Das Motoröl ist ein wesentlicher Faktor für die Leistung und Lebensdauer des Motors.
Bitte immer die korrekte Ölgüteklasse für die niedrigste vor dem Ölwechsel zu erwartende Temperatur verwenden.
Den richtigen Füllstand messen
Motoröle immer bei warmem Motor messen.
Gemessen werden, bis auf die Street und V-Rod Modelle, alle Modelle auf dem Seitenständer.
Hierzu befindet sich ein kleiner Vermerk auf dem jeweiligen Peilstab.
V-Rod und Street Modelle werden in gerader Position gemessen.
Bitte prüfe immer zusätzlich die Angaben in Deiner Betriebsanleitung.
Die Differenz zwischen minimaler und maximaler Füllmenge beträgt 0,9 Liter.
Motor- und Getriebeöle
HD's besitzen keinen Ölsumpf als Reservoir in dem Sinne für's Motoren-Öl.
Alles klar.
Die TC88 haben unterhalb der Ölpumpe noch eine Ablassschraube für solche Fälle.
Hatte ich auch schon mal auf und da kam noch ca. ein viertel Liter Öl heraus.
Aber Vorsicht, da ist ein konisches Gewinde drauf.
Also mit Bedacht anziehen.
Zudem brauch man einen Innenvierkantschlüssel.
Wenn man sich das nicht zutraut, dann evt. doch lieber einen Liter Öl opfern und etwas spühlen.
Gabelöl wechseln
Wer beim Stichwort Gabelöl nachdenklich die Stirn runzelt oder sich zuckend wieder seiner Werkbank zuwendet, der friemelt entweder an einem verwegenen Springer-, Blattfeder- oder Girder-Chopper rum oder ist überzeugter Altmetallfreund und hält sich an Maschinen mit Baujahr vor 1949.
Denn justament 1949 tauchten vorne an der neuen Harley-Davidson Panhead-Baureihe „Hydra Glide“ die ersten, eben hydra-ulisch gefederten (Tele)-Gabeln an den Milwaukee-Mühlen auf: Stahlrohr ragt in Stahlrohr und ganz im Innern arbeitet eine Feder im Ölbad und kämpft für Dämpfung gegen die Unebenheiten der Fahrstrecke.
Dabei entsteht einerseits Abrieb und Verschleiss - andererseits lässt sich mit der Viskosität des Öls die Dämpfung regulieren: 30 W war Milwaukee-Standard bis 1978, bzw. bis 1984 für FL-Modelle.
Also schon die eher straffere Nummer.
Danach war 20 W die Befüllung ab Werk.
Wer‘s gern ein bisschen weicher hat, nimmt 15 W.
Oder mischt sich seinen „Viskocktail“ selber.
Die modellspezifischen Füllmengen, die Wechselintervalle und wo die Ablassschrauben sitzen - das alles ist wie immer ins Original-Handbuch gelötet oder steht in einem Reparaturhandbuch wie dem „Clymer“.
Das hilft auch, um vielleicht schon im Vorfeld die passenden Dichtungen für die diversen Schraubstellen zu bestellen.
Schritte zum Wechsel des Gabelöls
- Das Bike senkrecht aufbocken,z.B. mit Becker Minilift, 97-441, das Vorderrad muss deutlich entlastet sein.
- Ablaufendes Gabelöl neigt durch die dünne Röhre zum pulsigen Sabbern, also vorsichtshalber Ölauffangmatte 81-000 unter dem Vorderrad platzieren.
- Wer ölige Geschäfte gern reibungslos abwickelt, biegt schon mal den PanAm Oil Slide zurecht, um die Plörre in den Auffangbehälter zu bugsieren.
- Zuerst oben an der Gabel die großen Federhalteschrauben mit passendem Schlüssel oder variablem Gerät wie dem Knipex Zangenschlüssel lockern und herausdrehen, damit das Öl überhaupt abfließen kann.
