs entworfen. Da acht oder gar 11 Gänge bei zusätzlicher Motorunterstützung von vielen E-BikerInnen mit etwas Routine gern einfach überschaltet werden (z.B. 1, 3, 5 = 25 km/h), wurde diese Nabe zugunsten einer größeren Haltbarkeit mittels stabilerem Planetengetriebe mit nur fünf statt acht Gängen auf satte 60 Newtonmeter statt auf 50 Nm ausgelegt.

Wartungsarmut und lange Haltbarkeit lassen den 4-8 Prozent geringeren Wirkungsgrad im Vergleich zur Kettenschaltung gerade bei ambitionierten Pendlern, Commuterbikes und VielfahreInnen mit kräftigen Beinen gut verschmerzen, weil der Antrieb unauffällig jahrelang seinen Dienst tut. Wird die Getriebeeinheit wie von Shimano empfohlen in Öl getaucht, werden die Geräusche meist zurück gehen. Die Nabe schaltet sich danach angeblich wieder leichter und präziser.

Die meisten Shimano Naben verschleißen im Alltag immer noch durch eindringende Feuchtigkeit und Schmutz. Falls Wasser eingedrungen ist, rostet die Nabe von innen bis sie schrottreif ist, wenn sie nicht demontiert und getrocknet wird. Deshalb benötigt die Nabe regelmäßig ein Öl-Tauchbad: Dabei werden alte Metall-Partikel herausgespült u.

Übersicht der Shimano Naben

Es gibt die Nexus 8 und Nexus 8 Premium. Premium hatte als Erkennungsmerkmal mal einen roten Ring und läuft leichter, da Nadellager statt Gleitlager verwendet werden. Beide Nexus-Naben haben keine Perma-Ölfüllung. Alfine 8 und Alfine 11 sind oft besser verarbeitet. Die 8er Alfine ist wahrscheinlich nur eine schöner designte Nexus 8 Premium in besserer Fertigungsqualität. Die 11er Alfine kostet gleich 200-300,- EUR mehr, hat drei Gänge mehr nach oben und läuft im Ölbad. Alle vier Shimano-Naben laufen im 5.

Weitere Erfahrungen und Testberichte

Die Nabe wurde positiv bewertet und ist durchaus auch für sportliche Räder geeignet. Hier einige Details: Übersetzung 409 %, kleinste Übersetzung 23-33 Zähne, größte Übersetzung 16 - 46 Zähne, Gewicht ca. 1590 gr. , Ölwechsel alle 5000 km, Schalthebel Rapidfire Plus, Preis ca. 460,- €.

Neue Alfine 11-fach hat ein schönes Finish und ist wie immer Shimano-typisch sehr hochwertig verarbeitet. Gewicht der Nabe ist 1660gr (mit Öl). Sehr sauberes und präzies schalten. Sehr geräuscharm, fast geräuschlos durch das Öl. Kein rattern, klickern, etc.

Mit der sportlich ausgelegten Alfine, auch S500 genannt, hat Shimano einen neuen Komponentensatz in Premiumversion für eine neue Kategorie sportlicher Fahrräder mit Nabenschaltungen entwickelt. Zudem besitzt die Alfine ein edel poliertes, geschmiedetes Nabengehäuse - und als auffälligstes Merkmal einen filigranen Kettenspanner, der Radherstellern das Verbauen einer Alfine in Serienrahmen mit senkrechtem Ausfallende erlaubt.

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