Norwid ist bekannt für seine hochwertigen Fahrräder, die in der kleinen Manufaktur in Neuendorf bei Elmshorn gefertigt werden. Die Marke hat sich einen Namen als Instanz im Fahrradbau für große Touren gemacht. Dieser Artikel beleuchtet die Erfahrungen von Nutzern mit Norwid Fahrrädern, insbesondere dem Modell Gotland und dem Maribo Urban.
Langzeiterfahrung mit dem Norwid Gotland
Ein Nutzer berichtet von seinen Erfahrungen mit dem Norwid Gotland über einen Zeitraum von anderthalb Jahren und knapp 10.000 Kilometern. Das Rad wird sowohl für Touren als auch für den täglichen Weg ins Büro genutzt, wobei ein Großteil der Strecke über Wald- und Schotterwege führt. Die Entscheidung für das Norwid Gotland hat sich als richtig erwiesen, da es sich sowohl mit als auch ohne Gepäck angenehm fährt.
Der Verschleiß machte sich zuerst am Gepäckträger und LowRider bemerkbar, wo die Rohre abgerieben wurden. Die schlimmsten Stellen wurden mit Gaffa-Tape überklebt. Der Tubus Gepäckträger erwies sich als robust und saß bombenfest. Beim LowRider gab es anfängliche Bedenken hinsichtlich der Stabilität, da er ohne Überrollbügel an der Gabel fixiert wird. Diese Bedenken zerstreuten sich jedoch beim Fahren.
Probleme und Lösungen
Ein Problem war die Befestigung der LowRider-Taschen am Duo, bei der der Fixierungshaken schwer über das LowRider-Rohr zu schieben war. Auf Tour mit vollem Gepäck fährt sich das Norwid ruhig und spurtreu. Wichtig ist dabei der richtige Luftdruck in den Reifen, um ein Aufschaukeln bei höheren Geschwindigkeiten zu vermeiden.
Bisher gab es keine größeren Defekte. Der Rahmen erlitt lediglich beim Flugzeugtransport einen Lackschaden, als die Vorderlampe gegen den Rahmen gedrückt wurde. Ein weiterer Schaden entstand, als ein Radfahrer hinten auffuhr, wobei der Schutzblechreflektor zerbrach und das Schutzblech verbogen wurde.
Verschleißteile und Bremsen
Besonders betroffen vom Verschleiß sind die Bremsen. Der Nutzer hat die Magura HS33 R Bremsen im Einsatz, wobei er die Bremswirkung der zuvor verwendeten Avid Single Digit 7 als besser empfand. Die HS33 bremsen weicher und bei Nässe nicht immer zuverlässig. Scheibenbremsen, die der Nutzer zwischenzeitlich gefahren ist, bieten bei Nässe eine deutlich bessere Bremsleistung. Ein weiteres Problem war das Quietschen der Bremsen, das trotz verschiedener Maßnahmen nicht vollständig behoben werden konnte. Die Bremsbeläge mussten bereits fünfmal gewechselt werden, was auf den Stadtverkehr und die sandigen Wege zurückzuführen ist. Der Nutzer überlegt daher, auf Scheibenbremsen umzusteigen.
Auch die Ryde/Rigida Sputnik Felgen zeigen Abriebspuren, sind aber noch nicht kritisch. Die Laufräder mit den Sputniks sind extrem belastbar und haben bisher keine Schäden davongetragen. Die Mondial Faltreifen sind ebenfalls sehr robust und widerstandsfähig gegen Schnitte und Beschädigungen. Bisher gab es nur einen Platten, verursacht durch eine Scherbe.
Antrieb und weitere Komponenten
Auch der Antrieb ist vom Verschleiß betroffen. Nach 7.500 Kilometern wurde eine neue KMC-Kette aufgezogen und das Rohloffritzel gedreht. Der Tretkranz zeigt ebenfalls Gebrauchsspuren. Insgesamt rechnet der Nutzer mit Austauschkosten von etwa 500 Euro. Die Rohloff Nabenschaltung wird weiterhin geschätzt und funktioniert präzise. Der Steuersatz und der SON 28 Nabendynamo arbeiten zuverlässig. Anfängliche Probleme mit den Brems- und Schaltkabeln, die den Schalter am Vorderlicht betätigten, konnten durch eine Anpassung der Lampeneinstellung behoben werden. Abrieb wurde auch an den Lenkergriffen festgestellt, hauptsächlich auf der rechten Seite.