- Jetzt die Ölablassschrauben auf beiden Seiten mit passendem Werkzeug lockern, und dann herausdrehen, Öl ablassen und auffangen.
- Geduld, bis wirklich alles rausgesuppscht bzw. final rausgetröpfelt ist.
- Die Ablassschrauben bei Bedarf säubern oder erneuern und evtl. mit neuer Dichtung wieder eindrehen und korrekt festziehen.
- Jetzt kommt das neue Gabelöl rein.
- Messbecher und Trichter sind Minimal-Ausstattung, der PS-Ölstandeinsteller für Telegabeln (91-891) ist das perfekte Werkzeug.
- Die korrekte Menge dem Handbuch entnehmen und schön langsam einfüllen, für möglichst wenig Luftbläschen durch Aufwirbelung.
- Federhaltemuttern wieder eindrehen und mit dem richtigen Drehmoment festziehen (auch hier hilft der kurze Blick ins Handbuch).
- Zeit für die gründliche Überprüfung, dass das Öl nur dort gelandet ist, wo es hin sollte.
- Öl auf Reifen oder Bremsen - keine gute Idee.
- Alles sauber? Dann Bingo, das nächste Schlagloch kann kommen.
Aus Erfahrung weisen wir hier nochmal auf die Möglichkeit hin, in jeder Phase kniffliger Arbeiten oder in Momenten mit vielen Fragezeichen unseren Service zu kontaktieren - da sind Tausende von Meilen auf allen Straßen und zig Stunden in der Werkstatt am Telefon.
Internetforen mit selbsternannten Experten und Geheimtipps können durchaus nützliche Anregungen und Ideen liefern, sollten aber immer kritisch hinterfragt werden, denn grade, wenn‘s um substantielle Dinge wie Fahrwerk, Gabeln, Bremsen etc. hinüber gehen.
Zusätzliche Tipps zur Fahrzeugpflege
Eine regelmäßige Motorrad-Wäsche und Grundreinigung sorgt für einen Werterhalt und eine lange Freude an deiner Harley-Davidson.
Motorradwäsche
Besonders sauber wird das Bike, wenn Du es per Hand wäschst.
Dafür solltest Du zunächst den Dreck mit Wasser einweichen und dann einen Motorradreiniger aufsprühen.
Beachte dabei auch versteckte Stellen und lasse den Reiniger einige Zeit arbeiten.
An besonders verdreckten Stellen darf dieser besonders üppig aufgetragen werden.
Nach der Einwirkzeit nimmst Du einen Schwamm zur Hand und schrubben das Motorrad gründlich ab.
Gib dabei nie zu viel Druck und wasche den Schwamm immer wieder in einem Eimer mit Wasser aus.
Dadurch verhinderst Du, dass empfindliche Stellen durch kleine Schmutzpartikel zerkratzt werden.
Anschließend wird das Bike mit klarem Wasser abgespült, bis kein Schaum mehr zu sehen ist.
Achte auch dabei wieder auf die versteckten Stellen.
Reinigung mit Hochdruckreiniger
Das Motorrad mit einem Hochdruckreiniger zu säubern, ist eine Arbeit, bei der besonders viel Fingerspitzengefühl gefragt ist.
Halte immer einen Sicherheitsabstand ein, je nach Art des Strahls sollte dieser zwischen 0,5 und 2 Metern liegen.
Dadurch verhinderst Du, dass sensible Teile durch den Hochdruckreiniger beschädigt werden oder Wasser in empfindlichen Bereiche eindringt.
Lasse den Motorblock und andere sehr sensible Teile aus.
Ansonsten kannst Du mit dem Hochdruckreiniger über das gesamte Motorrad hinweg entlang arbeiten und dadurch besonders hartnäckigen Schmutz gut entfernen.
Felgen reinigen
Gerade die hintere Felge ist bei einem Motorrad häufig stark verschmutzt.
Nutze dafür einen Felgenreiniger, um auch hartnäckige Verkrustungen zu entfernen.
