Wie pinkeln Profi-Radfahrerinnen während des Rennens?

Die Notwendigkeit zur Erleichterung während eines Wettkampfs ist nicht ganz zu leugnen. Es stellt sich die Frage, was Profi-Radfahrerinnen anders machen, um mit diesem Bedürfnis umzugehen.

Herausforderungen und Regeln

Viele Athletinnen scheuen sich, während des Rennens anzuhalten und in der Natur zu urinieren, aus Angst vor Disqualifikation. Das Regelwerk ist eindeutig, aber die Notwendigkeit zur Erleichterung während eines Wettkampfs ist nicht ganz zu leugnen.

Das wäre auch en dickes DSQ! An nem "unbelebten" Platz anhalten, die Strecke verlassen und an der gleichen Stelle wieder aufnehmen wäre hier dem Reglement noch am gerechtesten bzw. Wenn Du bei einem Wald- und Wiesenevent wie Roth startest stimmt das was Du sagst. Lass dich mal bei einem IRONMAN erwischen. Rote Karte. Feierabend.

In Roth gibt es dafür auch grundsätzlich die rote Karte. Bei einem IRONMAN kann das Wildpinkeln also das Aus bedeuten.

Strategien und Tipps

Einige Athletinnen vermeiden es, während des Rennens zu urinieren, indem sie ihre Flüssigkeitszufuhr anpassen oder bis zu den Wechselzonen warten, wo Toiletten vorhanden sind. Alles unter LD: kurz vorm Start nochmal aufs Dixie reicht in der Regel. Bei ner LD würde ich ohne Dixiepause nicht klarkommen, spätestens nach dem Radeln muss das überschüssige Wasser raus. Aber gut, bei meinen drei LD in Roth war bisher immer heißes Wetter, entsprechend viel musste getrunken werden. Wenn es kühler ist und damit der Flüssigkeitsbedarf etwas niedriger, könnte es vll.

Man sieht es bei verschiedenen Übertragungen immer wieder mal, wie sie sich Schwämme am Bauch ausdrücken. Somit kein Stress, auf der Strecke zu suchen oder evtl. Dass die Profis sich diese Zeit nicht nehmen ist nachvollziehbar.

Andere wiederum praktizieren das Urinieren während der Fahrt, was jedoch Risiken birgt und nicht von allen als akzeptabel angesehen wird. Zum Thema "Ohne Stop pinkeln" - solange man damit niemand anderen belästigt und man nur sein eigenes Material "beschmutzt", meinetwegen. Wenn aber jemand hinter einem ist, ist das ein No-Go! Wenn mal ein Furz raus muss, okay, der riecht unangenehm, das wars aber auch. Aber den Harn anderer auf dem Körper?

Einige Athletinnen haben gelernt, ihren Körper so zu trainieren, dass sie seltener Harndrang verspüren. In meiner wilden Jugend hab ich gelernt frühestens nach dem 10ten Bier pinkeln zu gehen - sonst bist nur noch Durchlauferhitzer.

Es gibt auch Mittelchen die den Harndrang unterdrücken. Was zum Henker? Da kloppt man sich doch nicht irgendwelche Medikamente rein?

Ausrüstung und Komfort

Die Sportmodeindustrie hat begonnen, sich des Problems anzunehmen und Radhosen zu entwickeln, die speziell auf die weibliche Anatomie zugeschnitten sind und das Urinieren erleichtern. Anstatt geradlinig über die Brust und den Rücken zu verlaufen, kreuzen sich die Hosenträger am oberen Rücken und sind an den Seiten vernäht. Damit kann die Hose weit nach unten gezogen werden, ohne dass der Oberkörper entkleidet werden muss.

Ein kleiner Reißverschluss am unteren Rücken und extra elastische Hosenträger sollen dieses Problem lösen. „Sich komplett entkleiden zu müssen ist nicht nur unangenehm, sondern kostet auch viel Zeit und kühlt den Körper stark ab“, erklärt Nathalie Simon.

Individuelle Erfahrungen

Viele Triathletinnen haben unterschiedliche Erfahrungen gemacht. Einige mussten noch nie während des Radfahrens oder Laufens urinieren, während andere regelmäßig Pausen einlegen müssen. Was mache ich falsch? In über 100 Tria- und Laufwettkämpfen mußte ich nie beim Radeln oder Laufen pinkeln. Trinke ich zu wenig, oder schwitze ich zu viel?

Kommt es auf die paar Minuten wirklich an? Was hast Du dadurch gewonnen, ausser Stress, es könnte ein Kampfrichter es sehen, die Mitfahrer versehentlich zu belästigen und verpinkelte Klamotten (trotz Wasser).

