Ganz selten sieht man sie noch: die Puristen, die ihre wasserdichten Motorradkarten akkurat in den Klarsichtdeckel des Tankrucksacks gefaltet haben und sich so auf Touren orientieren. Eine noch kleinere Fraktion hat sich zusätzlich eine Art Roadbook handschriftlich notiert, ein Zettelchen, auf dem die wichtigsten Straßennamen und -nummern sowie Abbiegehinweise mit dicken Pfeilen und markante Wegpunkte vermerkt sind. Lange ist’s her!
Doch immer häufiger übernimmt das Smartphone ihren Job. Seit Mobiltelefone große Displays haben, oft wasserdicht und robust sind und zudem flotten Zugang ins Internet bieten, sind sie die erste Wahl. Da moderne Handys sündteuer sein können, ist eine zuverlässige und stabile Halterung wichtig. Außerdem sollte sie sämtliche Vibrationen auch auf schlechtem Untergrund eliminieren, sehr variable Justierungsmöglichkeiten für den Betrachtungswinkel und praktische Einhandbedienung bieten.
Die Qual der Wahl: Verschiedene Halterungssysteme im Überblick
Der neue Testsieger Quad Lock Handlebar Mount Pro ist ein Klassiker am Motorradlenker. Er überzeugt durch sehr stabile und sichere Montage an der Griffstange, festen Halt des Handys und Einhandbedienung. Als gute und zugleich sehr kompakte Halterung für die Spiegelstange zeigt sich im Test die Quad Lock Mirror Mount. Einhandbedienung und fester Halt überzeugen.
Mit dem Prädikat »Luxusklasse« läuft die Smartphonehalterung für Motorradlenker von Peak Design Motorcycle Bar Mount. Die gefräste Aluminiumhalterung mit Kugelgelenk lässt sich sehr variabel an den Blickwinkel anpassen und mit einer Hand bedienen.
Das Gesamtsortiment von SP Connect ist riesig, da gibt es für jede Anforderung eine optimale Lösung. Die hier getestete 3in1-Smartphone-Halterung Moto Bundle AVM Universal Phone Clamp SPC+ trumpft mit Einhandbedienung und einwandfreier Verarbeitung auf. Stabile, sehr sichere aber auch teure Handyhalterung mit einer Vielzahl an Ausstattungsoptionen.
Montage und Flexibilität: Worauf es ankommt
Der erste Schritt ist die sichere und korrekte Montage einer Handyhalterung: Komfortabel ist es schon, wenn sich eine Klemmschelle mit Rändelschraube nach kurzer Zeit stramm und sicher am Lenker des Motorrades befindet. Werkzeugfreie Montage ist praktisch und wohl nur unter dem Betrachtungspunkt der Diebstahlsicherheit nicht ideal. Manche Hersteller im Test setzen auf klassische Verschraubungen der Klemmschellen mit einer oder zwei Innensechskantschrauben. Das ist zwar für Langfinger weniger schnell demontiert, kann aber je nach Lenkerart und Konfiguration des Cockpits Probleme bereiten, wenn etwa die Schrauben in der optimalen Position der Klemme nur schlecht festzuziehen sind oder die Schrauben unten lang aus dem Gewinde hervorstehen und an einem Fahrzeugteil anstoßen.
Zu bedenken ist auch der freie Lenkeinschlag nach rechts und links sowie in beide Ausrichtungen der Halterung horizontal und vertikal, sofern die Option gegeben ist. Ebenso sollte der vielleicht nur gelegentlich montiere Tankrucksack im Reiseformat einmal aufgesattelt werden. Hier zeigte sich im Test, dass die gut im Blickfeld befestigten Halterungen samt Handy beim Lenkereinschlag früh am Tankrucksack anlagen.
Lenkerdurchmesser können je nach Modell und Typ des Motorrades sehr unterschiedlich ausfallen, bei konifizierten Griffstangen verjüngt sich der Durchmesser von der Klemmung nach außen hin sogar. Dafür müssen bei den Halterungs-Sets möglichst viele verschieden dicke Gummieinsätze für die Klemmschellen beigelegt sein.
Spiegelhalterungen als Alternative?
