Die Ducati Monster 696 ist zweifellos eines der legendärsten Motorräder, die jemals vom italienischen Hersteller Ducati produziert wurden. Als Teil der ikonischen Monster-Reihe, die seit den 1990er Jahren die Motorradwelt begeistert, kombiniert die Monster 696 Performance, Ästhetik und Fahrspaß in einem kompakten Paket. Mit ihrem markanten Design, der kraftvollen Leistung und der herausragenden Handhabung hat sie sich einen Platz unter den beliebtesten Naked Bikes gesichert.
In diesem Artikel tauchen wir tief in die Welt der Ducati Monster 696 ein und analysieren ihre technischen Eigenschaften, ihr Design, die Fahreigenschaften sowie die Auswirkungen auf den Motorradmarkt.
Historie und Produktion der Ducati Monster 696
Die Ducati Monster 696 wurde 2008 eingeführt und stellte eine bedeutende Weiterentwicklung innerhalb der Monster-Baureihe dar. Der Fokus des italienischen Herstellers Ducati lag darauf, ein Motorrad zu entwerfen, das für eine Vielzahl von Fahrern attraktiv ist - sowohl für Einsteiger als auch für erfahrene Biker. Die Produktion lief über mehrere Jahre, wobei die Ducati Monster-Modelle stets für ihr minimalistisches, aber unverkennbares Design sowie für ihre sportlichen Eigenschaften geschätzt wurden.
Technische Spezifikationen
Motor und Leistung
Die Ducati Monster 696 wird von einem luftgekühlten Zweizylinder-Viertakt-Motor angetrieben. Dieser 696 ccm große Motor verfügt über zwei Zylinder und Kolben, die in einem L-Twin-Design angeordnet sind, eine typische Eigenschaft vieler Ducati-Motorräder. Der Motor erzeugt eine maximale Leistung von etwa 80 PS bei 9000 U/min und ein Drehmoment von 69 Nm bei 7750 U/min. Diese Werte sorgen für ein beeindruckendes Fahrgefühl, da die Monster 696 trotz ihres geringen Gewichts von nur etwa 161 kg (trocken) sehr kraftvoll beschleunigt.
Ein weiteres Highlight des Motors ist die Verwendung von Ventilen in Desmodromik-Bauweise, die eine präzise Steuerung der Ventilöffnungen ermöglichen und so zu einer optimalen Verbrennung beitragen. Diese Technologie, die tief in der Geschichte von Ducati verwurzelt ist, sorgt für eine verbesserte Effizienz und mehr Kontrolle über den Motor bei hohen Drehzahlen.
Benzinsystem und Auspuff
Die Ducati Monster 696 ist mit einer fortschrittlichen Einspritzanlage ausgestattet, die den Kraftstoff effizient in den Brennraum einführt. Der Drosselklappendurchmesser beträgt 45 mm, was für eine exzellente Reaktionsfähigkeit des Motors sorgt. Das Motorrad erfüllt die Euro 3-Abgasnorm, was zu einem umweltfreundlicheren Betrieb beiträgt und den Benzinverbrauch optimiert.
Der unverwechselbare Sound der Monster 696 kommt aus einem Auspuffsystem, das unter dem Sitz angebracht ist. Die beiden kurzen Endrohre verleihen dem Motorrad nicht nur eine sportliche Optik, sondern tragen auch zum charakteristischen Klang von Ducati bei, der unter Motorradfans sehr geschätzt wird.
Fahrwerk und Bremsen
Das Fahrwerk der Ducati Monster 696 ist eines der herausragenden Merkmale dieses Modells. Die Upside-Down-Gabel an der Vorderachse sorgt für eine stabile und präzise Handhabung, selbst bei hoher Geschwindigkeit oder in Kurven. Die Hinterradaufhängung besteht aus einem Monofederbein, das direkt mit der Einarmschwinge verbunden ist. Diese Konfiguration bietet nicht nur eine hervorragende Traktion, sondern auch ein geschmeidiges Fahrverhalten auf unebenen Straßen.
Die Bremse der Monster 696 ist ebenfalls beeindruckend: Die vordere Scheibenbremse mit einem Durchmesser von 320 mm bietet in Kombination mit der hinteren 245 mm Bremsscheibe eine herausragende Bremskraft. Unterstützt wird dies durch die Anti-Hopping-Kupplung, die verhindert, dass das Hinterrad bei aggressivem Herunterschalten blockiert, was für zusätzliche Stabilität und Kontrolle sorgt.
