POC Kortal Race MIPS Fahrradhelm Test

Der POC Kortal Mountainbike-Helm begegnet einem sehr oft und besticht durch sein modernes Design und seine fortschrittlichen Sicherheitsmerkmale. POC hat mit dem Kortal Race MIPS einen weiteren Halbschalen-Helm im Programm.

Design und Innovation

Der POC Kortal Race MIPS ist eine Art Weiterentwicklung des POC Tectal, der aber weiterhin im Portfolio des Ausrüstungsherstellers bleibt. Der optische Unterschied zwischen den beiden Helmen ist allerdings so prägnant, als würde man ein Coupé aus den 1980ern neben eines von heute stellen - nur dass hier der neuere Kortal den kantigen 80er-Charme eines DeLorean verbreitet. Laut POC soll der Helm für alle mit einem Kopfumfang von S (51-54 cm) / M (55-58 cm) / L (59-62 cm) geeignet sein.

MIPS Integra System

Beim DeLorean unter den Helmen wird das neue MIPS -Integra-System eingesetzt, das Drehbewegungen im Falle eines Sturzes verringern soll. Er ist allerdings der erste Helm mit dem neuen MIPS Integra-System, das komplett in der Helmschale integriert ist und somit auch ohne die bekannte gelbe Schale auskommt. Dadurch wird der Aufbau nochmals verringert und das MIPS-System ist fast unsichtbar.

Zusätzliche Sicherheitsmerkmale

Zudem hat der Kortal Race MIPS einen integrierten NFC-Chip sowie einen Recco-Reflektor - durch beides kann man im Falle eines Sturzes leichter gefunden und identifiziert werden. Der Recco nutzt eine Reflektor-Technik, die man aus dem Ski- und Snowboard-Sport kennt und mit der man bei einer Vermisstensuche oft deutlich einfacher mithilfe von einem speziellen Sensor aufgefunden werden kann. Im NFC-Chip kann man hingegen per App alle persönlichen Informationen wie Adresse, Notfallkontakt und Allergien hinterlegen.

Tragekomfort und Passform

Die kantige Form des POC Kortal Race MIPS sorgt zusammen mit dem Innenleben für einen angenehmen Tragekomfort und schicken Look. Der Helm entspricht dem niederländischen NTA8776-Standard und wird damit - im Gegensatz zu anderen Helmen - mit größeren Aufprallgeschwindigkeiten getestet. Er ist verfügbar in Grau, Türkis, Schwarz und Weiß sowie in der fluoreszierenden Version AVIP in Orange. Der POC Kortal bietet eine ausgezeichnete Passform und hervorragenden Halt.

Einstellen lässt sich der Kopfumfang via Drehrad am Hinterkopf, dessen Position sich wiederum in der Höhe über drei Einrastpunkte verstellen lässt. Die seitlichen Straps bieten nur in der Länge Einstellmöglichkeiten, allerdings sitzt das Band angenehm und steht nicht ab. Die Einstellmöglichkeiten des Helms sind insgesamt gut, aber sie könnten verbessert werden. Das Einstellrad befindet sich weit oben am Helm, was die Bedienung etwas fummelig macht. Es wäre wünschenswert, wenn das Einstellrad besser erreichbar wäre.

Auffällig ist auch die spezielle Passform des POC Kortal Race. Er ist im Vergleich der am schmälsten geschnittene Helm, was sich vor allem am etwas beengten Platz an den Schläfen niederschlägt. Runde Köpfe werden eher nicht im Kortal Platz finden.

Visier und Belüftung

Das Break-away-Visier ist mit drei Einrastpunkten verstellbar und bietet genug Platz, um auch eine Goggle unter dem Visier platzieren zu können. Es wurde außerdem so gebaut, dass das Visier im Falle eines Sturzes abspringen und sowohl sich so selbst als auch den Fahrer vor schlimmeren Folgen schützen kann. Um diesen Effekt zu unterstützen, werden die Seiten durch einen Klettverschluss gehalten.

Der Helm hat großzügige Öffnungen, gerade am Hinterkopf fallen sie allerdings extrem groß aus. Sie sichern zwar eine gute Durchlüftung, doch sie haben auch einen Nachteil: Unser Tester musste ziemlich häufig Fliegen und große Matschbrocken aus seinen Haaren ziehen. Die Belüftung ist erstklassig und sorgt dafür, dass der Kopf auch bei intensiven Fahrten kühl bleibt.

Sicherheit

Der Helm entspricht dem niederländischen NTA8776-Standard und wird damit - im Gegensatz zu anderen Helmen - mit größeren Aufprallgeschwindigkeiten getestet. Als wäre das nicht genug, bedeckt auch noch die Helmschale einen größeren Bereich des Nackens als viele andere Helme im Test. Außerdem verfügt das Visier über ein gut funktionierendes Break-Away-System. Der POC Kortal Race MIPS ist das unangefochtene neue Flagschiff in POC’s Helm Sortiment.

Der Helm verfügt über ein brandneues Design, ein patentiertes Break-Away-Visiersystem, um den Nacken zu schützen, Aramid-Brücken für mehr Stabilität und einen NFC Medical ID Chip, der digitale Technologie nutzt, um Ersthelfern lebenswichtige medizinische Daten nach einem Unfall zugänglich zu machen. Ein eingebauter RECCO®-Reflektor macht Verunfallte insbesondere in bergigen Umgebungen gut auffindbar.

Laborergebnisse

Wie schon im letzten Test sichert sich der POC Kortal Race bei unseren Labormessungen Bestwerte. Das in enger Zusammenarbeit mit MIPS entwickelte Integra-System scheint Rotationskräfte sauber aufzunehmen. In Sachen Stoßdämpfung schneidet der Schweden-Helm sogar noch minimal besser ab.

Die Werte aller getesteten Helme im Überblick:

Messwert Wert
Restkraft bei linearem Aufprall 87,2 g
Risiko einer Gehirnerschütterung 18 %

Auch die zahlreich verbauten Lüftungskanäle scheinen hier sehr gut zu funktionieren. Der Luftzug ist von vorne nach hinten gut spürbar und sorgt für angenehme Kühlung während der Fahrt.

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