Nahe-Radweg: Erfahrungen und Tipps für Ihre Radtour

Der Nahe-Radweg erschließt auf einer Strecke von 128 km eine sehr vielseitige Flusslandschaft zwischen Hunsrück und Pfälzer Bergland in Rheinland-Pfalz. Die Nahe ist weitgehend naturbelassen und gerade deshalb für Urlauber und Outdoor-Begeisterte, die gerne wandern und radfahren, bestens geeignet.

Der Radweg entlang der Nahe führt von der Quelle bei Selbach bis zur Mündung in den Rhein bei Bingen. Insgesamt 22 Orte liegen am Radweg, für Abwechslung ist also unterwegs gesorgt. Die Beschilderung ist gut und die Schilder sind jeweils gut sichtbar und in regelmäßigen Abständen angebracht.

Die Strecke und ihre Besonderheiten

Der Nahe-Radweg ist 128 Kilometer lang und führt durchs Saarland & Rheinland-Pfalz. Start ist in der Nähe des idyllischen Bostalsees in Nohfelden, er endet in Bingen am Rhein, wo die Nahe in den Rhein fließt. Für uns Radfahrer heißt das: Wir könnten auf den Rheinradweg wechseln. Der Weg hat etwas Gefälle, ist aber nicht ganz flach, wie man es bei einem Flussradweg vermutet.

Die Strecke ist größtenteils asphaltiert und verläuft meist an der Nahe entlang. Der Radweg schlängelt sich quasi durch das Nahetal und ist fast eben und hat nur leichte Steigungen. Größtenteils verläuft er durch grüne Landschaft und über Felder. Zwischendurch passiert man immer wieder kleinere und größere Orte, die sich auch für eine Rast eignen.

Der Nahe-Radweg verbindet das anspruchsvolle Hügelland zwischen Hunsrück und Nordpfälzer Bergland mit der lieblichen Weinbauregion an der Nahe. Die Strecke führt Sie zu zahlreichen Highlights wie dem Bostalsee, naturnahen Abschnitten mit bizarren Felsformationen, der Felsenkirche bei Idar-Oberstein, dem Rotenfelsmassiv bei Bad Münster am Stein-Ebernburg sowie der Kurstadt Bad Kreuznach. Wer zwischendurch verschnaufen möchte, kann einzelne Abschnitte ganz bequem mit der Bahn abkürzen!

Empfohlene Etappen

Bei meiner Fahrradtour auf dem Nahe-Radweg hatte ich mich für die Etappe von Idar-Oberstein nach Bad Kreuznach entschieden. Das entspricht in etwa dem mittleren Abschnitt vom Nahe-Radweg. Bei einer gemütlichen Planung könnte man die 1. Etappe von Selbach bis Idar-Oberstein planen und die 3. Etappe dann von Bad Kreuznach bis nach Bingen. Dann hätte man den kompletten Radweg abgefahren und unterwegs Zeit, sich noch einige Sehenswürdigkeiten anzusehen. Noch mehr Zeit hätte man bei einer Planung von 4 Tagesetappen für den Radweg.

Sehenswürdigkeiten entlang des Weges

Die idyllische Stadt Idar-Oberstein ist bekannt für seine Felsenkirche, Burg Bosselstein, Schloss Oberstein und die schönen Altstadtgassen von Oberstein. Mit den Edelsteinminen Steinkaulenberg, der Weiherschleife, dem Deutschen Edelsteinmuseum und dem Deutschen Mineralienmuseum gibt es einiges vor Ort zu erkunden. Deshalb lohnt sich ein Besuch in der Stadt im Nahetal.

In Fischbach kann man das Besucherbergwerk Fischbach erreichen. Das Kupferbergwerk ist seit 1975 für Besucher geöffnet und vom 15. bis zum 18. Jahrhundert wurden hier Kupfererze abgebaut und verhüttet. Ein Besuch des Bergwerks lohnt sich, denn man kann die riesigen Ausmaße des Abbaus unter Tage bestaunen.

In Bad Sobernheim bietet sich ein Besuch im Rheinland-Pfälzischen Freilichtmuseum Bad Sobernheim an. Historische Häuser und Gebäude wurden Stein für Stein im Freilichtmuseum originalgetreu aufgebaut. Insgesamt 40 Gebäude sind in vier Museumsdörfern zu besichtigen. Wenn man in Bad Sobernheim ist, sollte man auch den Barfußpfad besuchen.

Weiter geht es auf dem Nahe-Radweg bis nach Bad Münster am Stein-Ebernburg. Nicht entgehen lassen sollte man sich auch den Kurpark mit dem historischen Kurmittelbaus. Es zählt mit zu den schönsten Gebäuden im Nahetal und hier kann eine Ausstellung zur Entwicklung der Salzgewinnung sowie den Heilbädern besichtigt werden.

Bekannt in Bad Kreuznach sind die Brückenhäuser, das malerische Klein-Venedig am Ellerbach und die Altstadt mit ihren Cafés und Restaurants. Auch das Schlossparkmuseum lohnt sich.

Man kann den Nahe-Radweg noch weiter in nordöstlicher Richtung entlang fahren und erreicht nach rund 20 km Bingen am Rhein. Bingen ist auf jeden Fall auch eine Reise wert.

