Prophete E-Bike bei Aldi im Test: Ein umfassender Überblick

E-Bike-Fans aufgepasst! Aktuell hat Aldi ein sportliches E-Bike im Angebot, das gerade einmal 999 Euro kostet.

Dabei handelt es sich um einen Hybrid aus E-Mountainbike und Trekking-E-Bike, ein sogenanntes E-SUV der Marke Prophete. IMTEST hatte bereits vor Verkaufsstart die Möglichkeit, das Fahrrad auf einer ausgiebigen Tour zu testen. Wie es sich dabei gemacht hat, verrät der Artikel.

E-Bike für Abenteuer-Touren

Das neue Aldi-E-Bike von Prophete hat es wirklich in sich. Dabei besticht es in erster Linie durch seine Optik. Der Rahmen kommt in einer schicken, matt-dunkelgrauen Farbe und wirkt sehr schlank.

Hinzu gesellen sich kernige 29-Zoll-Mountainbike-Reifen mit brauner Außenwand, wie es gerade bei Gravelbike-Reifen total „in“ ist. Dank dieser gewählten Größe richtet sich das E-Bike an Menschen, die damit Abenteuerreisen planen. Denn größere Reifen versprechen eine höhere Laufruhe, egal, ob es auf Asphalt oder abseits befestigter Wege entlang geht.

Passend zum Look vervollständigen ein gerader Lenker sowie die Suntour XCT ATB-Federgabel mit 100 Millimeter Federweg die SUV-Ausstattung.

Des Weiteren ist das E-Bike für die Alltagstauglichkeit mit einer Lichtanlage, einem Packtaschenträger, einem Ständer und einer Klingel ausgestattet. Einzig der Akku, der etwas klotzig auf dem Unterrohrrahmen angebracht ist, trübt sie sonst cleane Optik.

Produktdetails

  • Motor: e-novation Hecknabenmotor, 40 Nm
  • Akku: 418 Wattstunden
  • Schaltung: Shimano Acera 8-Gang
  • Federgabel: 100 mm Federweg
  • Gewicht: 24,6 kg // zul. Gesamtgewicht: 140 kg
  • Preis: 999 Euro

Unterwegs mit dem Prophete E-SUV

Ausgestattet ist das E-Bike mit einem Hecknabenmotor der Firma e-novations mit 40 Newtonmetern. Verglichen mit anderen Trekking-E-Bikes ist dieser Wert eher gering, was sich bei den Testfahrten jedoch nicht bemerkbar machte.

Der Akku bringt laut Hersteller 418 Wattstunden mit, dass Touren bis zu 120 Kilometern möglich sein sollen. Fünf Unterstützungsstufen samt Schiebehilfe plus acht Gänge erlauben es, in jeder Situation den optimalen Tritt zu finden. Ein kleines Schwarz-Weiß-Display ist an der linken Lenkerseite angebracht und zeigt übersichtlich die wichtigsten Tourdaten an.

Bei der Testfahrt konnte das E-SUV von Prophete durchaus überzeugen. Sowohl auf Asphalt als auch über Schotter gleitet es flott dahin, selbst Kopfsteinpflaster bügelt das Rad dank seiner Bereifung galant aus.

Auch wenn der Antritt selbst in der niedrigsten Unterstützungsstufe durchaus sportlich ist, sei an dieser Stelle erwähnt, dass der Motor sehr schubhaft antreibt. Eine typische Eigenschaft von Hecknabenmotoren eben, nicht gleichmäßig sanft zu unterstützen, was den Effekt hat, dass es sich zeitweise auch etwas „zu viel“ anfühlt. Wenn man sich daran gewöhnt hat, kann man aber sehr viel Fahrspaß mit diesem Rad erleben.

Der Sattel ist sehr bequem, die Sitzhaltung sportlich aufrecht. Mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 140 Kilogramm lässt sich durchaus noch etwas an Gepäck mitnehmen. Das Eigengewicht beträgt laut Prophete 24,6 Kilogramm samt Akku, was schon fast an der Grenze zu einem sogenannten Lightwight-E-Bike ist.

Laut Werbeprospekt von Aldi ist das E-Bike aktuell sogar um 44 Prozent reduziert und kostet nun statt ehemals 1.799,95 Euro nur noch 999 Euro. Dabei ist es sowohl in den Filialen als auch online erhältlich.

