Der polnische Bike-Hersteller NS Bikes hat sich einen Namen gemacht, insbesondere im Bereich verspielter Dirtjump-Mountainbikes. Doch das Produktportfolio ist mittlerweile breit gefächert und bedient die gesamte Bandbreite des Mountainbike-Sports: Von Dirtbikes über Cross-Country-Feilen bis hin zu E-Enduros.
Im Folgenden werden verschiedene Modelle von NS Bikes und ihre jeweiligen Laufräder genauer betrachtet:
NS Bikes E-Fine 2
Der NS Bikes E-Fine 2 ist ein gelungener Mix zwischen einem wendigen All-Mountain-MTB und einem E-MTB All-Mountain. Basis dafür ist die durchdachte Geometrie, bei der man sehr tief und somit im Rad steht. Bei der Fahrwerks-Performance machen die feinfühlige Rock Shox Federgabel und der Dämpfer mit Stahlfeder einen super Job, da sie äußerst sensibel auf jeden Bodenkontakt reagieren. Die verbauten Shimano MT 420 4-Kolben Scheibenbremsen und die Deore-Schaltung erweisen sich als gut und funktionell - es muss nicht immer XT sein. Der Shimano Steps E-7000 Motor am NS Bikes E-Fine 2 ist leistungsstark und der 504 Wh-Akku ist mehr als ausreichend dimensioniert für tolle Ausfahrten mit allem was das Biker-Herz begehrt.
Zu beachten: Das sehr tief liegende Tretlager kann bei Bodenwellen oder Wurzeln mit den Kurbeln aufkommen, falls man die Kurbeln nur für einen Moment nicht waagerecht hat.
NS Bikes Soda Evo Air
Uns präsentiert NS einen „kleinen“, doch waschechten Freerider der sich sehen lassen kann. Die klaren Linien des Rahmens wirken ruhig und aufgeräumt. „Klein“ ist auf den Federweg bezogen, dieser ist zwischen 160 und 180 Millimeter lang und mit wenigen Handgriffen einstellbar. Nicht nur beim Federweg lässt man dem Endverbraucher die Wahl, auch beim Radstand kann man sich zwischen zwei verschiedenen Positionen entscheiden: wendig und verspielt oder laufruhig und schnell. Bei der Zugverlegung sind beide Optionen möglich, intern oder extern. Beim Fahrwerk setzt man am Heck auf einen Rock Shox Monarch R Dämpfer; an der Front verrichtet eine X Fusion Metric Air ihren Dienst.
Weitere Anbauteile wie Lenker, Vorbau und Laufradsatz stammen aus der eigenen Produktpalette und sorgen für ein stimmiges Gesamtbild. Bei der Reifenwahl steht der Grip an oberster Stelle; vorne wie hinten sind Maxxis High Roller II in der Triple-Compound-Mischung aufgezogen. Wie es sich für einen Freerider gehört, sucht man eine Vario-Sattelstütze sowie eine Schaltung mit großem Übersetzungsbereich bzw. Park bzw. Shuttle ist ein gutes Stichwort: Hinnehmbar wäre sicher noch das Verstellen der Sattelstütze per Schnellspanner, doch mit der zur Verfügung stehenden Übersetzung sind längere oder steilere Anstiege nur für austrainierte XC-Racer gut machbar.
Das Bike ist verspielt und lässt sich schwungvoll durch die Anlieger pushen. In der Luft ist es leicht zu steuern und man merkt, dass eine gewisse Slopestyle-Geometrie in diesem Rad steckt. Es geht definitiv mehr um Spaß als um Geschwindigkeit. Spürbar waren sofort die Laufruhe und das satte Heck, das gut auf der Strecke liegt. Man fühlt sich, als hätte man einen Mini-Downhiller unter sich.
Für genügend Traktion in jeder Schräglage sorgen die Maxxis Reifen in der weichen Gummimischung. Die solide Ausstattung und Verarbeitung wirkt unanfällig für Reparaturen. Auffällig ist der sehr harte Druckpunkt der einfachen Sram DB3 Bremse, was aber lediglich eine Gewohnheitssache ist; die Leistung war ausreichend. Der Lenker fällt mit 762 Millimetern nicht zu breit aus, was bei schneller Fahrweise für weniger Fahrsicherheit sorgt, beim Tricksen jedoch Vorteile bietet.
