Fahrrad und Erotik - die beiden spielen gerne Tandem. Längst ist der Drahtesel zum Lustobjekt geworden. Eine Stellung im Kamasutra trägt schließlich den Namen „Rad“.
Die Wissenschaft hinter dem Phänomen
In einer Studie am Center for Sexual Health Promotion der Indiana Universität haben 7 von 100 befragten Frauen berichtet, während des Workouts schon mal gekommen zu sein - auf dem Fahrrad, im Yogakurs oder beim Gerätetraining. Die Sexperten konnten nicht genau sagen, was das „Geheimnis“ dahinter ist. Doch scheint der Schlüssel die häufige, lang dauernde Wiederholung von Übungen zu sein, die den Beckenboden mittrainieren.
Radfahren und Libido: Was sagt die Forschung?
Geht es nach den Briten, haben Fahrradpendler den besseren Sex. Mehr als die Hälfte von rund 2500 befragten Arbeitnehmern offenbarte, durch regelmäßiges Radeln eine erfülltere Beziehung zum Partner zu haben. Und 40 Prozent verrieten, dass der Sex toller sei, seitdem man nicht mehr in überfüllten U-Bahnen oder im Stau stehe. Hat man erst mal den Stress vom Job und Alltag abgestrampelt, steigt also die Lust.
Um das zu belegen, teilten Forscher der Universität von Kalifornien Männer mittleren Alters in zwei Testgruppen: Die einen fuhren drei bis vier Stunden pro Woche, die anderen verzichteten aufs Rad. Wer hatte mehr Spaß im Bett? Die Radfahrer gaben an, 30 Prozent mehr Sex als zuvor zu haben. Bei den Nichtradfahrern dagegen blieb alles unverändert. Die wissenschaftliche Erklärung: Da der Körper beim Sport mehr Testosteron ausschüttet, wird die Libido stimuliert. Der Effekt, so Sexualmediziner, sei dabei eher langfristig - entsprechend trainierten die Testradler neun Monate, bis es nach und nach wilder zwischen den Laken zuging.
Happy Ride mit dem Bike: Orgasmen ohne sexuelle Fantasien
Eine US-Studie der Indiana University unter 370 Frauen zwischen 18 und 63 Jahren brachte es ans Licht: Radfahren zählt zu den Sportarten, die ohne sexuelle Fantasien Orgasmen auslösen können. 124 Frauen gaben an, bereits einmal das Vergnügen gehabt zu haben, 246 hatten schon mal eine angenehme Erregung auf dem Sattel verspürt, 40 Prozent mehrmals. Ein Happy Ride - ganz ohne vibrierende Auflage einschlägiger Anbieter.
Der Einfluss des Sattels auf die sexuelle Gesundheit
Dass Biken generell schlecht sei für die männliche Fruchtbarkeit und Erektionsfähigkeit, haben Urologen zum Mythos erklärt. Ob Mann 3,75 oder 8,5 Stunden die Woche fuhr: Die Dauer hatte keinen negativen Einfluss auf die Potenz, wies eine Studie der Uni London unter 5282 Männern nach. Im Gegenteil: Bei denen, die knapp vier bis sechs Stunden radelten, sank das Impotenz-Risiko um mehr als die Hälfte.
„Passt der Sattel nicht zum Gesäß oder ist die Körperposition auf dem Rad nicht korrekt, kommt es zu hohen Druckbelastungen in der sensiblen Genitalregion“, sagt Ingo Froböse, Professor an der Kölner Sporthochschule. Nerven und Gefäße würden gequetscht, leichte Taubheitsgefühle können auftreten. US-Sexualmediziner haben in einem Experiment unter Polizei-Bikern belegt, dass Fahrradsattel ohne Nase die Risiken reduzieren. Und schließlich hilft es, die Beine beim Fahren nicht durchzudrücken.
Sportliche Nebenwirkung: Radfahren bildet stärkere Bein-, Gesäß- und untere Rückenmuskeln - allesamt im Einsatz beim Sex. Etwa beim „Rad“ des Kamasutra. Und so geht’s: Sie und er bilden eine „Radspeiche“, indem sie mit ausgestreckten Beinen auf seinem Schoß Platz nimmt und er sie mit ausgestreckten Armen umfasst.
