Viele Menschen nutzen als GPS-Gerät inzwischen ihr Smartphone. Kartendienste wie Google Maps oder spezielle Wander-Apps machen es möglich. Doch Outdoor-Navigationssysteme bieten immer noch immense Vorteile. So sind sie wasserdicht, haben einen besseren GPS-Empfang und verfügen über detaillierte Spezialkarten. Vor allem der Hersteller Garmin glänzt auf diesem Gebiet, das Wander-Navi Garmin GPSmap 64S für rund 240 Euro ist unsere Top-Empfehlung.
Es gibt aber auch gute Alternativen, von unter 100 bis über 500 Euro ist alles dabei. Unsere Auswahl beruht auf verschiedenen Expertentests und unserer eigenen Einschätzung. Daneben erklären wir Ihnen, welche Arten von GPS-Geräten es für Wanderer gibt und was Sie beim Kauf beachten sollten.
Top-Empfehlungen für Wander-Navis
1. Garmin GPSmap 64s
Das Garmin GPSmap 64s wirkt etwas antiquiert. Mit seiner Form, den Tasten und der dicken Antenne mutet das Wander-Navi wie ein altes Handy aus den Neunzigerjahren an. Doch der Eindruck täuscht, das GPS-Gerät stellt Einsteiger und Profis gleichermaßen zufrieden und wurde bei Markteinführung von mehreren Experten zum überzeugenden Testsieger gekürt. Auch die Bestseller-Position auf Amazon spricht Bände.
Zwar gibt es inzwischen die Nachfolge-Modelle der GPSmap-66-Serie von Garmin, doch deren Vorteile sind nicht so wesentlich, dass Sie dafür rund 150 Euro mehr zahlen müssen. Die Serie glänzt generell mit ihrer langen Akkulaufzeit, beim GPSmap 64s sind es rund 16 Stunden. Für die GPS-Navigation werden sowohl NAVSTAR GPS als auch das russische GLONASS genutzt und die leistungsstarke Antenne liefert exzellenten Empfang. Sie ist genauso wie das komplette Gerät sehr robust gebaut - wasserdicht ist die Hülle ohnehin.
Das Modell 64s verfügt nur über die simple Straßen-Basiskarte, bei der etwas teureren Variante 64st ist eine topografische Europakarte dabei. Sie können alternativ aber auch die kostenlosen Karten von OpenStreetMap auf das Gerät laden.
Garmin-Geräte der GPSmap-Serie verfügen nicht über einen Touchscreen, sondern über eine Tasten-Bedienung. Deren Vorzüge erklären wir Ihnen in der Kaufberatung, sie wird aber im professionellen Bereich bevorzugt. Das Display ist hochwertig und auch bei Sonnenschein gut ablesbar.
Dazu gibt es Extra-Funktionen wie Höhenmesser, Kompass, Bluetooth, Live-Tracking über Smartphone und vorinstallierte Geocaching-Tracks. Mit der Garmin-PC-App BaseCamp können Sie Routen planen.
Von der Navigation sind auch die meisten Nutzer überzeugt, wie die Berichte auf Amazon zeigen. Kritik gibt es gehäuft jedoch an der Konnektivität, so funktioniert demnach das eingebaute Bluetooth nicht zuverlässig und Nutzer sind auf das USB-Kabel angewiesen. Zudem ist die Routen- und Track-Planung nur auf dem PC möglich. Eine frühere Handy-App hat Garmin eingestellt und den Nachfolger gibt es nur für neuere GPS-Geräte, beispielsweise die GPSmap-66-Serie. Wer eine App braucht, sollte auf den Nachfolger setzen.
2. Garmin Oregon 700
Wem die GPSmap-Serie zu sehr auf Profi-Gerät getrimmt ist, findet beim Garmin Oregon 700 einen benutzer- und einsteigerfreundlichen Allrounder. Das Wander-Navi hat einen ausreichend großen und hellen Touchscreen mit verständlicher Menüführung und wirkt allgemein moderner. Auf die technischen Qualitäten des GPSmap müssen Sie dennoch nicht verzichten: Die GPS-Navigation ist dank leistungsfähiger Antenne und Unterstützung von NAVSTAR GPS und GLONASS exzellent.
Wie beim GPSmap kommt das Garmin Oregon 700 in der Grundversion mit der wenig detaillierten Basiskarte, es gibt aber diverse Kombiangebote mit passenden topografischen Karten. Die volle Ausstattung mit Europakarte und sogar einer 8-Megapixel-Kamera bekommen Sie beim Modell Oregon 750t, das ist aber rund 130 Euro teurer. Karten von OpenStreetMap sind jedoch kompatibel. Das Modell 700 kommt mit WLAN, Bluetooth, Höhenmesser, Kompass und diversen anderen Extras.