Weitere Sehenswürdigkeiten

  • Felsendom
  • Schloss
  • Deutsches Edelsteinmuseum
  • Freilichtmuseum Bad Sobernheim

Praktische Tipps für Ihre Radtour

Der Radweg ist gut mit dem Mountainbike, Trekking- oder Tourenrad zu bewältigen und auch für Fahrradanfänger und Kinder bzw. Familien geeignet.

Während meiner Fahrradtour auf dem Nahe-Radweg bin ich mit dem Zug von Bad Kreuznach nach Idar-Oberstein gefahren und dann den Radweg abgefahren wieder nach Bad Kreuznach zurück. Die Züge an der Nahe entlang verkehren regelmäßig und man kann auch zwischendurch mit dem Rad einen Bahnhof ansteuern.

Radfahrer-Hotels: Radlerfreundliche Gastgeber sind u. a. die Kauzenburg mit Landhotel in Bad Kreuznach und das Weinhotel Schneider in Bad Münster am Stein-Ebernburg.

Was man im Rucksack dabei haben sollte:

  • Trinkflasche
  • Smartphone
  • Geldbeutel
  • Powerbank
  • Regenjacke

Der Nahe-Radweg: Die wichtigsten Fakten

Der Nahe-Radweg ist einer der sieben Radfernwege in Rheinland-Pfalz und im Radwegenetz eine wichtige Ost-Westverbindung.

Schwierigkeitsgrad: Der Nahe-Radweg hat eine leichte Schwierigkeitsstufe. Dennoch muss auch das ein oder andere Mal eine kleine Steigung gemeistert werden.

Unterkünfte und Pauschalangebote

Ich habe während meiner Reise in die Nahe-Region im Landhotel Kauzenburg (Foto) in Bad Kreuznach übernachtet. Das Trekking- und Biker-Hotel sowie Seminar- und Tagungshotel ist sehr schön auf dem Kauzenberg gelegen und ein perfekter Ausgangspunkt für Outdoor-Touren und Ausflüge in die Region.

Individuelle Radreise „Von Winzerhof zu Winzerhof im Weinland Nahe“ mit 3xÜF, Weinprobe, Kartenmaterial kostet ab 169 Euro pro Person ohne Anreise (Naheland- Touristik)

Nahe-Radweg Etappen

1) Die Quelle
Der Ursprung des Flusses Nahe ist im saarländischen Selbach. Hier beginnt auch der Nahe-Radweg. Nur etwa sieben Kilometer von der Nahequelle entfernt liegt der Bostalsee. Am Bostalsee gibt es genügend Parkmöglichkeiten, sodass du auch mit Gepäckträger auf dem Autodach anreisen kannst und von dort aus starten kannst. Vom Bostalsee aus hältst du dich zunächst gen Norden. Dabei verlässt der Radweg langsam das Tal der jungen Nahe, die hier wirklich noch ein sehr schmales Flüsschen ist. Auf dem Weg fährst du durch das Nationalpark-Örtchen Nohfelden im Hochwald hindurch. Wenn gewünscht, kannst du hier die erste kleine Pause einlegen und die Burgruine Nohfelden besichtigen.

2) Birkenfeld und Idar-Oberstein
Weiter geht es auf einer alten Bahntrasse in Richtung Birkenfeld. Auf diesem Abschnitt führt der Radweg kurzfristig vom Fluss weg. Von Neubrücke aus führt der Nahe-Radweg dann wieder am Flusslauf entlang. Du fährst eine Schleife bis nach Birkenfeld. Hier kannst du ebenfalls eine Pause einlegen. In Birkenfeld kannst du die Burgruine Birkenfeld, das Birkenfelder Schloss, die ehemalige Oldenburgische Kaserne und das Alte Stadthaus besichtigen.

3) Bad Sobernheim, Bad Kreuznach und Bingen
Weiter geht es nun nicht mehr ganz so steil. Der Hunsrück liegt hinter dir und das liebliche Nahetal vor dir. Von Idar-Oberstein aus verläuft der Nahe-Radweg im Tal der Nahe. Weite Wiesentäler öffnen sich vor deinen Augen und du tauchst ein in das Weinland Nahe. Die Nahe gehört zu den wichtigen Weinbaugebieten von Rheinland-Pfalz, obwohl es an sich relativ klein ist. Weiter geht es durch die Weinbaugebiete Rheinhessens und des Rheingaues bis nach Bad Sobernheim. Und ab hier ist alles auf Entspannung und Wellness eingestellt. Der Nahe-Radweg passiert die drei Kurstädte Bad Sobernheim, Bad Münster am Stein-Ebernburg und Bad Kreuznach. Alle drei Städte haben eine lange Tradition in der Heilkunde und Entspannung, seitdem die Römer hier ihre Heilquellen entdeckten. In Bad Sobernheim lohnt sich ein Besuch des berühmten Barfußpfads. Anschließend führt der Radweg quer durch das Kurviertel der Stadt Bad Kreuznach und durch das Salinental mit seinen Gradierwerken. Einen Abstecher kannst du ins Bäderhaus Bad Kreuznach für einen Saunagang machen. Das letzte Stück der Strecke führt über eine leicht steile Kuppe. Wenn du diese überwunden hast, öffnet sich der Blick in eine breite Landschaft, durch die du zuletzt bis zur Mündung der Nahe in den Rhein bei Bingen kommst.

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