Der Namlospass in Tirol, eingebettet in die Lechtaler Alpen, ist mit einer Höhe von rund 1.373 Metern ein Geheimtipp unter Motorradfahrern. Er verbindet das Bschlabertal bei Elmen mit dem Namlosertal. Die Strecke gilt als landschaftlich reizvoll und bietet abseits der großen Alpenrouten immer wieder Überraschungen.
Streckenführung und Schwierigkeit
Die Straße über den Namlospass ist asphaltiert, jedoch stellenweise recht schmal und kupiert. Zahlreiche, teils enge Kurven sorgen für Fahrspaß. Der Anstieg von Elmen ist langgezogen mit wenigen Kehren, während der Abstieg nach Bichlbach steiler und kurvenreicher verläuft. In der Denzel-Skala erhält der Namlospass einen Wert von 2-3, was ihn als mittelschwere Strecke für Motorräder ausweist.
Jahreszeitliche Besonderheiten
Der Namlospass ist üblicherweise von Mai bis Oktober schneefrei befahrbar. Im Winter kann es zu Sperren und schwierigen Straßenverhältnissen kommen. Die beste Reisezeit für Motorradfahrer sind die Monate Juni bis September, wenn die Straßen trocken und das Wetter stabil sind. Im Frühling und Herbst ist besonders morgens mit feuchten Passagen und überfrorenen Stellen zu rechnen.
Historische Hintergründe
Die Straße über den Namlospass diente lange als Handels- und Versorgungsroute. Der Ort Namlos verdankt dem Pass seine Entwicklung. In den vergangenen Jahrzehnten wurde die Straße modernisiert, sodass sie heute problemlos nutzbar ist.
Geologie und Landschaft
Der Namlospass bietet eine eindrucksvolle Kulisse mit steilen Berghängen, bewaldeten Abschnitten und weiten Wiesen. Die Lechtaler Alpen sind geprägt von Kalkgesteinen, die spektakuläre Felsformationen geformt haben. Entlang der Strecke wechseln sich eingeschnittene Täler mit offenen Almwiesen ab, und Haltebuchten erlauben atemberaubende Ausblicke.
Infrastruktur
Am Pass selbst gibt es einfache Park- und Haltemöglichkeiten. Rastmöglichkeiten und Gasthöfe finden sich in Namlos, Elmen und Bichlbach. Eine Tankstelle ist in Bichlbach vorhanden.
Kosten und Gebühren
Die Befahrung des Namlospasses ist kostenlos. Es fallen keine Maut- oder Straßengebühren an. Parken ist in den Ortschaften oder an ausgewiesenen Haltepunkten meist kostenfrei möglich.
Lärmbeschränkungen und Fahrverbote in Tirol
In Tirol gibt es spezifische Regelungen zur Lärmbelastung durch Motorräder. Im Bezirk Reutte sind jedes Jahr vom 15. April bis 31. Oktober bestimmte Straßenabschnitte für besonders laute Motorräder gesperrt. Die Tiroler Landesregierung begründet dies mit der erheblichen Lärmbelastung und Beeinträchtigung der Bevölkerung.
Wichtige Punkte zu den Fahrverboten:
- Das Fahrverbot gilt für Motorräder mit einem Standgeräusch von mehr als 95 dB(A).
- Bei Verstößen drohen Geldbußen bis zu 220 Euro.
- Die Fernpassstraße (B179) ist von den Fahrverboten nicht betroffen.
Betroffene Strecken:
- B198 Lechtalstraße von Steeg (Landesgrenze Vorarlberg) bis Weißenbach am Lech
- B199 Tannheimerstraße von Weißenbach am Lech bis Schattwald (Staatsgrenze Deutschland)
- L21 Berwang-Namloser Straße von Bichlbach bis Stanzach
- L72 Hahntennjochstraße 2. Teil von Pfafflar bis Imst (Passhöhe)
- L246 Hahntennjochstraße 1. Teil von Imst (Passhöhe) bis Imst Kreuzung Vogelhändlerweg
- L266 Bschlaber Straße von Elmen bis Pfafflar
ADAC Fachleute empfehlen, vor einem Motorradausflug nach Tirol in der Zulassungsbescheinigung (Rubrik U1) nachzulesen, ob die Maschine den Grenzwert überschreitet.
Erfahrungen und Empfehlungen
Viele Motorradfahrer schätzen den Namlospass wegen seiner abwechslungsreichen Streckenführung, der geringen Schwierigkeit und der beeindruckenden Alpenpanoramen. Die Kombination aus Landschaftsbild und niedrigem Verkehrsaufkommen macht den Namlospass zu einem der schönsten Pässe in Österreich und Umgebung. Es wird jedoch empfohlen, die Strecke außerhalb der Urlaubszeiten zu befahren, da es sonst zu erhöhtem Motorradverkehr kommen kann.
Einige Fahrer berichten von Polizeikontrollen und der Einhaltung der 95 dB-Grenze seit 2021. Es wird empfohlen, die Lärmvorschriften zu beachten, um Bußgelder zu vermeiden.
Alternativrouten und Kombinationen
Der Namlospass lässt sich gut mit anderen Strecken in der Umgebung kombinieren, wie z.B. dem Hahntennjoch. Das Namlostal und das Hahntennjoch in Tirol ergeben immer schöne Touren. Auch der Fernpass ist eine beliebte Route, kann aber zu Stoßzeiten überfüllt sein.
Sehenswürdigkeiten und Einkehrmöglichkeiten
Für eine Pause empfiehlt sich der Alpengasthof Kreuz in Namlos mit seiner Terrasse und Aussicht auf die Lechtaler Alpen. Am Ende der Fahrt ist ein Abstecher zum Plansee in Bichlbach empfehlenswert.
Zusammenfassung
Der Namlospass ist ein attraktives Ziel für Motorradfahrer, das mit seiner landschaftlichen Schönheit und abwechslungsreichen Streckenführung überzeugt. Es ist jedoch wichtig, die Lärmbeschränkungen und Fahrverbote in Tirol zu beachten. Mit der richtigen Vorbereitung und Planung steht einem unvergesslichen Motorradabenteuer nichts im Wege.
Tabelle: Übersicht der Fahrverbote in Tirol
| Straße | Abschnitt | Gültigkeit |
|---|---|---|
| B198 Lechtalstraße | Steeg (Landesgrenze Vorarlberg) bis Weißenbach am Lech | 15. April - 31. Oktober |
| B199 Tannheimerstraße | Weißenbach am Lech bis Schattwald (Staatsgrenze Deutschland) | 15. April - 31. Oktober |
| L21 Berwang-Namloser Straße | Bichlbach bis Stanzach | 15. April - 31. Oktober |
| L72 Hahntennjochstraße 2. Teil | Pfafflar bis Imst (Passhöhe) | 15. April - 31. Oktober |
| L246 Hahntennjochstraße 1. Teil | Imst (Passhöhe) bis Imst Kreuzung Vogelhändlerweg | 15. April - 31. Oktober |
| L266 Bschlaber Straße | Elmen bis Pfafflar | 15. April - 31. Oktober |
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