Studien und Umfragen: Was die Zahlen verraten
In einer neuen Studie wurde jetzt untersucht, wie sich Fahrradfahren auf das Liebesleben auswirkt. Wer strampelt, der hat mehr Spaß am und weniger Probleme beim Sex. Das gilt für Männer wie für Frauen.
Die Ergebnisse der Studie im Detail
In ihrer Untersuchung, die im 'Journal of Sexual Medicine' erschien, nahmen die Wissenschaftler der University of California eine internationale Gruppe von insgesamt 3.906 Männern im Alter von 41 bis 45 und 2.264 Frauen im Alter von 31 bis 35 unter die Lupe.
Orgasmus-Umfrage: Jede neunte Befragte hatte Höhepunkt auf dem Fahrrad
Bei einer Umfrage unter Nutzerinnen des Sex-Portals „Joyclub“ hat immerhin jede neunte Befragte angegeben, schon einmal einen Orgasmus beim Radfahren erlebt zu haben - die Prozentzahl ist bei Mountainbike-Fahrerinnnen noch einmal höher.
Von den Frauen, die gerne auch mal auf wilderem Untergrund unterwegs sind, gaben sogar knapp 20 Prozent an, so ein Erlebnis schon einmal gehabt zu haben.
Dabei gaben aber nur 6,6 Prozent der Befragten an, „oft“ Höhepunkte auf dem Fahrrad erlebt zu haben. 41,6 Prozent sprachen von einem „gelegentlichen“, wiederum 51,6 Prozent von einem „seltenen“ Zustand.
Es scheint dabei insgesamt eine Kombination zu geben, die einen solchen Radfahr-Orgasmus am wahrscheinlichsten macht: Das beste Gefährt ist dafür wie bereits thematisiert ein Mountainbike.
Der beste Untergrund ist der Umfrage zufolge ein Schotterweg - darauf angesprochen, gaben sogar 29,5 Prozent der Befragten an, auf einem solchen Schotterweg schon einen Orgasmus erlebt zu haben.
„So einige der befragten Frauen wurden von ihrem Radfahrorgasmus überrascht, 59,3 % gaben aber auch ihre Fantasie als anregende Begleitung an“, erklärt Sexologin Judith Langer.
Unbeabsichtigte Orgasmen: Ein überraschendes Phänomen
Tatsächlich kommt es bei so vielen Personen während des Sports zu einem versehentlichen Orgasmus, dass das Ganze sogar einen Spitznamen hat: „Coregasm“ (abgeleitet aus dem Englischen Begriff „Core“, zu Deutsch: Körpermitte) .
„Vielleicht ist es die Art und Weise, wie du sitzt, während du Fahrrad fährst, oder eine plötzliche Aktivität, die dich dazu bringt, deine Beckenbodenmuskeln anzuspannen. Es kann auch sein, dass du wirklich erregt bist und dich selbst zu diesem Punkt bringst, ohne es zu merken!“
Bereits 1953 gab der Sexualwissenschaftler Alfred Kinsey (Kinsey-Skala) bekannt, dass 5 Prozent der Frauen berichtet hatten, unbeabsichtigte Orgasmus beim Sport zu haben. Eine Studie aus dem Jahr 2011, an der 124 Frauen teilnahmen, die Erfahrung mit einem durch Sport ausgelösten Höhepunkt hatten, ergab, dass es bei 40 Prozent von ihnen mehr als 10 Mal zu dieser Art von Orgasmus gekommen war.
Bauchmuskelübungen lösten dabei am ehesten einen ungewollten Orgasmus aus, gefolgt von Gewichtheben, Yoga, Radfahren, Laufen und Spazierengehen oder Wandern.
„Wenn du trainierst, kann es sein, dass du deine Beckenbodenmuskeln an- und entspannst, was einen Orgasmus auslösen kann. Ganz zu schweigen davon, dass du beim Sport in der Regel tiefer atmest, was ebenfalls die Wahrscheinlichkeit eines Höhepunkts erhöht“, erklärt Dr. Morse.
Die Kehrseite der Medaille: Fahrradfahren als Orgasmus-Killer?