Viel Potenzial gepaart mit einem hohen Spaßfaktor - NS Bikes hat mit dem Soda Evo Air einen waschechten „kleinen“ Freerider im Sortiment. Die Ausstattung ist stimmig, günstig der Preis. Einen sehr soliden Eindruck vermittelt der Umlenkhebel mit großen Lagern.
NS Bikes Define
NS Bikes bekennt sich mit dem neuen DEFINE klar zu 29”-Laufrädern im Trail- und Enduro Segment. Das NS DEFINE tritt die Nachfolge der SNABB-Plattform an und kommt mit vielen spannenden Features. Bei NS Bikes ist man sich sicher, wer einmal auf 29” Laufrädern unterwegs war, will nicht mehr zurück. So kommt das neue DEFINE ausschließlich mit großen Rädern, dafür aber in zwei Federwegs-Konfigurationen. Das neue Carbon-Bike gibt es wahlweise mit 130 mm oder 155 mm am Heck. Hauptrahmen und Hinterbau sind gleich, lediglich die untere Dämpferaufnahme und der Dämpfer müssen getauscht werden. Außerdem lässt sich durch den Tausch der Dämpferaufnahme das Tretlager um 5 mm anheben.
Das DEFINE wird es nur in zwei Größen geben, dafür kann der Reach mit Offset-Lagern um 10 mm angepasst werden. Insgesamt folgt das Bike den aktuellen Trends und kommt mit langem Reach, tiefem Tretlager und flachem Lenkwinkel. Der Sitzwinkel fällt mit 75,5° beim DEFINE 150 bzw. 76,5° beim DEFINE 130 relativ steil aus, die Kettenstreben versprechen mit 440 mm einen guten Mix aus Laufruhe und Verspieltheit.
Das NS DEFINE will mit einigen cleveren Details das Leben seiner Fahrer leichter machen. Das Hauptlager sitzt tief im Rahmen integriert und soll hervorragend vor Umwelteinflüssen geschützt sein. Die Lager am Horst-Link sind größer als bisher und sollen nicht nur die Steifigkeit verbessern, sondern auch die Lebensdauer erhöhen. Die Züge verlaufen in einem Kanal unter dem Unterrohr. Hauptrahmen und Hinterbau sind aus Carbon, lediglich die Wippe ist aus Alu.
Insgesamt gibt es vier Modelle des NS DEFINE, zwei mit kurzem Federweg und zwei mit langem. Die beiden Versionen unterscheiden sich vor allem durch Gabel und Dämpfer. Die langhubigen Modelle kommen zudem mit griffigeren Vorderreifen und größeren Bremsscheiben. Los gehts bei 4.499 € für das DEFINE 130 2. Das DEFINE 150 1 wechselt für 6.399 € den Besitzer.
NS Bikes Eccentric Djambo
Neu hinzugekommen zu dieser Familie ist für 2016 das Eccentric Djambo, das erstmalig auf die Reifengröße 27,5 Plus setzt. Die Geometrie wurde überarbeitet und für die Reifengröße 2,8 bzw. 3,0 Zoll angepasst. Wie es sich für ein Bike dieser Klasse gehört, kann es problemlos mit einer Variostütze nachgerüstet werden. Der Rahmen verfügt über eine 12 Millimeter-Steckachse.
Der günstige Preis von 1.649 Euro rechtfertigt die vergleichsweise günstige Ausstattung. Dennoch ist man bedacht, es vielen recht zu machen. Der 1 x 10 Sram GX Antrieb bzw. die Kassette wird mit einem 42 Zähne Range Extender erweitert, um die Übersetzungsbandbreite zu vergrößern.
