Auf einer längeren Radtour mit Smartphone oder GPS-Navigation benötigt man eine mobile Stromversorgung zum Nachladen. Hier sind Favoriten aus jahrelanger Tour- und (Labor-)Test-Erfahrung für die Stromversorgung von GPS Navigation, Smartphone und ActionCam am Fahrrad.
Verschiedene Arten von Fahrrad-Powerbanks
Die meisten Spezial-Fahrrad-Powerbanks sind nicht zu riesig in der Kapazität. Denn viel Kapazität bedeutet meist hohes Gewicht. Außerdem sind spezielle Fahrrad Powerbanks gegen Regen und Dreck geschützt.
Klassischer Akkupack
Im Prinzip eignet sich jede Standard Powerbank auch fürs Fahrrad. Verstauen kannst du sie in der Lenkertasche oder auf dem Oberrohr wie hier am Gravelbike. Beim klassischen Akkupack gibt es eine riesige Produkt Auswahl. Heute würde ich drauf achten, dass es mindestens eine USB-C Buchse gibt (Eingang und Ausgang) und Power Delivery (PD) sollte fürs schnelle laden von modernen Handys auch mit drin sein. Als Beispiel eines großen 20.000 mAh Akkupacks habe ich mal die INIU Powerbank gewählt. Mit der habe ich sehr gute Erfahrungen gemacht.
Für wen sich große Powerbank eignet: Viel Strom im Akkupack bei seltener Lademöglichkeit auf langen Touren. Nicht nur am Fahrrad nutzen.
Qi-Handy-Ladehalterung
Eine clevere Kombination aus Handyhalterung und Powerbank mit drahtloser Qi-Ladeelektronik. Von SP-Connect gibt es eine Powerbank die zwischen SP-Connect Basis und Hülle mit dem Smartphone befestigt wird. Die 5.000 mAh starke PowerBank versorgt das Handy während der Fahrt drahtlos per Qi-Lader. Somit ist das Handy sicher am Lenker befestigt und wird gleichzeitig mit Strom versorgt - und zwar drahtlos ohne Gefahr für die Ladebuchse deines Handys. Alle Details auf der SP-Connect Themenseite mit Video und ausführlichem Praxistest.
Für wen sich Qi-Handy-Ladehalterung eignet: Wenn du mit dem System von SP-Connect unterwegs bist fügt sich diese Wireless Powerbank nahtlos ins Paket aus Basishalterung und Smartphone Hülle ein.
Topeak Mobile Powerpack
Akkupack an der GoPro Halterung unter dem Smartphone oder der GPS-Navigation. Topeak bietet mit dem Mobile Powerpack 6000 eine kompakte Powerbank für den Fahrradlenker. Die Energie reicht für eine deutliche Verlängerung der Handy Akkulaufzeit. Die Besonderheit ist die Montage über den GoPro Mount. Den gibt es sowohl bei GPS Halterungen als auch bei Handyhalterungen ganz oft, zumindest als Zubehör. Alle Details im ausführlichen Topeak Mobile Powerpack 6000 Praxistest.
Für wen sich Topeak Mobile Powerpack eignet: Wenn Halterung mit GoPro Mount vorhanden bietet Topeak elegante Unterbringung der Powerbank.
Anker Nano Powerbank
Die moderne Powerbank mit klassischer 10.000 mAh Kapazität ist ideal für unterwegs. Die Anker Nano Powerbank verfügt über zwei coole Features: robustes USB-C Kabel dient zum direkten versorgen der Verbraucher und zum Nachladen des Akkupacks. Darüber hinaus ist das Kabel gleich Trageschlaufe. Unterstützt moderne Schnellade-Techniken wie PowerDelivery für schnelles nachladen vom Smartphone während der Fahrrad Pause. Alle Details im ausführlichen Anker Nano Praxistest.
Für wen sich der Anker Nano eignet: Alle die eine Universal-Powerbank mit Schnelladefunktion suchen und mit möglichst wenig Zusatzkabel unterwegs sein wollen.
Akkupack mit Gummiband
Die günstige Lösung am Fahrradlenker. Eine kleine Powerbank direkt am Lenker montiert und mit kurzem USB Kabel mit Smartphone oder GPS Radcomputer verbunden ist eine günstige Variante der Stromversorgung unterwegs. Sehr gute Erfahrungen habe mit dem runden Anker PowerCore* mit 5.000 mAh gemacht. Mit einem günstigen Gummihalter* am Lenker befestigt und dann über ein kurzes USB Kabel* das Handy mit Strom versorgt. Alle Details im ausführlichen Anker Powerbank Praxistest.