Seit Mai ist bei Aldi E-Bike Zeit. Bis Ende Juli verkauft der Discounter ein E-Trekkingrad von Prophete. Preis: 1199 Euro, ein Preisnachlass zur UVP von 14 Prozent.

Weitere Details und Einschätzungen

Selbst auf Testfahrt mit dem neuen Aldi-E-Bike sind wir nicht gewesen. In der Vergangenheit fielen die Ergebnisse unterschiedlich aus. In Summe erzielten E-Bikes von Prophete aber ordentliche Ergebnisse.

Zunächst sollte erwähnt sein, dass sämtliche Prophete-Pedelecs mit einer Unterstützung bis 25 Stundenkilometer voll StVO zugelassen sind. Die 8-Gang Kettenschaltung mit Daumenschalter ist solide und kommt auch bei Trekkingrädern anderer Hersteller zum Einsatz.

In puncto Sicherheit setzt Prophete beim Aldi-E-Bike auf hydraulischen Scheibenbremsen. Dieser Bremsentyp ist aktuell der Stand der Dinge, wie auch unser Große ElektroRad-Test zu Beginn des Jahres klar bestätigte.

Beim Motor setzt Prophete auf einen bürstenlosen Hinterradnabenmotor von Blaupunkt mit einer Leistung von 250 Watt. Unserer Erfahrung nach tun sich Heckmotoren an Steigungen etwas schwerer, dennoch darf die Motorenauswahl auf den ersten Blick als solide bezeichnet werden. Für eine erleichterte Handhabung bei Fahrtantritt wird eine Schiebehilfe bis 6 km/h angeboten.

Mit einer Kapazität von 461 Wattstunden soll der extern auf dem Unterrohr sitzende Akku eine Reichweite von etwa 120 Kilometer möglich machen. Je nach Fahrweise und verwendeter Unterstützungsstufe ist das durchaus realistisch.

Bei der Beleuchtung weist das Aldi-E-Bike eine 100-Lux-Lichtanlage von Prophete auf. Positiv auffallend: das LED-Gepäckträgerrücklicht mit Bremslichtfunktion von Büchel.

Als solide Komforteinheit darf die einstellbare Suntour Nex Federgabel genannt werden. Mit einem zulässigen Gesamtgewicht von bis zu 140 Kilogramm ist der matt schwarze Alu-Rahmen als tourentauglich zu bewerten. Die Größe bei der Herrenversion beläuft sich auf 52 Zentimeter, bei der für Damen auf 50 Zentimeter.

Zielgruppe und Empfehlungen

Unserer Einschätzung nach können Gelegenheitsfahrer und E-Biker, die versiert in der Fahrradwartung sind, mit dem Aldi-E-Bike tatsächlich ein Schnäppchen machen. Das Aldi-E-Bike kommt vormontiert, den Käufer braucht also nur den Lenker gerade stellen sowie die Pedale anschrauben. Selbst für absolute Laien stellt dies kein Problem dar. Insbesondere die sicherheitsrelevanten Teile der jeweils hydraulischen Bremsen. Das muss der Kunde beim Discounter-Rad alles selbst übernehmen.

Mehr noch: Nur mit sehr viel Glück werden Sie eine Fahrradwerkstatt finden, die sich dem Service annimmt. Denn hat der Mechaniker Hand ans Rad gelegt, ist er fortan auch haftbar.

Die Leistung des Fachhandels setzt aber schon vorher ein: Ein guter Fahrradhändler klärt mit Ihnen vorab, welches Rad zu Ihnen passt. Brauchen Sie für Ihre Ansprüche eher ein, wie bei Aldi bis Ende Juli angebotenes, Trekking- oder ein City-Rad? Eher breitere oder schmale Reifen? Welcher Motor passt am Besten zu Ihren Anforderungen? Fragen, die schon vor dem Kauf beantwortet sein sollten. Dazu kommt die Möglichkeit zur Probefahrt sowie der passenden Einstellung. Denn nur ein passgenaues E-Bike - richtige Sattelhöhe, Sitzposition, Lenkerhöhe - bringt uneingeschränkte Freude.

Die Zielgruppe der Schnäppchen-Angebote sind zweifelsfrei E-Bike-Einsteiger - und das ist ein weiterer Punkt, der unserer Ansicht nach gegen den Kauf spricht. Ist das Pedelec nicht passend, landet es schnell kaum gebraucht in der Ecke.

