Papst Harley Davidson Geschichte: Christliche Werte auf zwei Rädern

Die Geschichte der Papst Harley Davidson ist eng mit der christlichen Motorradfahrergruppe "Jesus Biker" verbunden, die christliche Werte mit der Leidenschaft für Motorräder verbindet.

Die Jesus Biker: Mehr als nur ein Motorrad-Club

Christliche Werte statt Bad-Boy-Image: Die Schaafheimer Jesus Biker sind kein Motorrad-Club wie jeder andere. Die etwa vierzig Mitglieder verbinden ihre Liebe zum Motorrad mit einem klaren Bekenntnis zum Christentum. Gegründet wurden die Jesus Biker 2014. Damals begann alles sehr privat. Erst fuhren nur Draxler und sein Sohn in den Jesus-Kutten, um zu zeigen dass ihre Motorrad-Leidenschaft und ihr Glaube für sie zusammengehören.

Mit seinem struppigen Bart und den schulterlangen ergrauten Haaren wirkt Draxler auf den ersten Blick wie ein typischer Motorrad-Fan. Doch dann fällt seine schwarze Lederkutte auf. Wo andere Biker Clubabzeichen oder fantasievolle Chapter-Namen tragen, prangt bei dem Schaafheimer ein großes Christus-Monogramm. Dazu kommen noch Psalm-Nummern und eingängige Bibelworte. "Weg, Wahrheit, Leben" steht groß auf dem Rücken, "Bruderschaft mehr als 2.000 Jahre" auf der Seite. Und Draxler ist tatsächlich nicht allein. An diesem Nachmittag haben sich etwa ein halbes Dutzend Jesus Biker in ihren Lederjacken in der schummrigen Werkstatt versammelt. Manche tragen schwere Kreuze um den Hals, andere haben sich christliche Symbole tätowieren lassen.

Die Botschaft kam gut an, inzwischen sind die Jesus Biker auf etwa 40 Mitglieder angewachsen. Sie vereinen Gläubige aus allen größeren Kirchen: Katholiken, Evangelische und Orthodoxe. Die einzige Bedingung: Alle Mitglieder müssen getauft sein und sich zum Christentum bekennen. Abgesehen davon beruht alles auf Freiwilligkeit, das ist Draxler wichtig. Die Biker sind kein offizieller Club, es gibt keine festen Treffen, keine Mitgliedsbeiträge und keinen Chef. Zumindest nicht im klassischen Sinne. "Jesus ist unser Präsident", erklärt Draxler. Akute Entscheidungen werden von einem "Ältestenrat" der sechs ersten Mitglieder getroffen.

Die Idee einer besonderen Harley Davidson für den Papst

Für die Frie­dens­fahrt 2019 („Peace-Ride“) hat­te Tho­mas Drax­ler die Idee, ein spe­zi­el­les Motor­rad, eine Har­ley David­son für Papst Fran­zis­kus zu bau­en und die­ses mit der Unter­schrift von Papst Fran­zis­kus für einen guten Zweck zu ver­stei­gern. Chris­toph Repp, ein Har­ley David­son-Spe­zia­list und Chef über 30 Mit­ar­bei­ter, setz­te dies in die Tat um: die Maschi­ne wur­de „papst­ge­recht“ im süd­ame­ri­ka­ni­schen Motor­rad­stil mit 300 Gold­tei­len in 42.000 Arbeits­stun­den gefer­tigt.

Die Harley, die bald Richtung Rom aufbrechen soll, ist noch nicht viel mehr als ein nacktes Metallgerüst in einem Werkstatthinterzimmer in Würzburg. Doch Thomas Draxler ist trotzdem begeistert. "Jetzt macht sie noch nicht viel her, aber wenn sie fertig ist wird sie grau-weiß lackiert. Und die Speichen werden vergoldet. Die Idee, mit einem selbstgebauten Motorrad den "Peace Ride" nach Rom zu schaffen, kam schon vor einigen Jahren auf. Besonders Besuche bei den Katholikentagen bestärkten Draxler in seinem Plan. Immer wieder kam er mit Leuten ins Gespräch, die sich fragten, wie Gläubige einen neuen Zugang zur Kirche finden könnten. Es gab nur noch ein Problem: "Plötzlich fiel mir ein: Ich hab ja noch gar keine Harley dafür!" Schnell stand fest: Das Motorrad soll eine echte Sonderanfertigung sein. Draxler schaut sich im Raum um. "Und dann dachten wir uns, dann bauen wir’s eben einfach selber". Seit einigen Wochen wird an der Harley geschraubt.

