Sie suchen das beste Fahrrad-Navi zum Gravelbiken, Mountainbiken, Rennradfahren, für Fahrrad-Trekking, Bikepacking, Bike-Bergsteigen, E-Biken oder Tourenradfahren? Die Vielfalt an Fahrradnavigationsgeräten wächst stetig, sodass für unterschiedliche Bedürfnisse passende Geräte zur Verfügung stehen. Mit einer modernen Fahrradnavigation lassen sich kurze und lange Strecken in unbekannten Regionen problemlos erkunden.
Die Bedeutung der Fahrradnavigation
Fahrradnavigation spielt eine zentrale Rolle für sichere und entspannte Radtouren. Sie hilft nicht nur dabei, den richtigen Weg zu finden, sondern bietet je nach Modell auch Zusatzfunktionen wie Höhenprofile, POIs (Points of Interest) oder die Möglichkeit, Routen nach bestimmten Kriterien zu planen. Mit Hilfe der Fahrradnavigation lassen sich kurze und lange Strecken in unbekannten Regionen problemlos mit dem Fahrrad erkunden.
Auswahl des passenden Navigationsgeräts
Es gibt nicht „das“ Navigationsgerät fürs Fahrrad. Wer sich für ein Gerät zur Fahrradnavigation entscheidet, sollte genau wissen, was er anstrebt damit zu tun. Fahrradblog.de gibt Tipps rund um die Fahrrad-Routenplanung und die passende Auswahl an Fahrradnavigationsgeräten.
Smartphones vs. Fahrrad-Navis
Zunächst einmal ist die Frage zu klären, ob Ihnen zur Fahrrad-Navigation ein Smartphone ausreichen würde? Meines Erachtens reicht ein Smartphone vollkommen aus, wenn Sie z.B. einer in Komoot geplanten Tour folgen wollen und keine ausgefuchsten Funktionen zum Trainieren oder Navigieren benötigen. Beide Welten - Smartphones bzw. Fahrrad-Navis - haben ihre Vor- und Nachteile:
- Bedienung: Fahrrad-Navis sind in der Regel so konzipiert, dass sie sich während der Fahrt einfach und intuitiv bedienen lassen. Sie haben in der Regel große, handschuhfreundliche Tasten und Displays, die auch bei Sonneneinstrahlung gut ablesbar sind. Smartphones hingegen erfordern oft eine komplexere Bedienung per Touchscreen, was beim Radfahren schwieriger und potenziell gefährlich sein kann.
- Akkulaufzeit: Je nach Smartphone-Modell ist der Akku schon nach wenigen Stunden leer. Das ist doppelt ärgerlich, denn a) muss man eventuell an einem unbekannten Ort ohne Navigation weiterfahren und b) steht das Smartphone im Notfall nicht für Anrufe zur Verfügung. Gute Fahrrad-Navis halten dagegen mit einer Ladung locker 10 Stunden und mehr durch.
- Witterungsbeständigkeit: Nur wenige Smartphones sind für den Outdoor-Einsatz geeignet. Sie können zu heiß oder zu kalt werden und dann ihren Dienst quittieren. Auch Regen stecken nicht alle Handys gut weg. Fahrrad-Navis sind dagegen wasserfest. Einige verfügen zusätzlich über einen Staubschutz.
- Strapazierfähigkeit: Auf langen Radtouren sind holprige Strecken oder gar Stürze nicht auszuschließen. Bei Smartphones führt das oft zu zerbrochenen Displays, die teure Reparaturen nach sich ziehen. Fahrrad-Navis sind dagegen deutlich robuster.
- Konnektivität: Die Verbindung mit externen Sensoren zur Messung und Anzeige von Daten wie Herzfrequenz, Trittfrequenz, Wattleistung und Geschwindigkeit ist je nach Smartphone und verwendeter App schwierig bis unmöglich. Bei guten Fahrradcomputern ist die Kopplung hingegen kein Problem - denn sie unterstützen mit ANT+ den wichtigsten Funk-Standard für Fitness-Zubehör.
