Parenzana Radweg: Auf den Spuren der alten Schmalspurbahn

Der Parenzana Radweg, auch bekannt als "Weg der Gesundheit und Freundschaft", führt auf der Trasse der ehemaligen Schmalspurbahn "Parenzana" entlang, die einst Triest mit Porec (Parenzo) verband. Die Bahnstrecke, offiziell TPC (Trieste - Parenzo - Canfanaro) genannt, war von 1902 bis 1935 in Betrieb und besaß eine Spurbreite von 760 mm. Die Länge der Strecke betrug 123 km.

Der Ausbau dieser historischen Strecke zu einem Radweg wurde bereits Anfang dieses Jahrhunderts in Angriff genommen. Das Projekt zielt darauf ab, einen drei Länder überschreitenden Radweg durch Italien, Slowenien und Kroatien zu schaffen. Finanziert wurde das Projekt mit Mitteln der EU (Interreg IIIA).

Aktueller Stand (Stand 2012, Änderungen möglich)

In Slowenien und Kroatien sind die Abschnitte des Parenzana Radwegs bereits befahrbar. Allerdings entspricht bisher nur der slowenische Abschnitt den Vorstellungen eines gut ausgebauten Radwegs. Der kroatische Teil, der von der Grenze bei Secovlje bis zum Bergdorf Vizinada verläuft, ist zwar gut ausgeschildert, hat aber eher die Qualität eines Feldwegs und eignet sich besser für Mountainbikes (MTB/ATB). Einige sehr schottrige Abschnitte können das Vergnügen etwas trüben. Die landschaftliche Schönheit entschädigt jedoch für die schlechte Wegstrecke.

Im Jahr 2012 war auch der Abschnitt Vizinada - Porec befahrbar und beschildert, jedoch aufgrund der rauen Oberfläche nur mit einem MTB zu empfehlen. "Normalradler" werden hier wenig Freude haben. Damit beträgt die insgesamt befahrbare Strecke 116 Kilometer, wovon der weitaus größte Teil direkt auf der alten Bahntrasse verläuft.

Auf italienischer Seite war 2012 ein kurzer Abschnitt direkt auf der alten Bahntrasse nach Slowenien neu asphaltiert. Somit ist die Anfahrt mit dem Fahrrad von Muggia aus möglich. Das Gebiet der ehemaligen Bahnstrecke ist im engräumigen Umfeld von Triest und seinen großen Hafenanlagen wahrscheinlich überbaut.

Ausgangspunkt Triest

Ausgangspunkt für die Befahrung der Parenzana-Strecke war im Jahr 2012 die Stadt Triest. Zwar war auf italienischer Seite noch kein durchgängiger Radweg vorhanden, dennoch lohnt sich ein Besuch der alten Hafenstadt auf jeden Fall.

Der Radweg sollte eigentlich am alten Bahnhof Triest Campo Marzio beginnen, dort wo auch die ehemalige Bahnstrecke nach Parenzo/Porec begann. In dem altehrwürdigen Gebäude ist heute das Eisenbahnmuseum untergebracht. Die unorthodoxen Öffnungszeiten 2011/12: Mittwoch, Samstag, Sonntag 9-13 Uhr.

Die Situation ist für den Ortsfremden unübersichtlich, da große Abschnitte der alten Bahnstrecke in den Industrie- und Hafenanlagen der Stadt verschwunden sind. Neu ist der Ausbau eines kurzen Abschnitts auf italienischer Seite nahe der slowenischen Grenze. Von Triest aus muss man sich mit dem Fahrrad in Richtung Muggia "durchschlagen". Noch vor dem Ort Muggia überquert die Küstenstraße (Via di Trieste) den Rio Ospo, nach der Brücke links abbiegen und dem Fluss aufwärts folgen Auf Nebenstraßen und einem kurzen neuen Abschnitt des Radwegs überquert man die Grenze nach Slowenien, ab dort ist die Strecke beschildert. Es geht mäßig bergauf nach Spodnje Skofije. Die Trasse in Slowenien ist asphaltiert.

