Pinkeln während Radrennen: Strategien und Herausforderungen

Radrennen, RTFs oder Trainingssessions werden von vielen Faktoren beeinflusst. Dazu gehören die körperliche Grunddisposition, der Fitnessgrad und Rennglück oder -pech. Aber auch scheinbar banale Dinge wie das Bedürfnis, während des Rennens pinkeln zu müssen, können eine Rolle spielen.

Die Herausforderung des Harndrangs im Wettkampf

Viele Triathleten und Radrennfahrer kennen das Problem: Der Harndrang meldet sich während des Wettkampfs. Die Frage ist dann, wie man damit umgeht, ohne Zeit zu verlieren oder gegen die Regeln zu verstoßen. Die Notwendigkeit zur Erleichterung während eines Wettkampfs ist nicht zu leugnen.

Regelungen und Konsequenzen

Das Regelwerk ist eindeutig, aber die Notwendigkeit zur Erleichterung während eines Wettkampfs ist ebenfalls nicht ganz zu leugnen. Wildpinkeln kann zu einer Disqualifikation führen.

Es wäre ein dickes DSQ! An einem "unbelebten" Platz anhalten, die Strecke verlassen und an der gleichen Stelle wieder aufnehmen wäre hier dem Reglement noch am gerechtesten.

Wer bei einem Wald- und Wiesenevent wie Roth startet, stimmt das, was Du sagst. Lass dich mal bei einem IRONMAN erwischen. Rote Karte. Feierabend.

Strategien und Tipps

Es gibt verschiedene Strategien, um mit dem Harndrang während des Rennens umzugehen:

  • Vor dem Start: Kurz vorm Start nochmal aufs Dixie reicht in der Regel.
  • während des Rennens: Anhalten an einem unbelebten Platz, die Strecke verlassen und an der gleichen Stelle wieder aufnehmen.
  • Pinkeln ohne Anhalten: Solange man damit niemand anderen belästigt und man nur sein eigenes Material "beschmutzt", meinetwegen. Wenn aber jemand hinter einem ist, ist das ein No-Go!
  • Trinkverhalten anpassen: Ich trinke bspw. bei weitem nicht die öfter mal zu lesenden Mengen und das schon seit meiner Kindheit.

Was tun, wenn es dringend ist?

Die Meinungen darüber, ob man während des Rennens pinkeln sollte, gehen auseinander. Einige Athleten versuchen, es zu vermeiden, indem sie weniger trinken oder sich ablenken. Andere suchen sich einen unauffälligen Ort, um sich zu erleichtern. Die Profis nehmen sich diese Zeit nicht und man sieht es bei verschiedenen Übertragungen immer wieder mal, wie sie sich Schwämme am Bauch ausdrücken.

Ich hatte mal das Erlebnis beim Jungfraumarathon, als im dichtesten Gewühl ca bei km 1 (noch in der Stadt) eine Läuferin vor mir "laufen ließ", wohlgemerkt: beim Laufen! Immerhin hatte sie dann Platz hinter sich, denn es spritzte gut.

Ernährung und Flüssigkeitszufuhr

Die richtige Ernährung und Flüssigkeitszufuhr spielen eine wichtige Rolle, um den Harndrang zu kontrollieren. Es ist wichtig, ausreichend zu trinken, aber auch nicht zu viel, um den Körper nicht unnötig zu belasten. Einige Athleten schwören auf spezielle Getränke oder Gels, um den Harndrang zu reduzieren.

Ich nehme seit einer Weile meist normales Leitungswasser mit Maltodextrin. Vermutlich aber zu wenig (bisher 1 gehäufter Esslöffel auf 750 ml; mal gucken, wie viel Gramm das eigentlich sind (Dr.

Individuelle Bedürfnisse

Die optimale Flüssigkeitsversorgung ist das allerwichtigste, da ich zu denen gehöre, die rasch sehr viel Ausschwitzen. Daher bin ich bis jetzt mit der Dosierung nur bis ca. 30g/0,9 Liter gegangen, dazu jeweils etwas Salz und mengenmäßig ein klein wenig wengier Magnesiumcitrat.

Ausrüstung und Bekleidung

Auch die Ausrüstung kann eine Rolle spielen. Es gibt spezielle Radhosen für Frauen, die das Pinkeln erleichtern. Ein kleiner Reißverschluss am unteren Rücken und extra elastische Hosenträger sollen dieses Problem lösen.

Anstatt geradlinig über die Brust und den Rücken zu verlaufen, kreuzen sich die Hosenträger am oberen Rücken und sind an den Seiten vernäht. Damit kann die Hose weit nach unten gezogen werden, ohne dass der Oberkörper entkleidet werden muss.

Der weibliche Körper im Radsport

Die Ungerechtigkeit und Ausgrenzung zieht weite Kreise, zum Beispiel bis in die Sportmodeindustrie. Mit Sportbekleidung in Trendfarben machen Frauen zwar eine gute Figur, doch ansonsten schauen sie sprichwörtlich blöd aus der Wäsche, denn auf weibliche Anatomie sind die Produkte kaum zugeschnitten.

Der weibliche Körper ist schlechter isoliert als der der Männer, denn Muskelmasse produziert viel Wärme, und davon haben Männer laut wissenschaftlicher Angaben im Schnitt 25 Prozent mehr. Die neueste Produktlinie der französischen Marke mit dem Namen „Be Hot” verwendet eine neue Technologie, die den anatomischen Nachteil der Frau wettmacht: Die in der Kleidung verwendete Faser aus dem thermoplastischen Kunststoff Polyamid und Elasthan speichert die während der Bewegung erzeugte Körperwärme, hält sie konstant und schafft eine zusätzliche Wärme von 1 bis 2 Grad Celsius.

Zusätzliche Tipps und Überlegungen

  • Hygiene: Je nachdem wie sensibel man ist, reicht 1 frische Hose pro Tag. Das um und auf ist perfekte Hygiene in diesem Bereich.
  • Sitzcreme: Sitzcreme ist wichtig, da muss man einfach schauen, was individuell gut verträglich ist.

Fragen und Antworten von Experten

In Q&A Sessions von Proficoach Robert Gorgos (berät u.a. BORA hansgrohe in Ernährungsfragen) werden spezielle Fragen beantwortet:

  • Wie kann man es verhindern, dass man/frau während des Wettkampf nicht so oft pinkeln muss?
  • Was hält Robert von Lowcarb Strategien? Schadet man dem Körper nicht mit zu wenig Kohlenhydraten?

Pinkeln während Radrennen ist ein Thema, das viele Athleten beschäftigt. Mit der richtigen Strategie, Ausrüstung und Ernährung kann man den Harndrang kontrollieren und sich auf das Rennen konzentrieren.

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