Der neue Ducati V2 Motor: Technische Daten und Innovationen

Nicht ohne Stolz wird offiziell verkündet: Ducati steht weiterhin hinter dem 90°-V-Twin-Motorenkonzept. Der neue V2-Motor ist der leichteste Zweizylinder, den Ducati je hergestellt hat und unterbietet Desmodue, Desmoquattro, Testastretta und Superquadro auf der Waage mitunter deutlich. Damit setzt er im Ducati-Universum neue Maßstäbe im Hinblick auf das Gewicht.

Technische Details des Ducati V2

Ducatis neuer Zweizylinder ist gemäß der Abgasnorm Euro 5+ zugelassen, hat einen Hubraum von 890 ccm, ist mit dem variablen Ventilsteuerungssystem IVT (Intake Variable Timing) und Aluminium-Laufbuchsen ausgestattet und wiegt 54,4 kg. Die Maße für die Bohrung und den Hub betragen 96 × 61,5 mm, was ein Bohrung/Hub-Verhältnis von 1,56 ergibt. Dieser Wert ist ein Kompromiss zwischen dem Testastretta- und dem Superquadro-Motor sowohl was Leistung als auch Drehmoment angeht. Die CO2-Emissionen gibt Ducati mit 120 g/km an.

Gewichtsersparnis im Vergleich

  • Minus 9,4 kg im Vergleich zum Superquadro 955
  • Minus 5,9 kg im Vergleich zum Testastretta Evoluzione
  • Minus 5,8 kg im Vergleich zum Scrambler Desmodue

Variable Ventilsteuerung IVT

Das mit dem V4 Granturismo eingeführte Federventil-Steuerungssystem findet beim noch namenlosen V2 ebenfalls Verwendung. Auf diese Weise ist es möglich, die beste Überlappung basierend auf der Motordrehzahl und der Drosselklappenöffnung zu definieren, wodurch eine anhaltende Leistungskurve auch bei niedrigen und mittleren Drehzahlen in Kombination mit allseits ausreichender Performance bei hohen Drehzahlen erzielt werden soll. Das IVT-System variiert die Steuerzeiten des Einlassventils über einen 52°-Bogen kontinuierlich. Um die Motorleistung zu optimieren, verfügen die Schlepphebel der Einlassventile wie beim MotoGP-Motor der Desmosedici über eine DLC-Beschichtung (Diamond Like Carbon). Die Verteilersteuerung erfolgt über eine Kette, Ventilfedern übernehmen den Schließprozess. Die Einlassventilschäfte sind hohl, was zu einer Gewichtsersparnis von 5 Prozent führt. Die Ventile sind verchromt. Die Kraftzufuhr erfolgt über ein rundes Drosselklappengehäuse mit einem Durchmesser von 52 mm und einer unter der Drosselklappe angebrachten Einspritzdüse. Diese wird von einem Ride-by-Wire-System gesteuert, das vier verschiedene Power-Modes bietet. Beide Motorversionen verfügen zudem über einen Klopfsensor, der sie resistent gegen schwankende Spritqualität machen soll. Die Wartungsintervalle für das Ventilspiel betragen: 30.000 km.

Leistung und Drehmoment

Zwei Konfigurationen mit unterschiedlichen Leistungswerten Ducati bietet zwei Konfigurationen an, die sich durch unterschiedliche Leistungswerte (120 oder 115 PS bei 10.750 U/min) und verschiedene Charakteristiken unterscheiden. Somit planen die Italiener den Einsatz in diversen Segmenten der Modellpalette. Der maximale Drehmomentwert liegt bei 93,3 Nm beziehungsweise 92,1 Nm bei 8.250 U/min. Der Begrenzer im fünften und sechsten Gang setzt bei 11.350 U/min ein. Bei rund 3.000 U/min liegen bereits mehr als 70 Prozent des maximalen Drehmoments an. Zwischen 3.500 und 11.000 U/min fällt das Drehmoment nie unter 80 Prozent des Maximalwerts, versichert Ducati.

