Nürburgring Motorrad Rennen Geschichte

Die Geschichte des Nürburgrings ist reich an Dramen und Triumphen im Motorsport. Seit 100 Jahren prägt die Strecke die wirtschaftliche und kulturelle Identität der Region.

Am 18. und 19. Juni 1927 fand das erste Auto- und Motorradrennen statt, das 85.000 Zuschauer anzog. Die Gebirgsprüfungsfahrt führte über 357 km durch die Eifel. Das schnellste Fahrzeug des Eifelrennens wurde ermittelt.

Ab dem 6. Mai gab es einige Sonderprüfungen auf dem Nürburgring. Am 8. Mai stand eine 16-stündige Betriebsstoffverbrauchsprüfung auf dem Programm. Am 24. Oktober wurde die Südschleife und am 25. befahren.

Frühe Jahre und Vorkriegszeit

Im Sommer 1925 begannen die Bauarbeiten für den Nürburgring. Ziel war eine Rennstrecke, die auch als Teststrecke für die Automobilindustrie genutzt werden konnte. Deshalb gab es lange gerade Abschnitte für hohes Tempo, aber auch steile Anstiege mit vielen Kurven. Nach Angaben der Nürburgring GmbH wurden damals Baukosten von rund 14 Millionen Reichsmark geplant.

Rudolf Caracciola war ein Rennfahrer aus Remagen und vor dem Zweiten Weltkrieg einer der erfolgreichsten Fahrer in Europa. 1927 gewann er das erste Autorennen auf dem neu gebauten Nürburgring.

1934 feierten die legendären Silberpfeile von Mercedes-Benz ihre Premiere auf der Nordschleife des Nürburgrings. Bis einen Tag vorher war der W25-Grand-Prix-Rennwagen noch in der deutschen Rennfarbe Weiß lackiert. Damit war das Auto aber ein Kilo zu schwer. Deshalb schleiften die Mechaniker über Nacht den Lack ab. So schafften sie es, das Limit von 750 Kilo einzuhalten. Am nächsten Tag siegte Manfred von Brauchitsch in dem jetzt silberfarbenen Rennwagen. Damit war der Mythos der Silberpfeile geboren.

Nachkriegszeit und Formel 1

Während des Zweiten Weltkriegs gab es von 1940 bis 1946 keine Rennen auf dem Nürburgring. Beim Neuanfang gab es im Juli erstmals wieder ein Formel-1-Rennen in der Eifel. Den "Großen Preis von Deutschland" gewann der italienische Rennfahrer Alberto Ascari in einem Ferrari. 1955 starb Ascari bei einer Testfahrt.

Im Jahre 1950 führte die Fédération Internationale de l’Automobile (FIA) mit Sitz in Paris die Formel-1-Weltmeisterschaft als neue Formelserie ein. Das erste als WM-Lauf gewertete Grand-Prix-Rennen der Nachkriegszeit auf dem Nürburgring fand am 29. Juli 1951 statt, während ein Jahr zuvor schon der Große Preis von Deutschland noch ohne WM-Status durchgeführt worden war.

Juan Manuel Fangio gewann insgesamt drei Mal mit verschiedenen Formel-1-Fahrzeugen den Grand Prix auf dem Nürburgring: 1954 auf Mercedes, 1956 auf Ferrari und 1957 auf Maserati.

Rekordsieger des GP auf dem Nürburgring ist Michael Schumacher, der insgesamt fünfmal das Formel-1-Rennen gewinnen konnte: 1995 auf Benetton sowie 2000, 2001, 2004 und 2006 auf Ferrari.

Ab 1953 veranstaltete der ADAC auf der Nordschleife ein Langstrecken- bzw. Sportwagenrennen, das über 44 Runden mit jeweils 22,810 km führte und insgesamt 1003,64 km umfasste. Das erste 1000-km-Rennen fand am 31. August 1953 statt und wurde zur Sportwagen-Weltmeisterschaft gewertet. Am Ende gewannen Alberto Ascari und Giuseppe Farina auf Ferrari 375, die für den Kurs insgesamt 8:20:44 Stunden mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 120,268 km/h benötigten.

