Der Donauradweg ist ein beliebter Fernradweg, der sich über 2850 Kilometer vom Ursprung der Donau im Schwarzwald bis zur Mündung ins Schwarze Meer erstreckt. Die am meisten befahrene Strecke ist jene von Donaueschingen bis Wien (925 Kilometer). Viele Radfahrer befahren auch den Abschnitt bis Budapest in Ungarn. Weiter östlich sind weniger Radreisende unterwegs. In den Sommermonaten kann es in den touristischen Gebieten entlang der Route sehr voll sein.
Die Strecke Passau-Wien
Der Donau Radweg im Abschnitt zwischen Passau und Wien sind nur rund 300 km - von 3000 km zwischen Quelle im Schwarzwald und Mündung ins Schwarze Meer. Der Abschnitt der Donau zwischen Passau und Wien ist einfach der berühmteste, ein Abschnitt, den man ohne große Erfahrung in Radreisen oder Bikepacking abradeln kann. Ein Abschnitt, der ohne große Vorplanung radelbar ist - alles ist so gut ausgeschildert, dass du keine großartige Navigationshilfe brauchst und dich nicht im Detail auf Etappen vorbereiten brauchst.
Einfachheit und Schönheit
Der Reiz des Donau Radwegs liegt meiner Meinung nach in der Kombination aus Einfachheit plus Schönheit. Du brauchst keine große Vorbereitung, kannst spontan los. Du kannst Teilstrecken fahren und durch immer wieder gute Bahnanbindungen abbrechen und später weiterfahren. Du kannst nach Lust und Kondition deine Etappen einteilen, fast überall gibt es Dörfer und Städte zum Übernachten und zum Verpflegen. Es gibt geniale Fahrstrecken zum Dahinrauschen und jede Menge abseits des Weges zu entdecken. Start in Passau, Ziel in Wien, dazwischen fährst du deinen persönlichen Weg - und hier in diesem Reisebericht zum Donauradweg findest du meinen.
Planung der Etappen
Es gibt so viele Vorschläge, wie man sich die Etappen am Donau Radweg zwischen Passau und Wien einteilen kann. Es hängt davon ab, wie viel Zeit du hast, ob du mit E-Bike fährst oder mit „Bio Bike“, wie viele Stopps du unterwegs machst und damit wie viele Kilometer.
Persönliche Etappenplanung
Die beschriebene Strecke bin ich tatsächlich in zwei verschiedenen Jahren gefahren, aus Zeitgründen vor allem . Im ersten Jahr war ich zunächst am Inn unterwegs (siehe Artikel zum Inn Radweg) und bin bis Ybbs an der Donau geradelt, von dort mit dem Zug nach Hause. Im zweiten Jahr - 2024 über Ostern - bin ich mit dem Zug nach Ybbs gefahren, habe die Route wieder aufgenommen bis nach Wien, und da ich noch Zeit hatte, war ich in der Umgebung von Wien noch einen Tag unterwegs. Ich habe große Lust, den Donau Radweg noch weiter zu fahren, auf jeden Fall bis Bratislava und Budapest - davon werde ich dann natürlich hier berichten.
Highlights entlang der Strecke
Bei der Streckenlänge von fast 3.000 Kilometer ist es logisch, dass es eine Menge Highlights zu sehen gibt, zumal die Strecke durch sieben Länder führt. Es sollten sich also für jeden Geschmack passende Sehenswürdigkeiten finden.
- Passau: Zusammenfluss von Donau, Inn und Ilz („Dreiflüsseeck“). St. Stephan mit der größten Domorgel der Welt.
- Linz: Ars Electronica Center (technologische Zukunftsvisionen). Lentos Kunstmuseum und der Pöstlingberg mit Panoramablick.
- Melk: Stift Melk, ein barockes Meisterwerk mit prächtiger Bibliothek und Aussicht auf die Donau.
- Wachau (Krems und Dürnstein): Die Weinregion mit Terrassenlandschaften, sowie Stift Melk, Stift Göttweig und die Altstadt von Krems sind UNESCO-Weltkulturerbe.
- Wien: Schloss Schönbrunn, Stephansdom, Hofburg und vieles mehr.
Detaillierte Etappen-Erfahrungen
Der erste Fahrabschnitt, wenn man die Passauer Altstadt verlassen hat, ist eher zäh und nicht repräsentativ für den Donau Radweg: es geht auf einem schmalen asphaltierten Radweg zwischen Straße und Fluss dahin. Ziemlich bald überqueren wir die Grenze nach Österreich, die Donau fließt breit, grau und träge dahin. Mit dem Fahrrad hingegen geht es flott dahin, auf den Nebenstraßen ist wenig los, im Wald gibt es recht wenig zu sehen. Für mich das Highlight dieser Etappe! Ein riesiger Garten, ein paar Tische, guter Kaffee, fantastische Brote mit Bärlauch-Aufstrich. Gleich hinter der Jausenstation nehmen wir die kleine Fähre über die Donau und fahren dann am rechten Ufer weiter bis wir Aschach erreichen und in unsere Pension einchecken. Jede Menge Rückenwind begleitet uns an diesem Rad-Tag und ohne große Probleme haben wir am Ende über 100 km auf dem Tacho.
Sie führt uns durch Linz, die Hauptstadt von Oberösterreich, in den Trubel aus Flohmarkt und Triathlon. Den nächsten Stop legen wir in Enns ein, das ist eine der ältesten Städte Österreichs. Zwischen den schönen historischen Häusern hat sich ein Street Food Markt angesiedelt, perfekt für einen Kaffee. Auch das Gebiet um Enns taucht inzwischen noch ausführlicher im Gipfelglück Blog auf: 2023 bin ich den Enns Radweg 250 km entlang geradelt, kurz hinter der Stadt Enns mündet der Fluss Enns in die Donau. Das Ziel des Tages ist für uns in Grein, ein Ort mit breiter Promenade am Fluss und einer schönen Altstadt.