Spiegelhalterungen sind ein eher seltenes Zubehörteil. Praktisch sind sie allerdings, wenn sich auf dem Lenker partout kein Platz für die manchmal recht große Halterung finden lässt. Auch lässt sich das Handydisplay so besser und direkter in das Blickfeld bringen, der Weg der Augen vom Verkehrsgeschehen hin zur Information wird kürzer. Über das Aussehen dieses Montageortes lässt sich trefflich streiten. Ein klares Manko hingegen ist es, wenn der Adapter für die Halterung zu dick bemessen ist.
Das klingt einfach, jedoch muss auf ein kleines, aber essenzielles Detail geachtet werden: Bei dem Spiegel des verwendeten Testmotorrades zum Beispiel lugten nach dem Aufstecken des Halterungsadapters nur noch wenige Millimeter des Gewindebolzens hervor. Zu wenig für eine sichere Verschraubung des Spiegels. Als Faustregel sollte immer mindestens so viel Gewinde eingedreht werden können, wie es dem Gewindedurchmesser entspricht.
Stromversorgung unterwegs: Akkulaufzeit und Ladeoptionen
Auf langen Touren kann der Akku mächtig gefordert werden, wenn die Displayhelligkeit auf max. steht und gleichzeitig GPS und mobile Daten für möglichst genaue Orientierung sorgen. Spielt dann noch die Lieblingsmusik via Bluetooth in das im Helm verbaute Headset, ist der Energiespeicher schnell auf null Prozent. Die externe Powerbank im Tankrucksack ist als Krücke okay, eleganter ist die Lademöglichkeit über einen USB-Anschluss in der Halterung oder sogar induktives Laden, wenn das Handy dafür geeignet ist.
Größe und Kompatibilität: Passt mein Smartphone?
Länge, Breite und Höhe aktueller Handys unterscheiden sich zum Teil extrem. Das muss bei den Innenabmessungen der Halterungen bedacht werden. Insbesondere bei der angegebenen maximalen Dicke (Höhe) sind die Werte oft knapp oder Angaben kaum nachvollziehbar. Wenn dann noch besonders robuste und dicke Outdoormodelle oder normale Handys in wasserdichten Hüllen (Cases) sicher eingeklemmt werden sollen, muss reichlich Platz vorhanden sein. Mindestens elf oder zwölf Millimeter hoch sollten die Schutzecken der Halteärmchen innen sein.
Ob das Smartphone in der Halterung festgeschraubt, per Federklemmung, Magnet (für die meisten Handys kein Problem, mit dem Hersteller klären!) oder Bajonettverschluss gehalten wird, ist letztlich Geschmackssache. Jede Methode kann bei ordentlich durchdachter Ausführung und Konstruktion das Handy sicher halten.
Praktisch ist es auch, wenn sich der Betrachtungswinkel des Displays ohne Werkzeug ändern lässt. Auch die schnelle Formatänderung von hoch nach quer sollte im Idealfall ohne Werkzeug und Einhand während der Fahrt möglich sein.
Vibrationen und ihre Auswirkungen auf das Smartphone
In vielen Smartphone-Modellen sind sehr sensible Mechanikbauteile oder Sensoren etwa zur Bildstabilisierung integriert. Apple schreibt dazu beispielsweise recht allgemein: „Motorradmotoren mit hoher Leistung und großem Hubraum erzeugen intensive Vibrationen mit hoher Amplitude, die über das Fahrgestell und den Lenker übertragen werden. Es kann also zu Schäden kommen, muss aber nicht. Letztlich bleibt ein gewisses Risiko. Und die Entscheidung, ob das Smartphone am Lenker montiert wird oder nicht, muss jeder für sich treffen.
Detaillierte Betrachtung ausgewählter Modelle
Quad Lock Handlebar Mount Pro
Seit fast 15 Jahren tüfteln Zwei- und Mehrradbegeisterte bei Quad Lock an Smartphonehalterungen aller Art. Auf Motorrädern haben sie sich weltweit fast zum Standard entwickelt. Im Lieferumfang befinden sich die geschraubte Lenkerklemme und ein 50 mm langer Verlängerungsarm, beide edel aus Aluminium gefräst und schwarz eloxiert, dazu der sogenannte Indexkopf mit der eigentlichen Verriegelungsmechanik. Für perfekten Sitz am Lenker hat Quad Lock vier Adaptereinsätze (22,2 mm, 25,4 mm, 28,6 mm und 31,8 mm) beigelegt. Das ist eine vergleichsweise sehr große Auswahl, andere Hersteller bieten ab Werk meist nicht so viele Anpassungsmöglichkeiten. Auch ein passender Innensechskantschlüssel sowie eine extra lange Schraube für ein Distanzstück (nicht im Lieferumfang) zwischen Verlängerungsarm und Klemme sind enthalten.
