Die Überwachung der Öltemperatur ist ein wichtiges Thema für Motorradfahrer, die ihren Motor schonen und seine Lebensdauer verlängern möchten. In diesem Artikel werden verschiedene Aspekte von Öltemperaturanzeigen für Motorräder beleuchtet, Erfahrungen ausgetauscht und Vor- und Nachteile verschiedener Messmethoden diskutiert.
Warum die Öltemperatur überwachen?
Bei den meisten Fahrzeugen wird serienmäßig die Kühlwassertemperatur ermittelt. Das Motoröl erwärmt sich allerdings langsamer als das Kühlwasser und somit ist eine optimale Schmierung meist später erreicht, als die angezeigte Kühlwassertemperatur vermuten lässt. Logischerweise sollte erst ab diesem Zeitpunkt der Motor voll belastet werden. Weiterhin ist es so, dass sich die Viskosität des Öls mit dem Verlauf der Temperatur ändert.
Öltemperatur und Ölviskosität: Ist die Öltemperatur niedrig und das Öl zähflüssig, muss die Ölpumpe einen höheren Druck aufbauen, um das Öl zu fördern. Im Gegenzug kann eine hohe Öltemperatur den Schmierfilm abreißen lassen, da das Öl zu dünnflüssig ist. Temperaturen über 130°C sollten daher grundsätzlich vermieden werden.
Der Öldruck: Denn der Öldruck steht in direktem Zusammenhang mit der Öltemperatur. Bei kaltem Öl entstehen sehr hohe Drücke, je nach Motorrad teilweise über 10 Bar. Und bei heißem Öl und niedriger Drehzahl kann der Öldruck sogar unter 1 Bar fallen.
Wenn wir nun den Öldruck überwachen, kann uns das viele wichtige Aussagen liefern:
- Ist der Öldruck sehr hoch, dann ist der Motor (noch) kalt und sollte natürlich wenig belastet werden.
- Wenn der Öldruck auch bei warmem Motor ungewöhnlich hoch ist, kann hingegen eine Ölleitung verstopft sein, d.h. Weiterhin kann ein mechanisches Problem am Motor vorliegen.
- Und Schließlich kann es auch vorkommen, dass der Öldruck ganz abfällt oder pulsiert. Hier kann ein zu niedriger Ölstand die Ursache sein.
Und der Öltemperatur sollte grundsätzlich Beachtung geschenkt werden, allein schon, um sein Motor optimal warm zu fahren und so die einzelnen Bauteile vor unnötigem Verschleiß zu schützen. Hierfür hat unser CUMPAN ja noch einen integrierten Schaltblitz, der bei einem einstellbaren Schwellenwert von Drehzahl und Motortemperatur eine optische Rückmeldung gibt, dass die Drehzahl nicht weiter erhört werden sollte.
Verschiedene Arten von Öltemperaturanzeigen
Es gibt verschiedene Arten von Öltemperaturanzeigen für Motorräder, die sich in ihrer Messmethode und Genauigkeit unterscheiden:
- Öltemperaturmessstab: Diese werden anstelle des Ölmessstabs eingeschraubt. Allerdings messen diese oft nicht sehr exakt, da kein Fühler in's Öl eintaucht, sondern lediglich das Öl, das aufgewirbelt wird, an den "Messer" herankommt.
- Fühler in der Ölwanne: Die einzug vernünftige Option ist Fühler in Ölwanne, Anzeig im Cockpit. Kostet nicht viel und ist schnell eingebaut.
- Schraubfühler im Ablassgewinde: Wenn Du das ganz genau wissen willst, kommst Du über einen Schraubfühler im Ablassgewinde und eine digitale Anzeige nicht rum.
- Sensoren im Inneren des Motors: Die wahre Öltemperatur bei wassergekühlten Motoren oder auch anderen zu messen geht eigentlich nur mit Sensoren im Inneren des Motors am Ölkreislauf.
Erfahrungen mit verschiedenen Produkten
Einige Nutzer haben Erfahrungen mit Öltemperaturanzeigen von Louis und MotoDetail geteilt. Die angezeigte Temperatur lag dort ca. Die hatten früher Qualitätsprobleme (sollten nicht mehr im Handel sein). An meiner ZRX ist schon lange ein Ölthermometer von Moto Detail verbaut.
Die Ölthermometer, welche in die Öleinfüllöffnung geschraubt werden, können gar nicht die Ölthemperatur genau messen. Der "Messstab" ist viel zu kurz. Da wird ja nur ein wenig Öl drangespritzt und eher nur die "Lufttemperatur" im Motor gemessen.
Installation und Genauigkeit
Die Installation eines Fühlers in der Ölwanne erfordert das Bohren eines Gewindes. Arbeitsdauer: Einmal 2-3 Stunden und dafür Ruhe für den Rest des Motorradlebens. Zu Montage des Fühlers demontiert man die Ölwanne und bohrt an passender Stelle seitlich ein passendes Gewinde in die Wanne, setzt den Ölfühler und kontert ihn von innen mit einer Sicherungsmutter mit Metallsicherung.
Es ist wichtig zu beachten, dass die Genauigkeit der Messung von der Position des Fühlers abhängt. Die einzig vernünftige Lösung ist es wenn der Fühler im Hauptstrom der Ölversorgung sitzt. Nur dann gibts reelle Angaben. In der Wanne ist das Öl am kühlsten, das hilft auch nicht immer weiter.
Motor warmfahren
Um den Motor venrünftig warmzufahen (Bis 80° ÖlTemp = Halbe Drehzahl) ist so eine Anzeige ein MUSS. Das verlängert die Lebensdauer des Motors und sorgt dafür das auch ein alter Motor noch gut beieinander ist im vergleich mit dem unsensibel bewegten Exemplar. Aus alter Gewohnheit fahre ich mindestens 20km, bevor ich den Hahn weiter aufdrehe, das ist mir der Motor allemal wert.
Zusammenfassung
Die Wahl der richtigen Öltemperaturanzeige hängt von den individuellen Bedürfnissen und Ansprüchen ab. Es ist ratsam, verschiedene Optionen zu prüfen und die Vor- und Nachteile abzuwägen, um die beste Lösung für das eigene Motorrad zu finden.
Tabelle: Öltemperatur und Öldruck in Abhängigkeit der Temperatur
| Öltemperatur (°C) | Öldruck (bar) |
|---|---|
| 23 | 7 |
| 60 | 2.7 |
| 95 | 1.6 |
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