Für viele Motorradfahrer sind Leistungssteigerung und ein intensiveres Motorengeräusch wichtige Aspekte. Ein offener Luftfilter kann hier eine interessante Option darstellen. Doch was genau ist ein offener Luftfilter, wie funktioniert er, und welche Vor- und Nachteile sind damit verbunden? Dieser Artikel gibt Ihnen einen umfassenden Überblick.
Luftfilter kurz erklärt
Die normalerweise in Fahrzeugen verbauten Luftfilter bestehen aus Papier. Der klassische Luftfilter ist ringförmig oder rechteckig und besteht aus einem fächerförmig gefalteten, filterpapierähnlichen Gewebe zwischen zwei Deckeln. Aufgrund der Fächerform wird die Filterfläche deutlich vergrößert, sodass die Luft von Schmutz- und Staubpartikeln gereinigt wird, bevor sie zum Motor gelangt. Sie vermindern die Ansaugkraft der Luft im Motorraum. Ein stark verschmutzter Luftfilter kann zu Leistungseinbußen führen. In diesem Fall muss er ausgetauscht werden.
Ein offener Luftfilter kommt vor allem im Tuning-Bereich zum Einsatz, wenn nicht nur das Motorengeräusch intensiviert, sondern auch die Luftzufuhr in die Verbrennungskammern des Motors optimiert werden soll. Durch diese Tatsache entstand auch die Idee des offenen Filters: Wenn ein verschmutzter Luftfilter weniger Leistung bedeutet, müsste ein speziell konstruierter Luftfilter mehr Leistung erzeugen.
Offener Luftfilter - Funktion
Offene Luftfilter besitzen die Form eines geköpften Kegels und docken direkt am Ansaugtrakt an. Dadurch gelangt mehr Luft in den Motor, wodurch sich das Motorengeräusch um bis zu 30 Dezibel erhöht. Die durch den offenen Luftfilter erhöhte Luft- und Sauerstoffzufuhr sorgt dafür, dass im Verbrennungsraum mehr Kraftstoff in kürzerer Zeit verbrannt werden kann. Das würde die Antriebsleistung des Fahrzeugs von maximal fünf PS steigern.
Allerdings kann sich auch der Spritverbrauch um bis zu 10 % erhöhen und es können Kleinteile aus dem Motorraum angesaugt werden, die im Motor einen enormen Schaden verursachen können. Offene Luftfilter besitzen zudem keine zusätzliche Schicht, die den Schmutz auffängt. Der Vorteil ist die nicht notwendige Reinigung des Luftfilters.
Offene Sportluftfilter und Austauschfilter im Vergleich
Der Austauschfilter und der offene Filter dienen verschiedenen Zwecken und haben deshalb unterschiedliche Eigenschaften.
Austauschfilter
Oftmals wird der Austauschfilter als Schaumstofftrockenfilter betitelt. Er besteht aus Baumwollgewebe und kann dadurch Schmutzpartikel besonders effektiv auffangen. Aus diesem Grund gelten die Austauschfilter auch als die effizientesten. Je nachdem für welches Modell Fahrer sich entscheiden, kann mit diesem Filter eine Leistungssteigerung von bis zu 20 PS erreicht werden. Dabei wird der Motor jedoch nicht oder nur geringfügig lauter, da die Baumwolle eine dämmende Eigenschaft mit sich bringt.
Offene Sportluftfilter
Die offenen Filter haben keine zusätzliche Schicht, die Schmutz auffängt. Nicht nur die Leistung soll durch einen offenen Sportluftfilter gesteigert werden, sondern auch der Geräuschpegel. Die Form erinnert an einen geköpften Kegel und sitzt unmittelbar am Ansaugtrakt. Die Öffnung am Filter soll bewirken, dass mehr Luft angesaugt wird und dadurch mehr Kraftstoff verbrennt.
Deshalb gelangt durch diesen Filter mehr Luft in den Motor und das Motorengeräusch kann sich dadurch um bis zu 30 Dezibel erhöhen. Aus diesem Grund sind nicht alle offenen Sportluftfilter für den Straßenverkehr zugelassen. Diese Filter versprechen eine Leistungssteigerung von höchstens fünf PS. Der Spritverbrauch kann sich ebenfalls erhöhen und das um bis zu 10 Prozent.