Als Extra muss die zum Indexkopf passende Klebehalterung oder ein entsprechendes Case für das Smartphone gekauft werden. Die Montage des fest verschraubten Halters mit insgesamt drei Variablen zieht sich. Bis die richtige Position gefunden ist, vergehen etliche Minuten, die Einstellungsmöglichkeiten sind groß. Das ist auch gut so, denn schließlich dürfen keine wichtigen Infos oder Schalter im Cockpit verborgen werden. Der Wechsel der Displayposition vom Hoch- ins Querformat lässt sich beim Einklicken des Smartphones bequem wählen, ohne schrauben zu müssen. Allerdings kann das Format nicht während der Fahrt spontan an den Sonnenstand angepasst werden, dafür sollte man einen kurzen Stopp einlegen.
Beim Fahrtest auf grobem Kopfsteinpflaster mit straffen Fahrwerkseinstellungen zeigt sich die Halterung stabil. Anders sieht es auf den gleichen Strecken mit montiertem Dämpfer aus. Schon im Stand ruckelt das Handy im Takt des Boxermotors mit und zeigt sich sehr sensibel. Auf der anschließend flott gefahrenen Holperstrecke wackelt das Gerät stark und mehr als ohne den Dämpfer, kleine Infos auf dem Display sind nicht mehr zu erkennen. Auch auf der Schnellstraße bewegt sich das Handy mehr als ohne das dämpfende Zusatzteil.
SP Connect Moto Bundle AVM Universal Phone Clamp SPC+
Im Fahrtest zeigt die 3in1 von SP Connect mit dem Anti-Vibrations-Modul beste Ergebnisse. Dank des Moduls dringen selbst auf der nahezu unerträglichen Kopfsteinpflaster-Strecke nur minimale Vibrationen bis zum Handy durch, alle Informationen bleiben nicht nur gut erkennbar, sondern auch ablesbar. Auf der Schnellstraße gibt es keine Ruckeleien, das System ist sehr stabil. Mit einer Innensechskantschraube klemmt sich die Metallschelle sehr fest an den Lenker, ein etwa zehn Zentimeter langer Metallarm kann daran in feinsten Schritten bis zum optimalen Winkel per Schraube ausgerichtet werden. Die eigentliche geschraubte Telefonhalterung aus Kunststoff verbleibt zumindest während der Tagestour am Handy. In ihr befindet sich das Gegenstück zum Drehverschluss, das das Einhand eingesetzte Telefon sehr zuverlässig und stramm hält. Nur mit Werkzeug lässt sich die Halterung von hoch nach quer drehen.
Bis allerdings Schelle, Auslegerarm und Bajonett korrekt und auch bei den Formatvarianten sicher zusammenpassen, ist viel Tüftelarbeit angesagt. Ohne Werkzeug lässt sich die Position hier später nicht mehr ändern. Bei der getesteten Ausführung ist die Dicke des Handys auf ca. elf Millimeter limitiert. SP Connect bietet ein riesiges Sortiment an Sets, Zubehör, Auswahlmöglichkeiten und Ersatzteilen an, hier findet sich für jede Konfiguration geeignetes Material. Auch Halterungen mit Ladefunktion sind im Programm.
Die vielen Positionierungsmöglichkeiten, die sichere Verriegelung des Handys am Halter und die komfortable Einhandbedienung machen das gute System einzigartig.
Quad Lock Mirror Mount
Aus dem sehr umfangreichen Halterungs-Angebot von Quad Lock haben wir die kleine, verschraubte Befestigung Quad Lock Mirror Mount mit und ohne Dämpferelement getestet. Das Handydisplay ist in beiden getesteten Fahrsituationen bestens abzulesen. Das mag auch an dem sehr kompakten Aufbau liegen, ein Verlängerungsärmchen fehlt hier, das Smartphone liegt mit nur ca. 2,5 cm Abstand dicht an der Spiegelstange (oder der dünnen Querstange von älteren Enduro-Lenkern). Immerhin drei Adapter liegen der Spiegelhalterung bei, so kann sie an 10, 12 und 14 mm Durchmesser angepasst werden. Ohne Gummiadapter passt der Halter auch an Spiegelstangendurchmesser bis 16 mm. Auch mit dem separat erhältlichen Dämpfermodul haben wir das System getestet.