Zudem können damit auch Stellen erreicht werden, die nur schwer zugänglich sind.
Achte darauf, dass der Felgenreiniger frei von Säure ist, damit die Oberfläche der Felge nicht angegriffen wird.
Manche Reiniger wechseln nach dem Auftragen ihre Farbe, daran erkennst Du, dass der Reinigungsvorgang beendet ist und der Reiniger wieder entfernt werden kann.
Anschließend empfiehlt sich eine Felgenversiegelung, damit die Felge wieder gut geschützt ist.
Das Motorrad polieren
Das Motorrad zu polieren halten viele für eine unnötige Tätigkeit.
Doch gerade dadurch erhalten alle Teile wieder einen schönen Glanz und das Motorrad sieht optisch hochwertig aus.
Zudem schützt Du so dein Bike vor äußeren Einflüssen.
Vor jeder Politur sollten alle Teile gründlich gesäubert werden, anschließend kann es losgehen:
Chrom-Teile
Gerade Chromteile sollten Sie regelmäßig polieren.
Diese sehen sehr hochwertig aus, was optisch einiges hermacht.
Zudem können durch die Politur kleine Kratzer entfernt werden und die Chromteile sind anschließend besser geschützt, da diese wieder versiegelt werden.
Auspuff
Auch der Auspuff ist ein sehr sensibles Teil und benötigt regelmäßige Pflege.
Vor allem Rost kann diesem langfristig zu schaffen machen.
Lasse den Auspuff vor einer Politur unbedingt abkühlen, anschließend kannst Du diese in kreisenden Bewegungen auftragen.
Mit einem trockenen Mikrofasertuch wird der Auspuff anschließend schlierenfrei abgewischt.
Motorradlack versiegeln
Nach jeder Reinigung, inklusive Politur, solltest Du die Oberflächen zusätzlich versiegeln.
Dazu verwende am besten Sprühwachs, dieser sorgt für einen schönen Glanz und hält die Lackoberflächen lange sauber.
Überwinterung
Bevor Du Deine Harley-Davidson in den Winterschlaf schickst, solltest Du nachfolgende Tipps umsetzen.
Diese garantieren Deinem Motorrad eine ideale Lagerung ohne Schäden oder Probleme beim Start der nächsten Saison.
Öle und Flüssigkeiten
- Tanke dein Fahrzeug vor dem Einlagern komplett voll! Dadurch verhinderst Du das sogenannte Tankatmen. Im Freien können Temperaturunterschiede von +/- 10C° das Ausdehnen und Zusammenziehen des Treibstoffes bewirken.
- Es ist ratsam einen Ölwechsel vor der Einlagerung durchzuführen. Durch neues Öl und neue Ölfilter werden die Ablagerungen über die Wintermonate minimiert und verringern somit die Gefahr von Folgeschäden an Leitungen und Motor.
- Durch das Ergänzen des Treibstoffes mit einem Ethanol-Kraftstoffstabilisator wird der Alterungsprozess des Treibstoffes verzögert. Dies verhindert Folgeschäden am Motor.
- Sollte dein Fahrzeug einen Vergaser haben, diesen vor der Überwinterung komplett entleeren. Es empfiehlt sich den Benzinhahn zu schließen und dann den Motor noch so lange laufen zu lassen bis dieser auf Grund des Spritmangels aus geht.
Reifen und Luftdruck
- Der Reifenluftdruck sollte vor der Einlagerung um ca. 0,5 bar erhöht werden, um Druckstellen am Reifen zu vermeiden. Alternativ kann Deine Harley-Davidson auf eine Hebevorrichtung gestellt werden, sodass die Reifen während der Wintermonate entlastet sind.
Batterie / Batterietender
- Um die Batterie im Winterschlaf zu schonen, empfiehlt sich ein Batterieladegerät, welches während der Standzeit eine Nutzung durch Laden und Entladen der Batterie simuliert. Alternativ kann die Batterie abgeklemmt werden und direkt an ein Ladegerät angeschlossen werden.
