Fahrradkettenöl im Test: Welches Öl schützt am besten?

Die Fahr­radkette ist das Bauteil am Rad, das besonders oft Pflege braucht. Schmier­mittel verringern den Verschleiß der Kette, schonen die Zahnräder und erleichtern das Treten. Klassischer­weise kommen Öle, Sprays oder Ketten­fett zum Einsatz.

PFAS in Kettenölen: Ein Umweltproblem

PFAS − per- und poly­fluorierte Alkyl­substanzen − bauen sich in der Umwelt extrem lang­sam ab und können sich auch im Körper von Menschen und Tieren anreichern. Für einige PFAS sind Gesund­heits­risiken nachgewiesen. „Think Chemicals“, eine Initiative des dänischen Verbraucherrats, hat im Jahr 2023 in etlichen Ketten­ölen PFAS nachgewiesen.

Nur in sieben Produkten steckten weder PFAS noch andere umwelt­schädliche Substanzen. Der Umwelt zuliebe raten wir, bereits gekaufte Produkte mit PFAS nicht zu verwenden. In der Liste der Inhalts­stoffe sollten Begriffe wie „Fluoro­polymer“, „Fluorinated compound“ und auch „Teflon“ nicht auftauchen.

Da die öffent­liche Aufmerk­samkeit für die schädlichen Wirkungen der Fluorchemikalien in den vergangenen Jahren stark gewachsen ist, kann es sein, dass seit dem dänischen Test auch einige der PFAS-haltigen Kettenöle und -sprays verändert wurden.

Die Vielfalt der Kettenöle im Test

Die schiere Flut an Produkten für die Fahrradkette lässt Köpfe wie Kurbeln kreiseln. Obendrein bieten manche Hersteller inzwischen auch noch Öle und Schmiermittel auf Nano-Partikel-Basis sowie Spezial-Produkte mit Zauber-Zutaten wie Graphen. Kostenpunkt: schlappe 129,95 Euro für 140 Milliliter. Doch brauchen Ketten wirklich all diese Spezial-Mittelchen, um geschmeidig über die Kassette zu gleiten und den Verschleiß am Antrieb so gering wie möglich zu halten?

Wir gehen der Frage auf den Grund und testen 18 Allround-Schmierstoffe für die Fahrrad-Kette der wichtigsten Hersteller am Markt. Gute Kettenöle schon für kleines Geld. Unser aufwändiger Labortest gibt Aufschluss über die tatsächlichen Qualitäten der Schmiermittel und zeigt: gute Schmierung muss nicht teuer sein. Schon ab 4,40 Euro pro 100 Milliliter finden sich am Markt hochwertige Produkte, die der Kette ein langes Leben ermöglichen.

Testergebnisse im Detail

Im Folgenden werden einige der getesteten Kettenöle im Detail vorgestellt:

Antidot Kettenöl

Preis: 8,72 Euro
Inhalt: 50 ml
Preis pro 100 ml: 17,44 Euro
Fazit: LABOR Vorbildlich schmierfähig, gute Viskosität, aber sehr geringer Rostschutz und mittelmäßiges Kriechverhalten. PRAXIS Antidot gefällt durch seine sämige Konsistenz und feine Dosierbarkeit. Die Verpackung ist handlich, der Verschluss kindersicher. Relativ teuer.

Atlantic Dry11

Preis: 9,41 Euro
Inhalt: 125 ml
Preis pro 100 ml: 7,53 Euro
Fazit: LABOR Beide Testläufe brachen nach ca. zwei Minuten ab: Schmierfilmriss, Fresser. Hoher Lösemittelgehalt. Sehr guter Korrosionsschutz. PRAXIS Dry11 kriecht hervorragend, klebt wenig, ist aber extrem dünnflüssig und tropft stark ab.

Ballistol Keramik-Kettenöl

Preis: 5,09 Euro
Inhalt: 65 ml
Preis pro 100 ml: 7,83 Euro
Fazit: LABOR Das Mineralöl mit Keramikfeststoffen schmiert gut, die Partikel bremsen aber den Leichtlauf. Es kriecht passabel, der Rostschutz ist top. PRAXIS Sehr zäh, lässt sich aber gut auftragen und dosieren, klebt nur wenig.