Ein alter Brooks B17 Sattel verursachte Taubheitsgefühle in einem Bein und wurde ausgetauscht. Insgesamt ist der Nutzer nach fast 10.000 Kilometern mit dem Norwid Gotland zufrieden, abgesehen vom erwarteten Verschleiß und den Problemen mit den HS33-Bremsen.
Norwid Maribo Urban im Test
Das Norwid Maribo Urban ist ein Gravelbike für Pendler und wurde von MYBIKE getestet. Seit 30 Jahren baut Norwid in seiner norddeutschen Stahl-Manufaktur anspruchsvolle Fahrräder. Um auch Räder unterhalb der Premium-Preisklasse anbieten zu können, entstand die „Lofoten“-Serie in Kooperation mit dem tschechischen Rahmenhersteller Fort. Fort schweißt die Rahmen und Gabeln dieser Serie nach Norwid-Spezifikationen günstiger, als Norwid es selbst könnte.
Das Norwid Maribo aus dieser Linie ist als City-Renner konzipiert. Rahmen und Gabel sind perfekt verarbeitet. Die traditionalistische Norwid-DNA zeigt sich an schlanken Rohrdurchmessern, waagerechtem Oberrohr, schmaler Bereifung, agiler Lenkung und sportiv-souveränem Fahrverhalten. Ein wenig Hipness bekommt das Norwid Maribo durch den mattschwarzen Stealth-Look und schicke, hochstabile Alumee-Bleche mit integriertem Gepäckträger. Sein hohes Cockpit sorgt für entspannt sportliches Sitzen, prima Handling und gute Übersicht im Verkehr.
Vor- und Nachteile des Norwid Maribo Urban
- Plus: Norwid-Qualität zu günstigerem Kurs; schnelles Straßenrad
- Minus: Keine Ständer-Aufnahme (kann als Extra geordert werden)
Wichtige Infos zum Norwid Maribo
| Merkmal | Details |
|---|---|
| Rahmengrößen | 51, 54, 57, 60, 63 cm |
| Gewicht Testrad | 12,9 kg |
| Zulässiges Gesamtgewicht | 130 kg |
| Rahmen | 25CroMo4, geschweißt, Schnellspannachsen |
| Gabel | 25CroMo4, Träger-Gewinde |
| Schaltung | Shimano 105 2x11, 50/34, 11-32 Zähne |
| Bandbreite | 428 % |
| Bremsen | Shimano 105/Ultegra Disc, 160 mm |
| Reifen | Conti Contact Urban 32-622 |
| Lichtanlage | Shimano DH-UR700, B&M IQ-XS, Son-Rücklicht |
| Preis | 3.390 Euro |
| MYBIKE-Note | 1,6 |
Kritische Stimmen und Erfahrungen mit Maßrahmen
Einige Nutzer berichten auch von weniger positiven Erfahrungen mit Norwid, insbesondere bei der Bestellung von Maßrahmen. Ein Kunde bemängelte die lange Lieferzeit, die mangelnde Kommunikation über Verzögerungen und Details bei der Rahmenausführung. So waren die Gewinde für die Flaschenhalter zu dicht am Tretlager angebracht, und es gab Probleme mit der maximalen Reifenbreite in Kombination mit Schutzblechen. Auch der Lack wurde als sehr anfällig beschrieben.
Andere Nutzer betonen, dass eine detaillierte Absprache mit Herrn Pallesen vor der Bestellung wichtig ist, da nicht explizit bestellte Details nicht berücksichtigt werden. Es wird empfohlen, sich persönlich vermessen zu lassen oder die gewünschten Maße exakt zu ermitteln. Einige sehen den Gang zu Norwid als kleines Vabanque-Spiel, da die Rahmenbauer ihre Eigenheiten haben.
Trotz der Kritik wird die Qualität der Rahmen und die Fahreigenschaften gelobt. Viele Nutzer sind letztendlich mit ihrem Norwid zufrieden, auch wenn die Entstehungsgeschichte pannenbehaftet war.
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