NS Bikes Rag+
Mit dem Rag+ hat der polnische Hersteller NS Bikes schon seit einigen Jahren ein durchaus heißes Gravel-Eisen im Feuer. Mit dem preislich attraktiven Alu-Graveler zeigen die Jungs jedoch, dass sie auch überzeugende Räder mit Rennlenker entwickeln können. Wo die Reise hingehen soll, zeigt sich beispielsweise an der Reifenfreiheit: 45mm sind es bei klassischen 28″ Laufrädern. Ähnlich großzügig zeigt sich der Graveller unserer polnischen Nachbarn beim Thema Montageösen: Schutzbleche sind natürlich vorn wie hinten möglich, hinten lässt sich zudem auch ein vollwertiger Gepäckträger befestigen.
Sportiv ist das richtige Stichwort: Für gemütliche Tourenfahrer, die gerne aufrecht auf dem Rad sitzen ist das Rag+ nicht unbedingt die beste Wahl: Die Ausrichtung mit seinem langen Oberrohr und eher kurzem Steuerrohr sorgt für eine ordentliche Sattelüberhöhung und platziert den Fahrer sportlich gestreckt auf dem Rad.
Mit dem Rag+ 2 hat NS Bikes in diesem Jahr sein Gravelbike um eine neue, günstigere Variante erweitert: Mit 1.499 Euro bewegt es sich preislich im unteren Mittelfeld unseres Einsteiger-Testfelds. Mit der Apex Gruppe verrichtet die Einsteiger 11-fach Gruppe aus dem Hause Sram am Rag+ 2 ihren Dienst. Bei den Bremsen verbaut NS Bikes mit der TRP Spyre leider nur eine mechanische Variante - zwar zählt die TRP zu den besten nicht hydraulischen Discs, fällt aber im direkten Vergleich mit hydro-Bremsen aber doch klar ab.
Die Laufräder kommen aus eigenem Hause und machen optisch wie qualitativ einen durchaus wertigen Eindruck, die Felgen sind mit 21mm schön breit und zudem tubeless-fähig. Auch wenn RAG für „Road And Gravel“ steht so ist unserer Meinung nach der Gravelpart ganz klar im Fokus des NS Bikes Rag+ 2. Denn mit seinem auf Vielseitigkeit abgestimmten Aufbau finden auch breitere Reifen genügend Platz, so auch die WTB Riddler mit 45mm, welche an unserem Testbike verbaut waren.
Für genügend Sicherheit auf diesen unruhigen Abschnitten sorgt ergänzend die tolle Laufruhe des NS Bikes Rag+ 2. Allerdings wirkt das Bike dadurch auf technischen Passagen auch ein wenig träger und lässt sich nur mit der nötigen Ruhe um enge Kurven steuern. Auch beim Thema Spritzigkeit wirkt das Rag+ 2 etwas träge, was nicht zuletzt auch am beachtlichen Gesamtgewicht von über 10 Kilogramm liegen dürfte. So braucht das NS Gravelbike beim Beschleunigen einfach ein wenig Anlauf, um auf Tempo zu kommen. Dennoch hat man das Gefühl, dass der Rahmen über eine solide Kraftübertragung verfügt, da die Tritte recht sportlich in Vortrieb umgewandelt werden.
NS Bikes Eccentric Lite 1
Die 140 mm Federweg an der Gabel qualifizieren das All Mountain von NS Bikes für den Einsatz auf fordernden Singletrails. Auf der Waage gibt das ECCENTRIC LITE 1 mit 13,2 kg eine gute Figur ab. Die meisten All Mountains in der Preisklasse bis unter 2000 Euro sind schwerer. Der moderate 65 Grad Lenkwinkel sorgt für ein ausgewogenes Handling. Die Sitzposition des All Mountains bewegt sich in einen moderatem Bereich zwischen sportlich und komfortabel.
NS Bikes Define AL 130
Das polnische Label Northshore (NS) Bikes war lange vor allem Dirtbikern und Freeridern bekannt. Mittlerweile bedient die Marke aber die gesamte Bandbreite des Mountainbike-Sports: Von Dirtbikes über Cross-Country-Feilen bis hin zu E-Enduros. Doch so sehr sich die Polen auch spezialisieren, in allen Modellen schlummert noch etwas Gravity-DNA - auch im Trailbike Define 130 AL.