Streckenverlauf und Beschaffenheit

Die Strecke in Kroatien, die von der Grenze bei Secovlje bis in das Bergdorf Vizinada gut ausgeschildert ist, hat die Qualität eines Feldwegs und ist eher für MTB/ATB geeignet. Einige sehr schottrige Abschnitte stören das Vergnügen erheblich, die landschaftliche Schönheit ist aber Motivation genug, um die einsamen Bergstrecken auch auf schlechter Wegstrecke zu erkunden. Einige Abschnitte sind reichlich mit Bauwerken wie Tunnel und Viadukten bestückt und die Bergorte wie Groznjan oder Motovun lohnen einen Besuch.

Der Weg endete im Spätsommer 2012 ohne irgendeinen weiteren Hinweis an der Schnellstraße am Rande der Stadt Porec, (Vielleicht kommt da ja noch etwas?). Der letzte Abschnitt der Strecke zwischen Vizinada und Porec ist nicht mehr so spektakulär wie die Strecke durch die Berge zwischen Buje, Motovun und Vizinada, sondern führt durch ein durch Landwirtschaft und Viehweiden geprägtes Gebiet.

Allein die Länge der jetzt ausgebauten Strecke von etwa 116 Kilometern ist bei dieser Wegbeschaffenheit eine Herausforderung . Eine Unterteilung in mindesten zwei Abschnitte ist empfehlenswert, wenn man noch etwas von der Region erkunden will.

Impressionen entlang der Strecke

  • Tunnel und Viadukte: Die Strecke ist reich an beeindruckenden Bauwerken.
  • Bergorte: Groznjan und Motovun sind malerische Bergorte, die einen Besuch wert sind.
  • Salzfelder von Secovlje: Einzigartige Landschaft in Slowenien.
  • Landschaftliche Vielfalt: Von Küstenabschnitten über Weinberge bis hin zu Berglandschaften bietet der Parenzana Radweg abwechslungsreiche Eindrücke.

Stationen entlang des Parenzana Radwegs

Hier ist eine Liste der Stationen entlang des Parenzana Radwegs (von Triest nach Porec):

(Triest) - Muggia - Grenze Ital./Slow. -Spodnje Skofije - Dekani - Koper - Izola - Portoroz - Secovlje - Grenze Slow/Kroat. - Markovac - Kaldanija - Buje - Triban - Groznjan - Kostanjica - Zavrsje - Oprtalje - Livade - Motovun - Karojba - Rakotule - Vizinada - Baldasi - Markovac - Visnjan - Nova Vas - Porec (Parenzo)

Technische Daten der ehemaligen Bahnstrecke

  • Name: Parenzana (Triest - Porec - Canfanaro)
  • Spurbreite: 760 mm (Schmalspurbahn)
  • Länge: 123 km
  • Betriebszeit: 1902 - 1935
  • Höchstgeschwindigkeit: ca. 31 km/h
  • Durchschnittsgeschwindigkeit: ca. 25 km/h
  • Bauwerke: 35 Bahnhöfe, 9 Tunnel, 6 Viadukte, 11 Brücken

Tipps und Hinweise

  • Anreise: Von Triest (Bhf.) aus ist die Anreise auch per Fahrrad möglich, Strecke ca. 17 km bis nach Spodnje Skofije.
  • Wegbeschaffenheit: Beachten Sie, dass die Wegbeschaffenheit variiert. Einige Abschnitte sind asphaltiert, andere eher für Mountainbikes geeignet.
  • Ausrüstung: Je nach Streckenabschnitt empfiehlt sich ein Mountainbike oder Trekkingrad.
  • Verpflegung: Nehmen Sie ausreichend Wasser und Verpflegung mit.
  • Beschilderung: Achten Sie auf die Beschilderung, insbesondere in Slowenien (D-8).

Seit unserer Befahrung im Jahr 2012 dürfte sich inzwischen einiges geändert und hoffentlich verbessert haben. So kann diese Webseite "nur" eine Orientierung für die interresierten Radler sein.

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