Bei der sportlicheren 120-PS-Version steigt die maximale Leistung mit der Racing-Auspuffanlage für den Einsatz auf der Rennstrecke auf 126 PS (plus 6 PS) bei 10.000 U/min und das Drehmoment auf 98 Nm (plus 5 Nm) bei 8.250 U/min.

Version für Motorradabenteurer

Die 115-PS-Version ist mit einer stärkeren Lichtmaschine ausgestattet, um ausreichend Strom für verbundene Geräte oder Zubehör bereitzustellen und ist somit in Adventure- und Touringmaschinen zu erwarten. Die Pleuel und das Schwungrad hat Ducati verstärkt, um auch anspruchsvolle Abenteuer meistern zu können. Die daraus resultierende Erhöhung des Trägheitsmoments um 12 Prozent dient der Laufruhe bei niedrigen Drehzahlen, während die Motormasse rund 500 Gramm höher ist. Erster und zweiter Gang sind kürzer übersetzt, um das Anfahren an steilen Hängen zu verbessern.

Reduzierte Maße für kompaktere Bikes

Der neue V2 ermöglicht es Ducati, dank seiner Abmessungen kompaktere Motorräder zu konstruieren. Die am Kopf des vorderen Zylinders positionierte Wasserpumpe reduziert die Maße des Motors. Netter Nebeneffekt - dadurch ergibt sich ein aufgeräumtes Erscheinungsbild bei Motorrädern, bei denen der Motor frei liegt. Aus den gleichen Gründen ist der neue Zweizylinder mit einem Wasser/Öl-Wärmetauscher ausgestattet, der im V der Zylinder positioniert ist, wodurch der Ölkühler überflüssig wird.

A2-Version

Den neuen V2 wird Ducati auch in einer Version mit reduzierter Leistung für Inhaber eines Führerscheins der Klasse A2 anbieten.

Erste Modelle mit dem neuen V2

Die ersten Motorräder, die mit dem neuen V2 ausgestattet sind, werden in Kürze vorgestellt. Ducati hat ihr Ziel, ein sehr leicht zu fahrendes Supersport Bike zu bauen, voll erreicht.

Fahrgefühl und Einsatzbereich

Mit extrem leichtem Handling, geringem Gewicht und leicht kontrollierbarem Motor macht die neue V2 Panigale besonders auf technisch anspruchsvollen Strecken richtig viel Freude. Die großen Highlights sind dabei die späten Bremspunkte sowie die engen Kurvenradien, die auch bei hohen Kurvengeschwindigkeiten gehalten werden können. Die etwas geringere Leistung macht das Gewicht fast wieder wett. Somit bietet die neue V2 Panigale besonders für Einsteiger eine deutliche Verbesserung im Vergleich zum Vorgänger und wird im Gegensatz zum bekannten Spruch „Leistung ist alles“ wohl gerade für den Unerfahrenen, aufgrund der Leichtigkeit zu besseren Rundenzeiten verhelfen. Selbst leistungsverwöhnten Superbikern treibt die kleine Panigale ein Lächeln ins Gesicht. Besonders für den Landstraßen Einsatz hat Ducati viele Pluspunkte erreicht. Mit der neuen Panigale haben die Italiener eine entschärfte Variante gebracht und geht mit einer deutlich angenehmeren Sitzposition eindeutig Richtung Straßentauglichkeit und Einsteigerfreundlichkeit. Das unterstreicht auch die Tatsache, dass es die V2 in einer A2 Version geben wird. In Verbindung mit den reduzierten Preisen kommt die V2 Panigale somit auch in den Bereich für scharfe Rechner.