Elektronik und Zündsystem
Das Zündsystem der Monster 696 verwendet NGK DCPR8E-Zündkerzen, die für eine zuverlässige Zündung und eine optimale Verbrennung sorgen.
Design und Ergonomie
Das Design der Ducati Monster 696 ist minimalistisch, doch zugleich äußerst markant. Die sichtbaren Kolben und Zylinder, die aus dem Rahmen herausragen, verleihen ihr das unverkennbare mechanische Aussehen, das Fans dieser Baureihe so lieben. Der Treibstofftank hat ein Volumen von 15 Litern, was in Verbindung mit dem moderaten Benzinverbrauch für eine gute Reichweite sorgt.
Das ergonomische Design des Motorrads richtet sich an eine Vielzahl von Fahrern. Die Sitzhöhe von etwa 770 mm ermöglicht es auch kleineren Fahrern, bequem mit beiden Füßen den Boden zu erreichen. Gleichzeitig ist die Sitzposition sportlich, aber nicht übermäßig aggressiv, was längere Fahrten angenehmer macht.
Leistung auf der Straße
Die Ducati Monster 696 ist bekannt für ihre agilen Fahreigenschaften. Das geringe Gewicht und die leistungsstarken Kolben sorgen für eine beeindruckende Beschleunigung, während das perfekt abgestimmte Fahrwerk und die hochwertigen Bremsen für exzellente Kontrolle sorgen. Besonders in Kurven entfaltet die Monster 696 ihr volles Potenzial, was sie zu einem bevorzugten Motorrad für Fahrer macht, die Spaß an sportlichem Fahren haben.
Die Monster 696 bietet ein ausgewogenes Verhältnis von Leistung und Kontrolle, was sie sowohl für den Stadtverkehr als auch für längere Ausfahrten auf der Autobahn geeignet macht. Die Ventile des Motors arbeiten mit einer Präzision, die ein gleichmäßiges Drehmoment und eine reibungslose Leistungsentfaltung gewährleistet.
Zielgruppe und Marktpositionierung
Die Ducati Monster 696 richtet sich an ein breites Publikum. Durch ihre relativ niedrige Sitzhöhe und das moderate Gewicht eignet sie sich hervorragend für Einsteiger, während ihre Leistung und ihr sportliches Design auch erfahrene Fahrer begeistern. Ducati hat mit der Monster-Serie einen Klassiker geschaffen, der sowohl im urbanen Umfeld als auch auf kurvenreichen Landstraßen zu Hause ist.
Der ursprüngliche Neupreis ab 7990 Euro machte die Monster 696 zu einer erschwinglichen Alternative im Bereich der Premium-Naked-Bikes. Für nur 255 Euro mehr, also für 8245 Euro, wurde die Ducati als „Monster 696+“ neuerdings sogar mit Windschild, Soziusabdeckung und vor allem ABS geliefert. Auch heute ist sie auf dem Gebrauchtmarkt noch sehr gefragt, da sie durch ihre Langlebigkeit und das robuste Design viele Jahre zuverlässige Fahrten garantiert.
Wartung und Ersatzteile
Wie bei allen Motorrädern spielt auch bei der Ducati Monster 696 die Wartung eine wichtige Rolle. Der regelmäßige Wechsel der NGK DCPR8E-Zündkerzen und die Überprüfung der Ventile sind entscheidend, um eine optimale Motorleistung zu gewährleisten. Glücklicherweise bietet Ducati ein umfassendes Netzwerk von autorisierten Werkstätten und Händlern, die Originalersatzteile wie Kettenrad, Bremsscheiben und weitere Komponenten führen.
Lange Wartungsintervalle (12000 Kilometer), feine Anbauteile (u. a. radial verschraubte Vierkolben-Festsättel) und eine insgesamt sehr wertige Anmutung machen das Leichtgewicht (vollgetankt nur 185 kg) für zwei Gruppen der Über-den-Tellerrand-Hinausgucker besonders interessant: Für die etwas fortgeschrittenen Einsteiger, die sich nach dem ersten Gebraucht-Vernunftkauf nun etwas Neues fürs Herz kaufen möchten. Und auch für gestandene Motorradfahrer, die sich nach zig Jahren Biker-Dasein nichts mehr beweisen müssen, die statt 12000 vielleicht nur noch 3000 Kilometer oder noch weniger pro Jahr fahren und die auf die alten Tage Lust auf etwas haben, was sie insgeheim immer schon mal machen wollten.