Während das Oregon 700 ähnlich robust ist wie die Tasten-Alternative GPSmap, kritisieren Experten die deutlich geringere Akkulaufzeit. Hier kommt das GPS-Gerät im Test nämlich auf gerade einmal 8 Stunden. Die Nutzer stießen außerdem auf ähnliche Probleme bezüglich Funk-Konnektivität und Software wie beim GPSmap 64s, wie die Berichte auf Amazon zeigen.
3. Tahuna Teasi One 4
Sind Ihnen die Geräte von Marktführer Garmin zu teuer, finden Sie die derzeit beste Alternative im Tahuna Teasi One 4 (beziehungsweise „ONE⁴“ in der eigenen Schreibweise). Das Touchscreen-Navi ähnelt äußerlich dem Garmin Oregon 700, kostet jedoch rund 100 Euro weniger. Allgemein ist das Wander-Navi robust genug für Outdoor-Einsatz, wasserdicht ist es jedoch nur bis IPX5 - Schutz gegen Strahlwasser-Regen, aber nicht vorm Untertauchen.
Irgendwo musste der Hersteller sparen und so unterstützt das Teasi One 4 nur NAVSTAR GPS und keine weiteren Satellitensysteme. Die GPS-Positionsbestimmung und -Navigation bewerten die Experten als etwas langsam. Bei den Karten setzt der Hersteller komplett auf OpenStreetMap, eine detaillierte Europakarte ist an Bord und weitere OSM-Karten bekommen Sie kostenlos im Internet. Der integrierte Akku hält etwa 10 Stunden durch, neben Bluetooth und Kompass gibt es keine Extras.
Die preisbedingten Einschränkungen sorgen auf Amazon für gemischte Bewertungen. Zwar zeigen sich viele Nutzer mit der GPS-Navigation zufrieden, doch die spartanische Ausstattung findet Kritik. So ist unter anderem das Display nicht hell genug, um es bei starkem Sonnenlicht noch gut ablesen zu können. Auch die Streckenvorschläge der Software stellen viele Nutzer nicht zufrieden, es lassen sich jedoch GPS-Routen aus anderen Apps importieren.
4. Garmin eTrex 10
Das Garmin eTrex 10 ist mit rund 90 Euro das günstigste GPS-Gerät im Sortiment des Marktführers, entsprechend spartanisch ist die Ausstattung. Denn Navigationsfunktionen wie Routing und überhaupt topografische Wanderkarten fehlen völlig, mit dem eTrex 10 bekommen Sie einen reinen GPS-Navigator. Schon der interne Speicher von nur 9 Megabyte zeigt deutlich, worum es hier geht: Um Positionsbestimmung und die simple GPS-Navigation von Wegpunkt zu Wegpunkt - die Details bleiben Ihnen überlassen.
Zwar können Sie eine Wanderroute wie gewohnt am PC erstellen, entweder mit der Software von Garmin oder mit anderen Apps, und die GPX-Datei mit den GPS-Punkten an das eTrex 10 übertragen. Dargestellt wird die Route jedoch im Monochrom-Display mit seiner Auflösung von 128 mal 160 Pixel und auf der Basiskarte. Automatische Routen-Findung steht beim eTrex 10 nicht zur Verfügung - Sie erwartet also ein Outdoor-Abenteuer ohne Stützräder. Die Positionsbestimmung über NAVSTAR GPS und GLONASS ist jedoch gewohnt exzellent und selbst im schwierigen Gelände zuverlässig.
Der spartanische Begleiter ist sicher nicht das Passende für alle Nutzer, doch grundsätzlich macht das eTrex 10 was es soll: GPS-Navigation und Track-Aufzeichnung zum kleinen Preis. Dafür bekommen Sie ein äußerst robustes, kompaktes und wasserdichtes (IPX7) Gerät mit Tasten-Steuerung und einer Akkulaufzeit, die dank der Featurearmut voll überzeugt. Bis zu 15 Stunden sind drin. Für Hobbies wie Geocaching ist das eTrex 10 ideal.
5. Garmin Fenix 5 Plus
Die Multisportuhr Garmin Fenix 5 Plus zeigt, dass auch ein Wander-Navi am Handgelenk eine sehr gute Leistung liefert und für Outdoor-Einsätze blendend geeignet ist. Das Problem ist hier nur der hohe Preis. Für eine mit GPS-Handgeräten vergleichbare Zuverlässigkeit muss man im Smartwatch-Bereich ordentlich zahlen: Die Fenix 5 Plus, also das Modell mit vorinstallierten Wanderkarten, kostet rund 560 Euro. Das Nachfolgemodell, die Garmin Fenix 6, ist noch einmal deutlich teurer.