Avanciert der Käufer aber zum Vielfahrer, sind die Komponenten des Bikes schneller verschlissen und insgesamt weniger hochwertig als bei Pedelecs vom stationären Fachhandel oder den bekannten Online-Fachhändlern, die nicht selten mit Fahrrad-Werkstätten vor Ort kooperieren. Dann heißt es entweder teu(r)er nachrüsten oder gleich ein neues, hochwertigeres Bike kaufen.

Beim Blick auf das Datenblatt im Online-Shop ist das Aldi-E-Bike mit solider Technik ausgestattet. Für den einen oder anderen Nutzer kann das durchaus passen. Insgesamt aber empfehlen wir immer, ein Fahrrad oder E-Bike nur dann zu kaufen, wenn eine ausgiebige Probefahrt möglich ist. Auch der fehlende Service beim Händler vor Ort spricht unserer Ansicht nach gegen ein Pedelec vom Discounter.

Wer aber jetzt und schnell ein verfügbares Rad sucht, für den lohnt sich der Blick auf das Angebot von Aldi durchaus. Dann aber sollten Sie sich im Klaren sein, ob das angebotene Modell auch tatsächlich zu Ihren Bedürfnissen passt. Alternativ kann der Gebrauchtkauf lohnen.

Alternativen und weitere Angebote

Im Onlineshop von Aldi gibt es aktuell das Fischer Terra 4.0i für 1.700 Euro. Ein guter Deal? Macht ihr euch gerade bereit für die diesjährige Radsaison, euch fehlt aber noch der passende Untersatz? SUV? SUV-Bikes, auch All Terrain-Bikes, kommen mit sämtlichen Untergründen klar. Beim Aldi-Angebot handelt es sich um das Fischer Terra 4.0i.

Während die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers bei 2.900 Euro liegt, kostet das E-Bike bei Aldi aktuell nur 1.700 Euro.

Zu einem Preis von deutlich unter 2.000 Euro bietet das E-Bike von Aldi eine sehr solide Ausstattung. Das SUV-E-Bike besitzt hydraulische Scheibenbremsen von Shimano. Damit könnt ihr bei normaler Fahrt auf Asphalt sowie im Gelände eine gute Bremskraft erwarten.

Als Motor kommt der M400 des Herstellers Bafang zum Einsatz. Der Mittelmotor bietet eine maximale Unterstützungskraft von 80 Newtonmetern. Das ist richtig viel und liegt auf dem Niveau eines leistungsstarken E-MTBs. Mit 630 Wattstunden siedelt sich die Kapazität des E-Bike-Akkus im oberen Mittelfeld an. Die zu erwartende Reichweite gibt der Hersteller mit bis zu 150 Kilometern an.

Der Akku findet im Unterrohr des Rahmens Platz. Somit ist er geschützt vor Wasser und Schmutz. Die Federgabel von SR Suntour bietet einen Federweg von 80 Millimetern.

Der von Aldi aufgerufene Preis von 1.700 Euro ist für das Gebotene sehr fair, zumal andere Händler mitunter deutlich mehr für das E-Bike verlangen. Beachtet jedoch, dass bei Aldi noch knapp 40 Euro Versandkosten für die Spedition hinzukommen. Solltet ihr euch für die Trapezrahmen-Variante entscheiden, könnt ihr euch diesen sparen.

Mich überzeugt am Fischer-E-Bike vor allem die Ausstattung. Der Mittelmotor bietet viel Power, der Akku eine gute Größe für weitere Touren. Große Patzer erlaubt sich das Fischer Terra 4.0i aus meiner Sicht nicht. Eine gute Alternative zu einem ähnlichen Preis zu finden, ist nicht einfach.

Lidl bietet aktuell noch das Trekking-Rad Fischer Viator 6.0i in der Damenvariante mit 28 Zoll für 1.450 Euro an. Es besitzt einen noch stärkeren Mittelmotor von Brose mit 90 Newtonmetern, dafür einen etwas kleineren Akku mit 504 Wattstunden.

Möchtet ihr nicht ganz so sportlich auf dem E-Bike sitzen wie beim SUV-Bike, dann wäre auch das Prophete Entdecker 4.3 eine Alternative. Das Fahrrad gibt es ab dem 13. April bei Aldi für 1.599 Euro. Es erlaubt eine aufrechtere Sitzhaltung sowie einen winkelverstellbaren Vorbau.