Dr. Wack F100 Trocken-Schmierstoff

Preis: 8,76 Euro
Inhalt: 50 ml
Preis pro 100 ml: 17,52 Euro
Fazit: LABOR Solide Schmierfähigkeit im oberen Mittelfeld. Ausgewogenes Verhältnis zwischen Korrosionsschutz, Kriechverhalten und schneller Abbindung. PRAXIS Gute Flasche mit langer Tülle für gute Tropfdosierung und exakte Platzierung. Etwas dünnflüssig. Relativ teuer.

Finish Line Kettenöl Synthetisch

Preis: 6 Euro
Inhalt: 60 ml
Preis pro 100 ml: 10 Euro
Fazit: LABOR Schmiert sehr gut, kriecht aber schlecht und schützt kaum vor Korrosion. Nur einzelne Bestandteile sind synthetisch. PRAXIS Oberflächen bleiben lange klebrig. Gut aufzutragen, doch bei drei Testern zerbrach der Schraubdeckel.

Hanseline Kettenwachs

Preis: 7,50 Euro
Inhalt: 100 ml
Preis pro 100 ml: 7,50 Euro
Fazit: LABOR Die Wachspartikel benötigen relativ lange, bis sie eingelaufen sind und Schmierwirkung erzeugen. Die Reibwerte fallen relativ hoch aus. Nur gering ausgeprägter Rostschutz. PRAXIS Muss intensiv geschüttelt werden. Lässt sich leicht auftragen, zieht geschmeidig ein. Der Tropfverschluss setzt sich zu.

Holmenkol Performance Lube

Preis: 14,99 Euro
Inhalt: 100 ml
Preis pro 100 ml: 14,99 Euro
Fazit: LABOR Schmiert sehr gut, wenn auch im Verlauf der Testdauer leicht nachlassend. Kriecht noch ordentlich, zieht aber Schmutz an; passabler Rostschutz. PRAXIS Sehr gut dosierbar, praxisgerechte Viskosität, zieht geschmeidig ein.

Kettenwixe Duraglide

Preis: 6,95 Euro
Inhalt: 50 ml
Preis pro 100 ml: 13,90 Euro
Fazit: LABOR Die Schmierfähigkeit liegt im soliden Mittelfeld. Gutes Kriechverhalten, top Rostschutz, haftet aber nur mäßig. PRAXIS Gut dosierbar trotz großer Auslassöffnung. Zieht gut ein.

Motorex Dry Power Performance Lube

Preis: 17,9 Euro
Inhalt: 300 ml
Preis pro 100 ml: 5,96 Euro
Fazit: LABOR Das einzige Spray im Test schmiert ordentlich. Dank hohem Lösemittelanteil kriecht das Öl sehr gut und schützt vor Rost; zieht Schmutz an. PRAXIS Für ein Spray ist der Strahl gut fokussiert, dennoch bildet sich Sprühnebel, der danebengeht. Dünnflüssig, eher schlecht dosierbar.

Muc-Off Kettenöl für Trockenheit

Preis: 12,49 Euro
Inhalt: 120 ml
Preis pro 100 ml: 10,40 Euro
Fazit: LABOR Schmiert noch gut, Kriechfähigkeit, Rostschutz und Schmutzanhaftung sind aber mäßig. PRAXIS Handliche Flasche, lange Tülle. Wässrige Konsistenz, tropft stark. Parfümiert.

Pedro’s Syn Lube

Preis: 9,99 Euro
Inhalt: 100 ml
Preis pro 100 ml: 9,99 Euro
Fazit: LABOR Schmiert konstant bei akzeptablem Reibwert. Kein Synthetiköl, nur synthetische Komponenten. Bei Rostschutz, Kriechfähigkeit und Schmutzanhaftung eher schwach. PRAXIS Gut dosierbar, handliche Flasche und Tropfverschluss, gut sichtbar beim Auftrag.