Die selbstgebaute Harley soll dann für einen guten Zweck versteigert werden. Auch sonst steht die Reise ganz im Zeichen der Wohltätigkeit: "Wir machen das alles nicht nur zum Spaß", betont Draxler, "wir wollen hier wirklich was bewegen." Das offizielle Motto der Fahrt ist "Peace Ride", eine eigene Webseite ist schon erstellt, ein Souvenirverkauf soll helfen, noch mehr Spendengelder zu sammeln. Vielleicht schaffen es die Jesus Biker auch, eine persönliche Übergabe der besonderen Harley an den Papst zu arrangieren.

Unterstützung und Sponsoren

Einen Sponsor hat er auch gefunden: Christian "Chicken" Repp, ist Geschäftsführer des Harley-Davidson Würzburg Village und unterstützt die geplante Fahrt in den Vatikan. Chefmechaniker an dem besonderen Stück ist der Customizer Miro.

Der "Peace Ride" nach Rom

Am 29. Juni soll die große Reise losgehen, mit einer Andacht in der Hauskapelle der Jesus Biker. Draxlers Sohn Tom, selbst begeisterter Motorradfahrer und Gründungsmitglied der Jesus Biker, wird das Motorrad von Würzburg bis in den Vatikan fahren. Neben den anderen Jesus Bikern werden mehrere tausend Motorradfreunde aus ganz Europa erwartet, die sich der Gruppe auf ihrem Weg anschließen. Als Auftakt laden die Jesus Biker am 29. Am 7. Juli wollen die Jesus Biker in Rom ankommen.

Am 29. Mai prä­sen­tier­ten die Jesus-Biker dem Hei­li­gen Vater bei einer Papst Audi­enz in Rom „das wei­ße Uni­kat“. Papst Fran­zis­kus zeig­te sich beein­druckt und hoch­er­freut sowohl vom Bike als auch der Akti­on, signier­te die Har­ley auf dem Tank, spen­de­te den Apos­to­li­schen Segen und sag­te auf Deutsch: „Vie­len Dank für ihren Besuch. Vie­len Dank. Beten Sie für mich! Nicht ver­ges­sen. Die­se Arbeit ist nicht ein­fach.

Der offi­zi­el­le Start­schuss für den Peace-Ride 2019 war der 29. Juni, die ers­te Etap­pe führ­te von Schaaf­heim bei Aschaf­fen­burg nach Gei­sel­wind, am 30. Juni nun leg­ten die Jesus-Biker einen Zwi­schen­stopp bei der Gna­den­mut­ter in Alt­öt­ting ein. Wall­fahrts­rek­tor Prä­lat Gün­ther Man­dl hieß sie zusam­men mit Kapu­zi­ner­pa­ter Bru­der Georg Grei­mel herz­lich will­kom­men - und bei der kur­zen Andacht in der St. Mag­da­le­na-Kir­che gab es eine „Son­der-Geneh­mi­gung“: die signier­te Papst-Har­ley duf­te im Kir­chen­raum „par­ken“.

Eine beson­de­re Ehre wur­de Kapu­zi­ner­bru­der Georg Grei­mel zuteil: er durf­te das „wei­ße Uni­kat“ pro­be­sit­zen. Mit einem wei­te­ren Segen vor der Gna­den­ka­pel­le durch den Wall­fahrts­rek­tor mach­ten sich die Jesus-Biker nach Über­nach­tung in Alt­öt­ting am Mon­tag, 1. Juli auf den Weg zum nächs­ten Zwi­schen­halt nach Hei­lig­kreuz in Wien. Am 7. Juli schließ­lich soll die Papst-Har­ley auf dem Peters­platz in Rom an das Päpst­li­che Mis­si­ons­werk Mis­sio zur Ver­stei­ge­rung über­ge­ben wer­den.

Durst lei­den müs­sen die Jesus-Biker auf dem Weg nach Rom bei den aktu­ell hoch­som­mer­li­chen Tem­pe­ra­tu­ren sicher­lich nicht: Bru­der Alber­to von der Fran­zis­ka­ni­schen Gemein­schaft von Beta­ni­en vom ehe­ma­li­gen Kapu­zi­ner­klos­ter Aschaf­fen­burg ließ für den guten Zweck „Peace Ride 2019“ in wei­ser Vor­aus­sicht 1.000 Liter Bier brau­en.

Weitere Benefizaktionen und Spenden

Es ist nicht die erste, aber bislang die spektakulärste Wohltätigkeitsaktion der Jesus Biker. Seit ihrer Gründung 2014 starten die Biker immer wieder größere und kleinere Benefizaktionen.