Ducati Multistrada V2

Ducati hat auf der Intermot Motorradmesse in Köln die neue Multistrada V2 vorgestellt, die als Weiterentwicklung in der Mittelklasse-Crossover-Kategorie überzeugen soll. Die Multistrada V2 wurde um den neuen V2-Motor entwickelt, ein 90°-V-Twin mit 890 ccm Hubraum, der 115 PS bei 10.750 U/min und 92 Nm Drehmoment bei 8.250 U/min liefert. Damit liegt die neue Multistrada V2 2 PS über dem Vorgängermodell. Der neue Motor verzichtet auf die sonst für Ducati typische Desmodromik, sondern hat stattdessen eine variable Ventilsteuerung verbaut. Das soll viel Druck in der Drehzahlmitte bei gleichzeitig guter Endleistung bieten. 70% des maximalen Drehmoments liegen laut Ducati schon bei 3.500 U/min an. Außerdem wurde die Übersetzung der ersten zwei Gänge kürzer gewählt, um der Multistrada V2 noch mehr Spritzigkeit und sauberes Ansprechverhalten bei niedrigen Geschwindigkeiten zu geben. Dank der kompakten Motorbauweise wiegt der neue V2 nur 54,9kg, was viel zur allgemeinen Gewichtsreduktion der Multistrada beiträgt. Das Gewicht des Modells wurde insgesamt um 18 kg reduziert und kommt ohne Sprit auf 199 fahrbereite Kilogramm.

Das Chassis der Multistrada V2 wurde komplett neu entwickelt und umfasst einen Aluminium-Monocoque-Rahmen, einen hinteren Hilfsrahmen aus Stahlgitter und eine Schwinge aus Aluminiumguss. Die schlanke Bauweise soll den Bodenkontakt erleichtern und für verbesserten Fahrkomfort sorgen. Für unterschiedliche Körpergrößen bietet der Sitz eine Höhenverstellung zwischen 830 und 850 mm Sitzhöhe. Zusätzlich gibt es Zubehörsitzbänke für Höhen von 810 mm bis 870 mm. Die Multistrada V2 ist mit einer 45 mm Marzocchi Gabel und Sachs Federbein, beide voll einstellbar. Die Multistrada V2 ist wie bisher auch mit einem 19-Zoll-Vorderrad und einem 17-Zoll-Hinterrad ausgestattet, kombiniert mit Pirelli Scorpion Trail II-Reifen, die für Asphalt und leichtes Gelände ausgelegt sind.

Mit dem neuen Design, welches sich nun mehr an der großen Multistrada V4 Schwester und der neuen Panigale V2 und Streetfighter V2 orientiert, wurde auch die Austtattung überarbeitet. Die Aerodynamik wurde verbessert, der Windschild lässt sich nun einhändig in der Höhe verstellen, die neuen LED-Lichtelemente bieten ein Tagfahrlicht und im Cockpit prangt das neue 5-Zoll TFT-Display. Umfassende elektronische Assistenzsysteme gehören ebenfalls zur Serienausstattung. Dazu zählen Kurven-ABS, schräglagenabhängige Ducati Traction Control (DTC), Ducati Wheelie Control (DWC), Engine Brake Control (EBC) und tempomat. Über das TFT-Farbdisplay können fünf Fahrmodi (Sport, Touring, Urban, Enduro, Wet) sowie individuelle Einstellungen für Fahrwerk und Motorsteuerung konfiguriert werden. Auch für das TFT gibt es drei Modi (Road, Road Pro und Rally), die verschiedene Layouts und Informationsangaben priorisieren. Die Multistrada V2 S bietet zusätzlich einen Quick Shifter, ein Multimedia-System und beheizbare Griffe. Schräglagenabhängige Assistenzsysteme sind quasi Standard.