Die Geometriedaten geben ihm recht. Das NS verfügt mit Abstand über den längsten Reach, den üppigsten Radstand sowie das tiefste Tretlager und eine hohe Front. Diese extrem lange und flache Geometrie erzeugt das höchste Maß an Laufruhe im Test, vermittelt am meisten Sicherheit und animiert bergab zum Vollgasfahren. Kurz gesagt: Auf dem NS schießt man am schnellsten bergab. Das Fahrwerk leistet dabei ganze Arbeit - und das, obwohl das NS Define die günstigste Federgabel besitzt. Heck und Front harmonieren gut, sprechen zuverlässig an und verdauen auch harte Einschläge, ohne zu murren. Bravo!
Kritik gibt’s für die magere Bremspower der einfachen Shimano-Stopper sowie die Nobby-Nic-Reifen in der billigen Performance-Ausführung. Beides sind limitierende Faktoren bergab.
Entführt man das Bike auf verwinkelte Trails oder serviert ihm gar welliges Terrain mit Zwischenanstiegen, endet die Komfortzone des NS Define abrupt. Zu sperrig fühlt sich der lange Radstand in engen Kurven an. Hier ist viel Körpereinsatz vom Piloten gefragt. Spielerischer Fahrspaß? Fehlanzeige. Erschwerend hinzu kommt das Gewicht des Define 130 - und zwar wortwörtlich. Als einziges Bike mit einem kompletten Alu-Rahmen landet es ohne Pedale bei 15,8 (!) Kilo. Im Vergleich zur Konkurrenz bedeutet das im Schnitt 1,74 Kilo Übergewicht. Die überschüssigen Pfunde lassen einen in knackigen Gegenanstiegen verhungern und verwandeln jedes noch so zaghafte Manöver in einen Kraftakt.
Wer sich dazu durchringen kann, mit dem NS auf große Tour zu gehen, wird aber positiv überrascht. Denn abgesehen vom hohen Gewicht entpuppt sich das Bike als fähiger Kletterer. Der steile Sitzwinkel gewährt dem Piloten auch in steilen Rampen viel Kontrolle über das Vorderrad, während der sensible Hinterbau auch unter Kettenzug genügend Traktion generiert. Damit lässt das NS in der Uphill-Wertung zumindest die Konkurrenz von YT hinter sich.
Mit dem Define hat die polnische Marke NS Bikes ebenfalls eine wandlungsfähige Plattform im Programm, die zwei unterschiedliche Federwege erlaubt. Das von uns getestete Enduro kommt mit 153 Millimetern Federweg am Heck und 160 an der Gabel, während das Define 130 rund zwei Zentimeter weniger Hub bereitstellt. Herzstück beider Modelle ist der robuste Alu-Rahmen, der allerdings stattliche 3708 Gramm wiegt. Durch die schweren Laufräder und groben 2,5er-Reifen knackt das Define im fahrfertigen Zustand die 16-Kilo-Marke.
NS Bikes Define 130 AL: Ausstattung
- Gabel / Dämpfer: Rockshox 35 Gold RL / Rockshox Deluxe Select+
- Schaltung / Bandbreite: Shimano Deore 1x12 / 463 %
- Bremsen: Shimano M4100/MT410 / 203/180 mm
- Laufräder: Octane-One-Solar-Felgen/NS-Rotary-Naben
- Reifen: Schwalbe Nobby Nic; Addix Performance 29 x 2,40
- Sattelstütze: KS Rage i / 170 mm
- max. Systemgewicht: 120 kg
NS Bikes Define AL: Technische Daten
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Preis | 3399 Euro |
| Einsatzbereich | Trail/All Mountain |
| Rahmenmaterial | Aluminium |
| Federweg | 140 mm vorn / 130 mm hinten |
| Laufradgröße | 29-Zoll |
| Rahmengrößen | S, M, L |
| Gewicht | 15,75 kg in Größe L (BIKE-Messwert) |
| Gewicht Laufräder | 5300 g |
| Beschleunigung Laufräder | 3792 kg x cm² (BIKE-Messwert) |
| Garantie | 2 Jahre |
| Besonderheiten | externe Kabelführung unter dem Unterrohr |
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