Peak Design Motorcycle Bar Mount
Die Peak Design Motorcycle Bar Mount ist in Ausstattung und Verarbeitung sehr gut. Ein vielfach justierbares und zur Gewichtsreduktion durchbrochenes, 6,5 cm langes Ärmchen endet in einer klemmbaren Aufnahme für den Kugelkopf der Halterung. Die Handyhalterung selbst ist mit einem nicht zu sensiblen Silikondämpfer ausgestattet, der dezent integriert ist. Darauf befindet sich die magnetische Halteplatte mit zwei kleinen, aber sehr präzise und zuverlässig einrastenden Verriegelungen. Die entsprechende magnetische Halteplatte für das Smartphone überzeugt mit großer Auflagefläche, gleichzeitig ist sie deutlich flacher als die von Quad Lock (auch als die MAG-Halterung von Quad Lock). Das erleichtert den Umgang mit dem beklebten Smartphone, es passt besser in die Hosen- oder Jackentasche.
Der nicht super-sensibel gebaute Dämpfer dämpft, aber ohne allzu stark nachzuschwingen oder gar zu wackeln. Auf der groben Kopfsteinpflasterstrecke mit harter Fahrwerkseinstellung bewegt sich das Handy kaum und ist gut abzulesen. Ebenso schluckt der Dämpfer auf der glatten Asphaltstraße Vibrationen nahezu komplett, das Smartphone bewegt sich lediglich minimal. Insgesamt hinterlässt das System von Peak Design einen sehr guten Gesamteindruck.
RAM Mounts Tough Claw mit X-Grip
Der Klassiker RAM bietet Unmengen Optionen und Zubehör von Motorrad-Handyhalterungen mit Ladefunktion bis hin zu Gelenk-Verbindungsarmen. Die hier getestete Version mit Schraubklemme (Tough Claw) und der sogenannten X-Grip-Federklemmung stellt zwar eine relativ einfache Variante dar, sie macht ihren Job aber gut. Im Fahrtest dringen selbst auf grobem Kopfsteinpflaster kaum Vibrationen bis zum Handy durch, auf der Schnellstraße liegt das Smartphone absolut zitterfrei im Blick. Die recht große und sehr kräftige Fotoklemme mit Innengummierung lässt sich weit öffnen und passt so auf alle infrage kommenden Lenkerdurchmesser. Dort lässt sie sich ohne Werkzeug verschrauben, benötigt aber vergleichsweise viel Platz. Interphone und SP sind in dem Bereich viel schlanker gestaltet.
Zwar verfügt diese Ausführung lediglich über ein Gelenk, das jedoch deckt einen großen Kippwinkel ab, der sich einfach ändern lässt. Der hohe Reibungswiderstand im Gelenk macht eine Überwurfmutter wie an anderen Halterungen überflüssig. Auch lässt sich die Halterung mit einer Hand und etwas Kraftaufwand zum Beispiel vom Hoch- ins Querformat verdrehen. Einhandbedienung beim Einlegen des Handys bietet RAM aber nicht: Die unter recht hoher Federspannung stehenden Metallarme des X-Grip müssen mit einer Hand geöffnet werden, gleichzeitig legt die andere das Telefon ein. Und zwar so ausgerichtet, dass seitliche Bedienknöpfe nicht betätigt werden. Das erfordert etwas Übung und gutes Zielen. Die Enden der etwa 2,4 Zentimeter hohen Arme sind mit Gummikappen überzogen, hier klemmen auch dicke Handys fest, 7-Zoll-Smartphones mit Case sind kein Problem.
Interphone Moto Crab
Als Ergebnis der Fahrtests steht bei der Interphone Moto Crab unterm Strich »nur« eine gute Note, weil das System auf Kopfsteinpflaster merklich wackelt. Hier sind die zahlreichen Gelenke Fluch und Segen zugleich, je länger eine Halterung durch Verlängerungen und Verbindungspunkte wird, desto mehr Instabilität kann entstehen. Auf der Schnellstraße gibt es nichts zu kritisieren und insgesamt macht die Konstruktion aus Kunststoff und Metall einen sehr stabilen Eindruck, wo andere Testkandidaten deutlich klappern. Für die Erstmontage muss eine Schraube per Innensechskantschlüssel festgezogen werden, für Feinjustierungen ist kein Werkzeug mehr erforderlich. Die Befestigung des Smartphones passiert nicht automatisch, zwei innen gummierte Klemmungen rechts und links müssen per Rändelschraube an die untere Hälfte der Navigationshilfe geschraubt werden, der Sitz i...