Für Touring-Enthusiasten bietet Ducati ein umfangreiches Zubehörprogramm. Koffer mit bis zu 76 Litern Fassungsvermögen, Schutzvorrichtungen und ein Hauptständer erhöhen die Funktionalität. Die Ducati Multistrada V2 wird in zwei Varianten auf den Markt kommen: der Basisversion und der besser ausgestatteten V2 S mit semi-aktivem Fahrwerk und besserer Ausstattung. Beide Modelle gibt es in Ducati-Rot, während die S-Version zusätzlich in Storm Green verfügbar ist. Auch eine 35-kW-Version für A2-Führerscheinbesitzer wird angeboten. Alle Varianten der neuen Multistrada V2 sollen ab Jänner 2025 bei den Ducati Händlern verfügbar sein.

Ducati V2 - Eine neue Ära ohne Desmodromik

Ducati hat einen komplett neuen Zweizylinder entwickelt, der auf die markentypische Desmodromik verzichtet. Zum Einsatz kommt das Aggregat zunächst in den Modellen Panigale V2 und Streetfighter V2. Mit dem Nachfolger für die beiden Aggregate Testastretta mit 937 Kubik und Superquadro mit 955 Kubik hat Ducati ein echtes Kraftpaket geschnürt - und das, obwohl der Hubraum des neuen V2 mit 890 Kubikzentimetern deutlich unter den Werten des bekannten Materials liegt. Satte 120 PS liefert der Neue bei 10.750 U/min ab, sein maximales Drehmoment von 93,3 Newtonmetern erreicht er bei 8.250 U/min.

Neben dem Output lässt auch das Gewicht des neuen Ducati-V2 aufhorchen. 54,4 Kilo werden genannt. Wie beim Schwestermodell Streetfighter V2 stehen auch bei der Ducati Panigale V2 zahlreiche elektronische Assistenzsystem zur Verfügung, die die fahrdynamischen Daten von einer sechsachsigen Inertialplattform (IMU) beziehen. Der leichte Monocoque-Rahmen nutzt den Motor als tragendes Element.

Die Hinterradführung orientiert sich in ihrem Layout an der Hollow Symmetrical-Schwinge der Panigale V4, wobei sie bei der Streetfighter V2 um 30 Millimeter länger ausfällt als bei der Panigale V2, um dem unverkleideten Motorrad eine höhere Fahrstabilität zu verleihen. Bei den jeweiligen Standardausführungen stammt die Gabel von Marzocchi, während Kayaba das Federbein liefert. Die ebenfalls erhältlichen S-Versionen sind mit Material von Öhlins bestückt.

Ab Ende Januar 2025 wird die neue Panigale V2 bei den Händlern stehen. Die neue Streetfighter V2 wird ab Ende März 2025 erhältlich sein.

Technische Daten Ducati V2 (Herstellerangaben)

Merkmal Wert
Hubraum 890 ccm
Bauart 90° V-Twin
Gewicht 54,4 kg
Ventilsteuerung Steuerkette, doppelte obenliegende Nockenwelle, variable Ventilsteuerung (IVT), 4 Ventile pro Zylinder
Einlassventile 38,2 mm Hohlschaft
Auslassventile 30,5 mm
Bohrung x Hub 96 × 61,5 mm
Verdichtungsverhältnis 13,1:1
Maximale Leistung 88 kW (120 PS) bei 10.750 U/min (126 PS mit Racing-Auspuffanlage)
Maximales Drehmoment 93,3 Nm bei 8.250 U/min
Version mit stärkerer Lichtmaschine 85 kW (115,6 PS) bei 10.750 U/min, 92,1 Nm bei 8.250 U/min
Kupplung Mehrscheibenkupplung im Ölbad, servounterstützt und mit Anti-Hopping-Funktion
Schmierung Halb-Trockensumpfschmierung mit Druck- und Spülpumpe
Kraftstoffeinspritzung Drosselklappen mit 52 mm Durchmesser
Getriebe Sechsganggetriebe mit optionalem Ducati Quick Shift (DQS) 2.0
Ölwechsel nach 15.000 km
Ventilspielprüfung alle 30.000 km
CO₂-Emissionen (WMTC) 120 g/km

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