Wie auch immer der Kaufgrund lauten mag, die 696 ist ein gutes Argument dafür, es vielleicht einmal mit Ducati zu probieren; denn sie ist die erste Vertreterin der Monster-Neuzeit, in der es spürbar fahrbarer und praxisgerechter zugeht.
Dazu ein kurzer geschichtlicher Exkurs: Die Monster-Baureihe wurde 1992 präsentiert und ab 1993 verkauft. Zur 900er und 750er gesellte sich 1994 die Monster 600 als Ducati-Einstiegsmodell. Ab 2002 gab es mit der Monster 620 i.e.
Bohrung und Hub blieben beim Wechsel zur 696 unverändert, doch ansonsten haben 695 und 696 nur wenig gemein. Viel Feinarbeit am luftgekühlten 90-Grad-V-Motor (u. a. neue Zylinderköpfe mit größeren Ventile und überarbeiteten Nockenwellen) bescherten der kleinsten Monster neun Prozent mehr Leistung (80 PS bei 9000 U/min) und ein um elf Prozent angestiegenes maximales Drehmoment (69 Nm bei 7750 U/min). Doch viel entscheidender ist, dass bei der 696 nichts mehr an das etwas eigenwillige Fahrverhalten der 695 erinnert, die Kurven eher zappelig durchquerte, und dass heftige Lastwechselreaktionen und nerviges Konstantfahrruckeln ebenfalls der Vergangenheit angehören.
In Sachen Ergonomie tat sich ebenfalls eine Menge. An der für Kurzbeiner erfreulich niedrigen Sitzhöhe von nur 785 mm änderte sich zwar nichts, aber der Tank geriet um rund drei Zentimeter kürzer und der Knieschluss schmaler. Dadurch sitzt der Fahrer deutlich näher am Geschehen, nicht mehr langgestreckt, sondern locker-versammelt, leicht vorgebeugt und etwas angriffslustig hinter der Monster-typisch schnurgeraden Lenkstange.
Die macht wiederum breite Schultern, was auf langer Strecke nicht unbedingt übermäßig bequem ist, im Großstadtdschungel aber mächtig maskulin wirkt. Fahrer mit sehr langen Beinen oder über 1,85 m Gesamtlänge wird der sportlich-spitze Kniewinkel womöglich auf Dauer nicht behagen, eine sehr ausführliche Probefahrt ist für diese Menschen unbedingt anzuraten. Für Kurzbeiner passt die Sache dafür perfekt.
Das ziemlich digitale Mini-Cockpit ist nicht gerade übertrieben übersichtlich, aber zusammen mit dem sehr flachen Scheinwerfer (dessen Lichtausbeute eher mäßig ausfällt) gibt das der Front eine sehr aufgeräumte und durchgestylte Form - das Auge fährt schließlich mit. Bei den Rückspiegel leistete der holländische (!) 696-Designer ebenfalls ganze Arbeit, vergaß vor lauter Form aber auch die Funktion nicht: In den Schmuckstücken ist das rückwärtige Geschehen klar zu erkennen.
Auf den ersten Blick zu sehen ist dagegen das - zumindest aus Ducati-Sicht - revolutionäre neue Fahrwerkskonzept. Wo früher ein von vorn bis hinten durchgehender Gitterrohr-Verbund das Chassis bildete, hat nun eine verschraubte Kombination aus Gitterrohrrahmen aus Stahl (vorn) und Alugussteil (Heck) die tragende Funktion, die den Motor etwas weiter in Richtung Vorderrad rückt.
Neu ist auch die direkte Anlenkung des Sachs-Federbeins. Der Verzicht auf die Umlenk-Mimik spart Gewicht und natürlich auch Produktionskosten. Zudem ist das Federbein nun asymmetrisch, also seitlich montiert, was zum einen die Zugänglichkeit verbessert, zum anderen aber unter der Sitzbank Platz für die Erweiterung des Kunststofftanks schafft. 15 Liter und damit ein Liter mehr als bisher können nun gebunkert werden. Die Schwinge, ebenfalls aus Aluguss, ist nun 3 cm Zentimeter länger als bei der 695, was der ganzen Fuhre 15 mm mehr Radstand beschert.
Motor weiter vorn, Fahrer näher am Lenker, längerer Radstand - ahnen Sie etwas? Richtig: Vorbei ist’s mit der Hecklastigkeit der alten Monster, nun drückt deutlich mehr Masse aufs Vorderrad, was in Verbindung mit der aktiveren Sitzposition der ganzen Angelegenheit eine ungeahnte Dynamik verleiht.