Schaafheim/Rom (POW) Glaube, Nächstenliebe und PS-starke Motorräder bringt ein außergewöhnliches Projekt zusammen. Die christliche Motorradfahrergruppe „Jesus Biker“ führt zum zweiten Mal nach 2019 eine Benefizaktion durch. Eine von BMW Motorrad München gespendete BMW R18 wird nach Rom gefahren, dort Papst Leo XIV. übergeben und im Anschluss für einen guten Zweck versteigert. Als Begleiterinnen bei der Aktion sind unter anderem auch Gemeindereferentin Andrea Buhler-Schmidt und Religionslehrerin Simone Dempewolf vom Untermain dabei.

Diesmal fahren die christlichen Motorradfahrer ab Sonntag, 31. August, von Schaafheim über Altötting und Verona nach Rom. In Altötting ist ein Gottesdienst geplant, bei dem die Möglichkeit besteht, ein Foto mit der Papst-BMW zu machen. Ein weiterer Stopp ist in Verona bei der Franziskanischen Gemeinschaft von Betanien vorgesehen. Schon jetzt sammeln die Biker Grußbotschaften für Papst Leo XIV., die in einem großen Feldpostbeutel mit auf die Reise gehen. Am Mittwoch, 3. September, übergeben sie dem Pontifex im Anschluss an die Generalaudienz im Vatikan dann das Motorrad.

Geplant ist, dass der Papst auf der Maschine unterschreibt. Außerdem sollen ihm bei der Gelegenheit auch die Grußbriefe übergeben werden. Die Firma Motorrad Witzel aus Sennfeld verleiht zuvor der BMW noch eine individuelle und hochwertige Optik. Unter anderem soll sie perlmuttweiß lackiert werden und das Papstwappen darauf angebracht werden. Das Fahrzeug wird nach der Rückkunft in Deutschland versteigert. Der Erlös kommt dem Projekt „Babies Feeding“ von Missio Österreich im Südsudan zugute. Rund acht Millionen Menschen sind in dem afrikanischen Land von einer der schwersten Hungerkatastrophen betroffen. Besonders leiden Babys und Kleinkinder.

Für Dr. Thomas Draxler, Gründer der „Jesus Biker“, gehört neben „Beten und Biken“ auch „Gutes tun“ zu den Grundwerten der „Jesus Biker“. Bei der Spendenaktion der „Jesus Biker“ im Jahr 2019 signierte Papst Franziskus den Tank der geschenkten Harley-Davidson. Das verlieh der Maschine neben einem ideellen einen zusätzlichen materiellen Wert.

Die Versteigerung der Papst Harley Davidson

Es handelte sich laut dem Auktionshaus Bonhams um eine fabrikneue Harley Davidson, Schätzwert 12.000 bis 15.000 Euro. Der Papst hatte die Maschine vom Typ Dyna Super Glide vom Hersteller geschenkt bekommen. Franziskus fuhr das Motorrad zwar nie, signierte aber den Tank und schenkte die Maschine dann der Caritas in Rom, die sie zur Versteigerung brachte. Das lohnte sich: Der berühmte Besitzer machte das Gefährt in Liebhaberkreisen begehrt. So war ein Gebot von 241.500 Euro notwendig, um den Zuschlag zu bekommen.

Papst Franziskus und seine Beziehung zu Motorrädern

Papst Franziskus hat seinen aufgrund von Alter und Krankheit angeschlagenen Gesundheitszustand mit einem augenzwinkernden Vergleich beschrieben: "Meine Arbeit ist von einer hohen Geschwindigkeit geprägt und mein Motorrad ist gealtert und funktioniert nicht gut", sagte das Kirchenoberhaupt bei einem Treffen mit dem Italienischen Motorradverband am Montag im Vatikan.

Der Papst lobte das Engagement des Verbands für die Verkehrserziehung an den italienischen Schulen. "Auf diese Weise haben sie die Möglichkeit, die Kinder zum Nachdenken zu bringen, die zwar die Motorrad-Champions bewundern, sich aber der Gefahren oft nicht bewusst sind." Initiativen zur Verkehrserziehung seien Investitionen zugunsten des Lebens, so Franziskus.

Franziskus fuhr ja eher Fahrrad oder lässt sich in einem alten Renault R4 kutschieren, weil er dicken Dienstwagen nichts abgewinnen kann.

Tabelle: Übersicht der Peace Ride Aktionen

Jahr Motorrad Ziel Zweck
2019 Harley Davidson Papst Franziskus Versteigerung für einen guten Zweck
2024 BMW R18 Papst Leo XIV. Versteigerung für das Projekt „Babies Feeding“

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