Gebrauchte und neue Motorräder unter 5000 Euro im Test

Für viele Motorradfahrer ist das Budget ein entscheidender Faktor bei der Wahl des richtigen Bikes. Glücklicherweise gibt es sowohl auf dem Gebrauchtmarkt als auch bei neuen Modellen attraktive Optionen unter 5000 Euro. Dieser Artikel beleuchtet einige der besten Optionen, von zuverlässigen Tourern bis hin zu sportlichen Allroundern.

Gebrauchte Reisemotorräder bis 5.000 Euro

Der Gebrauchtmarkt bietet eine Vielzahl an Reisemotorrädern, die sich für längere Touren eignen und dennoch im Budget liegen. Hier sind einige empfehlenswerte Modelle:

BMW R 1150 GS (Adventure)

Die R 1150 GS (Adventure) bietet einen robusten luft-/ölgekühlten Boxermotor mit ordentlich Drehmoment und charaktervollem Lauf. Dank Kardanantrieb entfällt die Kettenpflege und der Wartungsaufwand ist gering. Auch bei hohen Laufleistungen jenseits der 100.000 Kilometer-Marke bleiben Motor und Getriebe standfest, sofern regelmäßig gewartet wurde.

BMW R 1200 GS (erste Generation, ab 2004)

Die R 1200 GS der ersten Generation (ab 2004) liegt teilweise schon knapp unter der 5.000-Euro-Marke. Sie ist leichter, spritziger (100PS!) und nochmals besser abgestimmt als die 1150er, verlangt aber nach genauer Kaufprüfung. Wer eine gut gewartete GS erwischt, bekommt ein solides und wertstabiles Tourenmotorrad mit riesigem Zubehörangbot und lückenloser Teileversorgung.

Beim Kauf sind gepflegte Serviceunterlagen (Rückrufe erledigt?), Zustand des Antriebssatzes und mögliche ABS-Probleme kritisch zu hinterfragen.

Honda Africa Twin (RD07a)

Die alte Africa Twin ist längst eine Ikone unter Fernreisenden. Ihr 742-cm³-V2-Motor gilt als äußerst langlebig, die Technik ist simpel und robust. Bei guter Wartung sind sechsstellige Kilometerstände keine Seltenheit, und viele Maschinen wurden über die Jahre bereits mit verstärkten Benzinpumpen, besseren Spannungsreglern und Sturzbügeln nachgerüstet.

Die Africa Twin ist kein Leichtgewicht, aber ausgewogen, langlebig und durch ihre schmale Silhouette erstaunlich handlich, on- wie offroad. Der Gebrauchtmarkt ist aufgrund der hohen Nachfrage und des Kultstatus preislich anspruchsvoll, doch eine gepflegte RD07a bleibt eine solide Investition mit hoher Alltagstauglichkeit, Reisequalität und etwas Dakar-Flair.

Honda Varadero 1000

Die Varadero 1000 ist ein echter Reisedampfer: komfortabel, souverän motorisiert und bei guter Pflege fast unkaputtbar. Der 996er-V2 stammt aus der sportlichen VTR1000F und ist in der Varadero langstreckentauglich abgestimmt.

Die Varadero wiegt leer über 270 kg und rollt auf einem 19-Zoll Gußrad daher, was sie zwar nicht fürs grobe Gelände qualifiziert, auf der Autobahn und langen Touren aber zur souveränen Reisebegleiterin macht. Als Gebrauchte wird sie oft unterschätzt, bietet aber extrem viel Motorrad fürs Geld. Das Angebot am Markt ist gut, und viele Maschinen sind bereits mit Koffersystemen und Tourenscheiben ausgerüstet.

Yamaha FJR1300

Kein Wunder, dass Einsatzkräfte in mehreren Ländern auf sie setzen: Die Yamaha FJR1300 ist ein Dauerbrenner unter den Tourern: kardangetrieben, bärenstark und mit bequemer Ergonomie selbst für Soziusbetrieb. Der Reihenvierzylinder läuft ausgesprochen kultiviert und lässt sich auch bei hohen Laufleistungen nicht aus der Ruhe bringen.

In puncto Laufleistung und Alltagstauglichkeit ist die FJR kaum zu toppen. Wichtig beim Kauf ist der Blick auf das Modelljahr: Ab 2006 wurde die Hitzeproblematik der Frühmodelle deutlich entschärft, das Fahrwerk und die Bremsanlage verbessert. Wartungsarm, gut verarbeitet und mit solidem Gebrauchtmarkt bietet sie ein rundes Gesamtpaket für Vielfahrer.

Suzuki V-Strom 650

Die V-Strom 650 ist ein Arbeitstier und seit ihrer Einführung als sehr langlebiges Mittelklassemotorrad bekannt und hat sich vom Fleck weg gut verkauft. Der SV650-Motor ist technisch bewährt, durchzugskräftig und sparsam. Wer ein Modell ab 2007 erwischt, bekommt serienmäßig ABS, Doppelzündung und eine ausgereifte Elektrik.