- Fahrradspezifische Funktionen: Fahrradcomputer bieten spezielle Funktionen für Radfahrer, die in der Regel umfangreichere und genauere Daten liefern. Dazu gehören unzählige Daten Geschwindigkeitsmessung, Entfernungs- und Höhenmessung, Herzfrequenzmessung, Trittfrequenzanalyse und vieles mehr. Diese Funktionen sind oft genauer und spezifischer auf die Bedürfnisse von Radfahrern zugeschnitten als die Funktionen eines Smartphones.
- GPS-Genauigkeit: Moderne Fahrrad-Navis bieten eine genauere Positionsbestimmung. Vor allem wenn sie Mehrfrequenz-GPS-Technik (Multi-GNSS) und zusätzliche GLONASS-Unterstützung an Bord haben. Je nach Smartphone kann auch ein besonders ungenauer GPS-Chip verbaut sein, was zu Abweichungen auf der Route führen kann.
Online- vs. Offline-Navigation
Online-Navigation (z.B. Google Maps) benötigt eine ständige Internetverbindung, während Offline-Navigation (z.B. Komoot) Kartenmaterial lokal speichert. Jeder Radreisende sollte sein Kartenmaterial auf der Speicherkarte des Navigationsgerätes speichern. Wenn unterwegs das Internet bzw. der GPS-Empfang ausfällt, ist gewährleistet dass man immer noch nach Karte fahren kann. Ohne GPS-Signal findet zwar keine Echtzeit-Navigation mehr statt, aber die Orientierung auf der Karte ist weiterhin möglich. Auch fürs Smartphone gibt es Apps die Kartenmaterial direkt auf dem Handy speichern und es lokal bereitstellen.
Wichtige Funktionen und Eigenschaften
Karten und Updates
Für die Navigation sind aktuelle Karten essenziell. Hochwertige Geräte bieten regelmäßige Updates und die Möglichkeit, OpenStreetMap-Daten (OSM) zu nutzen. Viele Navigationsgeräte müssen Zuhause am eigenen PC mit den geplanten Routen bestückt werden. Diese werden i.d.R. als GPX-Dateien von Portalen wie GPSies.com heruntergeladen oder mit Programmen selbst zusammengestellt.
Wetterfestigkeit
Jedes moderne Fahrradnavi ist wetterfest und spritzwassergeschützt verarbeitet. Die meisten Fahrradnavis sind spritzwassergeschützt (IPX5 oder IPX7). Trotzdem empfiehlt sich ein zusätzlicher Regenschutz, um die Lebensdauer des Geräts zu verlängern. Nur weil ein Produkt im Regen eingesetzt werden kann bedeutet es nicht dass es wasserdicht ist. Die meisten Geräte sind nur gegen Spritzwasser geschützt.
Akkulaufzeit
Ein leistungsfähiger Akku ist auf langen Touren unerlässlich. Gute Modelle bieten 8 bis 12 Stunden Laufzeit. Die Fahrradnavigation auf einem klassischen Navigationsgerät erfolgt bei wesentlich weniger Akku-Verbrauch. Die Geräte können viel mehr Stunden ohne Aufladen navigieren und die Displays sind oft auch bei direkter Sonneneinstrahlung sehr gut lesbar. Probiert das mal bei einem Smartphone. Ein gutes Navigationsgerät kommt auf eine Leistung von 8 bis 12 Stunden. Darunter fallen u.a. das Garmin Edge 810 und das Teasi One 2. Die Fahrradnavigation via Smartphone endet bei uns erfahrungsgemäß auch nach 7 bis 11 Stunden wenn Google Maps oder Komoot zum Einsatz kommen.
