Das Bedürfnis, während eines langen Radrennens zu urinieren, ist ein Thema, das oft im Verborgenen bleibt. Viele Athletinnen stehen vor der Herausforderung, wie sie dieses natürliche Bedürfnis befriedigen können, ohne wertvolle Zeit zu verlieren oder gegen die Regeln zu verstoßen. Die Meinungen darüber, wie man am besten mit diesem Problem umgeht, gehen auseinander.
Herausforderungen und Lösungen
Einige Athletinnen berichten, dass sie in über 100 Triathlon- und Laufwettkämpfen noch nie das Bedürfnis verspürt haben, während des Radfahrens oder Laufens zu urinieren. Sie vermuten, dass dies an ausreichender Verausgabung und starkem Schwitzen liegt. Andere wiederum haben auf der Radstrecke angehalten, um hinter Büschen zu urinieren, ohne vorher um Erlaubnis zu fragen oder von Wettkampfrichtern gesehen zu werden. Wieder andere schwitzen sehr stark und können es bis zur Wechselzone aushalten.
Es gibt auch Athletinnen, die bei Wald- und Wiesenevents das Urinieren im Wald als weniger problematisch ansehen, während es bei größeren Veranstaltungen wie dem IRONMAN mit einer roten Karte geahndet werden kann.
Einige Athletinnen haben gelernt, frühestens nach dem 10ten Bier pinkeln zu gehen, um nicht zum "Durchlauferhitzer" zu werden. Andere wiederum pinkeln immer auf den letzten 100m im See und beim Wechsel vom Rad zum Laufen in der Wechselzone.
Es gibt auch Athletinnen, die bei ihrer ersten Langdistanz ohne Pinkelstop ausgekommen sind, aber nach einer Schwangerschaft einen Stop einlegen müssen. Sie ziehen den Einteiler beim Laufen bis auf die Hüfte aus und beim Laufen wieder über die Schultern.
Die Urinella als Lösung
Für Frauen, die eine hygienische und praktische Lösung suchen, gibt es die Urinella. Das ist eine Urinierhilfe für unterwegs, klein und praktisch. Eine Urinella gibt es in unterschiedlichen Formen und Farben und aus verschiedenen Materialien. Sie passt in jede Handtasche sowie in jeden Rucksack und kann für Frauen, die unterwegs sind, eine echte Erleichterung sein. Denn es gibt viel zu wenig öffentliche und saubere Toiletten. Außerdem ist es nicht erlaubt, in der Öffentlichkeit zu urinieren. Es droht ein Bußgeld bis zu 5.000 Euro. Stattdessen einfach im Stehen Wasser lassen zu können, wäre nicht nur für sie praktisch. Auch für Menschen, die im Rollstuhl sitzen, kann sie eine Hilfe sein. Denn nicht immer finden sie eine behindertengerechte Toilette, wenn sie mal müssen. Sie ist in unterschiedlichen Formen und Materialien erhältlich.
Von der Form her erinnern viele Modelle an einen Trichter. Zum Urinieren wird die Urinella je nach Modell einfach auf den Harnröhrenausgang gedrückt. Sie sollte den gesamten Intimbereich umschließen. Das sichere Urinieren im Stehen erfordert jedoch ein wenig Übung, deshalb einfach in Ruhe zu Hause ausprobieren. Ganz wichtig ist, die richtige Stelle an der Harnröhrenöffnung zu treffen, damit die Urinella richtig sitzt, keine Spritzer daneben gehen und die Kleidung nicht nass wird.
Einweg-Urinellas aus Papier und Pappe werden danach im Müll entsorgt, wiederverwendbare aus Kunststoff gründlich mit heißem Wasser und Seife gereinigt, damit sich keine Bakterien sammeln und kein unangenehmer Geruch entsteht.
Vor- und Nachteile von Einweg- und Mehrweg-Modellen
- Nachteil Einweg-Modelle: Sie verursachen viel Müll.
- Vorteil Mehrweg-Modelle: Sie sind nachhaltiger und ressourcenschonender.
- Nachteil Mehrweg-Modelle: Es kann zu Infektionen kommen, wenn nicht auf eine gute Hygiene geachtet wird.
Auswahl der richtigen Urinella
Auf dem Markt werden verschiedene Modelle und Kategorien angeboten, die sich nicht nur in Form und Farbe unterscheiden, auch das Material ist verschieden. Welche Urinella am besten zu Ihnen passt, sollten Sie selbst herausfinden. Denn die Bedürfnisse und die Erfahrungen sind ganz unterschiedlich.