Einschränkungen müssen Sie immerhin nicht befürchten: Die GPS-Navigation der Fenix 5 Plus ist mit NAVSTAR GPS, GLONASS und sogar Galileo kompatibel - trotz der kompakten Bauweise des Geräts mit kleinerer Antenne ist somit ein hervorragender Empfang gewährleistet. Mit der installierten topografischen Europakarte ist neben Track-Auswahl eine automatische Wegfindung direkt auf der Uhr möglich. OSM-Karten können auch geladen werden. Gesteuert wird über Tasten am Gehäuse, was natürlich etwas umständlicher ist als bei größeren GPS-Geräten. Das Display ist klein aber hell.
Neben Outdoor-Funktionen wie Kompass und Höhenmesser verfügt die Fenix 5 Plus auch über alles, was eine echte Multisportuhr für Hobby- oder Profisportler braucht: Herzfrequenzmessung, Musik-Streaming, App-Anbindung an das Smartphone und jede Menge Konnektivität von Bluetooth über WLAN bis NFC. Wasserdicht ist die Uhr bis zu einem Druck von 10 bar/atm, kann also auch zum Schwimmen verwendet werden. Hinzu kommt eine lange Akkulaufzeit von fast 20 Stunden. Sie bekommen also viel für ihr Geld.
Alternativen und Marktübersicht
Der Hersteller Garmin ist zwar nicht der einzige auf dem Markt, doch Alternativen sind teilweise nur eingeschränkt zu bekommen. So sind beispielsweise die Geräte von Satmap mit ihren detaillierten Karten, der robusten Verarbeitung und der langen Akkulaufzeit hervorragend für Wanderer geeignet. Jedoch sind die Geräte des Herstellers aus Hongkong, wie das Satmap Active 20, in Deutschland nur bei einzelnen Fachhändlern zu haben, selbst Amazon-Angebote sind rar. Außerdem sind die Geräte teuer.
Bis vor kurzem waren die GPS-Geräte von Falk, wie das Modell Falk Tiger Geo, noch eine gute und günstige Alternative zu Garmin: einsteigerfreundlich und mit zufriedenstellender GPS-Navigation. Doch der Hersteller ging im Jahr 2018 insolvent und es ist noch unklar, was mit der Traditionsmarke passieren wird.
Die maßgebliche Aufgabe von Wander-Navis, nämlich die zuverlässige Positionsbestimmung und Wegfindung, kann man bei Markenprodukten voraussetzen. Die preislichen Unterschiede zwischen den Geräten und Modellen hängen vor allem von der Ausstattung und insbesondere von den mitgelieferten Kartendaten ab.
Günstige GPS-Geräte für Wanderer bekommen Sie schon für unter 100 Euro - außer der Basisfunktion der GPS-Navigation ist hier aber nichts dabei. Günstige Allround-Einsteiger-Geräte gibt es für unter 200 Euro. Für den vollen Funktionsumfang mit praktischen Extras müssen Sie mehr als 200 Euro in die Hand nehmen. Hier kann der Unterschied zwischen einem GPS-Gerät mit einfachen Basiskarten und demselben Modell mit vorinstallierten Detail-Wanderkarten schon mal 100 Euro ausmachen.
Bei unserer Auswahl der GPS-Geräte für Wanderer stützten wir uns zum einen auf die Tests der Fachpresse. So nehmen unter anderem das Magazin Alpin und das Outdoor-Magazin regelmäßig Wander-Navis unter die Lupe und testen sie auch im Praxiseinsatz. Zudem orientieren wir uns an der Beliebtheit und den Nutzer-Rezensionen auf Online-Verkaufsportalen wie Amazon. Schließlich fließt auch unsere eigene Einschätzung der Qualität und Nützlichkeit der Geräte in die Auswahl mit ein.
Smartphones und Smartwatches als Alternative?
Das Smartphone ist für viele Menschen zum alltäglichen Begleiter geworden und in vielen Fällen bieten moderne Handy-Modelle inzwischen Funktionen, für die man früher mehrere Einzelgeräte brauchte. So ist es naheliegend, auch das Wander-Navi einfach durch das Smartphone oder sogar eine praktische Smartwatch zu ersetzen, doch hier lauern Tücken - und teilweise sogar Gefahren.