1976 verlor der Österreicher Niki Lauda beim Großen Preis von Deutschland am 1. August auf der Nordschleife in einer schnellen Kurve die Kontrolle über seinen Ferrari. Er prallte gegen eine Leitplanke. Der Wagen fängt Feuer und wird auch noch von anderen Fahrzeugen getroffen. Lauda erleidet schwere Verbrennungen im Gesicht und an den Händen sowie eine Rauchvergiftung, die seine Lunge schädigt. Die Formel 1 kam nach dem Unfall zunächst nicht mehr auf die Nordschleife in die Eifel zurück. Die Rennen werden ab 1977 auf dem Hockenheimring ausgetragen.

Neubau der Grand-Prix-Strecke und Moderne

Nach drei Jahren Bauzeit wird im Mai 1984 die neue, moderne Grand-Prix-Strecke eröffnet. Sie ist etwa 4,5 Kilometer lang und wird den aktuellen Sicherheitsanforderungen gerecht mit langen Auslaufzonen, Sicherheitszäunen und einem umfassenden Netz von Rettungswegen.

Am 12. Mai 1984 wurde die neue Grand-Prix-Strecke eingeweiht, wobei die endgültigen Baukosten in Höhe von 81 Millionen DM nur geringfügig die ursprüngliche Kalkulation überschritten hatten. Der neue Kurs wurde mit einem Schaurennen eingeweiht, an dem 20 identische Mercedes-Benz-Tourenwagen teilnahmen, die u.a. von neun ehemaligen Formel-1-Weltmeistern gesteuert wurden.

Die Formel 1 kehrte 1984 und 1985 noch einmal auf den Nürburgring zurück, ab 1986 fand der GP von Deutschland jedoch wieder auf dem Hockenheimring statt. Von 1995 bis 2006 fand jährlich ein zweites Formel-1-Rennen in Deutschland statt, das als GP von Europa bezeichnet wurde (1997 und 1998 als GP von Luxemburg).

Ab 2007 wurde der GP nur noch einmal in Deutschland ausgetragen, nämlich im jährlichen Wechsel in der Eifel (dort 2007 als GP von Europa) und in Hockenheim. Das letzte Formel-1-Rennen auf dem Nürburgring fand am 7. Juli 2013 statt.

Bis heute gilt der Nürburgring als die bekannteste Motorsportstrecke der Welt. Hierzu tragen neben der Formel 1 und dem 1000-km-Rennen weitere Rennsport-Ereignisse wie das ADAC-24-Stunden-Rennen für Tourenwagen (seit 1970) auf der Grand-Prix-Strecke in Verbindung mit der Nordschleife (Rundenlänge: 25,378 km) und der Truck-Grand-Prix (seit 1986) mit jeweils bis zu 220.000 Besuchern bei.

Im November 2022 gründete Jörg Sommer schließlich die Marke „Motorrad am Nürburgring“.

Enduro-Trainings am Nürburgring

Nach 20 Jahren kehrte das Thema Enduro Motorrad am Nürburgring zurück. Am 20. Juli 2024 erlebten wir die erste Testfahrt mit einer BMW GS, ein Ereignis, das den Auftakt zu einem neuen Kapitel markierte. Am 31. August 2024 folgte der Enduro Test Track und am 1. September 2024 fanden die abschließenden Testfahrten mit sechs weiteren BMW GS statt.

Am Samstag, dem 31. August 2024, erfolgte während der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM) nach 20 Jahren wieder das erste „Freie Enduro Fahren“ im Outdoor & Offroad Center am Nürburgring. Die Teilnehmer hatten die Möglichkeit, in einem sehr entspannten Umfeld wertvolles Feedback zu den vorhandenen Strecken sowie Sektionen zu geben.

Royal Enfield bietet seiner Community in Zusammenarbeit mit Motorrad am Nürburgring exklusive Royal Enfield Enduro-Trainings an. Das Gelände zählt zu den fahrtechnisch anspruchsvollsten in Deutschland und umfasst eine 5 km lange Strecke, die in beide Richtungen befahrbar ist. Das Team vor Ort bringt jahrzehntelange Erfahrung im Offroad-Training mit.

Wichtige Ereignisse in der Geschichte des Nürburgrings
Jahr Ereignis
1927 Erstes Auto- und Motorradrennen
1934 Premiere der Silberpfeile von Mercedes-Benz
1951 Erstes Formel-1-Rennen nach dem Krieg
1976 Niki Laudas Unfall
1984 Eröffnung der neuen Grand-Prix-Strecke
1985 Erstes "Rock am Ring"-Festival
2024 Erstes "Freie Enduro Fahren" nach 20 Jahren

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