Für Kinder im Grundschulalter spielt das Fahrrad eine wichtige Rolle, mit dem sie endlich selbst zum Sportplatz oder zur Schule fahren können. Ein Kinderfahrrad sollte leicht, sicher zu bedienen und günstig sein.Dieser Artikel beleuchtet speziell Kinderfahrräder mit 20 Zoll Reifengröße, wobei ein besonderer Fokus auf das Puky Mountainbike gelegt wird.
Worauf es beim Kauf eines 20-Zoll-Kinderfahrrads ankommt
Mit dem Schuleintritt, und somit für Kinder ab etwa 6 Jahren, passt für Kinder meist ein Fahrrad mit 20 Zoll, sofern das Kind nicht überdurchschnittlich groß oder klein ist. Neben der Größe ist aber auch das Design ein wichtiger Aspekt beim Kauf: Schließlich wollen Kinder ihr Fahrrad auch voller Stolz den Schulfreunden präsentieren können. Dennoch sollten Eltern auch die technischen Parameter im Blick haben - schließlich soll ein Fahrrad nicht nur optisch ansprechen, sondern auch sicher sein und verlässlich funktionieren.
Nicht zuletzt ist auch das Gewicht ein großes Thema bei Kinderfahrrädern: Möglichst leicht soll es natürlich sein, damit das Kind gut vorankommt. Deshalb haben die Premium-Hersteller in den letzten Jahren auf Leichtbauweise gesetzt - der Unterschied zu günstigen No-Name-Fahrrädern ist hier teils enorm.
Aber: Ein gutes Kinderfahrrad nur am Gewicht aufzuhängen, greift zu kurz. Auch die Rahmengeometrie sowie der Abstand zwischen Pedalen und Boden spielt eine entscheidende Rolle - das Tretlager der Kurbel sollte bei Fahranfängern eher tief sitzen, damit ein sicheres und gutes Fahrgefühl entsteht.
Checkliste für den Kauf eines 20-Zoll-Kinderfahrrads:
- Fahrradgröße: Ein 20 Zoll-Fahrrad ist für Kinder mit einer Schrittlänge von ca. 50 cm bzw. einer Körpergröße ab 120 cm geeignet. Das entspricht Kinder im Alter ab etwa 6-7 Jahren. Entscheidend sind beim Kauf aber letztendlich die exakten Herstellerangaben zu Alter bzw. Körpergröße.
- Rahmen: Ein tiefer Rahmen erleichtert das Auf- und Absteigen enorm - ist aber bei größeren Kindern nicht besonders beliebt, weil die Form ein wenig an ein Damenfahrrad erinnert. Deshalb müssen die Eltern entscheiden: Kinder, die bereits sehr sicher unterwegs sind, brauchen nicht mehr zwingend einen tiefen Rahmen. Bei Anfängern sollte die Entscheidung aber noch in Richtung „Sicherheit“ gehen - was für einen tiefen Einstieg spricht.
- Gewicht: Ein geringes Gewicht ist bei Kinderfahrrädern nicht nur für Anfänger wichtig, auch geübte Radfahrer wollen beim Treten „vom Fleck“ kommen und nicht unnötigen Ballast stemmen. Ein 20-Zoll-Rad sollte wie auch andere Kinderfahrräder 1/3 bis maximal die Hälfte des Körpergewichtes wiegen- je leichter, desto besser! Ein durchschnittlich schweres, 7-jähriges Kind wiegt etwa 26 kg, womit ein Kinderfahrrad zwischen 8 und 12 kg wiegen sollte.
- Höheneinstellung: Der Sattel und der Lenker eines Kinderfahrrads sollten genügend Spielraum für die H...
ADAC und Stiftung Warentest: Kinderfahrräder im Vergleich
Gemeinsam mit der Stiftung Warentest hat der ADAC zwölf Kinderfahrräder in den Kategorien Handhabung, Fahren, Eignung für das Kind, Sicherheit und Haltbarkeit sowie Schadstoffe getestet. Die Anschaffungskosten der Testkandidaten lagen zwischen 430 Euro und 575 Euro. Bei Kinderfahrrädern reicht die Preisspanne von 270 bis über 500 Euro.