Bedienung
Fahrradnavigationsgeräte sind meist mit Touchscreens ausgestattet. Diese sind in der Regel für den Außeneinsatz optimiert und bleiben auch bei Sonneneinstrahlung gut lesbar. Die meisten Geräte werden direkt über das Display bedient. Das Touch-Display funktioniert wie beim Smartphone. Von der Sensibilität darf es jedoch nicht verglichen werden. Ein Touch-Display beim iPhone oder Samsung ist schon deutlich besser. Darum geht es bei der Fahrradnavigation allerdings nicht. Wenige Geräte haben auch eine kleine Tastatur zur Bedienung. Meistens dient diese aber nur noch zum Bestätigen einer Aktion und für die Zurück-Funktion. Richtige Eingaben wie etwa das Ziel, eine Sehenswürdigkeit etc.
Zusatzfunktionen
Neben der Navigation erfassen viele Geräte Daten wie Geschwindigkeit, Höhenmeter oder Kalorienverbrauch. Über Funktionen wie Kalorienverbrauch, Höhenmeter, Kraftmessung und andere Werte, lässt sich die körperliche Leistung zusätzlich analysieren.
Trackback-Funktion
Jeder verfährt sich mal. Manchmal verlässt man die gewählte Route auch absichtlich. Etwa wenn es spontan zu einem Café gehen soll. Egal aus welchem Grund die Route verlassen wird, die Fahrradnavigation kann mit der Trackback-Funktion den Radler wieder auf seine gewünschte Strecke bringen.
Verkehrsmeldungen
Über die Relevanz von Verkehrsmeldungen während einer Fahrradtour kann gestritten werden. Ein Stau interessiert meistens nicht. Jedoch liefern integrierte TMC-Empfänger auch Informationen über Baustellen und Streckensperrungen. Sehr gute Navigationsgeräte können bei Streckensperrungen direkt Alternativen vorschlagen.
Speicherkapazität
Die Karten benötigen Speicherplatz. Und das je nach Landeskarte und Version nicht besonders wenig. Wenn dann gefahrene Routen heruntergeladen und gespeichert werden, brauchen auch diese zusätzliche Kapazität auf der Speicherkarte. Jede Fahrradnavigation ist mit einer Micro-SD Speicherkarte ausgestattet. Oft sind vom Hersteller bereits Deutschlandkarten oder andere Länder vorinstalliert. Kleine Speicherkarten reichen manchmal nur für ein Land. Fahrradtouren durch mehrere Länder würden bedeuten, dass der Anwender bei Überschreiten der Landesgrenze seine Speicherkarte leeren müsste, um dann die Karte des nächsten Landes aufzuspielen. Oder man nimmt mehrere kleine Karten mit und tauscht sie unterwegs.
Empfehlenswerte Modelle im Test
IMTEST hat sieben Fahrrad-Navis getestet. Das Test-Team unserer belgischen Partnerzeitschrift von Test Achats hat 16 Fahrrad-Navis (französisch, kostenpflichtig) geprüft. Hier eine Übersicht einiger empfohlener Geräte:
- Garmin Edge 1050: Technisch top, viele Funktionen, aber teuer und mit Schwächen beim Display.
- Hammerhead Karoo 3: Bestes Display, einfache Bedienung, sehr gute Navigation, aber durchschnittliche Akkulaufzeit.
- Garmin Edge 840: Überrascht mit hervorragenden Fitnessfunktionen.
- Coros Dura: Erste Wahl für Langstreckenradler, extrem gute Akkulaufzeit.
- Sigma Sport Rox 12.1 Evo: Grundsolider Fahrradcomputer mit guter Navigation, aber technischen Einschränkungen.
- Bryton Rider 460 E: Günstige Alternative für Einsteiger, aber mit Schwächen bei Navigation und Display.
Testsieger im Detail
Garmin Edge 1050
Der Garmin Edge 1050* beeindruckt als neuer Fahrradcomputer mit einer Fülle an innovativen Funktionen. Mit 161 Gramm und über 11 Zentimetern Länge ist er das größte und schwerste Gerät im Testfeld. Er bietet eine Helligkeit von 1000 Nits, die auch bei direkter Sonneneinstrahlung eine gute Lesbarkeit ermöglicht. Insgesamt bietet der Edge 1050 eine beeindruckende Vielfalt an Daten, von Geschwindigkeit über Herzfrequenz bis hin zu Leistungsmessung. Die Karte ist jedoch im Vergleich zur Konkurrenz unübersichtlicher, was die Navigation in komplexen Situationen erschwert. Die Akkulaufzeit von rund 20 Stunden ist trotz des hellen Displays zufriedenstellend, auch wenn sie nicht an die 50 Stunden des Edge 1040 heranreicht. Positiv ist die einfache Integration von Komoot-Routen, die direkt auf das Gerät geladen werden können.
