POC Sonnenbrille MTB Test: Ein umfassender Überblick

Eine Sonnenbrille gehört für die meisten Biker so selbstverständlich zur Ausrüstung wie Fahrradpumpe und Ersatzschlauch. Dabei ist sie für viele mehr als nur reiner Schutz vor Sonne, Fahrtwind oder Flugobjekten. Gerade die aktuell so angesagten Shield-Modelle mit besonders großen Scheiben punkten mit einer zusätzlichen Portion Style.

Die neue POC Devour Clarity Sonnenbrille

Die neue POC Devour Clarity Sonnenbrille wurde von den Sicherheitsexperten im Frühjahr zusammen mit dem Kortal Race MIPS Helm vorgestellt. Wie dieser integriert die neue Schutzbrille der Schweden einige richtungsweisende Technologien, die wir nun in der Praxis ausprobiert haben. Abgesehen von ihrem stylischen Äußeren bringt die Brille einen ausgezeichneten Schutz und astreine Darstellung mit.

Schon beim Auspacken hob sich die neue Sonnenbrille von POC von vielen anderen Modellen ab. Die POC Devour Clarity ist in einer stabilen Box aus Karton untergebracht, die auch für die Aufbewahrung der Brille geeignet ist. Unsere Variante kam mit der „Uranium Black“-Farbe des Gestells daher und brachte die „Clarity MTB Silver Mirror Cat 2“ Gläser mit. Die Brille ist riesig und deckt gefühlt das halbe Gesicht ab. Man kann die Bügel und das Nasenstück passend auf seine Kopfform einstellen, damit die Brille dann auf der Fahrt optimal passt.

Die Brille erscheint auf den ersten Blick sehr groß, bietet dann auf dem Trail aber den Vorteil eines riesigen Sichtfeldes. Die spezielle Filtertechnologie, die POC zusammen mit Carl Zeiss entwickelt hat, stellt einen überragenden Kontrast bereit, der einen neuen Blick auch auf bekannte Trails zulässt. Neben dem optimierten Farbspektrum, welches die Umgebung plastisch und kristallklar hervorhebt, bietet die POC Devour Clarity auch guten Schutz vor dem Fahrtwind und andere äußere Einflüsse.

Optimierte Belüftungsöffnungen sorgen dafür, dass die Brille auch bei großer Anstrengung nicht beschlägt, was wirklich herausragend ist. Auch in ihrer Haupteigenschaft, dem Schutz vor der Sonne, zeigte sich die Brille von ihrer besten Seite und bot überaus guten Schutz auch bei wechselnden Lichtverhältnissen. Insgesamt machte die Neuheit mit ihrem riesigen Blickfeld einen sehr guten Eindruck und hat auf den Trails für eine hervorragende Sicht gesorgt. Weitere Pluspunkte stellen die gute Anpassbarkeit und die Option auf Wechselgläser dar, die einem die Möglichkeit geben, die Brille an seine individuellen Anforderungen anzupassen. Einzig der hohe Preis könnte manche vom Kauf abhalten.

Die POC Devour wurde, laut POC selbst, für die Bedürfnisse moderner Radfahrer und Radfahrerinnen gestaltet und soll sowohl im Gelände als auch auf der Straße bestens funktionieren. Auch reduziert die Anti-Scratch-Behandlung das Risiko von Oberflächenbeschädigungen und dient die hydrophobe und oleophobe Ri-Pel-Behandlung dazu, dass sich Schmutz, Wasser, Schweiß, Salz, Öl und Staub erst gar nicht festsetzen können bzw. Die Sonnenbrille verfügt zudem über ein verstellbares Nasenstück sowie längenverstellbare Bügel, die eine individuell-optimale Passform für jede Kopfform ermöglichen.

Dank UV-400 vollständig vor schädlichen UVA- und UVB-Strahlen geschützt, können die Gläser bei veränderten Lichtverhältnissen zudem rasch und einfach getauscht werden. Zudem verfügt die POC Devour über gut platzierte Ventilationsöffnungen die das Beschlagen der Gläser auf dem Trail verhindern sollen. Im Lieferumfang enthalten sind neben einer weichen Tragetasche und dem Verpackungshardcase (ja es ist wirklich einfach nur die Verpackung als Hardcase) auch ein Klares Wechselglas.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Bike Brillen gibt die POC Devour die größte Abdeckung aller Brillen auf dem Markt. Schon fast Goggle-gleich schützt sie die Augen vor Staub, Schmutz und nervigem Flugvieh. Trotz der Größe ist die POC Devour allerdings ein echtes Leichtgewicht und sitzt auf den Nasenflügeln echt gut. POC’s hauseigene CLARITY Tönung bietet sowohl auf offenem Gelände als auch in dunklen Waldstücken einen optimalen Kontrast um auch einfache Unebenheiten auf dem Trail zu erkennen. Auch wenn es kein Vario-Glas ist, kann sich auch schneller Wechsel von Licht auf Schatten echt sehen lassen.

