Peter Hegemann Ducati Chiara: Ein exklusives Sondermodell

Die Peter Hegemann Ducati Chiara ist ein Sondermodell, von dem nur 50 Stück gefertigt wurden. Der Name "Chiara" bedeutet im Italienischen "Eiweiß". Dieses Sondermodell zeichnet sich durch ein verbessertes Fahrwerk, optimierte Bremsen und ein ansprechendes Design aus.

Design und Optik

Händler Hegemann legte bei der Umsetzung des Designs besonderen Wert auf die Optik. Die Scheinwerfer der Cagiva Mito wurden in das Verkleidungsoberteil einer Ducati Supermono integriert. Ein Einzelhöcker nach dem Vorbild der 916 setzt weitere Akzente.

Abgerundet wird das Bild durch sauber gefertigte Zahnriemenabdeckungen aus Kohlefaser sowie eine Instrumentenkonsole aus diesem Werkstoff. Die Maschine ist in den Farben Rot oder Silber erhältlich.

Das Ergebnis polarisiert: Während einige von dem Design begeistert sind, stehen andere dem Modell eher kritisch gegenüber. Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten. Schon beim Probesitzen stört der schlechte Übergang zwischen Sitzbank und Tank. Das Sitzpolster ist irgendwie zu kurz.

Abhilfe bietet ein längeres Polster, das von Peter Hegemann wahlweise montiert wird. »Aber das«, so gibt der schwäbische Ästhet zu Protokoll, »sieht halt nicht ganz so elegant aus.«

Fahrwerk

Ein wichtiger Aspekt der Chiara ist das verbesserte Fahrwerk. Hier konzentrieren sich die Verbesserungen auf die Heckpartie der Basis-900er. Die nicht sonderlich steife Serienschwinge musste einer aufwendig berechneten Konstruktion aus verschweißtem Aluminium-Rohr weichen.

Diese Konstruktion weist drei entscheidende Merkmale auf:

  • Sie ist 30 Millimeter länger.
  • Sie ist steifer.
  • Sie verbessert dank geänderter Anlenkpunkte des Federbeins das Ansprechverhalten der Hinterhand.

Auf Drängen der Kundschaft wurde die Chiara auf modische 120er und 180er Reifen gestellt. Auch wenn bei der Wahl des Pirelli Dragon Corsa alles andere als geknausert wurde - ein 193-Kilogramm-Motorrad auf so breite Reifen zu stellen ist sträflich. Es gibt kaum eine Längsrille, der die Chiara nicht hinterherläuft, keine Bodenwelle, die bei Kurvenfahrt nicht für Unruhe sorgt, und kein Bremsmanöver in Schräglage ohne extrem unangenehmes Aufstellmoment.

Durch die höhergelegten Termignoni-Auspufftöpfe und das angehobene Heck gehören Streifzüge der Auspuffkrümmer über den Asphalt der Vergangenheit an.

Motor und Leistung

Dem Zweizylinder schenkte DNL leider keine Aufmerksamkeit. Der arbeitet unangetastet im altbekannten Trott: luftgekühlt, zweiventilig, desmodromisch, ruppig. Vor allem im Drehzahlbereich unter 2500/min benimmt sich der Vau wie ein kollabierender Epileptiker und reißt hemmungslos an der wild schlagenden Kette. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt hält dieser Zustand bis über 3000/min an. Ein allzu bekanntes Problem der Mikuni-Vergaser.

Darüber hinaus schiebt die Chiara aber ordentlich voran, obwohl das Testexemplar mit gemessenen 75 PS sicher nicht zu den stärksten der Familie gehört.

Bremsen

Über alle Zweifel erhaben ist, was mit Verzögerung zu tun hat. Die Vierkolbenzangen und die 320er Gußscheiben von Spiegler stellen eine Verbesserung um 2000 Prozent dar. Trotz der Verwendung der originalen 16er Handpumpe brilliert die mit Stahlflex ausgerüstete Anlage mit beherztem Biß und guter Dosierbarkeit.

Von den leidigen Ermüdungserscheinungen des Originals zeigte sie selbst nach mehreren strammen Runden auf dem kleinen Kurs von Hockenheim keine Spur. Die Mühe, die bei der Montage des hinteren Stoppers in die Konstruktion der aufwendigen Bremsmomentabstützung investiert wurde, trägt dagegen ausschließlich optische Früchte, denn gegen das enorme Rückdrehmoment des Zweizylinders und das daraus resultierende Bremsstempeln kann sie natürlich nichts ausrichten, hier hilft nur der Griff an den wie gewohnt recht schwergängigen Kupplungshebel.

Weitere Details

Appropos Hebel: Die dürften ruhig einstellbar sein, um auch kleineren Händen einen sicheren und bequemeren Zugriff zu garantieren. Und die kleinen Rückspiegelchen sollten durch solche ersetzt werden, die ihrem Namen mehr Ehre machen. Und wünschenswert wäre außerdem, daß die Leerlaufkontrolle im schönen Cockpit endlich besser zu erkennen ist. Sonst kann es leicht passieren, daß die Chiara beim Druck auf den Anlasserknopf mit eingelegtem Gang unerwarteten Lebenswillen zeigt und - schwubs - mal eben vom Seitenständer hopst.

Fazit

Die Peter Hegemann Ducati Chiara ist ein exklusives Sondermodell mit Seltenheitswert. Den muß man allerdings auch bezahlen: 25 440 Mark, dafür gibt’s schon eine echte, offizielle 748. Aber Sondermodell ist eben Sondermodell.

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0