Eine großangelegte Studie zeigt auf, dass häufiges Fahrradfahren sich negativ auf Eure Genitalien auswirken kann. Durch die Reibung des Sattels an der Vagina, kann diese desensibilisiert werden, was bedeutet, dass sie weniger Reize empfinden und man somit auch langsamer oder sogar gar nicht zum Orgasmus kommen kann.
Getestet wurden Frauen, die mindestens 16 Kilometer pro Woche oder mehr auf dem Drahtesel zurücklegen. Denn schon bei einer wöchentlichen Kilometeranzahl von 16 Kilometer besteht eine Gefahr für das Sexualleben.
Auch verstärken bestimmte Positionen, die wir auf dem Sattel einnehmen, verstärken die Auswirkungen auf das Geschlechtsteil. So wird beispielsweise mehr Druck auf den Unterleib ausgeübt, wenn Euer Sattel höher liegt als Euer Lenker, was vermehrt zum Verlust der sexuellen Empfindung.
Aber nicht nur Frauen sind betroffen, auch Männer können durch zu viel Fahrradfahren an Erektionsstörungen leiden!
Denn die Frauen, die viel Spinning betrieben oder auch draußen radelten, stellten fest, dass es schwieriger für sie war, während des Geschlechtsverkehrs zum Orgasmus zu kommen. Das, so konstatierten die Forscher, würde an dem übermäßigen Kontakt zum Fahrradsattel liegen.
Denn die nach vorn gebeugte Haltung, erhöht den Druck auf die Vagina zusätzlich und verstärkt so die Desensibilisierung. So werden vor allem das Gewebe und Blutgefäße im Schambereich zusammengepresst, was durchaus während des Radelns auch mal schmerzen kann.
Alternativen und Lösungen
Wer sein Liebesleben nicht aufs Spiel setzten aber trotzdem keinen Gang runterschalten will, sollte sich laut Experten um einen gut geformten Sitz bemühen.
Regelmäßiger Sport ist wichtig! Auch wenn es nur der gemeinsame Sex ist, der ist nämlich äußerst gesund und kann ein Workout gar teilweise ersetzten. Um das jedoch zufriedenstellend umsetzen zu können solltet Ihr Euch einen Sport suchen, bei dem ihr weniger Euren Genitalien schadet und mehr für Euren Körper tut - zum Beispiel laufen!
Die Rolle des Beckenbodentrainings
Gut, ein Orgasmus während des Trainings lässt sich leider nicht garantieren, aber es ist bewiesen, dass eine gut trainierte Beckenbodenmuskulatur, an der sexuellen Erregung beteiligt ist.
Das kleine Geheimnis lautet: Training mit den Joyballs secret aus dem Hause JOYDIVISION. Das Produkt, welches auch als Liebeskugeln bekannt ist, wird vaginal eingeführt und kann ohne störendes Bändchen oder klackern einfach im Alltag, zum Beispiel bei der Hausarbeit, getragen werden.
Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse
Hier ist eine Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse aus den verschiedenen Studien und Umfragen:
| Aspekt | Erkenntnisse |
|---|---|
| Häufigkeit von Orgasmen beim Radfahren | 7 von 100 Frauen berichten von Orgasmen während des Radfahrens (Indiana Universität Studie) |
| Einfluss auf das Liebesleben | Fahrradpendler haben erfülltere Beziehungen und besseren Sex (Britische Studie) |
| Testosteron | Radfahrer haben 30% mehr Sex, da der Körper beim Sport mehr Testosteron ausschüttet (Universität von Kalifornien Studie) |
| Auslöser von Orgasmen | Radfahren kann Orgasmen ohne sexuelle Fantasien auslösen (US-Studie der Indiana University) |
| Sattel | Ein unpassender Sattel kann zu Druckbelastungen und Taubheitsgefühlen in der Genitalregion führen (Ingo Froböse) |
| Orgasmus-Umfrage | Jede neunte Befragte hatte einen Orgasmus auf dem Fahrrad (Joyclub Umfrage) |
| Alternative | Man sollte sich einen Sport suchen, bei dem man weniger die Genitalien schadet und mehr für den Körper tut - zum Beispiel laufen! |
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