Das SUV-E-Bike von Fischer eignet sich für euch, wenn ihr nicht nur auf Asphalt unterwegs seid. Wer ein solides E-Bike mit guter Ausstattung zu einem fairen Preis sucht, kann bei dem Angebot von Aldi nicht viel falsch machen.

Interessiert ihr euch für die aktuellen E-Bike-Angebote bei Aldi? Wie hoch ist euer Budget bei solchen Rädern? Würdet ihr ein so günstiges Modell kaufen oder greift ihr lieber zu höherpreisigen Modellen?

Langzeiterfahrungen und Fazit

Endlich konnte ich ein paar authentische Aldi E-Bike Erfahrungen sammeln - ohne selbst ein Aldi-Pedelec zu besitzen! Ein freundliches Paar aus meiner Nachbarschaft hatte sich 2016 bei ALDI Nord zwei für knapp 900 Euro angebotene Tiefeinsteiger City-E-Bikes “Prophete Hansa Alu-City mit Mittelmotor“ nach Süddeutschland bringen lassen. Hier kommen die Praxiserfahrungen aus meiner Nachbarschaft mit den Prophete-Modellen ins Spiel. Die Geschichte ist ganz interessant: Sie stellt häufige Licht- und Schattenseiten von Aldi- und auch Discounter E-Bikes gut heraus.

Die beiden Tiefeinsteiger „Hansa Alu-City“ kamen recht schick in graphitgrau glänzend. Die Elektrofahrräder brachten mit, was dem Paar zunächst wichtig war. StVZO-gemäße Ausstattung mit Licht und reflektieren Reifen, ein Motor, der auf den ca. 150 Höhenmetern vom Einkaufen oder Schwimmbad hinauf zur Wohnstraße ordentlich unterstützt, ein solider Gepäckträger.

Natürlich sind günstigere Bauteile bei Gabel, Lenker, Vorbau, Bremsen … manchmal schwerer. Das zusätzliche Gewicht solcher Bauteile wird bei Discounter-E-Bikes in Kauf genommen.

Der etwas schwache 30-Lux-LED-Scheinwerfer von AXA hat eine Standlichtfunktion. Dazu das LED-Rücklicht „Spark” am Gepäckträger. Es leuchtet auch dann, wenn das E-Bike zum Stand kommt - beispielsweise an einer Ampel. Das Licht schaltet sich nach etwa zwei Minuten ab.

Der 374 Wattstunden große Samsung-Akku sitzt zwischen Sattelrohr und Hinterrad. Er ist zum Laden seitlich entnehmbar und mit einem Schlüssel gesichert. Mit „groß“ ist hier die Kapazität gemeint - in Anlogie zum Tankinhalt beim Auto. Der Akku bringt je nach Gelände und Unterstützungsstufe bis zu 80 Kilometer Reichweite. Durch die Akkuanordnung zwischen Sattelrohr und Hinterrad wird das Bike übrigens etwas länger als gewöhnliche Fahrräder und E-Bikes, etwa zwei Meter. Da die Räder bei meinen Bekannten aber nicht auf einen (evtl. zu schmalen) Heckträger sollten und eine ebenerdige Garage zur Verfügung stand, waren Länge und Gewicht kein Problem.

Der e-novation Motor wirkt optisch wie am Tretlager angepropft. Er ist ein umgelabelter, ansonsten in vielen Stückzahlen bewährter Bafang BBS01 E-Bike Mittelmotor mit 36 V und Pedelec-typischer 250W Dauerleistung. Positiv überrascht war ich vom recht schnellen Ansprechverhalten am Berg. Das Anfahren an einer Steigung wird durch den Motor fast zeitgleich mit dem Druck aufs Pedal unterstützt. Dieses gute Ansprechen auf den Pedaldruck ist ein Unterschied zur Anfahrunterstützung bei Hinterrad-Nabenmotoren. Diese benötigen häufig erst eine viertel bis halbe Drehung des Hinterrads, um Eure Beinkraft zu unterstützen.