Gerade bei schnellen Geschwindigkeiten ist die POC Devour in einer ganz anderen Liga als andere Bike Brillen. Die POC Devour ist die perfekte All-Day-Long Bike Brille. Egal ob helle Jumpline oberhalb der Baumgrenze oder schummriger Singletrail im Wald. Die POC Devour machts! On Top ist sie bei jeder After-Ride Sause am Bierstand der absolute Hingucker. In Kombination mit dem POC Kortal ist sie die absolute Killer Kombi für den Singletrail! Wer das nötige Kleingeld übrig hat findet mit der POC Devour/POC Kortal Kombination die wohl beste Trailkombi.

POC Aspire im Test

Mit der Poc Aspire könnte man gut auch auf der nächsten Vernissage auflaufen. Die Retro-Brille mit Riesen-Filter wirkt mehr wie ein Style-Gadget als eine funktionale Sportbrille. Doch wir lassen uns natürlich gerne auch vom Gegenteil überzeugen. Poc schickt die Aspire im durchdesignten Kunststoff-Case und legt noch einen Brillenbeutel mit bei. Auch wenn die Brille dort durchaus sicher aufgehoben ist, praktischer finden wir die schwarzen Standard-Etuis mit Reißverschluss, denn die beiden Halbschalen halten nicht besonders fest zusammen.

Auch wenn die Poc rein von den Maßen her gar nicht zu den größten Brillen im Test gehört - auf dem Kopf wirkt die Aspire riesig. Das liegt nicht zuletzt an ihrem sehr wuchtigen Rahmen, der einen Großteil zum enormen Gewicht von 44,8 Gramm beiträgt. Schwerer ist keine andere Brille im Test. Das hohe Gewicht ist ein Manko. Über die umfangreich einstellbaren Bügelenden lässt sich die Poc recht gut anpassen und sitzt dadurch auch einigermaßen sicher am Kopf. Das Gewicht ist jedoch ein Manko, über das man nicht hinwegsehen kann. So liegt die Aspire schon nach wenigen Minuten schwer auf der Nase. Der Nasensteg drückt leicht und lässt sich nicht anpassen. Der hinter der Scheibe versteckte Rahmen täuscht eine bessere Sicht vor, als es tatsächlich der Fall ist. Vor allem seitlich und am oberen Rand liegt das wuchtige Gestell der Poc störend im Sichtfeld.

Trotz der riesigen Panoramascheibe bekommt man hinter der Poc doch recht spürbaren Fahrtwind ab, vor allem in Form von Verwirbelungen. Es scheint, als würde sich an allen Seiten der Fahrtwind über den Rahmen der Aspire hinter die Brille wirbeln. Auch in Sachen Beschlagschutz hat die Poc wenig vorzuweisen. Sie läuft spürbar schneller an als viele andere Modelle im Test. Bei unserem Beleuchtungstest trumpft die stylische Schwedenbrille dann aber auf: schnellste Abdunklung und immerhin noch die zweitschnellste Aufhellung im Vergleich.

POC Aspire - Infos & Preis

  • Preis: 240 Euro
  • Made in: Italien
  • Gewicht: 44,8 g
  • Breite / Bügellänge: 141 / 127 mm
  • Nasenstegbreite / Glashöhe: 16 / 59 mm
  • Einstellbarkeit: Bügel
  • Filterfarbe / Filterklasse: klar zu grau / 0 - 3
  • Lichttransmission gemessen: 80 - 14 %
  • Passform: mittel bis breit, Nasensteg mittelbreit
  • Ausstattung / Besonderheiten: Photochromes Glas optional; Hardcase; Mikrofaserbeutel
  • Alternativen: 14 Gestell- und Filterfarben

Extravaganter Look und eine fixe Anpassung an wechselnde Lichtverhältnisse sind die Stärken der Aspire. Auch die breiten Bügel lassen sich gut einstellen. Mit fast 45 Gramm liegt die massive Poc aber schwer auf der Nase und neigt im Gelände zum Hüpfen - auch weil sich der Nasensteg nicht anpassen lässt. Der wuchtige Rahmen stört im Sichtfeld. Trotz großer Scheibe etwas zugig.

Weitere getestete Modelle im Überblick

Eine gute Fahrradbrille schützt nicht nur die Augen, sondern verbessert auch den Komfort und die Sicht beim Fahren in den verschiedenen Wetterverhältnissen von sonnig über regnerisch bis wechselhaft.