Motorrad-Navigationsgeräte: Mehr als nur eine Halterung
In den seltensten Fällen ist es möglich, einen ausführlichen Motorrad-Navi-Test durchzuführen, bevor Sie sich für das beste Motorrad-Navi entscheiden. Zudem haben Sie möglicherweise vor der Anschaffung eines neuen Gerätes noch keine Erfahrungen mit Motorrad-Navis gemacht. Damit Sie dennoch das passende Modell für Ihre Zwecke finden, geben wir im Folgenden einen Überblick über alle Kategorien, die in Ihre Kaufentscheidung mit einfließen sollten.
Material: Robust und Wetterbeständig
Schaffen Sie sich für Ihr Motorrad ein Navigationsgerät an, das sowohl über ein robustes Gehäuse verfügt als auch treibstoffresistent ist. Schon die Dämpfe beim Tanken reichen, um das Gerät anzugreifen.
Verfügt ein Motorrad-Navigationsgerät über eine IPX4-Zertifizierung, ist es lediglich gegen Spritzwasser geschützt. Für eine Fahrt im Regen reicht das jedoch nicht aus. Empfehlenswert ist, dass das Navi mindestens ein IPX7-Zertifikat hat. Das bedeutet, dass es sogar ein kurzzeitiges, komplettes Eintauchen in Wasser übersteht. Außerdem sollte Ihr Navi für das Motorrad wasserdicht sein. Immerhin findet die Navigation beim Motorrad an der freien Luft statt. Nicht nur Wind, Stöße und Erschütterungen, auch Regen, Schnee und Hagel treffen unmittelbar auf das kleine Motorrad-Navi. Da sollte es schon einiges an Feuchtigkeit aushalten. Ob das Gerät wirklich wasserbeständig ist, können Sie prüfen. Denn viele Hersteller nennen ihre Navis für das Motorrad wasserdicht, obwohl sie es nicht sind. Ein untrüglicher Beweis ist die IPX-Zertifizierung. Sie stuft die Widerstandsfähigkeit des Gerätes gegenüber Wasser ab.
Halterung: Lenkermodelle mit RAM-Mount-System
Dank GPS kann Ihr Motorrad-Navi auch offroad navigieren. Die Befestigung sollte auf jeden Fall im Lieferumfang enthalten sein. Falls nicht, sollten Sie vom Kauf absehen, denn das ist bei fast allen Herstellern (auch bei den preiswerteren Varianten) Standard. Wer nicht unbedingt über besonderes Handwerksgeschick verfügt, sollte auch davon absehen, sich die Motorrad-Navi-Halterung selbst zu bauen.
Auch wenn die Anbringung am Motorrad meist intuitiv zu bewerkstelligen ist, sollte eine gute Anleitung nicht fehlen, damit das Gerät auch sicher sitzt und nicht abfällt. Wie Motorrad-Navi-Tests gezeigt haben, können hier vor allem die Premium-Hersteller überzeugen. Viele Motorrad-Navis kommen mit RAM-Mount-System für den Lenker. Die Kugel-Klemmen-Technik ist fast universell für alle Motorräder einsetzbar und hält bombenfest. In jedem Fall sollten Sie darauf achten, dass Sie zur Montage kein weiteres externes Material benötigen oder im Fall der Fälle Hinweise zu kompatiblen Adaptern und Verlängerungen genannt sind.
Display: Empfindlichkeit, Helligkeit und Spiegelung
Bei allen Navigationsgeräten funktioniert die Bedienung über Touchscreen. Da Sie als Motorradfahrer mit Handschuhen unterwegs sind, sollte das Display auf jeden Fall auch auf die Berührung mit dem Handschuh reagieren. Jedoch darf es nicht zu empfindlich sein, damit es nicht durch Stöße oder gröbere Handhabung bricht. Für die Bedienung des Navis während der Fahrt sind touchscreenfähige Handschuhe notwendig.