Sie ist nicht die aufregendste Maschine, aber extrem effizient, günstig im Unterhalt und in nahezu jeder Lebenslage brauchbar. Gerade für Einsteiger oder Pendler mit Tourenambitionen ist sie ein Geheimtipp. Gebrauchte gibt es viele, die Auswahl ist groß, ebenso wie das Zubehörangbot.

Kawasaki Versys 650 (erste Generation)

Die erste Versys-Generation ist ein sportlicher Allrounder mit hohem Spaßfaktor und unvergleichlicher Optik. Der Reihenzweizylinder stammt aus der ER-6 und wird in überarbeiteter Form bis heute verbaut. Besonders ab Baujahr 2010 wurden Vibrationen dank gummigelagerter Motoraufhängung deutlich reduziert.

Die Versys ist leicht, spritzig und auf kurvigen Strecken in ihrem Element. In puncto Langstreckenkomfort und Windschutz muss man etwas nachrüsten, doch mit hohem Windschild und Koffersystem ist sie durchaus tourentauglich. Ein Geheimtipp für alle, die sportlich und preisbewusst reisen wollen.

Honda Deauville

Damals von manchen belächelt, aber technisch eine echte Empfehlung: Die Deauville bietet Kardan, Vollverkleidung und fest integrierte Koffer mit der legendären Baguette-Durchreiche zum kleinen Preis. Sie ist kein Dynamiker, aber äußerst zuverlässig, wartungsarm und ideal für Alltagsfahrer oder Berufspendler, die auch mal eine Wochenendtour einplanen.

Die Sitzposition ist aufrecht, der V2-Motor durchzugsstark, aber nicht sportlich. ABS ist ab Werk dabei, der Windschutz solide, und die Wartungskosten minimal. Wer ein gepflegtes Exemplar findet, bekommt ein sehr pragmatisches Reisemotorrad mit vielen Qualitäten für wenig Geld.

Yamaha TDM 900

Die TDM 900 ist der eigensinnige Allrounder im Crossover-Gewand. Mit Parallel-Twin, stabilem Fahrwerk und angenehmer Ergonomie ist die TDM sowohl für sportliche Tagestouren als auch für entspannte Langstrecken geeignet.

Ihr Motor läuft mit ordentlichem Punch, das Fahrwerk ist präzise, und die Alltagstauglichkeit hoch. Besonders ältere Modelle gibt es teils deutlich unter der 5.000-Euro-Grenze. Wer eine etwas andere, aber bewährte Tourenmaschine sucht, sollte der TDM eine Chance geben.

Honda VFR800

Die VFR800 ist ein Paradebeispiel für Hondas Ingenieurskunst. Die frühen RC46 (19982001) ohne VTEC gelten unter Kennern als besonders harmonisch und langlebig. Gebrauchte gibt es viele, allerdings sollte die teure 24.000-km-Ventilspielkontrolle dokumentiert sein. Mit etwas Glück findet man gepflegte Exemplare ab etwa 3.500 Euro mit Koffern und Touringzubehör und einfach infernalischem Sound.

Der V4-Motor mit komplexer Ventiltriebssteuerung (erst Zahnrad- dann Steuerkette VTEC) gilt als nahezu unverwüstlich. Die Maschine wurde bis ins Detail hochwertig verarbeitet und bietet viel Technik fürs Geld. Die VFR eignet sich sowohl für sportliche Solorunden als auch für ernsthafte Touren mit Gepäck.

Triumph Tiger 1050

Die Tiger 1050 ist eine sportlich orientierte Straßenversion der klassischen Tiger-Modelle. Wer eine gepflegte Tiger 1050 mit Koffern und Servicehistorie findet, bekommt ein kraftvolles Reisemotorrad mit sportlichem Charakter und markantem Sound. Die Preise liegen knapp unter der 5.000-Euro-Marke, teilweise sogar drunter.

Mit 17-Zoll-Reifen und straßenorientiertem Fahrwerk, einem drehfreudigen Dreizylinder und eher sportlicher Ergonomie hebt sie sich klar von Reiseenduros ab. Die Sitzposition ist aufrecht, aber aktiv; das Fahrwerk straff, aber tourentauglich.

Honda Goldwing GL 1500

Die Goldwing GL 1500 ist der Inbegriff des luxuriösen Langstreckentourers und auch in fortgeschrittenem Alter ein echter Hingucker. Wer mit dem Gewicht von rund 400 kg zurechtkommt, bekommt ein einmaliges Fahrerlebnis gebraucht oft schon ab 4.000 Euro.

Sechszylinder-Boxermotor, Kardan, Luftfahrwerk und bequeme Sitze machen selbst lange Etappen zum Genuß. Im Unterhalt ist die GL1500 günstiger als ihr Ruf, allerdings sollten altersbedingte Schwächen wie poröse Unterdruckschläuche, defekte Schalter oder verschlissene Kontakte geprüft werden.