Aus einer etwas kapriziösen Diva wurde fahrwerksmäßig ein echter Straßenfeger, der am Kurveneingang spielend leicht abklappt und ohne größeren Krafteinsatz in schrägste Schräglagen gebracht werden kann. Zielgenau und superstabil wuselt das Leichtgewicht um alles, was einem unter die handlichkeitsfördernd goldrichtig gewählte Bereifung (120/60 ZR 17, 160/60 ZR 17) kommen kann.
Bei der Wahl der Federelemente sprachen ganz sicher die Kaufleute ein Wörtchen mit, und so ist die Upside-down-Gabel von Showa nicht verstellbar, doch zusammen mit dem in Federbasis und Zugstufendämpfung verstellbaren Sachs-Federbein kam eine eher straffe Abstimmung heraus, die einen guten Kompromiss aus sportlicher Härte und ausreichend Komfort bietet.
Das beste Fahrwerk hilft allerdings wenig, wenn der Motor nicht mitspielt. Doch der aufgefrischte Ducati-Twin spielt hervorragend mit. Erst einmal gibt’s nett auf die Ohren, denn sein kernig-vollmundiges Brabbeln sorgt bereits im Leerlauf für gute Laune. Die Kupplung funktioniert sehr leicht, ist allerdings etwas gewöhnungsbedürftig, denn sie rückt erst auf den allerletzten Millimetern ein. Die Schaltarbeit im Sechsganggetriebe geht leicht und auf kurzen Wegen vom Fuß, die Gasannahme ist tadellos.
Überraschend kraftvoll schiebt der Zweiventiler voran und drückt auch aus tiefen Lagen eindrucksvoll. Da dürfen es im Stadtverkehr auch mal deutlich unter 3000 U/min sein, ohne dass es rotzt und sprotzt. Außerorts kann dafür heftigst digital an der Kordel gezogen werden, ohne dass sich die Dame verschluckt. Um 4000 Touren herum gönnt sich die Italienerin ein klitzekleines Leistungspäuschen, welches durch ungehemmte Drehfreude und die kurze Übersetzung aber ratzfatz überspielt wird. Darüber geht es munter weiter, und ab 6000 U/min tobt der Gute-Laune-Twin mit Vehemenz Richtung Begrenzer, der aber erst bei 9500 U/min dem Treiben ein materialschonendes Ende setzt.
Klingt die Duc bereits in tieferen Drehzahlregionen recht amtlich, so ballert sie im obersten Tourenbereich fast schon waffenscheinpflichtig. Die kleine Ducati hämmert dann so herzerweichend, als wäre da eine ganz großes Superbike mit Testastretta-Herz zugange.
Das gute Gefühl, richtig gekauft zu haben, stellt sich auch dann ein, wenn mal heftig geankert werden muss; denn die beiden radial montierten Vierkolbenstopper benötigen nur wenig Handkraft, um fein dosierbar und auf Wunsch äußerst heftig in die 320-mm-Scheiben zu beißen. Auf das ABS haben die Mini-Monster-Fans etwas länger warten müssen, doch nun ist es da.
Die Ducati Monster 696 ist absolut alltagstauglich, ein Landstraßenverbrauch von gerade mal 3,7 Litern passt bestens dazu. Und trotzdem ist sie kein biederes Butter- und Brot-Motorrad oder gar ein Sparmodell. Eine Anfänger-Monster ist sie erst recht nicht, dafür liegt ihr Potenzial deutlich über dem, was selbst sehr weit fortgeschrittene Motorradfahrer im öffentlichen Straßenverkehr anstellen können. 210 km/h Höchstgeschwindigkeit sowie 4,2 Sekunden für den Sprint von 0 auf 100 sollten in Verbindung mit ordentlichen Durchzugswerten reichen.
Die Ducati Monster 696 wird vermutlich trotzdem ein Exot bleiben, denn „Was der Bauer nicht kennt, das fährt er nicht.“ Oder so ähnlich. Zu wünschen bleibt ihr aber, dass sich vielleicht doch noch der eine oder andere Freigeist findet, der im Rahmen einer Probefahrt mal über den Tellerrand hinausblicken möchte.
Die Ducati Monster 696 zeichnet sich durch ihr ikonisches Design und ihre sportliche Leistung aus.
Die Sitzhöhe der Ducati Monster 696 beträgt 770 mm, was sie für eine Vielzahl von Fahrern zugänglich macht.