Muss ein offener Luftfilter eingetragen werden?
Das kommt auf den Filter an. Werden Austauschfilter verwendet, die in das vorhandene Gehäuse eingesetzt werden können, ist keine gesonderte Zulassung nötig, da sie bereits eine ABE besitzen. Bei offenen Luftfiltern sieht das anders aus. Diese müssen vom TÜV abgenommen werden. Beim Kauf des offenen Luftfilters muss daher darauf geachtet werden, dass zumindest ein Teilegutachten vorliegt.
Die Kosten, um den offenen Luftfilter eintragen zu lassen, liegen zwischen 30 und 50 Euro. Bei einer Einzelabnahme wird es deutlich teurer. Dann können schon mal mehrere hundert Euro fällig werden. Trotz Teilegutachten kann es immer noch passieren, dass das Fahrzeug keinen TÜV bekommt. Daran kann die durch den offenen Luftfilter gesteigerte Lautstärke schuld sein. Schließlich gilt in Deutschland eine Grenze von 72 Dezibel. Liegt der Wert darüber, wird ein Verwarngeld fällig. Fehlt zudem noch die TÜV-Abnahme, wird es noch einmal teurer.
Sportluftfilter: die Nachteile
Sportluftfilter haben einige Charakteristika, die sie von den serienmäßigen Luftfiltern der Hersteller unterscheiden. Das Ansaug- bzw. Tuning-Effekt mit Sportluftfilter ist nicht gleich Leistungssteigerung. Mit einigen Sportluftfiltern lässt sich tatsächlich eine minimale Steigerung der Motorleistung erzielen. Doch der Tuning-Effekt liegt überwiegend im sportlichen Klang des Motors und nicht in der tatsächlichen Leistungssteigerung. Viel öfter kommt es zu Leistungsabfällen.
Gerade bei offenen Luftfiltern gelangt neben der Außenluft zusätzlich die heiße Luft aus dem Motorraum in den Motor. In solchen Fällen kann dem Aggregat dann sprichwörtlich „die Luft ausgehen“. Deshalb besitzen Turbomotoren auch einen Ladeluftkühler. Auch nicht auszuschließen ist ein höherer Spritverbrauch - wenn auch nur in geringem Ausmaß.
Ist ein Sportluftfilter erlaubt? Alles zu den Vorschriften
In der Regel müssen Sportluftfilter keine allgemeine Betriebserlaubnis für Fahrzeugteile (ABE) besitzen. Du darfst aber grundsätzlich nur Zubehör verbauen, welches mit einem Teilegutachten versehen ist. Deshalb ist es wichtig, dass du bei den Angaben des Herstellers unbedingt auf die Prüfzeugnisse, die von seriösen Prüforganisationen erstellt wurden, achtest. Zusätzlich ist eine sogenannte Einzelabnahme durch eine Prüforganisation (DEKRA, GTÜ, TÜV) ist erforderlich.
Die Betriebserlaubnis für das Fahrzeug kann erlöschen, wenn die baulichen Veränderungen durch den Sportluftfilter nicht gleich eintragen werden. In der Folge ist der Versicherungsschutz nicht mehr gegeben. Die Lärmbegrenzungen für Sportluftfilter: Prüfer untersuchen, ob die vorgenommenen Umbauten, den Grenzwert bezüglich der Geräuschintensität übersteigen. Welcher Grenzwert erlaubt ist, kann gegebenenfalls aus dem Fahrzeugschein (Zulassungsbescheinigung Teil I) entnommen werden. In Deutschland liegt die Grenze der Lärmbelästigung bei 80 Dezibel und sollte deshalb nicht überschritten werden.
Wenn der zulässige Grenzwert überschritten wird, kann die Betriebserlaubnis vorübergehend erlöschen. Erst, wenn alle baulichen Änderungen rückgängig gemacht sind, kann die Prüfstelle die Betriebserlaubnis erneut erteilen. Auch legen die Prüfer ihr Augenmerk auf das Abgasverhalten, denn durch den gestiegenen Kraftstoffverbrauch kann der Abgasausstoß zugenommen haben.
Wie schädlich ist ein Sportluftfilter?