Übersicht der getesteten Brillen

Im Folgenden werden einige der getesteten Modelle kurz vorgestellt:

  • 100% S2: Sitzt sicher und angenehm gummiert auf mittelbreiten Gesichtern.
  • Alpina S-Way QVM+: Kurze, kantige Bügel und rauer Nasensteg tragen sich wenig komfortabel.
  • BBB Fullview PH: Bügel liegen gut an, packen aber nur bei breiten Gesichtern ausreichend zu.
  • Bollé Lightshifter: Gefällt mit festem, angenehmem Sitz, Bügel und Nasensteg liegen flächig auf.
  • Evil Eye Vizor Pro: Besitzt eine hochwertige, schnell und stark reagierende Scheibe.
  • Julbo Rush: Solide und hochwertige Konstruktion, Sitz und Windschutz überzeugen.
  • Oakley Flight Jacket: Unterer Rahmen sieht speziell aus und stört die sonst sehr gute Sicht.
  • Rockrider XC Race: Macht einen guten ersten Eindruck, aber Nasensteg und Bügel sind etwas kantig und drücken bei längerem Tragen.
  • Rose PS 07 Photocromic: Klassisch geschnittene Radbrille mit schmalem Glas und toller Passform.
  • Rudy Project Cutline: Bietet das perfekte Glas für wechselnde Lichtverhältnisse, kontrastreiche Tönung und nicht zu dunkel.
  • Scott Shield LS: Hat man trotz riesiger Scheibe den geteilten Rahmen im Blick.
  • Smith Attack MAG MTB: Stark gekrümmte Scheibe bietet perfekte Sicht, top Schutz und lässt sich per Clip-System wechseln.

Detaillierte Testergebnisse und Bewertungen

Die folgende Tabelle fasst die Testergebnisse und Bewertungen der einzelnen Brillen zusammen:

Brille Preis (ca.) Gewicht Selbsttönung Sicht & Schutz Passform & Komfort Ausstattung Fazit Bewertung
100% S2 149 € 32 g 9/10 8/10 9/10 8/10 Stylisch, sicher, guter Kratzschutz Sehr gut (51 Punkte)
Alpina S-Way QVM+ 149 € 31 g 8/10 7/10 5/10 9/10 Unbequem, dunkle Starttönung Gut (44 Punkte)
BBB Fullview PH 119 € 31 g 9/10 8/10 7/10 6/10 Gutes Sichtfeld, Gläser verkratzen schnell Sehr gut (49 Punkte)
Bollé Lightshifter 199 € 35 g 6/10 8/10 9/10 8/10 Guter Sitz, dunkelt stark ab Gut (45 Punkte)
Evil Eye Vizor Pro 279 € 36 g 9/10 7/10 8/10 8/10 Schnelle Reaktion, rutschige Bügel Sehr gut (49 Punkte)
Julbo Rush 209 € 38 g 6/10 8/10 9/10 8/10 Kontraststeigernd, reagiert zögerlich Sehr gut (47 Punkte)
Oakley Flight Jacket 249 € 35 g 9/10 6/10 8/10 6/10 Stört Sicht, beste Reaktionszeit Sehr gut (48 Punkte)
Rockrider XC Race 55 € 39 g 7/10 6/10 6/10 4/10 Drückt, knarzt, keine Verstellung Gut (41 Punkte)
Rose PS 07 Photocromic 65 € 30 g 9/10 7/10 9/10 6/10 Tolle Passform, angenehm hell Sehr gut (50 Punkte)

Worauf man beim Kauf einer MTB-Sonnenbrille achten sollte

Die Brille sollte rutschfest sitzen, nicht drücken und auch bei Bewegung oder Schweiß stabil bleiben. Gummierte Bügel und verstellbare Nasenpads können den Tragekomfort erhöhen und sorgen für einen sicheren Halt, besonders bei sportlicher Fahrweise.

Der VLT-Wert („Visible Light Transmission“) gibt an, wie viel sichtbares Licht durch die Gläser gelangt. Je niedriger der Wert, desto dunkler die Tönung. Für bewölktes Wetter oder Dämmerung sind höhere VLT-Werte besser geeignet.

Fahrradbrillen unterscheiden sich nicht nur in der Tönung, sondern auch in der Form und Beschaffenheit ihrer Gläser. Sphärische Gläser sind nach außen gewölbt und ahmen die Kugelform des Auges nach.

Wechselgläser bieten Flexibilität bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen. Wenn Dir das manuelle Wechseln der Gläser zu aufwendig ist, oder Du schnelle Wechsel zwischen hellen und dunklen Passagen auf Deinen Touren hast, dann sind photochrome bzw. selbsttönende Gläser genau das Richtige für Dich. Selbsttönende Gläser passen sich automatisch an die Umgebung an und sind somit für Touren mit Sonne und Schatten oder lange Tagestouren von Dämmerung bis Mittagssonne gut geeignet.

Überlege Dir, wo und wie Du die Brille einsetzen möchtest: Für Rennradfahrer sind leichte, aerodynamische Modelle mit großem Sichtfeld gut geeignet. Mountainbiker profitieren von robusten Gläsern und guter Rundumsicht. Für Alltagsradler oder Pendler sind Komfort und Vielseitigkeit entscheidend.

Achte beim Kauf von Fahrradbrillen auf Angaben zu VLT-Wert, Lichtschutzkategorie, Glaseigenschaften und Ausstattung.

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