Die Ducati Monster 696 verfügt über ein manuelles 6-Gang-Getriebe, das eine präzise Gangschaltung ermöglicht.
Das Fahrwerk der Ducati Monster 696 besteht aus einer 43 mm Showa Upside-Down-Gabel vorne mit einem Federweg von 120 mm und einem progressiv angesteuerten Sachs Federbein hinten mit 148 mm Federweg.
Die Ducati Monster 696 erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von etwa 220 km/h.
Die Ducati Monster 696 ist mit einem ABS-System ausgestattet, das ein Blockieren der Räder beim Bremsen verhindert und für zusätzliche Sicherheit sorgt.
Die Ducati Monster 696 hat einen Kraftstoffverbrauch von etwa 4 bis 5 Litern auf 100 km, was sie zu einer relativ effizienten Wahl im Naked-Bike-Segment macht.
Die Ducati Monster 696 hat einen Tankinhalt von 15 Litern, einschließlich 3,5 Litern Reserve.
Der Neupreis der Ducati Monster 696 in Österreich liegt bei 8.995 Euro.
Mit einem Gewicht von 186 kg bietet die Ducati Monster 696 eine ausgewogene Mischung aus Stabilität und Agilität.
Technische Daten der Ducati Monster 696
Hier sind einige technische Daten der Ducati Monster 696 in einer Tabelle zusammengefasst:
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Motor | Luftgekühlter Zweizylinder-Viertakt-Motor |
| Hubraum | 696 ccm |
| Leistung | 80 PS bei 9000 U/min |
| Drehmoment | 69 Nm bei 7750 U/min |
| Tankinhalt | 15 Liter |
| Trockengewicht | 161 kg |
| Sitzhöhe | 770 mm |
| Höchstgeschwindigkeit | 220 km/h |
Familienduell: Ducati Monster 696/Monster 1100 Evo
Genügt die kleinste Monster, um Angst und Schrecken zu verbreiten, oder muss es die 1100er sein? Welche ist nicht nur schön, sondern auch gut?
Schönheit ist nicht alles, die inneren Werte zählen. Doch Spaß beiseite - das mag in allen möglichen Bereichen sonstwo auf der Welt gelten, in Italien gilt dies nicht, und erst recht nicht für italienische Motorräder. Bella macchina - schönes Motorrad, vielleicht der meistgehörte Begriff nach buon giorno oder ciao. Und als sei die Monster nicht schon per se ein hübsches Bike, brezeln sich die kleine 696er und auch die 1100er (jetzt nur noch als Evo-Version) für 2011 nochmals gehörig auf. Schwarz-goldene Darmah-Sonderlackierung (nach dem Klassiker aus den 1970er-Jahren benannt) für die Kleine, Art-Kit namens Isle of man in italienischen Nationalfarben für die Große. Doch was steckt hinter der hübschen Fassade, lohnt der deutliche Basis-Mehrpreis von 3400 Euro für die 1100er (696er ab 7990 Euro ohne ABS; 1100 Evo ab 11390 Euro, ABS serienmäßig)?
Ducati Monster 1100 Evo
Immerhin hat sie in Sachen Evo(lution), also Weiterentwicklung, einiges zu bieten. Doppelendtopf seitlich statt unter der Sitzbank, Letztere wurde neu geformt, und der Lenker klemmt nun in 20 Millimeter höheren Risern. Überarbeitete Zylinderköpfe, schärfere Steuerzeiten und höhere Verdichtung hauchen dem V2 mehr Leistung ein, die verringerte Schwungmasse sorgt für noch spontaneres Hochdrehen. Von 100 (offensichtlich italienischen) PS ist bei Ducati die Rede, die Fahrzeugpapiere weisen 95 PS aus. Für die 696 lauten die entsprechenden Werte 80 bzw. 75 PS.
Um die Leistung sicher auf die Straße zu bringen, erhielt die 1100er eine Anti-Hopping-Kupplung und eine in vier Stufen einstellbare Traktionskontrolle, ABS ist selbstverständlich serienmäßig. Die Anti-Hopping-Kupplung (Serie) und das ABS (gegen Aufpreis) hat nun auch die 696 zu bieten, ebenso den höheren Lenker, ansonsten sind die beiden Schwestern doch recht verschieden.