Reinigung
- Deine Harley sollte gründlich vom Schmutz befreit werden und es sollte eine Versiegelung mittels Politur erfolgen. Dies schützt Lack- und Chromoberflächen. Dadurch verhinderst Du Folgeschäden durch Korrosion oder Dreckeinlagerungen.
Lagerung
- Im Idealfall steht Dein Bike in einem beheizten und trocknen Raum. Sollte dies nicht möglich sein, muss das Motorrad mit geeigneten Abdeckplanen abgedeckt werden. Wichtig ist, dass die Planen atmungsaktiv und im Außenbereich wasserundurchlässig sind.
Batterie Wartung und Pflege
LANGLEBIGKEIT UNTERSTÜTZEN - BATTERY TENDER
Um die beste Leistung deiner Batterie möglichst lange abrufen zu können solltest Du sie, ähnlich wie auch dein Bike, hegen und pflegen.
Die einfachste und unkomplizierteste Möglichkeit dies zu tun ist ein sogenannter Battery Tender.
Dieser lädt und entlädt die Batterie während der Standzeit.
Dies simuliert das natürlich Fahrverhalten während der Fahrt auch wenn das Bike steht.
Deine Batterie bleibt entsprechend lange “frisch” und immer einsatzbereit.
Ab einer Standzeit von mehrere Tagen empfiehlt es sich die Batterie an den Battery Tender zu hängen.
Ein solches Batterie Ladegerät bekommst Du natürlich bei uns im Store.
Fehlerbilder der Batterie:
- Motorrad klickt beim Startvorgang nur? - Batterie wahrscheinlich leer - es können die Batteriepole locker sein -> Bitte laden/ prüfen
- Motorrad stirbt während der Fahrt ab, klickt danach nur noch? - Regler / Lichtmaschine eventuell defekt -> Werkstatt aufsuchen
- Batterie ist nach einer Standzeit von wenigen Tagen leer - ggf.
Betankung und Reichweite
Beim Betanken Deiner Harley solltest Du auf folgende Punkte acht geben.
- Immer den Motor beim Tanken abstellen!
- Vom Fahrzeug absteigen und die Harley-Davidson auf dem Seitenständer abstellen.
- Entsprechend den Vorgaben des Herstellers das Benzin in den Tank füllen.
- Bis maximal 10 mm unterhalb der Tankoberkante den Sprit einfüllen.
Solltest Du ausversehen Diesel statt Benzin getankt haben - AUF KEINEN FALL DEN MOTOR STARTEN!!!
In diesem Fall umgehend eine Fachwerkstatt oder den Pannendienst kontaktieren.
So sparst Du dir teure Folgekosten durch beschädigte Einspritzdüsen und Benzinpumpen.
Wenn bei deiner Harley die Reserveleuchte angeht, hast du noch eine Reichweite von 50 - 70 km, also kein Grund zur Panik.
Je nach Tankvolumen haben unsere Motorräder eine Reichweite zwichen 130 KM (Sportster 48) und 330 km (Touring)
Zur Berechnung der ungefähren Reichweite gilt die Faustformel "Tankinhalt : 7 * 100".
Als Beispiel mit einem Tankvolumen von 23 Liter kommt man ca. 330 km weit.
Bitte beachte das es sich hierbei um eine grobe Einschätzung handelt.
Je nach Fahrweise und Strassenverhältnissen kann der Verbrauch bei deiner Harley-Davidson variieren.
Reifenluftdruck
Weil das der einzige Kontakt zur Strasse ist.
Den Reifenluftdruck immer im kalten Zustand messen und korrigieren.
Am Besten vor jeder Fahrt den Luftdruck kontrollieren.
Auf jeden Fall aber nach längeren Standzeiten des Fahrzeugs.
Den Luftdruck immer bei voller Beladung messen.
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