PRO
- Beeindruckende Vielfalt an Daten, von Geschwindigkeit über Herzfrequenz bis hin zu Leistungsmessung
- Größtes und schwerstes Gerät im Testfeld
Bryton Rider 460 E
Der Bryton Rider 460* ist eine preiswerte Option auf dem Markt der Fahrrad-Navis, erhältlich für nur 125 Euro. Der Bryton Rider 460 bietet eine einfache Breadcrumb-Navigation. Eine echte Kartenansicht mit einer Übersicht über das Straßen- und Wegenetz bietet der Bryton 460 ebenso wenig wie gesprochene oder akustische Anweisungen. Klein, leicht und für den Preis erstaunlich gut ausgestattet: Der Bryton 460. Dazu zeigt der Bryton Rider 460 nicht einmal Abbiegehinweise, etwa im Form von „in 100 Metern links abbiegen“ an. Das ist an sich schon fragwürdig. Nicht zuletzt ist das Rerouting spartanisch: Weicht man von der geplanten Route ab, zeigt das Gerät lediglich eine gestrichelte Linie zur ursprünglichen Strecke an.
PRO
- Einfachen Konfiguration der Datenfelder und sehr gute Sensorverbindung, besonders leicht
- Interner Speicher bringt nur 8 GB mit, Akkulaufzeit vergleichsweise kurz
Hammerhead Karoo 3
Bestes Display, einfache Bedienung und sehr gute Navigation. Akkulaufzeit aber nur durchschnittlich. PRO Einfache Bedienung sowie gute Ablesbarkeit bei Sonne, Tourenplanung am Gerät sehr einfach KONTRA Kartenmaterial umfasst „nur“ Europa, ist aber erweiterbar
Coros Dura
Das Coros Dura* ist die erste Wahl für Langstreckenradler, die Wert auf eine extrem gute Akkulaufzeit legen. PRO Sensationelle Akkulaufzeit, bei Sonne kein Aufladen nötig. KONTRA Fehlerhafte Abbiegehinweise
Sigma Sport Rox 12.1 Evo
Der Sigma Sport Rox 12.1 Evo* ist ein grundsolider Fahrradcomputer mit guter Navigation aber einigen technischen Einschränkungen. PRO Klare Abbiegehinweisen und übersichtliche Kartendarstellung KONTRA Kein Multiband-GPS, nur 8 GB Datenspeicher
Weitere Geräte im Überblick
Neben den bereits genannten Modellen gibt es noch eine Vielzahl weiterer empfehlenswerter Fahrrad-Navis auf dem Markt. Hier eine kleine Auswahl:
- Garmin Edge Explore 2
- Wahoo Elemnt Bolt V2
- Sigma Sport Rox 11.1 Evo
- Garmin eTrex 32x
- Beeline Velo 2
Checkliste für den Kauf eines Fahrrad-Navis
IMTEST fasst kurz zusammen, worauf man beim Kauf eines Fahrrad-Navis achten sollte:
- Welche Funktionen sind wichtig?
- Wie wichtig ist die Akkulaufzeit?
- Ist die Robustheit des Geräts relevant?
- Welche Bildschirmgröße ist optimal?
- Ist eine einfache Bedienung wichtig?
Bekannte Marken
Zu den bekannten und etablierten Marken im Bereich der Fahrradnavigation gehören:
- Garmin
- Wahoo
- Sigma Sport
- Bryton
- Hammerhead
- Coros
Zusätzliche Ausrüstung
Damit der Strom unterwegs nicht ausgeht, empfehlen wir generell eine Powerbank als externen Akku dabei zu haben.
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