Die meisten Smartphones verfügen über GPS und einen kostenlosen Kartendienst wie Google Maps, mit dem sich auch Fußgänger-Routen erstellen lassen. Grundsätzlich haben Sie damit also bereits ein Navigationssystem in der Hand. Für ein paar Euro bekommen Sie darüber hinaus eine Wander-App, auf der neben Hauptverkehrsstraßen auch viele Wanderwege und sogar Trampelpfade verzeichnet sind.
Jedoch stößt man gerade bei der GPS-Navigation schnell an die Grenzen, denn wirklich ohne Einschränkungen funktioniert diese nur im offenen Feld. Mit der kleinen Antenne scheitert der GPS-Empfänger oft schon am Blätterdach des Waldes. Darüber hinaus sind zwar viele Highend-Handys wasser- und staubdicht, doch zum Outdoor-Gerät werden sie damit noch lange nicht: das Display verkratzt, Stock und Stein stellen die Stoßfestigkeit des Geräts auf die Probe und im Dauereinsatz leeren sich sowohl Handy-Akku als auch Powerbank rasant. Für echte Wanderer ist das zu dürftig.
Smarte Fitnessuhren haben gegenüber Handys klare Vorteile. Sie sind für Sporteinsätze konzipiert, also grundsätzlich robuster. Außerdem sitzen die Smartwatches fest am Handgelenk und werden im Outdoor-Einsatz weniger in Mitleidenschaft gezogen. Zudem ist es natürlich praktisch, das GPS-Navi ständig im Blick und dennoch beide Hände freizuhaben.
Andererseits ist das Display in den meisten Fällen sehr klein und die Bedienung umständlich, gerade wenn Sie die Uhr über einen Touchscreen steuern müssen. Und auch die Akkulaufzeit ist bei dauerhaft eingeschalteten GPS oft eingeschränkt. Hersteller wie Garmin bieten spezielle Wander-Smartwatches mit Tasten an, die explizit für den Outdoor-Einsatz gedacht sind. Hier ist der große Nachteil aber der hohe Preis - meist über 500 Euro.
Vor- und Nachteile von GPS-Geräten
Das GPS-Gerät hat einen festen Einsatzzweck und den erfüllt es meist zuverlässig. Die GPS-Antenne empfängt die Satellitensignale auch durch Hindernisse hindurch, das Gerät ist gegen Wasser oder den Aufprall auf felsigem Untergrund gewappnet und der Akku ist ein Dauerläufer, der mindestens einen halben Tag im Dauerbetrieb durchhält.
Auf das Wander-Navi muss man sich verlassen können, um selbst in unwirtlichen Gegenden seinen Weg zu finden - und gute Geräte leisten dies auch. Mehr als reine Zielführung vermisst man aber bei den meisten GPS-Geräten, „smart“ und vernetzt sind sie in vielen Fällen nicht. Auch das kleine Display erreicht in der Regel nicht die Qualität aktueller Smartphones.
Worauf Sie beim Kauf achten sollten
GPS-Navigation
Zum wesentlichen Qualitätsmerkmal der GPS-Geräte für Wanderer gehört natürlich die zuverlässige Navigation. Hierbei ist es entscheidend, wie gut die Antenne des Geräts die Signale der GPS-Satelliten empfangen kann und wie schnell damit die Positionsbestimmung möglich ist. Greifbar wird das meist erst im Praxistest, Markenprodukte liefern in dieser Hinsicht aber ein zufriedenstellendes Ergebnis. Ein gutes Zeichen ist, wenn das Gerät neben NAVSTAR GPS auch GLONASS und Galileo unterstützt.
Weitere Informationen zum Wandern mit GPS und den unterschiedlichen Systemen finden Sie unten. Deutlich mehr Einfluss hat der Hersteller auf die Qualität der Streckenvorschläge mit alternativen Routen, die Zielführung auf dem Weg und die Verwendung von Tracks mit mehreren Wegpunkten zur Navigation. Wie gut Sie die Software des Wander-Navis durch die Natur leiten kann, zeigt von Gerät zu Gerät Unterschiede. Dazu gehört, ob beispielsweise Abzweigungen angekündigt werden.
Kartenmaterial
Die Güte der Navigation hängt jedoch auch vom Detailgrad der verwendeten Landkarten ab. Kaufen Sie das Basismodell eines GPS-Geräts, erhalten Sie im Zweifelsfall nur eine simple nicht-topografische Karte mit Hauptverkehrsstraßen. Das reicht zur groben Orientierung mit GPS-Koordinaten, doch Sie bekommen weder Weg- noch Höhenangaben. Hierfür brauchen Sie topografische Detailkarten.
Diese bekommen Sie entweder in Kombination mit dem GPS-Gerät, also als Angebot in der Form „Wander-Navi plus topografische Karte für Deutschland“.
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