Die Nürburgring-Nordschleife ist weltweit bekannt für ihre anspruchsvolle Streckenführung und gilt als eine der herausforderndsten Rennstrecken im Motorsport. Mit einer Länge von 20,8 Kilometern, über 70 Kurven und einem Höhenunterschied von mehr als 300 Metern stellt sie nicht nur Fahrzeuglenker, sondern auch Motorradfahrer vor spezifische Herausforderungen.
Da die Nordschleife während der Touristenfahrten als öffentliche Straße im rechtlichen Sinne gilt, führt die zuständige Polizeidienststelle Koblenz eine Statistik über die gemeldeten Unfälle der vergangenen Jahre. Bei der Statistik handelt es sich also ausschließlich um Unfallzahlen unter Beteiligung von Zweirädern im Rahmen von Touristenfahrten auf der Nordschleife.
Die Polizei Koblenz weist darauf hin: "Das sind die Unfälle, die der Polizei bekannt bzw. gemeldet worden sind. Es ist nicht auszuschließen, dass insbesondere Unfälle mit leicht verletzten Personen oder lediglich Sachschäden bei der Polizei nicht gemeldet/angezeigt werden."
Im Jahr 2023 hat die Polizeiinspektion Adenau insgesamt 1188 Verkehrsunfälle polizeilich aufgenommen. Die Gesamtzahl der bei einem Verkehrsunfall verunglückten Personen ist im Jahr 2023 leicht gesunken. In Folge dieser Verkehrsunfälle erlagen 2 Personen ihren schweren Verletzungen, 30 Personen wurden schwer verletzt und 137 Personen leicht verletzt.
Anlässlich der „Touristenfahrten“ wurden im Jahr 2023 gesamt 76 Verkehrsunfälle auf der Nürburgring-Nordschleife von der PI Adenau polizeilich aufgenommen. Hierbei wurden 15 Personen schwer verletzt und 29 Personen leicht verletzt.
Von der PI Adenau wurden im Jahr 2023 74 Verkehrsunfälle unter Beteiligung von motorisierten Zweiradfahrern aufgenommen. Bei diesen Unfällen wurden 19 Kradfahrer schwer und 34 Kradfahrer leicht verletzt. 2 Kradfahrer erlagen in Folge der Unfälle ihren tödlichen Verletzungen.
An der Spitze der Hauptunfallursachen stehen nach wie vor die viel zu hohen Geschwindigkeiten und zu geringer Sicherheitsabstand. Darüber hinaus dürfte auch die Ablenkung im Straßenverkehr für zahlreiche Verkehrsunfälle verantwortlich sein, hier insbesondere durch die Nutzung eines Mobiltelefons oder mobilen Gerätes.
Unfallstatistik Nürburgring-Nordschleife 2023 (PI Adenau):
| Kategorie | Anzahl |
|---|---|
| Gesamtzahl Verkehrsunfälle | 1188 |
| Verkehrsunfälle Nordschleife ("Touristenfahrten") | 76 |
| Schwerverletzte bei Unfällen auf der Nordschleife | 15 |
| Leichtverletzte bei Unfällen auf der Nordschleife | 29 |
| Verkehrsunfälle mit motorisierten Zweiradfahrern | 74 |
| Schwerverletzte Kradfahrer | 19 |
| Leichtverletzte Kradfahrer | 34 |
| Tödlich verletzte Kradfahrer | 2 |
Ein Kommentar von Test-Redakteur und Nordschleifen-Kenner Tobias Münchinger: "Wenn Autos und Motorräder gemeinsam auf einer Strecke fahren, kracht es nämlich früher oder später - egal, auf welcher Piste. Als Motorradfahrer muss man noch nicht einmal schuld sein, Stichwort Kühlwasserverlust beim Tuning-Golf, der vor einem fährt."
Die Nordschleife ist, besonders für Motorräder, brandgefährlich. Nach der letzten Neuasphaltierung war der Belag zwar wieder in einem super Zustand, aber davor gab es so einige Rillen und Wellen, die schnellen Einspurfahrzeugen gefährlich werden konnten. Dann die ganzen Graffiti am Boden - teilweise sind die mordsglatt. Und besonders bei Nässe sollte man die Nordschleife mit einem Motorrad aus meiner Sicht einfach gar nicht befahren, so rutschig sind bestimmte Stellen. Bekannterweise existieren in den Kurven zwischen T13 und Galgenkopf in den allermeisten Fällen noch dazu keine Auslaufzonen. Was das bei einem Motorradsturz bedeutet, kann man sich denken.
Motorsport ist gefährlich, dass wissen die aktiven Rennfahrer und auch die Zuschauer. Doch am Nürburgring, auf der legendären Nordschleife, sind auch die Hobbyrennfahrer gefährdet, die mal eine schnelle Runde auf der berühmten Rennstrecke in der Eifel drehen. Sie kommen aus aller Welt und fahren mit ihrem Pkw oder auch einem Sportwagen, manchmal auch mit einem Motorrad eine oder mehrere Runden.
Auf den 21 Kilometern der „Grünen Hölle“ vergehen ab sofort nur noch wenige Sekunden vom Zwischenfall bis zur Warnung und der Aktivierung einer Rettungskette. Die gut sichtbaren 100 x 80 Zentimeter Warntafeln kommen zunächst bei Touristenfahrten sowie gewerblichen Nutzungen, wie etwa Trackdays oder Industrie-Testfahrten, zum Einsatz. Sie warnen nahezu in Echtzeit nachfolgende Fahrer - und das bereits hunderte Meter bevor diese die Gefahrenstelle erreichen.
Das frühzeitige Erkennen von Gefahren, die Rettung und Versorgung von Personen und die Warnung des nachfolgenden Verkehrs - all dies wird zentral gesteuert aus einer neuen Sicherheitszentrale an der Nordschleifen-Zufahrt, dort wo die Touristenfahrten beginnen. Insgesamt 11 Millionen Euro ließ sich die Betreibergesellschaft des Nürburgrings seitdem die Umsetzung der Sicherheitsmaßnahme für alle Aktiven auf der Strecke kosten.
Der Pressesprecher der Nürburgring GmbH Gerhard Alexander schreibt dazu: „Unfälle führen wir nicht getrennt nach Fahrzeugen auf. Hier übernimmt die Polizei (PI Adenau) die generelle Kommunikation über ihre jährliche Unfallstatistik."
Wie alle anderen Teilnehmer der Touristenfahrten, müssen sich die Motorradfahrer an die Regeln der Straßenverkehrsordnung halten. Da diese auch für eine gemeinsame Teilnahme von allen Verkehrsteilnehmern im öffentlichen Straßenverkehr ausgelegt ist, wenden wir diese auch gleichermaßen für Autos und Motorräder an. Lediglich, wenn absehbar ist, dass es eine potenziell höhere Sturzgefahr oder Gefahr für Motorräder gibt, bleibt die Strecke temporär oder zu bestimmten Terminen für Motorräder gesperrt.
Zudem sollten Motorradfahrer die Schönheit der Strecke genießen und sich auf die anspruchsvolle Strecke konzentrieren. Jeder, der dort fährt, muss seine Augen überall haben: Nach vorne auf die Strecke gerichtet, im Rückspiegel und in den Außenspiegeln.
Nehmt euch Zeit! Fahrt euer Tempo, das, bei dem ihr euch wohlfühlt! Lasst euch auch mal von Profis die Strecke zeigen, Anbieter gibt es genügend.
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