Im Praxisteil der Tests zeigte sich schnell, dass die Kinder mit den leichteren 20-Zoll-Fahrrädern im Vergleich besser zurechtkamen. Doch viele Modelle sind dagegen 13 bis 15 Kilogramm schwer - und das kann für weniger kräftige Kinder schon zu viel sein. Bei den Fahrten und vor allem beim Aufheben eines Rads zeigt sich schnell, ob sich das Kind mit dem Fahrradgewicht arrangieren kann.
Testergebnisse von Stiftung Warentest und ADAC (Mai 2022):
- Das City Bike 20 Zoll D4 Rock von Decathlon wurde mit 270 Euro als Preisbrecher aufgenommen. Umso erfreulicher, dass damit auch das günstigste Kinderrad im Test das ADAC Urteil "gut" erreichte. Neben seinen guten Fahreigenschaften überzeugte das Decathlon mit dem besten Licht inklusive Standlicht vorn und hinten.
- Zu den Verlierern im Vergleich gehören die Räder von Bulls, Raymon und S'cool. Sie verfehlen im Test die von der Norm geforderten Mindestverzögerungswerte auf dem Bremsenprüfstand.
- Ebenfalls "mangelhaft" schneidet das Kinderrad der österreichischen Marke Woom ab. Das Leichtgewicht eignet sich dank seiner Fahreigenschaften eigentlich besonders gut für Kinder. Allerdings traten wiederholt Risse an der Tretkurbel auf, weshalb das Woom im ADAC Urteil abgewertet wurde.
Schadstoffbelastung bei Kinderfahrrädern
Bei sieben Fahrrädern wurden auch Schadstoffe im Sattel festgestellt. Meistens handelte es sich um den Weichmacher DPHP (kurz für Dipropylheptylphthalat), der Kunststoffen zugesetzt wird, um diese elastisch zu machen. Der Weichmacher DPHP schädigte in Tierversuchen Schilddrüse und Hypophyse. Ein Verbot gibt es bisher nicht, das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt aber, ihn nicht einzusetzen.
Im Test wurde der Weichmacher DPHP in den Sätteln von Raymon, S‘cool, Victoria, Bulls, KTM und Woom nachgewiesen. Im Sattel des Puky Cyke wurden sogenannte polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (kurz PAK) gefunden. Auch diese sind nicht verboten. Der Grenzwert wird hier knapp unterschritten. ausgeht, wurden diese in der Kategorie Schadstoffe mit ausreichend bewertet.
Das Puky LS-Pro 20: Ein leichtes und kindgerechtes Kinderfahrrad
Test Puky LS-Pro 20-7: Das Bike aus der sportlichen Modellserie von Puky gefällt mit sehr geringem Gewicht bei günstigem Preis und kindgerechter Ausstattung.
Das 20-Zoll-Modell namens Puky LS-Pro 20-7 liegt genau in der Mitte: Puky sieht es für Kinder ab sechs Jahren vor und gibt gleich den passenden Bereich von Körpergröße und Schrittlänge an. In der Praxis zeigt sich freilich, dass bereits unser vierjähriger Testfahrer mit dem Bike gut zurechtkommt - dabei ist Alois mit 107 cm deutlich kleiner, als es Puky fürs 20-Zoll-Rad vorsieht.
Mit 8,14 Kilo zuzüglich Pedalen ist das SL-Pro 20 wirklich leicht; mit knapp 500 Euro gehört es außerdem zu den günstigsten Modellen dieser Art am Markt.
Weitere Merkmale des Puky LS-Pro 20-7:
- Kindgerechte Sitzhaltung
- Kompakte Kinderbremsgriffe
- Siebengang-Schaltung per Drehgriff
- Eng abgestufter 14-28er Zahnkranz
- Montage von Schutzblechen und Gepäckträger möglich
- Seitenständer bereits montiert
Alternativen zum Puky Mountainbike
Neben Puky gibt es auch andere Hersteller, die hochwertige 20-Zoll-Kinderfahrräder anbieten. Einige beliebte Modelle sind:
- woom EXPLORE 4: Ein leichtes, sportliches Allround-Kinderfahrrad mit 7-Gang-Schaltung und hydraulischen Scheibenbremsen.