R.S.P. Red Oil

Preis: 6,95 Euro
Inhalt: 50 ml
Preis pro 100 ml: 13,90 Euro
Fazit: LABOR Hoher Anteil an Festschmierstoffen, schmiert noch ordentlich, der Reibwert ist der höchste im Test. Sonst passabel, außer beim Korrosionsschutz. PRAXIS Dank der roten Farbe gut zu sehen, zäh, fein dosierbar, sehr exakt aufzutragen.

Sonax Bike Silikon Kettenpflegeöl

Preis: 5,99 Euro
Inhalt: 50 ml
Preis pro 100 ml: 11,98 Euro
Fazit: LABOR Silikonzusätze verursachen hohe Reibung zu Messbeginn, was sich dann auf akzeptablem Niveau einläuft. Schmutzabweisung, Rostschutz und Kriechverhalten unter dem Durchschnitt. PRAXIS Handliches Fläschchen, gut für unterwegs, prima dosierbar, sehr zähfließend.

Tunap Chain Oil Ultimate

Preis: 12,95 Euro
Inhalt: 100 ml
Preis pro 100 ml: 12,95 Euro
Fazit: LABOR Gute Schmierfähigkeit bei hervorragend niedrigem Reibwert. Kriecht nur mäßig und zieht Schmutz an, dafür sehr hoher Korrosionsschutz. PRAXIS Prima zu dosieren und aufzubringen dank langer Tülle; zähe, gut zu kontrollierende Tropfen.

Wash'n Roll Bio-Antriebsöl

Preis: 9,70 Euro
Inhalt: 50 ml
Preis pro 100 ml: 19,40 Euro
Fazit: LABOR Beide Testläufe brachen nach etwa einer Minute ab. Das Weißölprodukt konnte die Prüfkörper sehr schnell nicht mehr voneinander trennen. Es kriecht nicht sehr gut, bietet schwachen Rostschutz, bindet aber wenig Schmutz. PRAXIS Harte Flasche, daher schlecht dosierbar. Teuerstes Produkt im Test.

WD-40 Bike Kettenöl Dry

Preis: 10,49 Euro
Inhalt: 100 ml
Preis pro 100 ml: 10,49 Euro
Fazit: LABOR Stark lösungsmittelhaltig. Abbruch durch Schmierfilmabriss im ersten Durchgang; mittelhoher Reibwert. Kriecht und schützt relativ gut gegen Rost. PRAXIS Sehr dünnflüssig, stark tropfend. Auslass-öffnung zu groß, schlecht dosierbar.

Weldtite Sport Kettenfluid

Preis: 9,95 Euro
Inhalt: 100 ml
Preis pro 100 ml: 9,95 Euro
Fazit: LABOR Relativ hoher Reibwert, doch gute Trenn-und Schmierwirkung. Stark lösungsmittelhaltig. Kriecht prima, jedoch schwacher Korrosions- und Schmutzschutz. PRAXIS Durchsichtige Flasche, kindersicherer Verschluss. Gut dosierbar, zieht gut ein.

Zéfal Chain Wax Extra Dry

Preis: 9,95 Euro
Inhalt: 120 ml
Preis pro 100 ml: 8,29 Euro
Fazit: LABOR Beide Testläufe brachen nach 40 und 50 Sekunden ab; Wachs- und keramische Partikel in der milchigen Lösung hielten dem Prüfdruck nicht stand. Nur schwach kriechfähig, doch akzeptable Schmutzabweisung und Korrosionsschutz. PRAXIS .

Die Bedeutung der Kettenpflege

Ohne eine gut geölte Kette läuft am Mountainbike buchstäblich nichts. Aber ist das teuerste Öl auch das beste? Wir haben 16 Kettenöle in Labor und Praxis getestet.

Öl ist nicht gleich Öl - das weiß jeder, der schon mal Motoröl für sein Auto kaufen wollte. Unterschiedliche Spezifikationen und eine große Preisspanne machen die Auswahl gar nicht so leicht.