Es war tatsächlich dann so, dass ich irgendwann ab der zweiten Radrunde musste. Allerdings war das so unterschwellig, dass ich damit erstmal weitergefahren bin, und beim zweiten Wechsel war ich mit dem Kopf dann ganz wo anders. Also erstmal losgelaufen, und mir gedacht, dass ich dann einfach beim nächsten Dixi gehe. Und bei jedem Dixi dachte ich mir dann "ach, geht noch bis zum nächsten", bis ich dann bei km 36 als es aus Büchenbach wieder rausging tatsächlich auf eines gegangen bin (davor waren aber etwa 6 km gar keine Dixis; finde ich ganz schön lange. Mit dem Einteiler an- und ausziehen habe ich mir auch im Vorfeld viel zu viele Gedanken gemacht. Ich hab ihn einfach schon beim Laufen bis auf die Hüfte ausgezogen, das funktionierte gut. Und komplett wieder über die Schultern gezogen habe ich ihn auch erst wieder beim Laufen.

Jetzt habe ich in Roth am Sonntag auch endlich meine erste LD hinter mich gebracht, und dachte im Vorfeld auch, das Toiletten-Thema würde mich immens beschäftigen während des Wettkampfes. Kann nach vier Geburten ein Lied von singen :Cheese: Ich hatte auch immer Zweiteiler, was mir aber lästig wurde, weil der Bund der Hose auf die lange Distanz scheuerte, bin deswegen wieder zum Einteiler zurückgekehrt. Sofern man eben kein eingenähtes Bustier hat sondern einen separaten BH geht das mit den Dixiestopps eigentlich ganz gut; über die Schultern ziehen kurz vor dem Dixie bzw.

Verhalten im Hauptfeld

Es gibt auch ungeschriebene Regeln im Hauptfeld, wie mit dem Urinieren umgegangen wird. Interessant dabei ist, dass das Gelbe Trikot, also der Führende in der Gesamtwertung, das Signal fürs Gruppenpinkeln gibt. Er ist der Boss, so will es das ungeschriebene Gesetz. Aktuell also bestimmt der Däne Jonas Vingegaard nach eigenen Bedürfnissen Ort, Zeitpunkt und Dauer der Pause. Attacken sind während dieser Zeit verpönt.

Viele Fahrer warten für diese Gelegenheit auf ein leichtes Gefälle im Etappenprofil, um nicht zu viel Geschwindigkeit zu verlieren. Allerdings halten sich nicht alle Fahrer immer an die Etikette. Die sieht auch vor, sich niemals in der Nähe von Zuschauern zu erleichtern. Immer wieder ignorieren Sportler aber diese Vorgabe. Zuletzt Ben O'Connor und Alberto Bettiol, die jeweils 200 Schweizer Franken Strafe zahlen mussten, weil sie sich vor Zuschauern entleerten.

Die Rolle der Sportbekleidung

Die Sportbekleidungsindustrie spielt eine wichtige Rolle bei der Unterstützung von Radfahrerinnen. Die klassische Radhose bekommt gleich mehrere Updates. So werden nicht nur die Polsterungen und Gelkissen, die in die Hosen eingenäht sind, dem weiblichen Gesäß angepasst, sondern auch ausschließlich antibakterielle Stoffe im Inneren der Hose vernäht.

Wie andere Marken auch bietet Ekoï Radhosen mit integrierten Hosenträgern an. Der Vorteil: Die Hose rutscht nicht und die Nähte bleiben an Ort und Stelle. Der Nachteil: Die Pinkelpause ist kompliziert, zumindest für Frauen. Manche Männerhosen haben einen Schlitz, aber auch ohne ist das Urinieren möglich - sogar während der Fahrt - indem die Hose je nach Beinlänge ein wenig hoch- oder runtergezogen werden muss.

Die Tour de France Femmes

Die Tour de France Femmes hat dazu beigetragen, die Aufmerksamkeit auf die Bedürfnisse von Radfahrerinnen zu lenken. Ich appelliere jetzt an die professionellen Radfahrerinnen, zum Beispiel die Fahrerinnen der Tour de France Femmes. Sie tragen noch immer Männerklamotten. Ich appelliere an euch: Jetzt, wo es sie gibt: Tragt Funktionskleidung für Frauen.

Regel ist Regel

Guter Punkt! Regel ist Regel! Wir Sportler präsentieren den Sport ja auch nach außen. Wenn ich mir vorstelle da stehen zufällig ein paar Leute an der Strecke die sich fragen was Triathlon eigentlich ist und dann kommt da einer vorbei, der mit einer Hand versucht zu lenken während der mit der anderen Hand versucht so zu pinkeln, dass er möglichst wenig abbekommt... Die wären sicher beeindruckt...

Wir reden hier aber von Triathlon. Und ordentliche Triathleten pinkeln nicht an Hauswände o.ä. Reicht auch schon wenn es der Baum vor deinem Haus ist, unter der Brücke deiner Laufstrecke ... egal wo, wenn xxx Männer hinpissen stinkt es auf Dauer einfach erbärmlich (eben so wie im Dixi).

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