Eine Urinella aus wasserabweisendem und medizinischem Silikon ist sehr biegsam und lässt sich gut verstauen. Sie passt selbst in eine Hosentasche. Die Urinella sitzt dicht und fest am Körper und lässt sich mehrmals verwenden. Wer eine Hose trägt, muss sie herunterlassen. Und restlichen Urin abstreifen geht mit dem Material auch nicht. Man braucht dafür ein Taschentuch.
Modelle aus hartem Plastik, die eine geschwungene, schalenartige Form haben, rutschen nicht ab und verbiegen sich nicht. Allerdings muss der richtige Sitz gut geübt werden. Nach dem Gebrauch lassen sie sich schnell mit einem Taschentuch auswischen. Eine Urinella aus hartem Plastik lässt sich aber nicht so leicht verstauen und braucht mehr Platz.
Es gibt auch Modelle, die kleiner sind und aussehen wie ein Röhrchen. Ihre Öffnung wird am vorderen Ende des Scheideneingangs angelegt. Nicht jede Frau mag das. Und es erfordert ein bisschen Gewöhnung. Wer einmal den Dreh raus hat, kann auch die letzten Urin-Tropfen damit abstreifen.
Urinierhilfen aus Pappe und Papier sind nicht so bequem und ausgefeilt. Sie können auch leichter verrutschen und müssen nach dem Gebrauch entsorgt werden. Für Frauen, die Wert auf Abfallvermeidung und Tragekomfort legen, sind Mehrweg-Lösungen eine bessere Wahl.
Frauen-Urinale
Eine andere Lösung sind Frauen-Urinale. In den vergangenen Jahrzehnten wurden in Europa zahlreiche Modelle an Universitäten und Hochschulen entworfen, doch sie haben sich nicht durchgesetzt. Nur wenige gelangten zur Marktreife. Die Begründung der Hersteller lautete meistens: mangelnde Wirtschaftlichkeit und Akzeptanz.
Inkontinenz im Sport
Inkontinenz im Sport wird kaum thematisiert, obwohl es ein weit verbreitetes Problem ist. Betroffen sind vor allem Frauen. In manchen Sportarten liegt die Quote der Leidtragenden bei bis zu 80%. Scham lässt die meisten jungen Frauen schweigen. Aufgrund ihrer biologischen Voraussetzungen sind vor allem Frauen von Inkontinenz im Sport betroffen.
Leistungssportlerinnen sind überdurchschnittlich häufig von Inkontinenz betroffen, wobei die Prävalenz von der Sportart abhängig ist. Bei Disziplinen mit einem Low-Impact (niedrige Aufprallbelastung) wie Golf, Radfahren oder Schwimmen treten Beschwerden bei jeder 20. Die Frauen sind in der Regel aus gynäkologischer und urologischer Sicht gesund. Die Inkontinenz tritt ausschließlich während des Sports z. B. in belastenden Trainingssituationen auf.
Eine Ursache für den Urinverlust ist die biomechanische Belastung der Beckenbodenmuskulatur beim Sport. Die Beanspruchungen treten vor allem in Sportarten mit vielen Sprungelementen auf z. B. Leichtathletik, Volleyball oder Basketball.
Zur Beseitigung der Beschwerden ist es sinnvoll, insbesondere bei Leistungssportlerinnen, spezielle Übungen zur Stärkung der Beckenbodenmuskulatur in den Trainingsplan zu integrieren. Diese sollten genau auf die Beanspruchung in der jeweiligen Sportart abgestimmt sein. So kann die zuständige Muskulatur bedarfsgerecht und entsprechend der akuten Belastung z.B. bei einem Trampolinsprung reagieren.
Problematisch ist, dass generell eine Unwissenheit über Inkontinenz im Sport bei den Sportlerinnen selbst besteht und auch bei vielen potenziellen Ansprechpartnern wie Trainern, Physiotherapeuten, Sportmedizinern und Gynäkologen. Ein notwendiger Schritt ist daher die Aufklärung, vor allem unter Hinzuziehung von Eltern und Trainern.