Ähnlich verhält es sich auch mit Kettenöl für das Fahrrad. Die Preise variieren zum Teil ungewöhnlich stark. So kostet das preiswerteste Öl in diesem Test schmale 6 Euro mit 65 ml, das teuerste aber rund 32 Euro mit nur 50 ml - ob da doch flüssiges Gold drin ist? Beim genaueren Blick auf die Flasche springen einen dann noch Fachbegriffe an wie PTFE, Teflon, Silikon, Keramik oder Graphit - die wir in einem Glossar erklären. Und zu guter Letzt gibt es auch noch Öle für schlechtes und welche für trockenes Wetter. Wie soll man sich da nur richtig entscheiden?

So wurde getestet

Um die Wahl zu vereinfachen, haben wir 16 Fahrrad Kettenöle in Labor und Praxis getestet. Dabei entschieden wir uns für Kettenöle, die für nasse Bedingungen geeignet sind, insofern der jeweilige Hersteller diese im Programm führt. Warum? Ganz einfach, beim Mountainbiken sind Matsch und Nässe zumindest in unseren Gefilden einfach sehr häufig gegeben. Dünnflüssige Öle für trockenes Wetter sind eher für Rennradfahrer interessant.

Auch die Hersteller selber raten eher zu dickflüssigen Ölen. Wir testeten außerdem ausschließlich Tropfflaschen. Mit diesen gelingt die Dosierung besser und sie sind effektiver.

Praxistest

Da es auf dem Trail schwer ist, vergleichbare Bedingungen herzustellen, haben wir den Praxistest auf die Handhabung beschränkt. Im Fokus: die Dosierbarkeit. Darunter verstehen wir, wie dünn oder dickflüssig das Öl ist, wie gut die Pipette der Flasche ist und wie sich der Flaschenkörper eindrücken lässt. Diese drei Faktoren findest du unter dem Faktor Handhabung.

Labortest

In unserem Auftrag testete das Labor der NOLD Hydraulik und Pneumatik GmbH in Bad Waldsee die 16 Kettenöle auf ihre Schmierfähigkeit und den Verschmutzungsgrad. Im ersten Schritt wurde die Schmierstoffprüfung nach Brugger (DIN 51347) durchgeführt. Dabei wird das Öl auf einen Prüfzylinder aufgetragen und mit Druck gegen einen rotierenden Prüfring gepresst. Anschließend werden die Schleifspuren auf dem Prüfzylinder automatisch ausgemessen und ein Belastungswert in N/mm² angegeben.

Beim Reinheitstest misst ein Laser die Verschmutzung, indem er die Anzahl der Kleinstpartikel im Öl zählt. Nach unterschiedlichen Größen werden die Partikel im Mikrometerbereich sortiert und nach ISO 4406:1999 in drei Reinheitsklassen klassifiziert.

Unterschied Kettenöl für nasse und trockene Bedingungen

Nass-Kettenöle sind für den Einsatz bei schlechtem Wetter optimal. Ein dickeres Grundöl ist mit Haftvermittlern versehen. Die Kette wird mit einem Schutzmantel umgeben. Nachteil: Auch Schmutz haftet besser an der Kette.

Öl für trockenes Wetter (nicht zu verwechseln mit Trockenschmiermittel) ist dünner, dringt besser in die Laschen und Glieder ein. Es ist weniger sichtbar, wäscht sich aber auch schnell wieder ab.

Weitere Testergebnisse und Empfehlungen

Die Kettenöle im Überblick:

KettenölPreis pro 100 MilliliterNote
Antidot Kettenöl17,90 Eurosehr gut
Brunox Top-Kett11,72 Eurogut
Dr. Wack F100 Kettenöl17,98 Eurogut
Dynamic All Round Lube9,40 Eurobefriedigend
Finish Line Cross Country Kettenöl6,66 Eurogut
Hanseline MTB Kettenöl4,40 Eurobefriedigend
Muc-Off Kettenöl für Nässe9,13 Eurobefriedigend
Shimano Wet Lube7,96 Eurogut
SKS Lube your chain17,32 Eurogut
WD-40 Bike Kettenöl Wet10,49 Eurosehr gut
Zéfal Extra Wet Chain lube8,29 Eurogut

Ein wichtiger Aspekt ist außerdem, dass die meisten Öle aus nicht abbaubarem Mineralöl bestehen und somit umweltschädlich sind. Doch es gibt auf dem Markt auch viele Bio-Öle.