Allerdings war bergauf doch ein gewisser Kraftaufwand und eine der beiden höchsten Unterstützungsstufen nötig - die Steigung betrug da etwa 10%. Der erforderliche Kraftaufwand ist den nur etwa 50 Nm Drehmoment des e-novation Motors geschuldet. Andere Mittelmotoren waren auch 2016 schon deutlich stärker - ab ca. 65 Nm. Wer den „Schub“ oder „Flow“ eines Bosch CX oder Yamaha-PW gewöhnt ist, wird den hier vermissen. Auch die Art der Kraftentfaltung ist bei den günstigeren Motoren weniger natürlich. Ihnen fehlt vor allem der Drehmomentsensor, der bei Bosch, Brose, Shimano, Yamaha, TQ, Sachs … Standard ist. Der Einsatz im einfachen Gelände und für Alltagszwecke erfordert einfach keine aufwändigere Technik und Programmierungen wie bei sportlicheren E-Bikes.

Der Motor hat die Besitzerin bislang etwa 5000 Kilometer problemfrei unterstützt. Ungeregelt könnte er höhere Leistungen abgeben und ist auch für höhere Leistungen ausgelegt. Seine Bauteile und sein Controller in der Pedelec-Abstimmung mit 250 Watt Dauerleistung also nicht übermäßig gefordert. Zur Zuverlässigkeit trägt auch bei, dass diese City-E-Bikes auch selten sportlich, an steilen Anstiegen und mit kräftigen Antritten gefordert werden. Auf ebener Strecke läuft das Hansa Alu-City angenehm und leicht. Der Gel-Sattel ist für kurze und mittlere Strecken bequem. Die Sitzhaltung ist aufrecht, der gebogene Lenker passt gut dazu. Die aufgezogenen Reifen sind recht schmale, wenig Rollwiderstand aufweisende City-Ride 47/622 Reifen von Continental mit Pannenstopp und Reflexstreifen an der Seite. Es sind keine speziellen E-Bike-Reifen mit verstärkten Aufbau, aber ausreichend.

Der komfortable Tiefeinstieg heißt anderswo heute „Easy Entry“ und diese Rahmenform ist auch nicht mehr als reiner „Damenrahmen“ zu sehen. Gerade im Stadtverkehr, bei Beladung und bei etwas älteren Fahrer:innen ist diese Rahmenform ein Sicherheits-Plus. Der Alu-Rahmen kommt übrigens auch bei diesem Modell wie bei Prophete üblich in einer einzigen Rahmenhöhe von 46 cm. Auch das übersichtliche E-Novation Display und die 7-Gang-Nexus Nabenschaltung von Shimano machen einen guten Eindruck. Die sieben Gänge lassen sich über einen Drehschalter am Griff inklusive Ganganzeige bequem einstellen. Die Übersetzungsbandbreite der Nexus beträgt ordentliche 245 Prozent. Im Vergleich: Eine alte 3-Gang-Nabe („Torpedo“) liegt bei etwa 190 Prozent. Eine 9-Gang Nabenschaltung liegt etwa bei 350 Prozent. Mit der Nexus lässst sich an Steigungen im kleinen Gang mit nicht zu langsamer Trittfrequenz recht gut aufwärtskommen. Bei schnelleren Passagen lässt sich bis ca. 30 km/h im höchsten Gang noch gut mittreten. Die Trittfrequenz spielt bei der Kraftentfaltung eine wichtige Rolle bei diesem Motor. Er gibt bei höherer Trittfrequenz mehr Kraft ab als bei niedriger.

Für die Verzögerung sorgen günstige mechanische Seilzug-Felgenbremsen, auch V-Brakes genannt. Am gefahrenen E-Bike quietschten die recht ordentlich - Klingeln für die Aufmerksamkeit anderer Verkehrsteilnehmer war hier nicht nötig. Für die Seilzüge und die Funktion der Bremsen ist jedenfalls ein waches Auge und regelmäßige Prüfung und Nachjustierung nötig. Die Bremsen waren auch Ursache für einen offiziellen Rückruf des E-Bikes seitens Aldi nach drei/vier Jahren - das Hansa Alu-City sollte von den Besitzern nicht mehr bewegt werden! Solche Seilzug-Felgenbremsen sind heute nicht mehr Standard.

