Die Königsetappe der 73. Tour of Austria ist von einem tödlichen Unfall überschattet worden. Der Radsport trauert um André Drege. Der 25 Jahre alte Norweger verunglückte am Samstag auf der Königsetappe der Österreich-Rundfahrt tödlich.
Der Unfallhergang
Der norwegische Radprofi André Drege ist demnach auf der Abfahrt vom Großglockner zu Fall gekommen und starb an seinen Verletzungen. Der Profi des Teams Coop-Repsol kam nach Angaben der Veranstalter in der Abfahrt vom Großglockner zu Fall und erlag seinen Verletzungen. Wie es genau zu dem Unfall kam, ist bislang nicht bekannt. Drege war nach einer Mitteilung der Polizei in einer Ausreißergruppe unterwegs. Dabei sei er aus bisher unbekannter Ursache gestürzt. Er wurde demnach von Verkehrsteilnehmern ohne Bewusstsein neben der Straße liegend aufgefunden und reanimiert. Die Reanimation wurde vom verständigten Team eines Rettungshubschraubers weitergeführt, blieb jedoch erfolglos. Der Radrennfahrer starb an der Unfallstelle.
Reaktionen und Anteilnahme
Die Organisatoren teilten später mit, dass Drege in Richtung Heiligenblut schwer gestürzt sei. Die Polizei nahm anschließend die Ermittlungen auf. "Die Tour of Austria trauert um André Drege", zitierte die Nachrichtenagentur APA aus einer Mitteilung der Veranstalter. "Die Organisatoren der Tour of Austria und die Rennleitung haben umgehend die Angehörigen informiert."
"Unsere Herzen sind gebrochen. Es gibt keine Worte, die unseren Schmerz beschreiben. Unsere Gedanken und Gebete sind bei Andrés Familie, seinen Freunden, Angehörigen, seinen Teamkollegen und bei allen, die André gekannt, gemocht und geschätzt haben", hieß es in einem Statement der Tour. Auch sein Team äußerte sich auf X erschüttert.
Der Radsport-Weltverband schrieb bei X: "Die UCI ist erschüttert über den Tod des Radprofis André Drege bei der Österreich-Rundfahrt. Unsere Gedanken sind bei seiner Familie, seinen Freunden und Teamkollegen." Die Nachricht von Dreges Tod sorgte auch bei der Tour de France für Bestürzung. Der norwegische Sprinter Alexander Kristoff äußerte sein Bedauern. "Das sind sehr traurige Neuigkeiten, ich kannte ihn ein bisschen aus dem Nationalteam. Er war ein guter Typ", sagte Uno-X-Profi nach der 8. Etappe: "Er war ein ruhiger Mensch. Es ist unglaublich, aber diese Dinge passieren. Es scheint leider, als passieren sie immer häufiger."
Die Folgen für die Tour of Austria
Die 151,7 km lange Etappe nach Kals gewann der Italiener Filipo Ganna (Ineos Grenadiers), die Siegerehrung wurde aufgrund des tragischen Ereignisses abgesagt. Die Schlussetappe am Sonntag sollte eigentlich über 143,8 km von Kufstein nach Kühtai führen. Unklar ist auch, ob die 143,8 Kilometer lange Schlussetappe am Sonntag von Kufstein auf das Kühtai noch ausgetragen wird.
Wie es weiter hieß, werde am Sonntagvormittag bei einem Treffen mit allen Verantwortlichen - Rennleitung, Organisation und Teamchefs - sowie in Absprache mit Dreges Familie und Team entschieden, ob die Schlussetappe ausgetragen wird. Dem Bericht der APA nach soll am Sonntagmorgen über das weitere Vorgehen informiert werden.
Nun endet die letzte Etappe des Rennens mit einer Kondolenzfahrt zum Patscherkofel. Das teilten die Veranstalter nach Absprache mit der Familie und den Teams mit. "Die Erinnerungsfahrt war der ausdrückliche Wunsch von Andrés Vater, seinen Team-Kollegen und dem ganzen Team", hieß es in der Mitteilung. Die Fahrt gebe der gesamten Radsportfamilie die Möglichkeit, das Geschehene zu verarbeiten und Andre Dreges Andenken zu ehren, so Tour-Direktor Thomas Pupp. Durch die neutralisierte Ehrenfahrt mit veränderter Strecke steht der Gesamtsieg des Italieners Diego Ulissi fest.
Hintergrundinformationen zu André Drege
Drege fuhr für das norwegische Continental-Team Coop-Repsol. "Wir sind am Boden zerstört über den tragischen Tod von André Drege", schrieb das Team auf seiner Internetseite. "Andrés Familie hat um Privatsphäre gebeten, während sie um ihren Verlust trauert, und wir bitten freundlich darum, dass ihre Wünsche respektiert werden."
Der 25-Jährige hatte in diesem Jahr schon einige kleinere Erfolge vorzuweisen, wie den Gesamtsieg der Tour of Rhodos und die South Aegean Tour. Bei der Österreich-Rundfahrt lag er vor seinem Sturz auf dem 38. Gesamtrang.
Sicherheitsdebatte im Radsport
Erst im vergangenen Jahr war der Radsport vom Tod des Schweizers Gino Mäder bei der Tour de Suisse überschattet worden. Mäder war damals auf der Abfahrt vom Albula-Pass schwer gestürzt und erlag einen Tag später mit nur 26 Jahren im Krankenhaus von Chur seinen Verletzungen. Daraufhin war es zu einer Sicherheitsdebatte im Radsport gekommen.
Im Frühjahr hatte es einen schlimmen Massensturz bei der Baskenland-Rundfahrt gegeben, bei dem auch Toursieger Jonas Vingegaard, Weltmeister Remco Evenepoel und Primož Roglič involviert waren. Die Tour de France ist bislang in diesem Jahr von schweren Stürzen verschont geblieben.
Der Unfall weckte böse Erinnerungen an den Unfalltod des Schweizers Gino Mäder bei der Tour de Suisse im Vorjahr. Immer wieder kommt es beim Radsport zu schweren Unfällen, die tödliche Konsequenzen nach sich ziehen können.
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