Die Rolle der Ausrüstung: Pee-Friendly Bikehosen
Ein weiterer Aspekt, der zur Lösung dieses Problems beiträgt, ist die Entwicklung von spezieller Radsportbekleidung. Sogenannte "pee-friendly" Bikehosen für Frauen ermöglichen eine stressfreie Pipi-Pause, ohne lästiges Aus- und Anziehen von Trikot oder Jacke.
Die Hersteller haben für sogenannte pee-friendly Bikehosen für Frauen drei verschiedene Lösungen entwickelt, um das An- und Ausziehen zu vereinfachen:
- Reißverschlüsse: Gore und Bioracer setzen auf Reißverschlüsse für die Pipi-Pause, um die Träger von der Hose zu lösen.
- Verschlüsse: Bei Assos, Craft, Isadore und Rapha erfolgt die Trennung der Träger durch Clips, Magnetverschlüsse sowie Haken und Ösen.
- Elastisches Material: Endura, Pas Normal Studio, SQlab und Velocio nutzen hingegen elastisches Material am Bund und den Trägern der Hose, was ein einfaches Herunterziehen und ebenso unkompliziertes Hochziehen ermöglicht - ganz ohne das Hantieren mit Reißverschlüssen oder Haken.
Träger mit Verschlüssen
Sie können entweder ganz oder teilweise von der Hose gelöst werden. Üblicherweise verwenden sie mechanische Magnetclips zum Schließen oder Kombinationen aus Haken und einer oder mehreren Ösen, die auch zur Einstellung der Spannung der Hosenträger dienen.
Schneller Ausstieg: einfach die Fahrradhose herunterziehen
Die Pull-Down-Methode erlaubt es Bikerinnen, die Hose ohne große Umstände herunterziehen zu können. Dabei sind sowohl die Träger als auch der Hosenbund so gestaltet, dass sie genügend Flexibilität bieten, um die Hose am Körper entlang nach unten zu ziehen.
Fahrradhose mit Freiheit durch Reißverschluss
Bei diesen pinkel-freundlichen Fahrradhosen gibt es zwei Arten von Reißverschlüssen: entweder senkrecht am Rücken oder waagerecht über den Hüften. Der senkrechte Reißverschluss, der bei Bioracer mit einer Kordel zum einfacheren Öffnen ausgestattet ist, ermöglicht es, die Hose in zwei Teile zu teilen und sie seitlich zu öffnen, was besonders praktisch für schnelle Pausen ist.
Das Urinieren im Peloton: Eine Frage der Etikette
Auch im professionellen Radsport ist das Urinieren während des Rennens ein Thema. Fahrer halten fürs Pinkeln an, manche erledigen die Sache auch direkt beim Fahren. Interessant dabei ist, dass das Gelbe Trikot, also der Führende in der Gesamtwertung, das Signal fürs Gruppenpinkeln gibt.
Manche pinkeln auch vom Rad aus. Man bleibt jedoch auf dem Rad sitzen. Hand öffnet unten die Hose ein wenig und dann wird laufen gelassen. Viele Fahrer warten für diese Gelegenheit auf ein leichtes Gefälle im Etappenprofil, um nicht zu viel Geschwindigkeit zu verlieren.
Allerdings halten sich nicht alle Fahrer immer an die Etikette. Die sieht auch vor, sich niemals in der Nähe von Zuschauern zu erleichtern. Immer wieder ignorieren Sportler aber diese Vorgabe.
Umgang mit dem Thema
Es gibt verschiedene Meinungen darüber, ob man während des Radfahrens urinieren sollte oder nicht. Einige Athleten finden es peinlich, während andere es als notwendig erachten, um ihre Leistung zu optimieren. Es ist wichtig, die Regeln des jeweiligen Rennens zu beachten und Rücksicht auf andere Teilnehmer und Zuschauer zu nehmen.
| Methode | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|
| Anhalten und im Wald urinieren | Diskret, hygienisch (bei richtiger Durchführung) | Zeitverlust, möglicherweise Regelverstoß |
| Urinieren während der Fahrt | Kein Zeitverlust | Unangenehm, potenziell unhygienisch, möglicherweise Regelverstoß |
| Verwendung einer Urinella | Hygienisch, diskret, erlaubt Urinieren im Stehen | Benötigt Übung, Mehrweg-Modelle erfordern Reinigung |
| Pee-friendly Bikehosen | Schnelle und einfache Pipi-Pause | Potenziell teuer, erfordert spezielle Ausrüstung |
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