Die Bedeutung von Bio-Ölen

Ein Grund mehr, in der Zukunft auf biologisch abbaubare Öle zu setzen, die, wie unser Test zeigt, keinesfalls schlechter sein müssen.

Der Begriff Bio ist dabei dehnbar wie Kaugummi und nicht in jedem Öl steckt ausreichend davon. Als biologisch leicht abbaubar - und das ist die Grundvoraussetzung, die ein modernes Bio-Schmiermittel erfüllen muss - gelten Produkte, die spätestens nach 28 Tagen zu mindestens 60 Prozent abgebaut sind. Die Prüfnorm OECD 301 ist dabei auch wesentliche Grundlage für die Vergabe anerkannter Umweltzeichen wie das EU-Ecolabel oder der Blaue Engel. Nicht alle Produkte im Test entsprechen diesen Anforderungen.

Das wichtigste Argument für Biker aber, in Zukunft auf Bio-Schmierstoffe zu setzen, sind die Ergebnisse aus unserem aufwändigen Test: Die besten Bio-Produkte schmieren nämlich mindestens so gut wie die Gewinner aus unserem letzten Vergleich 2020.

Die unterschiedlichen Basisöle: Bei den Grundölen unterscheidet man Mineralöle, synthetische Öle und Pflanzenöle. Wobei synthetische Öle sowohl auf Mineralölbasis als auch auf Pflanzenbasis erzeugt werden können. Synthetische Öle fossilen Ursprungs sind nach heutigem Stand der Technik NICHT leicht biologisch abbaubar. Mineralöle per se nicht. Trotzdem werden z. B. Weißöle unter dem Begriff Bio vermarktet.

Zusätzliche Testinformationen und Bewertungen

Hier sind einige zusätzliche Informationen und Bewertungen zu den getesteten Bio-Kettenölen:

Antidot Kettenöl

Labor: Vorbildliche Schmierfähigkeit und passabler Korrosionsschutz, angenehme Viskosität, aber geringe Kriechfähigkeit.

Praxis: Fein dosierbar durch sämige Konsistenz. Die handliche, feste Flasche drückt sich etwas schwer. Kappe mit Kindersicherung. Keine Nachfülloption und relativ teuer.

Bewertung: Umweltverträglichkeit: 9 von 10 Punkten, Schmierfähigkeit: 10 von 10 Punkten, Kriechfähigkeit: 4 von 10 Punkten, Korrosionsschutz: 7 von 10 Punkten, Handhabung: 9 von 10 Punkten. BIKE-Urteil: sehr gut.

Atlantic Bio-Kettenöl

Labor: Mäßiger Verschleißschutz und geringer Korrosionsschutz, bei geringen Kräften solide und anhaltende Schmierleistung.

Praxis: Handliche Flasche mit feiner Tülle, leicht zu drücken und sauber punktuell aufbringbar. Etwas klebrig. Inzwischen mit recycelter Verpackung erhältlich.

Bewertung: Umweltverträglichkeit: 9 von 10 Punkten, Schmierfähigkeit: 7 von 10 Punkten, Kriechfähigkeit: 5 von 10 Punkten, Korrosionsschutz: 4 von 10 Punkten, Handhabung: 10 von 10 Punkten. BIKE-Urteil: gut.

Danico Biotech Ketten Kaiser

Labor: Schmierstoff auf Basis von Sonnenblumenöl. Bei Reibung und Verschleiß im Mittelfeld, überzeugend bei Korrosionsschutz. Hohe Viskosität mit mäßigem Kriechverhalten.