Die Landschaft hat sich geändert - es ist nicht mehr flach mit Getreidefeldern wohin man schaut sondern die Ufer sind steiler, waldiger und, hurra, wir haben Gegenwind. Vor uns liegt die vielleicht schönste Etappe des Donau Radwegs, die Fahrt durch die Weinberge und Obst-Plantagen der Wachau. Bereits im Städtchen Melk sollte man kurz absteigen und das Rad durch die Innenstadt schieben, vielleicht sogar Kaffee trinken. Im Anschluss folgt Dorf an Dorf, dazwischen Weinberge, Cafés, schöne Plätze am Donau-Ufer. Unsere Unterkunft haben wir in Dürnstein gebucht, ein kleiner Ort mit Burgruine, markanten Felsen und engen Gassen.
Nach dem „Herum-Trödeln“ am Vortag in der Wachau ist die 5. Etappe auf dem Donau-Radweg dann wieder sportlicher mit vielen langen Fahr-Abschnitten. Klosterneuburg hat ein Kloster oben auf einem Hügel, den wir uns am späten Nachmittag sogar noch hochgequält haben. Korneuburg erreicht man von Klosterneuburg mit der Roll-Fähre. Kurz hinter unserem Hotel machen wir einen Foto-Stop am Ortsschild und sind ein paar Minuten später auf der Donauinsel, wo es keinen Autoverkehr mehr gibt dafür wieder den schon bekannten Gegenwind. Bevor ich noch ein Stück weiter radele, zelebriere ich den Abschluss des berühmten Passau-Wien-Donau-Radwegs im Kaffeehaus, mit einem Verlängerten und einem Stück Sacher-Torte.
Praktische Informationen
Fast die gesamte Umgebung entlang des Donauradwegs ist touristisch erschlossen. Somit ist auch die Infrastruktur für Radreisende sehr gut. Ferienwohnungen, Hotels und Campingplätze gibt es fast überall, ebenso wie gute Restaurants. Gerade in den Sommermonaten sollten Reisende sicherheitshalber ihre Unterkunft reservieren.
Es gibt viele Restaurants und Hotels entlang des Weges, die Ladestationen für Pedelec-Fahrer anbieten. Zumindest bis Budapest sollte es keinerlei Probleme geben, seinen Akku aufzuladen. In den meisten Städten werden Radreisende Fahrradläden mit Werkstätten finden.
Beste Reisezeit
Die beste Reisezeit auf dem Donauradweg liegt in den Monaten Mai bis September. Generell kannst du den Radweg aber auch ganzjährig befahren, sobald die Wege und Straßen frei von Eis beziehungsweise Schnee sind.
Streckendaten
- Streckenlänge Donaueschingen bis Wien: 935 Kilometer
- Streckenlänge Wien bis Budapest: 280 Kilometer
Charakter der Strecke
Genussreise entlang der Donau, mit vielen kulturreichen Städten und sehr guter Infrastruktur. ADFC-Qualitätsradroute (4 Sterne, auf dem Abschnitt Donaueschingen bis Passau). Größtenteils asphaltierte Radwege, Nebenstraßen und ordentliche Schotterwege (östlich von Budapest). Flaches Höhenprofil.
Reisedauer
Für Sportler zwei bis drei Wochen; für Radreisende sechs Wochen; flexibel planbar.
Tipps und Empfehlungen
- Auch bergan ist er gut und ebenso flach, und somit leicht zu meistern.
- Die Infrastruktur der Qualitätsradroute ist so gut, dass sich sogar Familien an die Strecke heranwagen können.
- Diese angenehmen äußerlichen Begleitumstände sowie die guten Streckenverhältnisse, erlauben es auch, mit E-Lastenfahrrädern zu fahren, wie zum Bespiel mit einem Ca Go Lastenrad.
Zusätzliche Ressourcen
Reiseberichte über den Donau Radweg wie dieser hier helfen sicher, aber auch kompakte 88 Tipps in diesem inspirierenden Reiseführer zum Donau Radweg. Es geht darin nicht um Etappen, Richtungsangaben und Kilometer, das Buch stellt einfach schöne Sehenswürdigkeiten, Cafés, Heurigen und andere interessante Orte mit einer Seite Text und einem Bild vor.
Einige sind keine großen Geheimnisse - das Ars Electronica Center in Linz etwa, das Stift Melk, der Stephansdom in Wien - andere schon. Warum sitzen auf der Wehrkirche St. Michael in Weißenkirchen in der Wachau Terrakotta Hasen? Was ist das besondere an der Rollfähre in Korneuburg?
Infos zum Buch: „Lieblingsplätze Donau Passau-Wien“ von Andreas M. Bräu und Andreas Schöps. Erschienen 2020 im Gmeiner Verlag, ISBN 978-3-8392-2615-5.
Besonders in Österreich wird die Kombination aus Bahn und Fahrrad immer leichter, insbesondere mit der Westbahn. Dort gibt es nummerierte Fahrrad-Stellplätze, die du fest reservieren kannst, wo du bequem und einfach mit dem Fahrrad ein- und aussteigen kannst. Je früher du buchst, desto billiger. Über verschiedene Reiseveranstalter kannst du auch einen Bustransfer für dich und dein Fahrrad zurück nach Passau buchen.
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