Für wen sich Akkupack mit Gummiband eignet: Günstige Lösung für gelegentliche Zusatzstromversorgung wenn Platz am Lenker vorhanden.
SKS PowUnit für Bosch eBikes
Akkupack, Handyhalterung und Extrafunktionen speziell fürs eBike. Die SKS Powerbank wird als Teil vom ComPit System zwischen Basishalterung und Telefonhülle zwischengesteckt. Besonderheit bei Bosch eBikes: Du kannst die Halterung mit der Bosch Display Basis verbinden und Strom aus Intuvia oder Nyon 1 Display an die Powerbank leiten und so das entladen verlangsamen. Für mich die beste Powerbank-Integration für ein Bosch eBike mit passendem Display. Alle Details im ausführlichen SKS ComPit & PowUnit Praxistest.
Für wen sich SKS PowUnit eignet: Fürs E-Bike mit Intuvia oder Nyon 1 Display ideale Kombination aus Akkuhalterung, Powerbank und Handyhalterung.
Worauf sollte man bei einer Powerbank fürs Fahrrad achten?
Ganz wichtig beim Radfahren: Achte auf Umwelteinflüsse. Was du im Alltags-Bereich bei der Powerbank Auswahl vernachlässigen kannst wir am Akkupack fürs Fahrrad wichtig: Wasserfestigkeit, Staubschutz und Robustheit gegen Erschütterungen. Hier gilt nicht unbedingt: „viel hilft viel“ denn auf dem Fahrrad geht es auch um Größe und Gewicht. Also überlege dir, wie viel Kapazität du wirklich brauchst. Mit 10.000 mAh bist du meist super bedient. Außer wenn du wirklich auf langen Bikepacking Touren nicht oft an einer Steckdose vorbeikommst, dann ist eine größere Powerbank am Fahrrad sinnvoll.
Ich empfehle es nicht den Stecker der Stromversorgung bei jeder Fahrt als erstes ins Smartphone zu stecken und permanent zu laden. Warum? Die Mini-Stecker sind einfach nicht für das Dauergerüttel gemacht. Das kann zu Schäden an der USB-Buchse in deinem Telefon sorgen. Deshalb würde ich auf kurzen Strecken lieber komplett aufs nachladen verzichten und wenn immer möglich in Pausen nachladen. Die flotten Ladetechniken wie QuickCharge oder PowerDelivery machen das einfach.
Brauche ich eine Powerbank mit PD (Power Delivery)?
Nicht zwingend. Fürs laden während der Fahrt reicht eine langsame Stromversorgung. Aber ich rate ja davon ab, permanent den Ladestecker im Handy zu lassen. Wenn die Tour mal wieder länger dauert, bietet eine Powerbank zusätzlichen Strom für GPS Navigation, Handy und ActionCam.
E-Bike Akku als Powerbank nutzen
Die Idee, mit einem E-Bike-Akku auch andere Geräte mit Strom zu versorgen, ist zwar nicht neu. Auch bei den von uns bereits getesteten E-Bikes Lemmo One MK1 und MK2 kannst du den Akku als Powerbank nutzen. Der Antriebsentwickler Mahle stellt seinen neuen Energy Hub vor. Damit verwandelt sich ein zusätzlicher E-Bike-Akku, in eine praktische Energiequelle für andere Geräte, wie beispielsweise Smartphone, Notebook oder Tablet.
Wer ein E-Bike mit einem Mahle X20 Antrieb, zum Beispiel ein Titici Dynamica, oder auch mit dem Nachfolgesystem X30 fährt, kann mit dem externen Akku eX1 (früher Range Extender e185) seine Reichweite steigern. Der Hub misst im Durchmesser 90 Millimeter, ist 36 Millimeter hoch, wiegt lediglich 181 Gramm und macht aus der Zusatzbatterie eine praktische Powerbank.
In diesem Punkt schlägt Mahle mit seinem Energy Hub einen anderen und zukunftsweisenden Weg ein. Der Energy Hub ist mit einem Standard-USB-C-Anschluss ausgestattet. Dieser ermöglicht nicht nur die Nutzung als Powerbank, sondern vereinfacht auch das Aufladen der eX1. Zukünftig soll über USB-C eine Ladeleistung von bis zu 240 Watt möglich sein. Das würde auch für das Laden von E-Bike-Akkus ausreichen. Daher dürfte der Wegfall spezieller Netzteile und die flächendeckende Nutzung von USB-C im E-Bike-Sektor nur eine Frage der Zeit sein.