Praxis: Sehr fein aufzutragen und dabei nicht zu klebrig. Verpackung mit geringem Recycle-Anteil, beim Händler nachfüllbar.

Bewertung: Umweltverträglichkeit: 10 von 10 Punkten, Schmierfähigkeit: 7 von 10 Punkten, Kriechfähigkeit: 4 von 10 Punkten, Korrosionsschutz: 10 von 10 Punkten, Handhabung: 10 von 10 Punkten. BIKE-Urteil: sehr gut.

Dr. Wack F100 Bio Kettenöl

Labor: Durchgehend solider Reibwert und sehr guter Verschleißschutz. Schützt noch gut vor Korrosion, kriecht aber nur mäßig.

Praxis: Mit eine der besten Tropfflaschen im Vergleich, zudem zum großen Teil aus Recycling-Material. Dank mittlerer Viskosität auch ohne Tropfen leicht und sauber aufzutragen.

Bewertung: Umweltverträglichkeit: 9 von 10 Punkten, Schmierfähigkeit: 10 von 10 Punkten, Kriechfähigkeit: 4 von 10 Punkten, Korrosionsschutz: 7 von 10 Punkten, Handhabung: 10 von 10 Punkten. BIKE-Urteil: sehr gut.

Dynamic Bio Allround Lube

Labor: Bei Schmierfähigkeit nur im hinteren Bereich, auch der Verschleiß ist eher hoch. Dafür schützt das Öl zuverlässig vor Korrosion. Kriecht trotz geringer Viskosität nur mäßig.

Praxis: Tropft schon beim Kippen leicht aus der Flasche, aufgrund der dünnflüssigen Konsistenz weniger sauber dosierbar.

Bewertung: Umweltverträglichkeit: 7 von 10 Punkten, Schmierfähigkeit: 6 von 10 Punkten, Kriechfähigkeit: 4 von 10 Punkten, Korrosionsschutz: 10 von 10 Punkten, Handhabung: 8 von 10 Punkten. BIKE-Urteil: gut.

Hanseline Bio MTB Oil

Labor: Der Reibwert ist sehr gut, doch die unruhige Messkurve deutet auf unharmonische Schmier-Performance hin. Mäßiger Verschleißschutz, dafür top Korrosionsschutz.

Praxis: Muss lange geschüttelt werden, damit sich die Graphen-Partikel verteilen. Ansonsten angenehme Viskosität und tropffreie Dosierung.

Bewertung: Umweltverträglichkeit: 6 von 10 Punkten, Schmierfähigkeit: 7 von 10 Punkten, Kriechfähigkeit: 4 von 10 Punkten, Korrosionsschutz: 10 von 10 Punkten, Handhabung: 8 von 10 Punkten. BIKE-Urteil: befriedigend.

Allgemeine Tipps zur Kettenpflege

Die Fahrradkette sollte regelmäßig gereinigt und geölt werden. Bei der eigenen Fahrradinspektion oder auch vor längeren Fahrradtouren ist die Pflege der Kette ein Pflichtprogramm. Wirklich jeder Fahrradbesitzer sollte die Fahrradkette regelmäßig pflegen und daher etwas Fahrrad Kettenöl sein Eigen nennen. Die Anwendung ist wirklich einfach und der Nutzen ist sehr hoch. Preislich kann man bereits für unter 10 Euro einen guten Schutz für die Fahrradkette herstellen.

Vor dem Einölen die Fahrradkette reinigen

Vor dem erneuten Einölen sollte die Fahrradkette gereinigt werden. Dazu kann ein normaler Lappen genutzt werden, mit diesem wird die Fahrradkette abgeputzt. Eine Methode für eine einfache Reinigung ist: Das Fahrrad auf den Kopf stellen und den Lappen an einer Stelle der Kette halten. Jetzt wird mit der Pedale eine Tretbewegung ausgeführt. Die Kette gleitet nun durch den Lappen und reinigt sich.