Und sie offenbaren schon beim Aufsitzen und Starten ihre unterschiedlichen Charaktere. Zum Start verlangt die Kleine nach manueller Betätigung des Chokehebels, springt jederzeit verlässlich an, läuft sofort rund und nimmt sauber Gas an. Die 1100er gebärdet sich morgens, vor allem nach feuchtkühlen Nächten, etwas zickig, nimmt nach dem Start anfangs unwillig Gas an, geht bei ersten Gasstößen gern mal aus. Nicht eben hilfreich bei einem Motor, der selbst warm gefahren den Bereich unter 3000/min überhaupt nicht mag und beim Dahinrollen im großen Gang gar am liebsten mindestens 4000 Touren bevorzugt. Deutliches Schieberuckeln, ruppige Gasannahme und energisches Hacken auf der Kette zeigen den Unmut des V2. Die Monster will von der Kette gelassen und gedreht werden. Mit mächtig Druck in der Mitte zerrt sie den leicht nach vorn gebeugten, sehr angenehm untergebrachten Fahrer voran und dreht feurig bis knapp über 8000/min, wo der Begrenzer eingreift und wildes Geblinke im Cockpit zum Schalten mahnt.
Ein deutlich friedfertigerer Geselle ist der kleine V2: Ab gut 2000/min nimmt er sauber Gas an, zieht sanft, aber bestimmt und ohne Hacken hoch, legt nach einer kurzen Verschnaufpause ab 4500/min gleichmäßig an Temperament zu und dreht kaum minder energisch und noch deutlich freier in obere Drehzahlregionen, wo er erst deutlich jenseits der 9000er-Marke abriegelt. Die gefühlt noch eine Spur leichtgängigere Kupplung und das leicht und exakt schaltbare Getriebe machen das fleißige Wechseln der Gänge und Auspressen der kleinen Monster zum echten Vergnügen. Auch die 1100er malträtiert die linke Hand nicht mehr mit einst Ducati-typisch hohen Hand-kräften, eine Radialpumpe überträgt die Handkraft zur servo-unterstützten Ölbadkupplung.
Ducati Monster 696
Leistung schön und gut, doch sie will auch auf die Straße gebracht werden. Dazu braucht’s ein ordentliches Fahrwerk. Auch hier darf und kann man von der teureren großen Schwester mehr erwarten als von der 696. Mal sehen. Beim progressiv angelenkten, in Vor-spannung und Zugstufe verstellbaren Sachs-Federbein hinten herrscht Gleichstand, trockene Stöße kommen hier und da schon mal deutlich zum Fahrer durch. Vorn verrichten jeweils 43er-Upside-down-Gabeln von Marzocchi ihre Arbeit, bei der 696er gar nicht, bei der 1100er voll einstellbar. Wobei selbst die Einfachversion der kleinen Monster ihre Sache gut macht, lediglich bei harten Bremsmanövern zu weich wirkt und stark in die Knie geht. Apro-pos Bremsen: Auch hier kann die Kleine der Evo die Stirn bieten. Beide haben Brembo-Anlagen mit riesigen 320er-Scheiben und Vierkolbensätteln, die bissig zupacken und von einem exzellent feinfühlig, sportlich spät, aber verlässlich regelnden ABS unterstützt werden. Mit solchen Stoppern macht Landstraßenheizen Spaß, bei dem sich die 696 trotz geringerer Leistung schnell als der bessere Spaßmacher offenbart. Der schmalere 160er-Hinterreifen (1100 Evo mit 180er), das noch etwas geringere Gewicht und die niedrigere Sitzposition (sorgt für niedrigeren Schwerpunkt) - alles feine Zutaten für das wesentlich bessere Handling der Kleinen. Hinzu kommt die erwähnte sanftere Motorcharakteristik: Wo die Große einen Gang tiefer oder mit schleifender Kupplung um die Kehre gewürgt werden muss, zieht die Kleine sauber im zweiten Gang durch und geht notfalls sogar innen vorbei. Hier zeigen sich eben die wahren "inneren Werte" - und wer haupt-sächlich mit Äußerlichkeiten protzt.
Technische Daten Ducati Monster 1100 Evo
Verwandte Beiträge:
- Ducati Monster Neupreis: Aktuelle Preise & Modelle
- Ducati Monster 900: Die faszinierende Evolution der Naked-Bike-Legende
- Ducati Monster 796: Top Preise, Beste Angebote & Alle Details Enthüllt!
- Harley Davidson FS2: Preis, Ausstattung und Geschichte
- Die besten Fahrräder für lange Strecken: Ultimativer Test & Kaufberatung
- Fahrrad Überschuhe Wasserdicht Test: Die Top-Modelle für trockene Füße bei jedem Wetter!
Kommentar schreiben