Achten Sie außerdem darauf, dass das Display entspiegelt und etwas abgedunkelt ist, sodass die Daten darauf auch bei Sonneneinstrahlung noch einwandfrei zu erkennen sind. Achten Sie in Ihrem persönlichen Motorrad-Navi-Test außerdem darauf, welche Größe das Display haben muss, damit Sie alles bequem erkennen. Bei kleinen Motorrad-Navis kann das Display etwa 4,3 Zoll haben, bei großen Modellen können es bis zu 7 Zoll sein.
Navigationssoftware und Kartenmaterial
Achten Sie beim Kauf auf jeden Fall auf die Navigationssoftware, denn diese unterscheidet sich je nach Modell oft sehr. Dabei kommt es vor allem auch auf das inkludierte Kartenmaterial an. Die legendäre Route 66 durchquert acht US-Bundesstaaten und ermöglicht Fahrten vom Osten in den Westen der USA.
Überlegen Sie vor Anschaffung genau, ob Ihnen die DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) ausreicht, oder ob Sie planen, auch in weiteren Regionen Europas oder anderen Ländern unterwegs zu sein. Falls Sie spezielles Kartenmaterial benötigen, beispielsweise für eine Reise zur berühmten Route 66, sollten Sie unbedingt prüfen, dass genügend Speicherplatz auf dem Motorrad-Navi verfügbar ist. Alternativ sollte das Gerät einen Einschub für eine Speicherkarte haben. Außerdem wichtig: Achten Sie darauf, dass Kartenupdates im Kaufpreis enthalten sind. Ansonsten fallen nach einigen Jahren wieder Kosten an.
Routingoptionen für individuelle Touren
Wie wir oben schon angesprochen haben, muss die Navigation fürs Motorrad hinsichtlich Routenoptionen individuell anpassbar sein. Dabei geht es nicht darum die schnellste oder die kürzeste Route zu wählen, sondern vielmehr darum schöne Strecken anzusteuern, die die Fahrt zum Erlebnis machen. Dazu ist es zwingend notwendig, dass das Navigationsgerät bei der Routenberechnung die einzelnen Zwischenziele berücksichtigen kann - also nicht nur von A nach B, sondern auch über C und D verbindet. Und das nicht per Luftlinie, sondern straßengenau (sogenanntes Routing).
Das Motorrad-Navi sollte am Lenker oder an den Spiegeln so angebracht sein, dass die Instrumente gut zu sehen sind. Besonders praktisch ist es, wenn Sie die Strecke am Computer vorplanen können und sich die Daten dann auf das mobile Gerät übertragen lassen. Dazu legen Sie Wegpunkte fest (mit Längen und Breitengrad), die das Motorrad-Navi dann selbstständig verbindet.
Der ADAC hat verschiedene reizvolle Routen erstellt, die Sie sich auf Ihr Motorrad-Navi laden können. Wichtig: Auch POIs sollte Ihr Navigationsgerät anzeigen. POI steht für Points of Interest, übersetzt also für interessante Punkte auf der Karte. Haben Sie die POIs aktiviert, zeigt Ihnen das Navi Tankstellen, Restaurants und Hotels in der Gegend an. Bei Motorrad-Navis sind das dann auch meistens spezielle motorradfreundliche Betriebe.
Zubehör: Bluetooth-Headset und Freisprecheinrichtung
Ein besonders lohnendes Ausstattungsdetail ist die Bluetooth-Fähigkeit des Navis. Zwar ist leider in den seltensten Fällen auch das passende Bluetooth-Headset enthalten - schon gar nicht bei günstigen Motorrad-Navis - aber die zusätzliche Investition von um die 80 Euro lohnt sich in jedem Fall. Die Vorteile von Motorrad-Navis mit Bluetooth haben wir Ihnen hier anschaulich dargestellt:
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Weniger Ablenkung | Sprachhinweise (bspw. Abbiegeansagen) bei verschiedenen Anbietern oft unterschiedlich und gewöhnungsbedürftig |
| Kopplung mit Smartphones möglich | Erhöhter Kostenpunkt |
| Einfache Bedienung | |
| Kommunikation mit anderen möglich |
Mithilfe eines Bluetooth-Headsets ersparen Sie sich den Blick aufs Navi. So können Sie sich auf die Fahrt konzentrieren und verpassen dennoch nichts. Ein deutliches Plus für die Sicherheit! Haben Sie ein Motorrad-Navigationsgerät mit Bluetooth, können Sie es auch mit anderen Geräten koppeln - beispielsweise dem Smartphone. Ebenfalls ist die Einrichtung eines Navis mit Freisprecheinrichtung möglich.
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