Wer es sich zutraut, der kann, falls vorhanden, das Kettenschloss öffnen und die Fahrradkette vom Rad abnehmen und in einem Bad einlegen und reinigen. Zur Reinigung der Kette können auch Bürsten oder kleine Kettenreiniger zum Einsatz kommen. Es sollte keine grobe Drahtbürste genutzt werden. In diesem Zuge sollten auch die Kassette bzw. die Zahnräder am Fahrrad gereinigt werden. Auch hieran kleben Reste aus Öl und Dreck.

Verschiedene Funktionen des Kettenöls

Ist die Kette von Schmutz und altem, verklebten Fett befreit, muss die Fahrradkette wieder mit Öl beschmiert werden. Das Fahrradöl hat dabei folgende Funktionen:

  • Es verringert die Reibung zwischen der Kette und den Zahnrädern und zwischen den Kettengliedern
  • Es schützt die Fahrradkette vor Korrosion
  • Eine Geräuschminderung ist ebenfalls möglich

Befindet sich ein leichter Ölfilm auf den Gliedern, kann Feuchtigkeit die Kette nur schwer angreifen. Gleichzeitig können sich die Kettenglieder besser bewegen und die Reibung und Abnutzung wird verringert. Dies ist übrigens auch der Grund, wieso man beim Reinigen mit dem Hochdruckreiniger vorsichtig sein sollte. Das Fett in den Lagern und an deren Bauteilen ist wichtig, der hohe Druck des Hochdruckreinigers spült dies heraus und die Funktion des Fettes ist nicht mehr gegeben.

Öl oder Spray

Damit das Kettenöl auch jede Stelle an der Kette erreicht, sollte es von der Viskosität leichtgängig sein und nicht „harzen“ oder kleben. Auch sollte darauf geachtet werden, dass das Fahrrad Kettenöl für niedrige Temperaturen geeignet ist. Öle neigen bei Minusgraden dazu zu verdicken. Sprays haben oftmals eine bessere Kriechfähigkeit als die Gebinde aus der kleinen Flasche.

Neues Fahrrad Kettenöl auftragen

Das neue Kettenfett kann entweder ebenfalls mit einem Lappen oder mit einer Sprühflasche aufgetragen werden. Es wird dabei oftmals wesentlich weniger Fett benötigt, als man denkt. Steht das Fahrrad noch auf dem Kopf oder ist es im Fahrrad Montageständer eingespannt, kann die Fahrradpedale wieder gedreht werden. Diesmal bitte langsam kurbeln, denn durch zu hohe Drehzahlen fliegt das frisch aufgetragene Öl sonst direkt wieder von der Kette.

Dreht sich die Kette, kann das Öl im Bereich der Zahnräder auf die Kette gegeben werden. Der positive Nebeneffekt ist: auch das Zahnrad wird direkt mit eingeschmiert. Achtung: Es ist darauf zu achten, dass beim Einölen der Fahrradkette kein Schmiermittel (Fahrradöl) auf die Felgen oder Bremsbeläge gelangt. Scheibenbremsen sind unter Umständen mit einem Tuch abzudecken.

Fahrrad Kettenöl für trockene und nasse Fahrten

Wer mit seinem Rad nur bei gutem Wetter fährt und wenig durch Regen fahren muss, der kann ein Kettenöl für trockene Bereiche wählen. Das Kettenöl für Trockenheit sammelt weniger Dreck und ist optimal für die Touren im Sommer und bei gutem Wetter geeignet. Das Öl für trockene Fahrten bietet sich auch für den winterlichen Wechsel beim Rollentrainer an.

Wer mit seinem Rad im Alltag unterwegs ist, sollte hingegen auf ein Kettenöl setzen, das auch von Wasser oder Schnee nicht so schnell abgewaschen wird (Wet Lube). Gerade beim Fahrradfahren im Winter, wird die Kette oft mit einem Wasser-Salz-Gemisch getroffen. Bei unzureichendem Schutz beginnt die Kette an zu rosten.

Mit einer geölten Kette macht das Radfahren mehr Spaß. Eine gut geschmierte Kette ist eine wichtige Voraussetzung, damit das Radfahren dauerhaft Spaß macht.

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0