- Early Rider Belter 20: Ein Premium-Fahrrad mit wartungsarmem Riemenantrieb und 4-fach Nabenschaltung.
- Cube Acid 200 Street: Ein gut ausgestattetes Kinderfahrrad mit 6-Gang-Schaltung und sehr gutem Licht.
- Decathlon City Bike 20 Zoll D4 Rock: Ein preisgünstiges Kinderfahrrad mit guten Fahreigenschaften und guter Ausstattung.
Die richtige Größe finden
Nicht zuletzt muss das Bike die richtige Größe haben. Vor allem die Sitzhöhe und die Rahmenhöhe sind entscheidend. Wichtige Hinweise bekommst Du - zum Beispiel bei einer Probefahrt - schon mit bloßem Auge:
- Ein zu großer Rahmen ist ein Sicherheitsrisiko - vor allem, wenn Dein Kind nicht schnell genug mit den Füßen auf den Boden kommt.
- Gleichzeitig sollte der kleine Radler auf beiden Füßen über dem Rahmen (also vor dem Sattel) stehen können, ohne dabei auf dem Oberrohr aufzusitzen. Auch das wäre ein Zeichen für einen zu großen bzw. hohen Rahmen.
- Zu klein wäre ein Fahrrad, wenn Dein Kind bei voll ausgefahrenem Sattel mit zu stark angewinkelten Beinen fährt.
Häufig kommt es vor, dass ein Kind zwischen zwei Fahrradgrößen liegt. Naheliegend wäre dann, das nächstgrößere Fahrrad zu kaufen, nach dem Motto: „Das Kind wächst ja noch rein“. Ein Fahrradrahmen wächst nicht nur in der Höhe, sondern auch in der Länge. Auf einem zu langen Rahmen sitzt Dein Kind zu gestreckt. Das ist nicht nur unbequem - es erschwert Deinem Kind auch, das Fahrrad zu beherrschen und die Straße vorausschauend im Blick zu behalten.
Empfohlene Fahrradgrößen nach Alter und Körpergröße:
- 12-14 Zoll: ab 95 cm (ca. 3 Jahre)
- 16-18 Zoll: ab 105 cm (ca. 4-5 Jahre)
- 20-24 Zoll: ab 115 cm (ab ca. 6 Jahren)
Sicherheit geht vor: Tipps für die ersten Fahrversuche
Erste Übungsfahrten mit Kindern sollten bestenfalls auf einem abgesperrten Gelände durchgeführt werden.Ein Fahrradhelm sollte jederzeit getragen werden, auch hier gelten die Eltern als Vorbilder.
Bevor die Fahrräder von einem Kind zum nächsten weitergereicht werden, empfiehlt es sich, wegen einer möglichen Rissbildung einen prüfenden Blick auf die einzelnen Bauteile zu werfen. Eventuell kann der Fachhandel hierbei unterstützen.
Eine richtige Einstellung des Rads sowie eine Probefahrt beim Fachhändler sind von Vorteil.Dabei sollten Bremsgriffe, Position und Erreichbarkeit der Klingel so eingestellt werden, dass sie vom Kind möglichst einfach bedient werden können.
Zubehör für Kinderfahrräder
An allererster Stelle sollte hier der Helm stehen. Dieser sollte dem Kind nicht nur äußerlich gefallen, sondern in jedem Fall auch passen. Um bei Stürzen größeren Wunden an den Händen vorzubeugen, bieten sich für Kinder auch Fahrradhandschuhe an. Weitere sinnvolle Accessoires sind z. B.
Beim Thema Stützräder scheiden sich die Geister: Die eine Fraktion empfiehlt Stützräder, damit sich die Kinder langsam und ohne weitere Hilfe an das Fahrradfahren gewöhnen. Dann gibt es einige Fachkundige, die von Stützrädern lieber abraten, da die Kids das Fahren ansonsten zweimal erlernen müssten. Sie sind davon überzeugt, dass Stützräder den Kindern ein falsches Gleichgewichtsgefühl vorgaukeln und den Lernprozess somit verlängern würden.
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