Wie einfach das Laden wirklich sein kann, zeigt ein ungewöhnliches E-Bike aus Großbritannien: Ziggy verzichtet auf das typische Netzteil und lädt per USB-C. Das neue Ziggy aus London ist mit einem herausnehmbaren 360-Wh-Akku versehen, der über USB-C wieder mit Strom versorgt wird. Für den Alltag bedeutet das vor allem eines: Kein schweres Ladegerät mehr mitschleppen. Stattdessen reicht die gleiche leichte Konfiguration, mit der auch Smartphone oder Tablet geladen werden. Laut Hersteller reicht eine Akkuladung für bis zu 80 Kilometer.
Optisch wirkt Ziggy aufgeräumt und modern, vor allem in den knalligen Farbvarianten. Das Konzept erinnert an die E-Bikes von Lemmo, die ebenfalls mit einem auffälligen Akku und elegantem Design punkten, wie das Lemmo One 2024 (Test). Technisch setzt Ziggy auf einen Frontmotor von Bafang mit Drehmomentsensor für ein natürliches Fahrgefühl. Hinzu kommen ein Riemenantrieb von Gates, eine Fünf-Gang-Nabenschaltung und hydraulische Scheibenbremsen von Tektro. Auffällig ist die Kombination aus 24-Zoll-Laufrädern und einem kompakten Aluminiumrahmen.
USB-C ist im E-Bike-Bereich - abgesehen von Ampler Nova und Nova Pro - noch recht neu. Für die Nutzer bedeutet das vor allem weniger Gewicht beim Pendeln, einfachere Lademöglichkeiten unterwegs und einen Akku, der auch im Alltag als Powerbank dienen kann.
E-Bike Akku unterwegs laden?
Die Frage ist, ob es eine Möglichkeit gibt, mit einer Powerbank für unterwegs eine E-Bike-Batterie aufzuladen. Es gibt ja einige, aber die sind immer nur für ein einziges Bike/Batterie Modell gedacht. Es ist abhängig vom Hersteller des Batterie/Antriebssystems, ob das so einfach möglich ist. Viele Systeme sind so gut geschützt, dass sie solche Manipulationen bemerken und abschalten.
Es gibt verschiedene Ansätze:
- Powerbank für E-Bike-Akkus: Dafür relativ universell. Ob man damit tatsächlich während der Fahrt den Akku laden kann, hängt vom konkreten Antriebssystem ab. Viele schalten ab, wenn das Ladegerät angeschlossen wird.
- Ersatzakku: Das geht natürlich immer (wenn der Akku austauschbar ist). Wenn der zweite Akku nicht mehr reicht, kann man mit der Lösung 1 den Ersatzakku während der Fahrt laden. Das klappt dann auch wieder bei allen Systemen.
- Selbstbau-Extender: Das ist relativ häufig irgendwie möglich. Der (selbstgebaute) Extender mit einfach parallelgeschaltetem Akku ist allerdings auch die Lösung, wo man am meisten verkehrt machen kann.
Laden über das Auto
Es wurde die Frage gestellt, ob es möglich ist, E-Bike Akkus während der Fahrt mit dem Auto über den Zigarettenanzünder oder mit einem Adapter an Autoladesäulen zu laden. Hier einige Überlegungen:
Dein Zigarettenanzünder ist meist mit 10A abgesichert, manchmal auch 20A. Welche Leistung (W) hat dein Ladegerät? Um damit einen 750Wh Akku zu laden, brauchst du mindestens 750Wh/120W=6h plus Wandlungsverluste und ein von der Leistung genau passendes Ladegerät vorausgesetzt. Die Autoladestation wäre da eher möglich, bei den langen Ladezeiten aber auch nicht wirklich praktikabel.
Eine weitere Überlegung ist die Nutzung eines Campers mit Feststromanschluss auf einem Campingplatz. Hierbei ist zu beachten, dass für zwei Ladegeräte separat abgesicherte Steckdosen oder ein Stromkreis mit ausreichender Absicherung benötigt werden.
Alternativ kann man auch Autoladestationen nutzen, sofern man den passenden Adapter hat.
Alternativen
Eine einfache Powerbank macht auch nicht viel Sinn, weil ja die Ausbeute zu gering ist. Daher ist die Mitnahme einer Powerstation aus Gewichtsgründen nicht zu empfehlen. Eine brauchbare Powerstation wiegt mindestens 5kg.
Empfehlungen
Mit meinen Tipps solltest du jetzt die perfekte Fahrrad Powerbank für dich finden. Für welche Powerbank am Fahrrad hast du dich entschieden? Schreib mir deine Entscheidung gerne in die Kommentare.
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