À propos Service: Auf den Rahmen gewährt der Prophete zehn Jahre Garantie, auf Kleinteile - außer Verschleißteile - drei Jahre. Sollte das Elektrofahrrad einen Schaden haben und die Gewährleistung des Herstellers greifen, setzt Aldi bzw. Prophete auf ein mobiles Servicekonzept, das sich Vor-Ort-Service nennt. Das kam bei meinen Bekannten zur Anwendung: Das Display bzw. die Anzeige war defekt. Zunächst hat der Prophete Service wohl etwas unwillig reagiert. Erst als darauf higewiesen wurde, dass zwei gleiche Modelle im Haus sind, kam die telefonische Fehleranlayse voran. Mit dem testweisen Austausch der Displays untereinander wurde die Fehlerursache eingegrenzt. Ein Ersatzdisplay kam dann recht schnell per Post und konnte von den Besitzern selbst ausgetauscht werden.

Wie schnell der Service-vor-Ort im Gewährleistungsfall tatsächlich ist, scheint unterschiedlich. Er ersetzte nach dem Display-Fehler das eine der beiden Prophete-Hansa-Alu-City Modelle mit einem Giant Mittelmotor-Hardtail vom Händler vor Ort. Dies hat den 75 Nm starken SyncDrive, basierend auf dem Yamaha PW-X Motor. Beim ADAC Elektrorad-Test erhielt das Modell 2016 übrigens nur die Note 5: Die „mangelhaften Seilzug-Bremsen“ führten im Test zur Abwertung. Die meisten aktuellen Prophete E-Bikes werden inzwischen mit Scheibenbremsen ausgestattet.

Bei pedelec-elektro-fahrrad.de wurde das Hansa Alu-City 2016 so beschrieben: „Wie schon in den Vorjahren ist das E-Bike von Aldi eher für den leichten Einsatz gedacht. … Möchte man mehr fahren, sollte man sich doch bei der etablierten Konkurrenz umschauen, die auf führende Antriebstechnik von Bosch, Yamaha oder Brose vertraut.

Fazit: Die Aldi- und Discounter E-Bikes sind so etwas wie dia Dacias unter den E-Bikes. Nicht aufregend aber durchaus solide. Vorsicht nur bei vereinzelten Schwachstellen wie den Bremsen oder dem feuchtigkeitsempfindlichen Display. Mir erscheinen auch 30 Lux im Frontscheinwerfer eine absolute Minimalausstattung. Sind es gute Pendler-E-Bikes? Auf ebener Strecke gerne und nicht mehr als 10 Kilometer. Und sofern Ihr auch wegen Servicebedarf einmal ein, zwei oder im Einzelfall auch mehr Wochen auf das E-Bike verzichten könnt. Eine Rolle als Auto- oder Zweitwagenersatz werden diese E-Bikes m.E. Der Nachteil der fehlenden Probefahrt-Möglichkeit wird vielleicht dadurch etwas ausgeglichen, dass der Marke Aldi im Allgemeinen vertraut wird. Und auch dadurch, dass ein E-Bike Einsteiger bei der ersten Probefahrt eines Discounter E-Bikes meist noch wenig Fahrerfahrung hat. Auch Vergleichsmöglichkeiten mit anderen E-Bikes und somit objektivere Abwägungsmöglichkeiten fehlen noch. Unmittelbare Spaßmobile sind solche Discounter-E-Bikes bis auf den Preis also eher nicht. Aber das Bewußtsein, mit jedem gefahreren E-Bike-Kilometer der eigenen Gesundheit etwas Gutes zu tun, kann den Spaß ja durchaus noch fördern.

Zu unseren bisherigen Besprechungen und Videos über Aldi E-Bikes (versammelt auf unserer Themenseite Aldi E-Bikes) hatte es viel Interesse gegeben. Unter den Artikeln und Videos ergab sich bislang ein postiv-gemischtes Bild an Erfahrungen aus der Praxis. Bitte helft anderen mit Euren Erfahrungen oder Fragen zu den Aldi-E-Bikes dazu - sharing is caring!

Stand Sommer 2022 gibt es bei Aldi ein paar reduzierte E-Bike-Angebote der Hersteller Prophete, Llobe und Jeep. Sie sind einen Blick wert, wenn man mit o.g. Einschränkungen leben kann.

Immer wieder tauchen im Onlineshop von Aldi E-Bikes auf - bevorzugt in der Zeit vor Ostern. Die Räder kosten oft deutlich weniger als im Fachhandel, auch das Prophete E-SUV Entdecker: Statt für 3100 Euro wird es für 1999 Euro angeboten. Das E-SUV Bike Entdecker entspricht optisch ganz dem aktuellen E-Bike-Klassiker: Der Akku schön in den Rahmen integriert und damit nahezu unsichtbar, eher aufrechte Sitzposition, ein Mittelmotor und vorne die Federgabel. Es ist zufriedenstellend ausgestattet.