Die Sportluftfilter können einen ungünstigen Nebeneffekt mit sich bringen. Durch ihre Beschaffenheit sind sie durchlässiger und filtern im Ergebnis oftmals nicht mehr ausreichend. Durch die stärkere Luftansaugung können Schmutzpartikel und kleinere Teile aus dem Motorraum in den Motor gelangen und dort Schäden verursachen.
Welcher Filter ist der beste - Austauschfilter oder offener Sportluftfilter?
Die einfachere Lösung bietet der Austauschfilter, der in das Original-Luftfiltergehäuse eingesetzt wird. Der Austauschfilter besteht aus Baumwolle, wohingegen herkömmliche Modelle Papierluftfilter sind. In der Theorie erhöht der Sportluftfilter die Luft- und Sauerstoffzufuhr. Damit bewirkt er im Verbrennungsraum eine kürzere Zeit, in der der Kraftstoff verbrannt wird. Demnach würde ein Sportluftfilter durch den stärkeren Luftstrom die Antriebsleistung des Fahrzeugs erhöhen.
Wie kann ich im Selbsttest den besten Sportluftfilter finden?
Leider besteht vor dem Kauf eines Sportluftfilters kaum die Möglichkeit, ihn ausgiebig zu testen. Auch wer sich den Sportluftfilter in einem anderen Auto in der Werkstatt oder einer Tuning-Messe vorführen lässt, kann keine Rückschlüsse auf das mögliche Verhalten eines solchen Sportluftfilters im Fahrzeug ziehen.
- Kompatibilität: Der Sportluftfilter sollte für das spezifische Fahrzeugmodell und -jahr geeignet sein. Nicht jeder Filter passt zu jedem Fahrzeug.
- Qualität: Ein guter Sportluftfilter sollte langlebig und effizient sein. Marken wie die oben genannten haben einen guten Ruf für Qualität.
- Leistung: Einige Sportluftfilter können eine geringfügige Leistungssteigerung bewirken, indem sie den Motor mit mehr Luft versorgen. Die Leistungssteigerung ist meistens minimal.
- Lautstärke: Sportluftfilter können den Klang des Motors verändern. Wer ein tieferes, sportlicheres Motorgeräusch bevorzugt, für den könnte ein Sportluftfilter eine gute Wahl sein. Aber wer ein ruhiges Fahrerlebnis bevorzugt, für den könnte ein Sportluftfilter nicht das Richtige sein.
- Pflege und Wartung: Einige Sportluftfilter sind waschbar und wiederverwendbar, was sie zu einer dauerhaften (wenn auch teureren) Option macht.
- Zertifizierungen und Prüfungen: Vor dem Kauf gilt es darauf zu achten, dass der Filter ein Teilegutachten hat und von einer Prüforganisation zugelassen ist, um Probleme bei der technischen Überprüfung zu vermeiden.
Was ist der beste Sportluftfilter?
Es ist schwierig, den besten Sportluftfilter zu bestimmen, da die Wahl stark vom Fahrzeug, den persönlichen Vorlieben und Zielen abhängt. Verschiedene Vergleichstests führen den Sportluftfilter vom Hersteller K&N als Testsieger auf. Das Modell mit Baumwollgewebe bekommt Bestnoten für seine Filterleistung und die Leistungssteigerung um bis zu 20 PS. Als Preis-Leistungs-Sieger kristallisiert sich der Pkw-Sportluftfilter von Delipop heraus. Dieser steht dem Top-Modell in kaum einem Punkt nach und setzt typisch für Sportluftfilter auf Baumwolle. Nur die Leistungssteigerung fällt mit zehn PS niedriger aus. Hauptunterschied ist der Preis.
Tabelle: Vor- und Nachteile von offenen Luftfiltern
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Erhöhte Luftzufuhr | Möglicher Anstieg des Kraftstoffverbrauchs |
| Intensiveres Motorengeräusch | Gefahr des Ansaugens von Kleinteilen |
| Potenzielle Leistungssteigerung (bis zu 5 PS) | Keine zusätzliche Schmutzfilterung |
| Nicht notwendige Reinigung (bei einigen Modellen) | Eintragungspflicht beim TÜV |
| Sportlicher Klang des Motors | Möglicher Leistungsabfall durch heiße Luft |
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