Neue Motorräder unter 5000 Euro

Auch im Bereich der Neumotorräder gibt es interessante Optionen für preisbewusste Käufer. Hier sind einige Beispiele:

QJMotor SRK 600 (A2-Version)

Die QJMotor SRK 600 stößt in die europäische A2-Klasse vor, sehr günstig und obendrein erstaunlich gut ausgestattet. Alternativ ist in Europa eine A2-Version der QJMotor SRK 600 erhältlich, mit 48 PS (35 kW) Spitzenleistung für die Stufenführerscheinklasse A2. In Spanien kostet die QJMotor SRK 600 aktuell nur 4.999 Euro, sogar inklusive Versicherung fürs erste Jahr und 6 Jahre Garantie.

Demnach treibt der bereits von anderen Modellen bekannte Reihenzweizylinder-Motor mit 554 Kubik die als Export-Modell großzügig aufgerundete QJMotor SRK 600 an. Mit Euro-5+-konformer Abstimmung kommt er auf 56 PS (41 kW) bei 8.250/min sowie auf 54 Nm bei 5.500/min.

Am Stahl-Chassis der QJMotor SRK 600 kommen Upside-down-Telegabel und Zentralfederbein von Marzocchi zum Einsatz. Beides ist einstellbar, und das ist in dieser (Preis-)Klasse keineswegs selbstverständlich. Zusätzlich zur bereits genannten Ausstattung bietet die QJMotor SRK 600 LED-Beleuchtung rundum mitsamt hinterleuchteten Lenkerschaltern, ein TFT-Display im Format 5 Zoll mit Connectivity und 2 USB-Anschlüsse (A und C).

Kleine Hubraum-Bikes (Honda CBR 250 R, Kawasaki Ninja 300 R, KTM 200 Duke, Suzuki Inazuma 250)

In puncto Motorleistung rangieren diese vier günstigen Bikes am hintersten Ende der Skala. Davon abgesehen sind sie trotzdem großes Kino. Denn im Alltag sind mittlere Drehzahlen zwischen 4000/min bis 7000/min gefragt - ein Bereich, in dem die vier Bikes leistungstechnisch sehr dicht beieinanderliegen. Hier sind einige Aspekte, die für diese Bikes sprechen:

  • Preisbrecher: Viel Motorrad für wenig Geld. Unter diesem Aspekt ist die Suzuki Inazuma der große Bringer. Für nur 3390 Euro bekommt man 183 Kilo Masse, zwei Zylinder, zwei Endschalldämpfer und ausladende Plastikteile.
  • Wohnmobilkompatibel: Wer keinen Roller oder ähnliche Gefährte am Heck seines Wohnmobils mitschleppen will, der liebäugelt vielleicht mit einem Bike aus diesem Quartett. Schlechteste Wahl: die bleischwere Inazuma. Beste: die KTM -Duke.
  • Jugendsünden: Graue Haare, knirschende Knie, Landkarte im Gesicht - wir werden nicht jünger. Doch diese Bikes bringen einem ein Stück Jugend zurück. Viel effektiver, als hyperpotente Supersportler es können.
  • Zweitmotorrad: Für Motorradfahrer, die auf ihren Big Bikes keine Kurzstrecken zum Baggersee oder Bäcker zurücklegen wollen und Roller hassen, sind diese Vier eine echte Alternative.

Testergebnisse der kleinen Hubraum-Bikes

Hier eine Zusammenfassung der Testergebnisse:

  1. Kawasaki Ninja 300: Der Motor reißt alles raus: drehfreudig, agil, potent. Doch auch das sportliche Fahrwerk und die knackigen Bremsen überzeugen.
  2. Honda CBR 250 R: Ausgewogen, sparsam, handlich, zuverlässig. Die Honda-Tugenden wurden auch dem kleinsten Sportmotorrad mit auf den Weg gegeben.
  3. Suzuki Inazuma 250: Toller Komfort, seidenweicher Motorlauf, gewöhnungsbedürftige Optik, keine wirklichen Schwächen. Aber auch keine Stärken. Die kleine Suzi ist ein prima Arbeitstier für wenig Geld.
  4. KTM 200 Duke: Viel Spaß, wenig Benzin, großer Auftritt. Mit einem besser funktionierenden Federbein wäre sie der Überflieger als Zweitmotorrad.

Technische Daten (Auswahl)

Die folgende Tabelle vergleicht einige technische Daten der genannten Modelle:

Modell Leistung Gewicht (vollgetankt) Preis (ca.)
KTM 200 Duke 26 PS 139 kg 4500 Euro
Suzuki Inazuma 250 25 PS 183 kg 3390 Euro
Honda CBR 250 R 26 PS k.A. 4500 Euro
Kawasaki Ninja 300 39 PS 177 kg 5590 Euro

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