Der AEG ComfortDrive ist ein Exot unter den Motoren, konnte sich im Test bei uns aber als leiser Antrieb mit ordentlich Power beweisen. Die Akkukapazität (576 Wh) ist super, Aldi wirbt mit einer Reichweite von bis zu 180 km je nach Fahrweise. Die Continental-Bereifung sowie die Suntour-Federgabel machen Fahrten auf vielen Untergründen angenehm, die Kettenschaltung mit 10 Gängen ist für Touren gut geeignet.

Wir hatten bereits ein E-SUV von Prophete im Test - es ist ein Vorgängermodell des Entdecker, aber sehr ähnlich ausgestattet. Auch die Preislage ist vergleichbar, weshalb sich der Blick auf den damaligen Test definitiv lohnt. Damals waren wir nur mit dem etwas schmalen Lichtkegel der Prophete-Beleuchtung unzufrieden (die gleiche ist im aktuellen Bike bei Aldi verbaut), auch waren die Schutzbleche eher kurz. Das E-SUV von Prophete hat bei uns die Note „Gut“ erhalten, wir waren in den meisten Punkten sehr zufrieden mit dem Konzept, der Ausstattung und der Fahrweise des E-Bikes. Kleine Details wurden bemängelt, doch ist das in der Preisklasse einfach Standard.

Einen Haken hat die Sache jedoch: Wer Räder beim Lebensmittel-Discounter kauft, kann nicht so richtig Probe fahren. Für Ihre Sicherheit und Ihren Komfort ist es jedoch wichtig, dass E-Bike genau zu Ihnen passt und Sie gut darauf sitzen. Das 90-tägige Rückgaberecht sollte man also unbedingt nutzen, wenn man nach ein paar Kilometern schon merkt: Das ist nichts für mich. Auch die Einstellungen von Lenker und Sattel müssen zuhause selbst erledigt werden. Wer sich das zutraut und schon eine gewisse Routine hat, ist somit gut bedient. Wer dabei Unterstützung braucht, für den ist der Weg in den Fachhandel dann doch die bessere Wahl. Auch später braucht ein solches Rad ab und zu Service, beim Prophete E-SUV Entdecker wird man sich beispielsweise um die hydraulische Scheibenbremse kümmern müssen.

Wir empfehlen Einsteigern beim E-Bike eigentlich immer eine Probefahrt und eine ausführliche Beratung, die man bei Aldi nicht bekommt. Abgesehen davon ist das Prophete SUV-Bike von Aldi aber ein gutes Angebot, bei dem man tatsächlich ordentlich Geld sparen kann.

Die wachsende Beliebtheit von E-Bikes

Mobilität, die elektrisiert: Rund 3.000.000 E-Bikes waren laut ZIV (Zweirad-Industrie-Verband) Ende letzten Jahres auf Deutschlands Straßen unterwegs. Tendenz: steigend.

Ein Argument für den Kauf eines E-BikesDer günstige Anschaffungspreis für ein großes Stück Freiheit, auf das du dich freuen kannst, wenn du auf ein Fahrrad mit Tretunterstützung umsattelst. Darüber hinaus spürst du mit jedem einzelnen Tritt das gute Gefühl, nachhaltig und umweltbewusst unterwegs zu sein. Dank der unterstützenden Antriebstechnik und des leistungsstarken E-Bike Akkus bist du wesentlich motivierter, einfach mal wieder auf ein Fahrrad zu steigen.

Wie bleibe ich auch im schnelllebigen urbanen Umfeld mobil, ohne zum Beispiel hohe Benzinpreise zu zahlen? Wie kann ich mit komfortabler Unterstützung ganz leicht mehr für meine Fitness und Gesundheit tun? Wie bewege ich mich bequem und zuverlässig aber trotzdem dynamisch und kraftvoll fort? Fragen an die Mobilität von morgen gibt es viele.

Übrigens: Auch andere E-Bikes sind über den Aldi-Onlineshop zu haben.

Reduzierte E-Bike-Angebote bei Aldi (Sommer 2022)
Modell Preis Reduzierung
PROPHETE Retro-E-Bike 28 Zoll 1.299 € -18%
JEEP E-Trekking-Bike TMR 7000 1.499 € -34%

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